Beiträge von Lanfear

    Hier mal die Aufgaben Schießsportleiter und Aufsicht aus der aktuelle Sportordnung des DSB darunter dann die Ausbildungsinhalte Schießleiter BDMP. Ich stelle da keine großen Unterschiede fest, so das man dort schon die Qualitfikation des anderen Verbands anerkennen könnte wenn man wollen würde.
    ...

    Ich glaube die Verbände sind da garnicht so weit von einander weg und ich versuche es mal beim Hess.Schützenverband meine BDMP Schießleiter anerkennen zu lassen. Versuchen kann man es ja mal ;)

    Der Vergleich passt nicht. Schießsportleiter DSB ≠ Schießleiter lt. Sportordnung DSB. Von daher wird sich auch Dein Antrag auf Anerkennung nicht umsetzen lassen.

    Wäre das nicht auch ein Angebot an Trainer?Einem Gewehrtrainer der die Bogenschützen mit betreuen soll könnte man die Einheiten doch auch anrechnen.

    Ein guter Ansatz wenn man damit Interessenten zum Einstieg animieren kann.

    Die angedachten Module sind grundsätzlich nicht als Trainerfortbildung vorgesehen. Dafür fehlt es ihnen an Tiefe.

    Bei dem genannten Beispiel tue ich mich schwer. Der Gewehrtrainer soll sich in seiner Disziplin fortbilden. Natürlich schadet es nicht, den Blick über den Tellerrand zu richten. Daher erkennt der HSV auch alle Fortbildungen, die der Landessportbund Hessen für seine Übungsleiter vorsieht, ohne weiteres als Fortbildung für die Trainer C an. Mir würde es aber bei dem Bogenmodul - auch für den Disziplinfremden Gewehrtrainer - an der Tiefe fehlen.

    Grds. ist für die Ausbildung zum Trainer C Basis vorgesehen, dass jeweils 15 LE für LG und 15 LE für LP absolviert werden. Das passt uns in Hessen nicht. Wir bieten daher zwei getrennte Ausbildungen Trainer C Basis für LG und LP an. Dabei verschieben sich nochmal 7 LE in die Schwerpunktdisziplin. Also 22 LE LG und 8 LE LP wenn es ein C-Basis Gewehr ist und umgekehrt. Wir diskutieren daher gerade den Gedanken, die jeweils disziplinfremden 8 LE zukünftig über die angedachten Module abzubilden.

    Wir stellen uns auch die Frage, wie ein absolviertes Modul generell in der Trainerausbildung angemessen berücksichtigt werden kann.
    In Hessen müssen zuerst die Vorstufenqualifikationen Jugendbasislizenz und Schießsportleiter absolviert werden. Der Schießsportleiter wird zukünftig anstelle 2 nur noch 1 Präsenztag umfassen. Der Rest wird über Selbststudium und Online-Videokonferenz abgebildet. Bei der Jugendbasislizenz gibt es ähnliche Überlegungen, aber noch keine konkrete Umsetzung.
    Anschließend absolvieren die Traineranwärter eine Trainer C-Grundausbildung von 30 LE in Präsenz beim Landessportbund. Die geht in der Regel von Montag bis Freitag. Immerhin ist die Ausbildung als Bildungsurlaub anerkannt. Zusätzlich ist eine Freistellung über die Sportjugend Hessen möglich, wenn das Ziel der Ausbildung die Betreuung von Kindern und Jugendlichen ist.

    Erst danach kommen die Trainer-Anwärter in die fachliche Ausbildung beim HSV, die dann nochmal 50 LE umfasst. Von diesen 50 LE absolvieren die Teilnehmer 25 LE in Präsenz (1 Wochenende + 1 weiterer Tag am Wochenende). Der Rest findet online in Form von Videokonferenzen abends unter der Woche statt. Weniger Präsenz wird schwierig, zumal der DSB die Vorgabe gemacht, dass mindestens 50% in Präsenz stattfinden müssen.

    An Ende kann weder der DSB noch der HSV sich über die Vorgabe der 120 LE für eine Trainer- oder Übungsleiterlizenz hinwegsetzten. Die kommt vom DOSB und wird sich zukünftig eher nicht ändern. An den 120 LE hängt dann auch die Förderung durch die Sportbünde, Länder und Kommunen.

    Ansonsten kann ich jedem (auch angehenden) Trainer nur anraten, keine kostenlosen Trainingsstunden zu geben. Denkbar wäre ein Kompensationsgeschäft mit dem vorfinanzierenden Verein.

    Den gibt es. Nennt sich Schießsportleiter und beinhaltet die grundlegendsten Fähigkeiten, eine kleine Übungsgruppe zu übernehmen. Ist die Basisqualifikation für alle weiteren (höheren) Lizenzen

    Da bin mal ausnahmsweise nicht Deiner Meinung. Es fehlt in dieser Ausbildung - zumindest wenn sie den Regeln des DSB folgt - die fachliche Komponente zum Luftpistole- / Luftgewehrschießen (LP/LG). Hier ein paar Auszüge aus der Bildungsrichtlinien des DSB zum Schießsportleiter:

    • Die Tätigkeit als Schießsportleiter umfasst die Sicherung der organisatorischen Abläufe innerhalb des Schießsportbetriebes auf Vereinsebene.
    • Aufgabenschwerpunkte sind Planung, Organisation, Durchführung und Auswertung schießsportlicher Veranstaltungen und Angebote sowie des Trainings- und Wettkampfbetriebs.
    • Der Schießsportleiter kann den Schießbetrieb aufbauen und betreuen

    Dazu sollen unter anderem folgende Kenntnisse vermittelt werden:

    • Grundlagen zur Planung und Gestaltung des Schießbetriebes
      • Organisation von Training und Wettkampf
      • Einsatz von Hilfsmitteln im Anfängertraining

    Aus der Übersichtstabelle in den Richtlinien lässt sich dann noch ergänzen:

    Netto hat die Ausbildung zum Schießsportleiter in Hessen 18 Lerneinheiten (LE), da bereits 12 LE aus der Sachkunde und der Qualifizierung zur Schieß- und Standaufsicht anerkannt werden. Von den 18 LE wird allerdings nichts in die aufgelisteten Punkte "Grundanschläge und Positionen" und "Grundlagen Technikmodelle" investiert. Ich kann das auch sogar nachvollziehen. Zum einen wäre die Zeit dafür sehr knapp bemessen und zum anderen müsste die Qualifikation zur Vermittlung dieser Punkte nachgefragt werden.

    Da ich die Trainerausbildung im Bereich Pistole im HSV verantworte kann ich gut einschätzen, mit welchen Vorkenntnissen die Teilnehmer aus dem Schießsportleiter und der im HSV zwingend vorgeschalteten Jugendbasislizenz in der Trainerausbildung ankommen. Disziplinfachlich ist da nichts. Woher auch?

    Die ersten Berührungspunkte mit den Technikleitbildern LP / LG hat man in Hessen in der fachlichen Ausbildung zum C-Trainer Basis Breitensport (Wer hat sich nur diesen Namen ausgedacht? - Heißt bei mir nur noch C-Trainer Basis). Das ist sehr spät. Da sind schon gut 70 LE der insgesamt 120 LE rum.

    Daher gibt es in 2025 die Initiative des Verbands ein niedrigschwelliges Angebot zum Einstieg in die Technikleitbilder zu machen. Vorgesehen sind Tagesveranstaltungen mit 8 LE, die in die Grundlagen des jeweiligen Technikleitbilds in Theorie und Praxis einführen sollen. Es soll Module für LP, LG und Bogen geben. Zielgruppe sind die Trainingsbetreuer in den Vereinen, die bisher an keiner Trainerausbildung teilgenommen haben. Ebenso zur Zielgruppe gehören Personen, die demnächst Training im Verein betreuen. Es soll also die Lücke gefüllt werden, die der Schießsportleiter und die Jugendbasislizenz hinterlassen haben, bzw. nicht abdecken (können).

    Wenn Teilnehmer eines der LG/LP/Bogen-Module absolviert haben und zusätzlich entweder die Schießsportleiterlizenz oder die Jugendbasislizenz nachweisen können, wird der HSV sie mit der neu zu schaffenden HSV-Lizenz "Trainerassistent" ausstatten. Wer bessere Ideen für den Namen hat, ist willkommen.

    Ich hoffe, dass sich aus diesem Teilnehmerkreis der ein oder andere findet, der sich dann für die Trainerausbildung entscheidet und zum anderen ist es die Absicht die Inhalte aus den Technikleitbilder stärker in den Vereinen und den handelnden Personen zu verankern.

    Tja, etwas ausgeruhter ans Training und schon sieht es nicht mehr so katastrophal aus.
    9a0 liegt im Schnitt bei 93%, 10a0 bei 40%, V um 170mm/s.
    Allerdings habe ich auch bei den 'guten' 10a0 mit 98% dann doch eine 9,8.
    Ganz klar Abzugsfehler, in der letzten 1/10sec flieg ich aus der Zehn irgendwohin. Mal links tief, mal rechts hoch.
    Krasse Ausreißer gibt es allerdings auch, wenn ich zu lange halte und nicht konsequent absetze.

    Das sind erfreuliche Werte. Nur nochmal zum Verständnis bei Luftpistole:

    9a0/10a0 = Maß für die Halteruhe/Haltestabilität
    Wieviel Prozent der Kontrollzeit (Empfehlung 1s) hat sich der Schütze in der 9 bzw. 10 aufgehalten, wenn beim jeweiligen Schuss angenommen wird, dass der Mittelpunkt des Zielens (MdZ) in der Scheibenmitte gelegen hat.

    Differenz 10a0 zu 10.0 = Maß für das Zielverhalten.
    Je größer die Differenz, desto eher liegen Zielfehler vor. 10.0 misst den Anteil der Kontrollzeit in der 10. Der 10a0-Wert misst den gleichen Wert, aber unter der o.g. Annahme, dass der MdZ exakt in der Mitte war. Etwaige Zielfehler werden so eleminiert. Beim 10.0-Wert schlagen die Zielfehler allerdings mit vollem Gewicht zu. Die Differenz gibt daher einen Anhaltspunkt auf das Zielverhalten.

    DA-Wert = Maß für das Auslöseverhalten
    Der DA-Wert (Distance of Aiming) ist der Wert in der Tabelle ohne Überschrift ganz rechts. Er gibt den Abstand zwischen MdZ und Trefferlage an.
    Je kleiner der Wert umso besser. Gutes Auslöseverhalten ist dadurch gekennzeichnet, dass der Treffer möglich nah am MdZ landet. DA-Werte sollten nicht größer als 50% als die Halteraumgröße sein.

    Führen, Halten, Zielen und Auslösen lassen sich gut über Scatt einschätzen. Bleib da weiter am Ball.

    Wozu unterscheidet man dann überhaupt zwischen Erst- und Zweitmitgliedern? Da würde ich als Verein aber schon mal anfragen, worin die Leistung des Verbandes für die Zweitmitglieder besteht, denn zumindest versichern kann er seine Mitglieder nur einmal.

    Die Unterscheidung spielt meines Wissens nach nur eine Rolle für die Startberechtigungen bei Meisterschaften. Der Erstverein hat grds. alle Startberechtigungen. Er kann diese auf Zweitvereine übertragen (innerhalb des HSV).

    Califax, Lanfear, ihr erklärt es beide falsch (und Gerhards Gegenfrage ist völlig mithin berechtigt). Das liegt aber nicht an Euch.

    Lanfear, Du hast die Sache mit Deinem Verband erörtert, und hast dessen Dir gegenüber getane Äußerungen gewiss zutreffend wiedergegeben. Der Verband war aber nicht ehrlich mit Dir (was mich beim HSV in keiner Weise wundert). :-/

    Carcano

    Der HSV generiert aus den Mehrfachbeitragszahlungen für ein und dieselbe Person schlicht und ergreifend Geld. Wenn ich Schatzmeister beim HSV wäre, könnte ich auf die Idee kommen, den DSB-Anteil aber nur einmal an den DSB zu zahlen. Bleibt noch mehr für den HSV übrig.

    Ansonsten bitte ich um Aufklärung, warum der Erklärungsansatz falsch ist.

    In der IT müssen Zertifizierungsprüfungen alle paar Jahre wiederholt werden. Mache jedes Jahr ein paar davon... so bleibt das Wissen recht frisch.

    Theoretisch ist das bei den Trainerlizenzen im DSB auch so. C-Trainer und B-Trainer müssen innerhalb von 4 Jahren sagenhafte 15 Lerneinheiten (LE) Fortbildung für die Lizenzverlängerung vorweisen. Diese dürfen nicht älter als 2 Jahre sein. Ab C-Trainer Leistung ist noch vorgegeben, dass mindestens 50%/8LE schießsportfachlich sein müssen. Bei A-Trainern muss die Lizenz alle 2 Jahre mit 15 LE verlängert werden. Siehe hierzu den DSB-Qualifizierungsplan für die Aus- und Fortbildung in der Fassung vom 09.11.2024

    Faktisch führt das dazu, dass sich C-Trainer über einen 9LE Erste-Hilfe-Kurs und 8LE Schießsportfortbildung die Lizenz verlängern lassen können.
    Das ist natürlich viel zu wenig. Insbesondere dann, wenn die Trainer seid ihrer Ausbildung keine praktischen Erfahrungen gesammelt haben.
    Bei uns nehmen viele "ausgebildete Trainer" an Fortbildungen zur Lizenzverlängerung teil, die noch nie jemanden trainiert haben. Deren Kenntnisstand ist oft so niedrig, dass sie grundlegende Dinge nicht wissen. Meine Kollegin hat im Frühjahr eine Fortbildung zum Thema "Leistungstraining mit der Sportpistole" angeboten. Da waren Teilnehmer dabei, die den Unterschied zwischen Technik- und Leistungstraining nicht kannten. Sie hat dann mit großer Geduld eine Wiederholung der Ausbildungsinhalte gemacht. Eine Fortbildung war das aber nicht. Das ist leider kein Einzelfall. Nach meinem Verständnis sollte eine Fortbildung auf bekannten Inhalten aufsetzen und dann vertiefen. Das ist aktuell in meinem Landesverband kaum möglich.

    Das liest sich weiter vorne etwas anders, deswegen die Verwirrung, wie im Beitrag von Lanfear geschrieben

    Es ist genau so wie ich es in meinem Beitrag #42 geschrieben habe. Beim HSV zahlt der Verein für jedes Mitglied die kompletten Verbandsabgaben. Völlig unabhängig davon, ob das Erst- oder Zweitvereinsmitglieder sind.

    Wer mir nicht glauben will, fragt das gerne bei der Geschäftsstelle des HSV ab dem 06.01.2025 an.

    Ja klar kannst du fragen. Ich bin aktuell C-Leistung. Ich wüsste aber nicht was z.B. meine Lizenz mit dem Wissen über Muskulatur etc zu tun haben soll. :)

    Lizenzhöhe und -art lassen Rückschlüsse auf die vorhandenen Kenntnisse zu. Vielleicht hast Du ja auch noch einen medizinischen Beruf oder bist sportwissenschaftlich ausgebildet?

    Zitat

    Jedoch trainierst du mit der Koordination auch die Feinmotorik und die Beanspruchung des Delta Muskels. Was dir am Ende eine bessere Stabilität bringen wird. Alternativ kannst du natürlich auch in ein Fitnessstudio gehen und z.B. an der Schulterpresse die Muskulatur trainieren.

    Zum sportlichen Pistolenschießen muss der Arm über 90° angehoben werden. Das kann der M. Deltoideus - auch wenn einen großen Anteil hat - nicht allein. Dazu ist zusätzlich eine Rotation des Schulterblatts erforderlich. Also kommen da z.B. noch die Muskeln der Rotatorenmanschette und der M. Trapezius hinzu.

    Die Beanspruchung des M. Deltoideus im Bereich der vorgeschlagenen Koordinationsübungen und die Beanspruchung an einer Schulterpresse sind doch zwei völlig verschiedene Dinge? Die vorgeschlagenen Koordinationsübungen verbessern die Feinmotorik. Einverstanden. Dein Hinweis für die Schulterpresse ist mir viel zu unspezifisch. Keine Angaben zu Intensität wie z.B. Sätze, Wiederholungen und Gewicht? Geht es um Kraftausdauer, Maximalkraft/IK-Training, Hypertrophie?

    Ich arbeite viel mit Scatt. Meine Messungen gehen bis ins Jahr 2012 zurück. In meinem Scatt-Katalog liegen rund 400 Messdateien.

    Schützen, die mit der Luftpistole Geschwindigkeits-Werte (V-Werte) von 100-130mm/s bei Kontrollzeit 1s hatte ich noch nicht so viele. Ich arbeite durchaus auch mit überdurchschnittlich talentierten Sportlern. Daher bin ich überrascht, dass Du Werte in dem Bereich für Dich erwartest. Daraus lese ich, dass Du diese Werte in der Vergangenheit bereits erreicht hast?

    Der V-Wert wurde in früheren Scatt-Software-Versionen auch als L-Wert = (Längenwert) bezeichnet und nur in mm angegeben.

    Dieser Wert steht zwar im Zusammenhang mit der Halteruhe/Haltestabilität, wird aber nach meiner Praxiserfahrung nicht zum unmittelbaren Ablesen der Halteruhe verwendet. Besser sind meiner Ansicht nach die Werte 9a0 und 10a0. Das sind die prozentualen Aufenthaltszeiten im Halteraum 9 und 10, wenn sich der Mittelpunkt des Zielens (auch als Schwerpunkt des Zielens bezeichnet) in der Scheibenmitte befunden hätte.

    Der V-Wert (alt L-Wert) plausibilisiert diese beiden Werte. In der Regel findet sich bei guten 9a0 und 10a0-Werten auch ein niedriger V-Werte. Das ist aber nicht immer so. Es gibt Schützen, die vergleichsweise hohe V-Werte bei dennoch guten 9a0 und 10a0-Wert haben. Bei diesen Schützen gibt es mehr Bewegung in kleinem Halteraum als bei anderen Schützen.

    Bei den beiden nachstehenden Messungen sieht man das ganz gut. Die 9a0 und 10a0-Werte liegen fast gleichauf, obwohl die V-Werte deutlich auseinander liegen.

     

    Ich will aber nicht leugnen, dass tendenziell die V-Werte auch besser werden, je besser die 9a0 und 10a0-Werte werden:

     

    Mit den Werten aus der Messung rechts, kann der Schütze aktuell 380 - 390 Ringe bei 40 Schuss unter Wettkampfbedingungen abrufen.

    Daher meine Überraschung zu den Werten 100-130mm/s.


    Zum Thema Halteruhetraining:

    In der Praxis wird in der Regel isometrisches Kraftausdauertraining mit Gewichten im Bereich 1-1,5Kg empfohlen. Bei dem isometrischen Training kann die Waffe trocken oder eine kleine Hantel (auch eine Wasserflasche geht) verwendet werden. Die Halte- und Pausenzeiten variieren von 30-50s Halten und 30-10s Pause. Dabei kann man sich an einem 1-Minuten-Rhytmus orientieren. Ich würde 3x pro Woche 20-40 Minuten anstreben. Dauer und Intensität hängen von der Periode und dem Leistungsstand ab.

    Das Haltetraining lässt sich auch mit Schießtraining zum Trainingsabschluss integrieren. Dabei wird ein regulärer Schuss abgegeben und dann die Waffe im Anschlag gehalten. Das geht auch im Trockentraining zuhause.

    Zusätzlich würde ich Griffkrafttraining empfehlen. Hier geht sowohl Kraftausdauer- als auch Maximalkrafttraining.

    Frohe Weihnachten wünsche ich.

    Im Hessischen Schützenverband ist es gängige Praxis, dass die Beiträge für den HSV und den DSB und lsbh für jedes Mitglied abgeführt werden müssen. Dabei kommt es nicht auf den Mitgliedsstatus an. Aktiv, passiv, Jugend oder Fördermitgliedschaft spielt keine Rolle. Ebenso spielt es keine Rolle, ob jemand bereits Mitglied in einem anderen Verein des HSV ist. Die Verbandsabgaben werden dann entsprechend nochmal gezahlt.

    Kann man ungerecht finden, muss man aber nicht. Die Frage taucht auch immer mal auf den Delegiertenversammlungen auf. Der Verband hat einen Finanzbedarf nach Haushaltsplan. Schafft man die Mehrfachabgaben für Mehrfachmitglieder ab, dann fehlt die Summe X im Haushalt. Entweder spart man die Summe bei den Ausgaben ein oder generiert alternative Einnahmen oder eine Kombination aus beidem. Dazu muss die Frage gestellt werden, wer denn für die Summe aufkommen soll. Alle Mitglieder? Spätestens an der Stelle, kommt wieder Ruhe in die Sache. Der Ansatz: "Wer in mehreren Vereinen Mitglied sein kann, der kann auch seinen entsprechenden Anteil an den Verbandsaufgaben auf finanzieller Ebene wahrnehmen" ist dann auf einmal nicht mehr so völlig abwegig und unfair.


    Noch ein Wort zum Thema Spenden. Für die steuerliche Anerkennung als Spende, darf mit als Spenden deklarierten Geld- oder Sachleistung keinerlei Gegenleistung verknüpft sein. Außerdem müssen diese freiwillig erbracht werden.

    ... und auch Lanfears Verein schießt .44 Magnum.

    Ich sehe da gar keinen Widerspruch. Ich bin derzeit übrigens der einzige, der das bei mir im Verein schießt.

    Ich bin relativ viel mit dem DSB unterwegs und habe schon viele Gespräche mit meinen Trainerkollegen geführt, die selbst nur Luftdruck oder KK schießen oder geschossen haben. Da fehlt es an Perspektive und Urteilsfähigkeit aus eigener Erfahrung, wenn es um den Blick über den Tellerrand Richtung GK oder so etwas wie IPSC oder Fallplatte. Trotzdem bilden sich die Kollegen eine Meinung dazu, die zu 90% eher negativ ist.

    Ich sehe mich da oft in der Rolle desjenigen, der um Verständnis und wertschätzenden Umgang mit anderen Schießsportdisziplinen und Verbänden wirbt. Ich kann sagen, dass funktioniert, wenn man ruhig und besonnen angeht. Mir persönlich fällt der wertschätzende Umgang auch nicht immer leicht. Aber da halte ich es mit no.limits und rufe mich zur Ordnung.


    Eine höfliche Bitte hätte ich noch: Könntet Ihr auf die Abkürzung "OSP" für die Diszplin Schnellfeuerpistole verzichten? So heißt die Disziplin schon lange nicht mehr. Eine bessere Abkürzung wäre SFP oder international RFP. OSP ist die Abkürzung für Olympiastützpunkt.

    Okay, Lanfear scheint dann ja eine Lehrbefugnis des DSB zu haben ...
    Dennoch, ich habe meine Ausbildung zum Trainer C Leistung Pistole schon erfolgreich zu Ende gebracht.
    Ein dogmatisches Festhalten an dem Technikleitbild des deutschen Schießsports wird beim Ansehen der Videos, wo andere Nationen mit gänzlich anderen, mit dem DSB-Technikleitbild unvereinbaren Schießtechniken auch Medaillen mit nach Hause nehmen, für mich öfter mal in Frage gestellt.

    Habe da man in den bei YouTube publizierten Final-Videos gesucht und zwei eindeutige Szenen gefunden, wo die Crème de la Crème der Schützinnen ihren Haltepunkt entweder ausnahmsweise noch nachbessern oder wo man das als ihren typischen Bewegungsablauf interpretieren darf:
    https://youtu.be/wsFaAYIjtaQ?t=1332 Josefin Eder Deutschland
    https://youtu.be/JfzYlkNTpF8?t=601 Teh Xiu Hong Singapore

    Ja, ich bin für die C-Trainer Ausbildung Pistole in einem der Landesverbände des DSB verantwortlich.

    Trotz einzelner Fehler kann man die C-Trainer-Prüfung bestehen.

    "Dogmatisches Festhalten" geht dann wohl zu weit, wenn ich hier wiedergebe, wie ich es mache. Es braucht aus meiner Sicht schon handfeste und nachvollziehbare Gründe, warum ich als Trainer im DSB vom Technikleitbild abweichen sollte. Im Anfängerbereich können das entweder mangelnde körperliche Voraussetzungen sein oder methodisch bewusst gewählte "Vereinfachungen"

    Den internationalen Spitzenbereich als Referenz für das Bewegungslernen im Anfänger- und Amateuertraining heranzuziehen, halte ich für fragwürdig. Die Spitzenleute haben sehr häufig sehr hohe Trainingsumfänge und individuelle Besonderheiten, die dann zum Tragen kommen.

    Die Technikleitbilder des DSB haben sich aus meiner Sicht über lange Jahre bewährt und dienen in der Kaderausbildung ab dem Schüleralter als wichtiger Eckpfeiler für den langfristigen Leistungsaufbau. Der Vorwurf von Dogmatismus in Bezug auf die Technikleitbilder wird mir immer wieder vorgeworfen. Ich habe bisher wenig bis gar nicht überzeugende Gründe dafür gehört, warum ein Sportler sich mit seinen Abläufen außerhalb der Rahmenbedingungen der Technikleitbilder bewegen sollte. Individualismus wird mir da gerne genannt. Stellt sich die Frage, ab wann eine Technikindividualisierung außerhalb des Technikleitbilds Sinn ergibt? Ich vertrete hier die Ansicht, dass dies erst mit mehrjähriger Trainingspraxis der Fall ist. Ich sehe das bei Kadersportlern erst mit dem Übergang von den Junioren zu den Erwachsenen. Da haben die Sportler dann aber im Regelfall schon 4-6 Jahre Training hinter sich.

    Abweichungen zum Technikleitbild, die mit "Individualisierung" begründet werden, sind oft eher von Anfang an falsch erlernte Bewegungsmuster, die dann nur mit Aufwand wieder korrigiert werden können. Entweder hatte der Trainer keine Lust, sich mit seinem Sportler auseinander zusetzen, er hatte keine Ahnung oder es war ihm egal. Nichtsdestotrotz erbingen diese Sportler gute Leistungen. Viel besser wird es aber aufgrund der "individualisierten" Abläufe dann nicht mehr. Da ist dann ein Deckel auf dem Niveau, der erstmal weg muss.

    Sorry, wenn ich mich da so in Rage schreibe. Aber ich erlebe das ständig, wo mir jemand erklären will, dass sei doch viel besser, wenn man das so macht und nicht wie es im Technikleitbild steht. Mit Substanz gefüllt wird das dann aber nicht.

    Am Ende darf es ja jeder Trainer methodisch machen wie er will. Sollten Sportler aber altersmäßig vielleicht noch eine Option auf den Bundeskader haben, tut Ihnen einen Gefallen und bildet sie nach den Technikleitbildern aus. Sie werden es Euch am Ende danken.

    (2) Bei neuen Schützen möchte ich verhindern (als Trainer), dass die Armbewegung aus der Fertighaltung so erfolgt, dass man dem vorbeugt über den Halteraum nach oben überzuschwingen.
    Die letzten paar Grad auf dem Weg in den Halteraum sollten ja deshalb sehr kontrolliert erfolgen. Ist das hilfreich dem Schützen mitzugeben am unteren Rand der Duellscheibe komplett abzustoppen auf Bewegungsgeschwindigkeit angenähert Null, um dann vergleichsweise im Schneckentempo den Halteraum zu erreichen. Das als Zwischenschritt dazu, um die Armbewegung besser zu erklären, mit dem Ziel das Überschwingen von Anfang an zu unterbinden.
    (3) Atemtechnik: Ich selbst bevorzuge in der roten Ampelphase zwei vergleichsweise tiefere Atemzüge zu nehmen, um dann ausgeatmet und mit Atemstopp die 3 Sekunden Grünphase zu durchlaufen, um dann erst beim kontrollierten Herunterführen in die Fertighaltung wieder einzuatmen.
    Wer von euch macht das ebenfalls so?
    Immerhin: Die georgische Schützin Nino Salukvadze (Olympia 1988 in Seoul, Gold bei SpoPi, und auch bei Olympia 2020 mit dabei) schreibt in Reinkemeiers Buch "Olympisches Pistolenschießen": "Die Atemtechnik spielt eine entscheidende Rolle im Ablauf des Duell-Schusses. Beim Anheben des Arms halte ich meine Atmung an. Das reduziert den Pulsschlag und unterstützt meine Ruhe während der Schussabgabe."
    Es gibt also noch jemanden, der das so macht ...

    zu (2)
    Ich würde das als Trainer so nicht machen. Das Abstoppen auf Höhe Unterkante Duellscheibe entspricht nicht der Bewegung. die beim Duellschießen gemacht werden soll. Methodisch ist das nach meiner Meinung nicht erforderlich. Eher im Gegenteil. Ich sehe das sogar als Nachteil beim Vermitteln der Duelltechnik. Ich würde immer in einer fließenden Bewegung arbeiten und die Beschleunigungsphase und die Abbremsphase im Bewegungslernen nicht von einander separieren. Ich habe gute Erfahrungen gesammelt, den Übergang zwischen den beiden Phasen durch das Einatmen zu steuern. Während der Beschleunigung mit dem Beginn der Aufwärtsbewegung stark Einatmen und dann zum Ende hin flacher werden. Dieser Übergang ist in der Atmung gut zu lernen. Der Arm folgt dann dieser Atmung in seiner Geschwindigkeit. Zusätzlich wird der Übergang zwischen den beiden Phasen durch die Visierübernahme geprägt. In der Fertighaltung ist de Blick noch gen Scheibe gerichtet. Mit der Beschleunigungsphase beginnt das Auge der Visierung entgegen zu gehen. Mit der Übernahme der Visierung reduziert sich das Tempo und die Abbremsphase wird eingeleitet. Der Übergang soll nach 0,6s Beschleunigungsphase erfolgen.

    In Kombination mit der Visierübernahme und der angepassten Einatmung hat das bei meinem Sportlern bisher gut funktioniert. Auch bei Anfängern würde ich keinen Zwischenstopp einfügen. Das Überfahren des Halteraums ist da bisher kein ernsthaftes Problem gewesen.

    Ich würde das bei einer Prüfung zum C Trainer Leistungssport, wo das Thema " Einführung in das Duellschießen" gerne vergeben wird, sogar tendenziell als Fehler bewerten, wenn die Duellaufwärtsbewegung mit einer Unterbrechung vermittelt werden soll.

    zu (3)

    Hier mal ein Auszug aus dem Technikleitbild des DSB zur Atemtechnik Duellschießen:

    • Mit dem Kommando „ Achtung“ langsam ausatmen und Waffe in die Fertigstellung führen
    • Scheibe (rotes Licht aus) wird im ausgeatmeten Zustand erwartet
    • Beim Anheben des Armes einatmen und mit Erreichen des Halteraumes Atmung unterbrechen
    • Nach dem Schuss nachzielen, danach langsam ausatmen und dabei Waffe wieder in die Fertigstellung führen
    • In der Fertigstellung individuell 1 oder 1,5-mal ein- und ausatmen, so dass kurz nach Ausatmung die Scheibe wieder gedreht wird (rotes Licht geht aus) – Zeitmesser
    • Nach der Serie verstärkt ein- und ausatmen anschließend normale Atemzüge

    Das Finale gab es in der Standardpistole Mixed Team der European Championship, nicht im Einzel.

    Mixed <> Einzel

    Ich kann mich noch erinnern, dass im Mixed-Finale bei den Junioren seinerzeit Florian Peter und Vanessa Seeger Europameister geworden sind.
    Florian Peter hat in Bologna 2019 übrigens den Junioren Quali-Weltrekord mit der Schnellfeuerpistole von Jean Quiquampoix eingestellt. Dieses Jahr dann den der Erwachsenen. Sowohl Reitz als auch Quiquampoix haben schon Olympia-Medaillen gewonnen, Hoffentlich ein gutes Omen für Florian Peter.

    Wie gesagt: An ein Standard-Einzelfinale kann ich mich nicht erinnern.

    Bei den Europameisterschaften gibt es ein Finale in der Standardpistole. Es werden die 20 - und die 10 - Sekunden Serien geschossen und eine Zehntelwertung angewandt. Wen es interessiert, der kann es unter https://esc-shooting.org/video nachschauen. Auch Christian Reitz und andere. prominente Pistolenschützen sind in einem Finale zu sehen.

    Wann gab es den zuletzt eine Finale bei Standardpistole? Kenn ich so nicht.