Bei uns im Verein gibt es ca. 1000 Mitglieder, davon sind Luft und KK zusammen nicht einmal 20 Personen.
Also der HSV macht ja keinen schlechten Eindruck. Daß sich dort eher Schützen finden, die mit "richtigen" Waffen schießen wollen, ist vielleicht dem militärischen Ursprung geschuldet.
Andererseits bist Du so gut wie alleine. Und das wird sich so schnell nicht ändern, selbst wenn Du jedes Jahr 50% Zuwachs bei den Luftschützen schaffen solltest. Da hilft nur Eigeninitiative und da bist Du ja schon dran.
Wenn ich mir den Faden bis jetzt so ansehe, ist die Situation in AT auch nicht schlimmer oder besser als in DE. Überall gibt es Vereine, die alleine vor sich hin kämpfen. Ob es vorangeht, hängt an einzelnen Idealisten, die mit Einsatz und dem nötigen Glück Basisarbeit leisten. Das Glück besteht darin, daß sich willige Mitglieder finden, die als Schützen oder Funktionäre mitmachen.
Es gab schon Versuche, die Schützen bzw die Vereine zu gliedern. Ich versuche mal mein Glück mit den Schusswaffen, die ich grob in folgende Kategorien einteilen würde:
Luft:
- Das ist die Masse der Vereine.
- Schießstand und Vereinslokal sind problemlos in einem Kellerraum unterzubringen.
- Kein Lärm.
- Die Waffen werden als Sportgeräte gesehen.
- Viel Jugendarbeit.
- Wenig Imageprobleme.
- Munition ist fast kostenlos.
- Disziplinen sind rein sportlich, "Spielzeugwaffen"
- Schießsaison meist im Winter.
- Bewerbe von der Vereinsmeisterschaft bis international.
Kleinkaliber:
- Es sind 25m oder 50 m Stände nötig.
- Diese sind historisch eher offen- Damit Lärmbelästigung und eingeschränkte Schießzeiten bzw. abgelegene Lage.
- Nur wenige Schießstände möglich.
- Neubauten sind wohl selten möglich.
- Die Sportgeräte werden schon eher als Waffen gesehen.
- Image ist nicht mehr völlig harmlos.
- Munition ist immer noch billig aber schon deutlich teurer als Diabolos.
- Schießsaison meist im Sommer.
- Bewerbe von der Vereinsmeisterschaft bis international.
Großkaliber:
GK Langwaffe:
- Schießstände 100 bis 300 m. Sehr wenige Schießstände, meist abgelegen.
- Starker Schußknall
- Teure Munition
- Wenige Schützen, oft jagdliches Interesse
- Bewerbe von der Vereinsmeisterschaft bis teils international.
GK Kurzwaffe klassisch:
- Statische Disziplinen GK (in DE) und FFWGK (in AT) sind recht ähnlich.
- Geschossen wird auf Duell- und Präzisionsscheibe auf 25 m.
- Ähnlich den Luft- und KK- Disziplinen nur eben mit mehr Rückstoß, mehr Lärm und teurer Munition.
- Nicht allzu viele Schützen wegen der Munitionskosten.
- Schießstände sind wartungsintensiv.
- Daher mehr Mitarbeit und höhere Mitgliedsbeiträge.
- Vereine sind ohne viel Eigeninitiative kaum möglich.
- Bewerbe von der Vereinsmeisterschaft bis teils DM und ÖM, weil es rein nationale Disziplinen sind.
- Entsprechend wenig Interesse an der Förderung durch die Sportorganisationen, weil kein internationaler Ruhm möglich ist.
GK Kurzwaffe "dynamisch":
- Diese Disziplinen kommen aus USA und unterscheiden sich stark von den oben genannten Disziplinen.
- Unterschiede zu klassischen Bewerben: Mehrdistanzschießen, Parcours, verbotene Trefferflächen mit Strafpunkten, Pendelziele, Fallplatten, Schnelligkeit und Beweglichkeit wird gefordert, Waffen werden aus einem Holster gezogen, Waffe wird mit der schwachen, starken oder beiden Händen gehalten, Schüsse aus dem Liegen, angestrichen an Stangen usw.
- Also viel Abwechslung.
- Daher of wenig Verständnis bei den alteingesessenen Vereinen; Konkurrenzdenken; Mißtrauen.
- Starker Zustrom neuer Mitglieder trotz sehr hohen Munitionsverbrauches und damit hoher Kosten.
- Errichtung neuer Schießstände oft in Privatinitiative in ehemaligen Luftschutzbunkern, Braukellern, Stollen.
- Schießstände sind wartungsintensiv.
- Daher mehr Mitarbeit und höhere Mitgliedsbeiträge.
- Vereine sind ohne viel Eigeninitiative kaum möglich.
- Bewerbe und Qualifikation dafür sind je nach Disziplin unterschiedlich geregelt.
- Die Hierarchie folgt nicht streng dem Vereins-, Bezirks-, Landes-, Staats-, International- Schema der klassischen Disziplinen.
- Das Alles führt zum Eindruck, daß sich namentlich die IPSC- Schützen "abschotten" würden. (siehe Wegi)
Mein Ziel war, die Schützen auf eine Weise aufzugliedern, daß sich Gruppen bilden, die sinnvoll für sich betrachtet werden können, was den Bedarf und die Einsatzmöglichkeiten an Trainern betrifft.
Wahrscheinlich kann man das Training für FFWGK aus den Unterlagen für KK- Pistole ableiten. Das mag so angehen, und wurde auch schon so vertreten.
Man kann noch weiter gehen und vom Luftgewehr zu IPSC kommen, in dem man die Spezial- Schießkleidung wegläßt, den Lauf verkürzt, bis eine Pistole draus wird, diese mehrschüssig ausführt und als Großkaliber- Feuerwaffe. Man passt Entfernungen, Zielscheiben und Länge der Durchgänge an und verwahrt die Waffen in einem Holster. Spätestens hier wird klar, daß etwas nicht mehr stimmt und man vielleicht doch bessere Ergebnisse erzielen wird mit Fachleuten aus dieser Disziplinen als Trainer.
Das ist meine ungefähre Sicht der Dinge in AT. Sie ist nicht perfekt oder vollständig und sicher auch nicht genau so wie in DE.
Ich bitte um Ergänzungen und Korrekturen.
Danke.