Warum gibt es so wenige Trainer bei uns im Schießsport ?

  • Beispiel Schießsportleiter: Laut Ausschreibung ist unter anderem Bekleidungs- und Waffenkotrolle Inhalt der Ausbildung. Das wurde mit keinem einzigen Wort erwähnt. Oder die Durchführung einer Schießsportverantstaltung. Ja, wir haben lustig einen Tag der offenen Tür oder eine 200 Jahre Feier mit Festzelt und Bürgerschießen geplant. Aber wie ein Rundenkampf oder eine Bezirksmeisterschaft durchgeführt wird, haben wir besprochen. Stattdessen durften wir uns einen Abend anhören, wie toll und gut die Pressearbeit des Verbands ist.


    Du machst mir Angst... wieso habe ich mich dafür angemeldet? :-( Welcher Verband und wer war Referent?

  • Du machst mir Angst... wieso habe ich mich dafür angemeldet? :-( Welcher Verband und wer war Referent?

    Nach der Beschreibung kann das nur in Hessen (HSV) gewesen sein. Die Referenten nehmen sich da nicht viel, weil die konzeptionelle Umsetzung der Rahmenvorgaben für die Schießsportleiterausbildung in Hessen leider nicht optimal ist. Das Problem gibt es leider in mehreren Ausbildungen im HSV. Das liegt meiner Ansicht nach am Bildungskonzept und -controlling. Das gibt es nämlich so gut wie gar nicht. Das Problem ist den Verantwortlichen durchaus bekannt. Erste Maßnahmen sind wohl schon eingeleitet. Mal sehen, ob sich das in 2019 endlich in die richtige Richtung entwickelt.

  • der Verein nicht die entsprechenden Mittel hat. Da sind manchmal selbst die Ehrungsnadeln zu teuer.

    Hallo Beali,


    Da hat Euer Vorstand ja den richtigen Weitblick!

    Es ist so daneben, diese Geiz ist Geil Handhabung in den Schützenvereinen, egal ob von dem Gremium praktiziert oder von einzelnen Mitglieder verlangt.

    Beiträge die gerade mal so Kostendeckend sind, weil sich jeder nochmehr unterbieten muss mit den Beiträgen......

    Aber das hatten wir ja schon x-mal.

    Und das bei einem Sport wo das Geld mit jedem Schuss zum Rohr raus läuft.


    no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

  • Nein, das ist NICHT der Grund. Die paar Schekel für Übungsleiter und auch Trainer C kann jeder mit Leichtigkeit erübrigen, der mal eben fröhlich grienend 2500 Taler für die neue Sportpistole hinlegt (weil "man" doch keine Gebrauchtwaffen kauft).

    Doch, es gibt auch Leute denen schon die ~ 1000 Schuß KK Munition für die Saison zu viel sind deswegen sogar mit einem Vereins LG schießen, warum sollen die keine Trainertätigkeit ausüben?


    Wir haben vor ein paar Jahren eine Bildungsoffensive in unserem Verein gestartet, und wollten gerne mehrere Trainer gleichzeitig ausbilden lassen. Antwort war, das das nicht geht, maximal 3 Teilnehmer sind zulässig, auch schon für die Vorqualifizierungen.

    Sind dadurch Plätze beim Lehrgang ungenutzt geblieben?


    weil der Verein nicht die entsprechenden Mittel hat. Da sind manchmal selbst die Ehrungsnadeln zu teuer.

    Allerdings gab es im Verband auch mal keine Ehrungsnadeln weil die Leute einfach nicht gemeldet waren. Für die RWK in den unteren Klassen brauchen wir keinen Verband und die Kreismeisterschaften organisieren wir selbst, warum dann dem Verband die 3,50 in den Rachen werfen.

  • Jupp, war in Hessen. Ich hatte dann andere Teilnehmer, die den Kurs später gemacht haben, schon entsprechend vorgewarnt. Sie haben direkt am ersten Tag gefragt, wie es denn mit Thema a und b und c sei, ob das denn überhaupt vor kommt, steht ja schließlich auf der Lizenz drauf, das man dazu jetzt befähigt sei. Die Antwort war ziemlich ernüchternd, ich bekomme sie nur jetzt nicht mehr richtig zusammen. Wir haben auch entsprechendes Feedback gegeben.


    Man könnte aus dem Kurs, genauso wie aus der Jubali, richtig viel machen. Aber wenn da Präsentationen von vor 10 Jahren verwendet werden und manchmal schon beim puren Ablesen der Texte von der Folie Inhalte falsch wieder gegeben werden... war es verschenkte Zeit.


    Richtig gut war dagegen die Woche beim Landessportbund, die den allgemeinen Teil der Trainerausbildung fachübergreifend abdeckt. Da hat man wirklich viel gelernt.



    Ich habe das ganze Prozedere in den letzten beiden Jahren hinter mich gebracht. Zum Glück gibt es auch Lichtblicke, die Fortbildungen von Lanfear sind super, da habe ich richtig viel mitgenommen - und rühmliche Ausnahme, da durfte ich schon dran teilnehmen, obwohl ich da noch keine Trainerlizenz hatte.


    Ich wäre auch jederzeit bereit als frischgebackener Trainer C (seit letztem Jahr) bei Verbandsmaßnahmen zu hospitieren.


    Kleine Anekdote: Lizenz im März 2018 erhalten, im April fand der Osterlehrgang für die Kaderschützen im LLZ statt. Da ich einen unserer Schützen hin gebracht hatte, habe ich gefragt, ob ich dann bei dem Lehrgang auch gleich zuschauen kann, um noch ein bischen mehr Praxis zu sehen, wie langjährige Trainer das so machen. Bei der morgendlichen Einweisung wurde stattdessen gesagt, das ich zusammen mit zwei Honorartrainern das Training jetzt leiten sollte. Es hat Spaß gemacht, aber unter hospitieren hatte ich mir etwas anderes vorgestellt.


    Sind dadurch Plätze beim Lehrgang ungenutzt geblieben?

    Nein, sind sie nicht. Das ein Trainer Lehrgang nur einmal pro Jahr angeboten wird, ist ja ok.

    Es ging damals um die Jubali Lehrgänge und Schießsportleiter. Wir hatten angefragt, ob es möglich sei, auch Lehrgänge extra zu organisieren. Leute hätten wir genug zusammen bekommen.


  • Richtig gut war dagegen die Woche beim Landessportbund, die den allgemeinen Teil der Trainerausbildung fachübergreifend abdeckt. Da hat man wirklich viel gelernt.

    Wobei sich auch viele Teilnehmer über diese "nutzlose" Woche aufregten. Ich fand diese auch uneingeschränkt positiv. habe aber bei einem allgemeinen Lehrgang schon festgestellt dass gerade die Schützen eine recht eigene Vorstellung hatten, was auch an ihrem deutlich höheren Lebensalter gelegen haben kann.

  • Beispiel Schießsportleiter: Laut Ausschreibung ist unter anderem Bekleidungs- und Waffenkotrolle Inhalt der Ausbildung. Das wurde mit keinem einzigen Wort erwähnt. Oder die Durchführung einer Schießsportverantstaltung. Ja, wir haben lustig einen Tag der offenen Tür oder eine 200 Jahre Feier mit Festzelt und Bürgerschießen geplant. Aber wie ein Rundenkampf oder eine Bezirksmeisterschaft durchgeführt wird, haben wir besprochen. Stattdessen durften wir uns einen Abend anhören, wie toll und gut die Pressearbeit des Verbands ist.

    Das ist so spannend wie die Verwaltungsfachprüfung im öffentlichen Dienst. Da wird das Inventarisieren am Beispiel einer Schiffsschraube der K.u.K. Marine erklärt. Nichts davon wird später benötigt. Fehlt nur noch die Tragevorschrift für Ärmelschoner.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Ich glaube bei dieser nun 26 Seiten langen Diskussion, können wir uns durchaus auf folgendes einigen.


    Gibt es einen Trainermangel im Schießsport?

    Dies ist abhängig vom Verband, da nicht jeder Verband auch eine Ausbildung für Trainer anbietet


    Gibt es einen Mangel an Trainern, die auch willens und bereit sind, als Trainer zu Arbeiten?

    Ja, den scheint es in der Tat zu geben (Stichwort Eigennutz)


    Man muss bei diesem Thema unterscheiden, zwischen qualifizierten und ausgebildeten Trainern (A,B,C, etc.) und Mitgliedern die bereit sind anderen, insbesondere Neuen Schützen, unter die Arme zu greifen.


    Müsste hier in allen Vereinsebenen sich etwas ändern?

    Ja, die Vereine und die Mitglieder müssten umdenken, und zum einen Hilfe und Unterstützung offener anbieten (die Mitglieder als Tippgeber) und zum Anderen in der Vereinsleitung, dass die Investition in einen qualifizierten Trainer sich lohnen kann und das Anbieten gesonderter Trainingsoptionen sinnvoll sein können (z.B. separater Trainings für Newbs, feste Trainingszeiten für bestimmte Disziplinen, etc.).


    Ich selber probiere das dieses Wochenende aus.

    Wir haben bei uns derzeit wieder einen Run an neuen Interessierten. Wir waren im letzten Training 22 Schützen, wovon alleine 7 Gäste/Newbs waren. Aufgrund der Vielzahl Gäste und besonders der Newbs, habe ich beschlossen, in Abstimmung mit dem restlichen Vorstand, dass wir zwei zusätzliche Termin (erstmal einmalig) auf dem Stand buchen (wir sind ja Mieter auf dem Stand), um den Neuen die Baiscs beizubringen und in diesen beiden Termine zielgerichteter die Neuen an die Hand zu nehmen, damit eben der normale Trainingsbetrieb nicht zu arg beeinträchtigt wird.


    Das mag auf den ersten Blick etwas strange klingen, da wir aber nicht nur auf 25m Schießen, sondern Mehrdistanz (wir schießen auf einem 50m Stand der voll begehbar ist, von 50m bis vor auf 3m) und unsere Disziplinen darauf ausgerichtet sind, können wir teilweise mit blutigen Anfängern nicht sofort in das Eingemachte eintauchen.

    Somit biete ich nun ein zweistufiges Newbitraining an und möchte damit die Frischlinge schneller und gezielter in die Lage versetzen den sicheren Umgang mit der Waffe, ohne eine Schützenablage zu haben (Waffe ist im Holster) zu lernen, morgen bei 7m beginnend und bis 15m oder 20m die Scheibe zu treffen, damit sie im nächsten Regeltraining in der Lage sind, unsere Disziplinen zumindest in den Grundlagen mitzumachen, was der gesamten Truppe zugute kommt.


    Im zweiten Termin geht es dann etwas ans Eingemachte und in die Details der Disziplinen und dem Umgang mit einer geholsterten Waffe, etc.


    Es ist ein Feldversuch und ich bin selber gespannt, wie es läuft und angenommen wird.

  • Wir haben bei uns derzeit wieder einen Run an neuen Interessierten. Wir waren im letzten Training 22 Schützen, wovon alleine 7 Gäste/Newbs waren. Aufgrund der Vielzahl Gäste und besonders der Newbs, habe ich beschlossen, in Abstimmung mit dem restlichen Vorstand, dass wir zwei zusätzliche Termin (erstmal einmalig) auf dem Stand buchen (wir sind ja Mieter auf dem Stand), um den Neuen die Baiscs beizubringen und in diesen beiden Termine zielgerichteter die Neuen an die Hand zu nehmen, damit eben der normale Trainingsbetrieb nicht zu arg beeinträchtigt wird.

    Bei so einem Zulauf sollte ein eigener Trainigstermin für die Anfänger selbstverständlich sein, bei jedem Verband.

  • Bei so einem Zulauf sollte ein eigener Trainigstermin für die Anfänger selbstverständlich sein, bei jedem Verband.


    Das ist weniger eine Verbandssache, als eine Vereinssache, da nicht der Verband die Trainingszeiten und Trainingsvoraussetzungen bereitstellt, sondern der Verein.