Ich habe gerade noch einmal die Zusammensetzung von Ballistol nachgelesen. Was da nach einiger Zeit verdunstet ist der Alkohol in der Mischung. Dabei verdickt sich das Ballistol auf die Konsistenz von Vaseline, was aber der Schutzwirkung keinen Abbruch tut.
Wenn man Motorenöl benutzt, empfehle ich aus meinen Erfahrungen der Feinmechanik eher ein spezielles Öl für Oldtimer, das weniger Additive enthält, von denen man nicht weis, was sie bei längerer Einlagerung so mit dem Metall und anderen Materialien treiben. Ältere Dichtungsmaterialen jedenfalls werden durch moderne Additive angegriffen. Hier gibts z. B. sehr preiswert Miller Oil classic oder Rowe vintage.
Ähnlich preiswert geht es zu, wenn man auf militärische Waffenöle und -fette zurückgreift. Das allseitsbekannte O-158 zum Beispiel. Das bekommt man als Surplus-Ware sehr günstig und ein Liter davon hält ein Schützenleben lang. Mal ganz davon abgesehen, dass alles, was eine Mil-Spec erhält immerhin schon in gewissem Maße für Qualität sorgt.
Im übrigen ist Putzfaulheit eine ziemlich neue Angelegeheit. Eine Schwarzpulverwaffe ungereinigt aufzubewahren, sorgt durch die Hygroskopie in kürzester Zeit für einen verrosteten Lauf. Daher war vor jedem abstellen Waffenreinigung Pflicht! Bei größeren Kalibern war früher auch immer eine Laufkappe pflicht. Denn nur allzugerne kletterten Spinnen hinein und die abgesonderten Sekrete sind ebenfalls ware Korrosionswunder.
Zum Thema "kaputtputzen"....es gibt schon Legenden, die halten sich hartnäckig. Aber nicht durch "putzen" wird eine Waffe zerstört, sondern nur durch falschen Umgang, durch Einsatz ungeeigneter Materialien wie z.B. eiserne Drahtbürsten oder -ketten, aber nicht durch fachgerechtes putzen.
vg
Oliver