das Stichwort ist vielmehr "Konkordanzdemokratie", und genau die ist von schweizerischen Intellektuellen immer wieder (nicht ganz ohne Grund) angegriffen worden.
Also mir wurde dazu von Schweizern das System so erklärt, daß der Bundesrat erstmal intern zu einer Entscheidung kommen muß, die er dann gemeinsam mit einer ungeteilten Stimmen nach außen vertritt. Zumindest wäre das so Tradition. Das setzt natürlich eine Entscheidung voraus, mit der alle leben können. Die ist oft mühsam zu finden und selten spektakulär oder gar umwälzend. Aber meine Kollegen sind auch eher gelassene, gesetzte Menschen, die einen vernünftigen und planbaren Gang der Dinge erwarten.
Offenbar zählen meine Schweizer Kollegen nicht zu den "kritischen Intellektuellen", weil sie ganz zufrieden damit schienen, daß sich die Bundesräte nicht in einer Dauer- Selbstdarstellung- Vorwahlkampf Situation befinden.
Was man gelegentlich als Schwäche des eigenen Systems ansah, war die manchmal jähre laufende Zeit, bis wirklich eine Variante gefunden wäre, bei der auch ganz sicher keine Minderheit vergessen oder gar irgendwie benachteiligt sein könnte. Klingt für mich aber nicht so schlecht. Und alles ganz ohne "starken Mann".