Beiträge von Carcano

    Die Ausbildung des Schießtrainer kostet nun mal Geld, was nicht jeder erübrigen kann, obwohl er gerne die Ausbildung machen möchte.

    Nein, das ist NICHT der Grund. Die paar Schekel für Übungsleiter und auch Trainer C kann jeder mit Leichtigkeit erübrigen, der mal eben fröhlich grienend 2500 Taler für die neue Sportpistole hinlegt (weil "man" doch keine Gebrauchtwaffen kauft). Ungeachtet dessen gehört es sich trotzdem, dass der Verein die Kosten zumindest zum guten Teil übernimmt.
    Abschreckend ist vielmehr der endlose Hürdenlauf _vor_ der Anmeldung zum Trainer C, den eine gut gemeinte, aber schlecht umgesetzte Übersetzung von DOSB-Richtlinien verursacht.

    Carcano

    Das hat allerdings für diejenigen einen Nachteil die sich Leistungsmäßig auf einem Level befinden der +/-auf dem Niveau der LM Qualifikation ist.

    Das heißt, diese müssen relativ früh im Jahr auf den Punkt genau fit sein.

    Ja, ich weiß nicht, wie die LM-Zulassungslimits da in Hessen sind (einem in den klassischen und insbesondere olympischen Disziplinen relativ leistungsstarken und leistungsbewussten Verband).

    In vielen anderen DSB-Landesverbänden freilich lässt sich die sehr niedrige LM-Quali einhändig mit den schwachen Hand bzw. ohne Brille erreichen. ;)

    Carcano

    Die Kreismeisterschaften wurden meines Wissens im letzten Jahr abgeschafft. Ich weiß nicht, ob das in Hessen nur für uns gilt und ob es in anderen Bezirken noch Kreis- oder Gaumeisterschaften gibt

    Nicht die Kreis"meisterschaften" sind im Hessischen Schützenverband abgeschafft worde, sondern die Kreise als solche. Das ist ein Folge der Änderung der Verbandsstruktur. Es gibt jetzt mehr und dafür kleinere Bezirke.
    Umgekehrt sind zum Beispiel im SBSV in Südbaden die Bezirke abgeschafft worden und damit die Bezirksmeisterschaften. Beides waren letztlich sinnvolle Reformen.

    Carcano

    In der Schweiz geht ein Vorschlag durch als ganzes, der kann mal knall Rot oder tief schwarz auch mal grün sein, Hauptsache er ist gut für das Volk und oder fürs das Land.

    Was für eine katastrophale und illusorische Unkenntnbis der schweizerischen Tradition und der gelebten schweizerischen Praxis seit ca. 150 Jahren. Genau im Gegenteil: das Stichwort ist vielmehr "Konkordanzdemokratie", und genau die ist von schweizerischen Intellektuellen immer wieder (nicht ganz ohne Grund) angegriffen worden.

    Carcano

    Man hat als (echter) Trainer zwei Handlungsoptionen.

    Die erste wäre es, ganz lege artis und so wie man es in der Trainer-B-Ausbildung gelernt hat, einen ambitionierten Trainingsplan von Grund auf zu erstellen, ausgelegt erst einmal für ein Jahr, in dem dann all das aufgegriffen, in Angriff genommen und sukzessive verbessert wird, was Schütze Schlumpf sich selbst in den letzten 30 Jahren so angewöhnt und eingeschliffen hat, Und das ist viel, ooooh, das ist viiiiiiel.
    So etwas klappt selten. Nicht einmal im Strafvollzug unter ziemlich förderlichen Rahmenbedingungen. :P Also tut man am Ende gar nichts und schüttelt nur vom Olymp herab den Kopf über "Resis" und "Emos".

    Die zweite wäre eine "rapid results initiative", wo man ein paar wesentliche Stellschrauben verändert. Motto: Maximale Wirkung mit wenig Aufwand. Dadurch wird der Schlumpf nicht zu Gargamel, und springt vom dritten Platz im einzelnen Kreis-Rundenwettkampf (dritter in seiner eigenen Mannschaft von fünfen, wohl gemerkt - nicht etwa im ganzen Kreis !) nicht gleich zur Qualifikation für die DM, aber er verbessert sich rasch in einer

    a) für ihn merklichen, und

    b) für ihn auch noch akzeptablen und tragbaren Weise.

    Und beides zusammen macht wiederum Spaß.

    Carcano

    das wäre jetzt zu einfach, nein aber mit Ruhe und Erfahrung, ist das erklärbar

    Von Schmidtchen und mir. Von Wulfrin hier leider nicht; denn obwohl er sich große Mühe gegegben hat, überzeugt seine Schlussfolgerung nicht, weil sie einem Grundfehler unterliegt:
    Er vermischt und verwechselt Sicherheitsverstöße und ungefährliche Wettkampfdurchführung einerseits, und ein unsportliches bzw. verbandsschädigendes Verhalten andererseits.
    Ersteres dient der Gefahrenabwehr, und die ist NACH dem Wettkampf vorbei. Letzteres allein wären Sanktionsnormen, die eine Strafe auch im Nachhinein rechtfertigen. Und § 16 der DSB-Satzung macht gerade _diese_ Unterscheidung sehr deutlich.
    Beides unterscheidet Schmidtchen sehr sauber. Man muss das nicht so sehen wie er. Aber es ist erst einmal sehr logisch.

    Carcano

    Die Schützen sind es überhaupt nicht gewöhnt mit Instruktoren zu arbeiten. Schönes Wort, somit haben wir die Trainer und die Übungsleiter zusammen gewertet. (...)
    Es ist nicht an der Tagesordnung Tipps zu bekommen und damit um zu gehen.

    Wenn das von Grund auf wäre wie es Carcano angesprochen hat, wäre die Situation nicht nur entspannter, sondern auch fruchtbarer, weil alltäglich.

    Es muss eine Akzepanz vorhanden sein, und auch eine vernünftige Selbsteinschätzung, die geht häufig am Stammtisch über viele Jahre verloren. 265 plus x mit der Spo Pi werden über die Jahre am Stammtisch nicht besser........da steckt noch viel Luft drin.

    Interessantes Beispiel. Macht 530 im vollen Programm. Der Olympische MQS sind 555.
    Nun sind 265+ eine "ordentliche Clubleistung", so würde ich das nennen, also auf besserem (nicht ganz hohen) Kreismeisterschaftsformat. Keineswegs schlecht in einem dortigen Rundenwettkampf, aber auch nicht toll.

    Bei Mädchen und Juniorinnen reicht das in vielen DSB-Landesverbänden für eine Goldmedaille auf der Landesmeisterschaft (nicht in Bayern, Hessen, Württemberg... ). Bei Männern und Junioren ist man da relativ weit hinten auf Landesebene.

    Nur: wer 265 relativ verlässlich mit seinem altgewohnten Schießeisen (Hämmerli 208 oder 280, Walther GSP, Unique DES) hinbekommt, der kriegt mit gezieltem angeleitetem Training (sowie besser passendem Griff, angepasster Schießbrille) durchaus 275 bis 280 hin, ohne dafür zum Leistungssportler mit Röhrenblick und monomanem Interesse mutieren zu müssen.
    Wenn er nur will, und daher bereit ist, tatsächlich zu trainieren (auch und gerade zu Hause diszipliniert mit regelmäßig durchgehaltenem Trockentraining an den Tagen, wo er halt nicht auf dem Schießstand ist), und nicht nur so vor sich zu "üben", wie es 95% - 98% tun.

    Carcano

    Ist eher eine Art Übungsleiter als ein Trainer gemeint ?

    Ich sehe da keine Gegensätzlichkeit, die zu einer Gegenüberstellung ("eher... als") Anlass gäbe. Beides sind lediglich verschiedene Qualifikationsstufen einer Tätigkeit.

    Der DSB hatte gedankenarm das rigide DOSB-Konzept 1:1 übernommen und abgepinselt, ohne zu überdenken, was der spezifische eigene Sport braucht.

    Die im DOSB-Jargon so genannte sogenannte "Vorstufenqualifikation" (Vereinstrainer, Vereinsübungsleiter, Trainer D, Instructeur de Tir) ist es, was möglichst viele Vereine an der Basis brauchen - aber leider nicht haben - und nicht gleich der Trainer C.

    Carcano

    Davon abgesehen ist es jedoch auch so, das es auch immer auf eine gewisse Nachfrage ankommt, damit sind nicht 100 Schützen oder so gemeint. Es ist sicher wie überall wenn du zu einer Firma gehst und Teile benötigst. Die erste Frage wie viel davon, ach 100 oder vielleicht 200...

    Es wäre interessant zu wissen, ab welcher Menge sich eine Fertigung zum Beispiel von Auszieherkrallen lohnt. Ein Thema, das die Hämmerli 208 ebenso betrifft wie die IZH-35.
    Mit der kleinbetrieblich heute schier überall möglichen CNC-Fertigung ist es ja nicht getan, der Auszieher muss ja auch noch richtig gehärtet werden.

    Carcano

    Der Fall kann in der Praxis schon mal vorkommen; ich führe z.B. gegenwärtig ein solches Verfahren vor dem bzw. gegen das Bundesverwaltungsamt.

    Wichtig aber wäre, dass der Threadstarter und Fragesteller klarstellte, ob es ihm um die Erstbedürfnisbescheinigung geht (vielleicht noch gar für die erste Waffe?), oder um eine Bedürfnisfortbestehensbescheinigung?

    Carcano