Was kostet denn so etwas?
Also für .22 habe ich keine Gesamtkosten. Bei .45 ACP kostet mich eine Patrone fertig geladen bei Verwendung einer vorhandenen Hülse ca EUR 0,16 bis EUR 0,19. Das ist weniger als die Hälfte des Neupreises. Bei ca. 4.000 bis 10.000 Schuss im Jahr rechnet sich das ganz schnell, falls man die Arbeitszeit nicht mit ansetzt. Je nach verwendeter Presse kommen pro Stunde ca. 100 -150 oder 400 bis 600 fertige Präzisions- Patronen heraus. Ich sehe Wiederladen als Hobby im Hobby.
Nur wegen Genauigkeit müsste ich nicht wiederladen, weil ich das Glück habe, daß meine Hauptwaffe mit einer immer noch erhältlichen Werkspatrone auf 25 m Loch in Loch schießt. Aber seit ich selbst lade, kann ich mir Patronen mit etwas leichteren Geschossen und etwas schwächeren Ladungen zusammenbauen, mit denen die Waffe etwas weniger hoch springt und die auf Dauer weniger grob zu meinen Handgelenken ist. Und die Waffe selbst wird auch geschont und bleibt so länger hochpräzise. Und das ohne irgendwelche Verluste in der Munitions- Genauigkeit.
Das geht so weit, daß ich meine Trainigsladungen im Sommer im Vorfeld der Meisterschaften sogar noch etwas reduziere, eben wegen der Handgelenke. Das sind Freiheitsgrade, die nur der Wiederlader hat.
Um wieder zum Problem von vonvogel zurückzukommen: Ein mir bekannter Schütze hatte sich früher seine Meisterschafts- Patronen in 9mm aus den hochwertigsten Komponenten selbst zusammengebaut. Dazu verwendete er nagelneue Hülsen, die alleine schon so viel kosten wie 9mm Schütten- Munition. Er wollte das Höchstmaß an Genauigkeit, Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit herausholen, was ihm auch gelang. Dazu ist man letztendlich gezwungen, wenn der Markt die Munition nicht bietet, die den eigenen technischen Ansprüchen genügt.