Welche Vorteile bzw. Nachteile hat jedes der beiden Modelle?
Wenn es zu Deinem vorhandenen Linsensystem, dem Auge passt, sind beide Modelle OK.
Ich kenne es so, dass bei Überschreiten der Altersgrenze pauschal erst einmal das Adlerauge zur Vergrößerung in die Korntunnel reingedreht wird, oft auch in die Vereinsgewehre. Ich habe mir aus diesem Grund auch erst mal eins für LG und KK gekauft und den letzten Herbst/Winter damit geschossen. Verwendet habe ich beide mit meiner vorhandenen Schießbrille mit den vorhandenen Gläsern.
Beim KK hab ich komischerweise ein komplett unscharfes Zielbild bekommen, evtl wegen einer 20cm Tube beim Liegendschießen und zusätzlich noch einer Rückverlagerung des Diopters beim Auflageschießen. Da flog das Adlerauge gleich wieder heraus.
Beim LG häuften sich die Zielfehler bei mir, ich schieße nur noch LG-Auflage und hatte bei zwei 100-Schuss-Wettbewerben auch das bei uns traditionelle sitzend-Auflageschießen auf dem Sandsack geschossen. Das sind alles astreine Innenzehner, die man durch den Diopter sieht, es können aber auch schnell mittelmäßiger Neuner werden. Ich hab im Vergleich zu den Vorjahr und dem jetzigen bei diesen 100 Schuss in 10tel-Wertung jeweils über 10 Ringe weniger geschossen.
Ein Bekannter bastelte auch einige Jahre an seiner Lösung, ich hatte dieses Jahr von ihm ein Ergebnis mit 100 Schuss LG-Auflage von 1009 gesehen. Bei unserer Veranstaltung erzählte er mir, dass er gerade frisch sich hat seine Lösung beim Klingner in Hannover anpassen lassen (hab es jetzt nicht parat ob Brille, Monocle vor den Diopter oder optischen Linse am Diopter angeschraubt). Es waren über 30 Ringe mehr und er war zufrieden.
Was ich damit sagen will, diese Bastelleien an optischen Hilfssystemen können den Geldbeutel entlasten, gehen aber auch oft nach hinten los, beschäftigen einen dann über einen längeren Zeitraum und werden dadurch nicht günstiger als die professionelle Beratung bei einem der wenigen kompetenten Optiker. Sie machen einen auch schnell unzufrieden, Gewehr, Munition, Schütze, alles ist natürlich ohne Fehler und die Ergebnisse werden nicht besser. Keine Ahnung wie es mittlerweile in Hannover ist, mein Nasenfahrrad ist schon 6-7 Jahre alt, früher konnte man die Brille zumindest auch zum Testen mit nach Hause nehmen. Arno erzählte mir damals nebenbei, dass eine Brille schon auf ein Adlerauge angepasst werden müsste, du hast ja schließlich drei Linsen, die zusammenarbeiten sollen. Die vorm Auge, die der Brille und die im Adlerauge und alle drei zusammen sollen ein optimales Zielbild auf die Netzhaut projizieren.
Es können Dir Leute berichten, bei denen Deine beiden Modelle super klappen, es werden Dir sicherlich auch Leute berichten, bei denen es nicht funktionierte. Beim Adlerauge plus Brille war es bei mir ja so. Die meisten, ich gehöre natürlich auch dazu, können Dir aber nicht sagen, warum es im speziellen Fall nicht oder doch funktioniert hat. Sie können es Dir somit auch nie mit ruhigem Gewissen als DIE Lösung anpreisen. Zum einen, weil das Fachwissen fehlt, zum anderen, Du hast Deine optischen Vorgaben ja gar nicht kundgetan außer grob "Ich habe eine Sehschwäche auf die Weite und benutze ein Monocle". Um dann die Vorgaben umzusetzen, fehlt dann doch auch wieder das Fachwissen.
Die Optiker, die sich auf Schießbrillen spezialisiert haben, d.h. nicht nur mal auf Anfrage nach Brillenpass ein Glas angefertigt haben, die wollen in der Regel auch nicht verkaufen, die wollen einem schon helfen und Dir eine vernünftige Lösung präsentieren. Ich habe jetzt eigentlich auch noch keine negativen Berichte zur Lösung bei Optikern wie Müller/Manching oder Kütemeiyer bei Klingner/Hannover, .... gehört. Außer, dass es keine billige Lösung ist. Es ist aber eine günstige um zum Ziel zu kommen und bezahlbar ist auch diese Lösung.