Unser Verein hat sich gerade gegen die Anschaffung mehrerer Hämmerli AP20 Pro entschieden, und das, obwohl die neue Waffe gerade für 770 Euro sehr günstig angeboten wird.
Ein Schütze bei uns schießt seine zuverlässige Waffe (eine mit Rink-Griff und slimline-Kartusche aufgerüstete AP20) sehr gerne und lobt, dass sie nicht vorderlastig ist.
Einziger Nachteil von dem dieser Schütze berichtete, war, dass sich, warum auch immer, beim Transport die Schraube des Abzugszüngels gelockert hatte und verloren ging.
Insoweit gab es vorrangig Lorbeeren und es wurde ersteinmal eine neue AP 20 Pro beschafft.
Das Pro-Modell wird in einem einfachen aber praktischen Waffenkoffer von Negrini geliefert. Der Schaumstoff darin ist nicht passend zur Waffe ausgeschnitten sondern ist einfacher Noppenschaumstoff.
Es liegen neben der Waffe einige Innensechskantschlüssel dabei, ein kleiner Schraubendreher, eine rote Laufschnur (klasse, mitgedacht), der Fülladapter aus Stahl, farbige Laufhülsen, eine mehrsprachige, brauchbare Bedienungsanleitung und neben ein paar weiteren Infozetteln die Kartusche mit aktuellem Produktionsjahr 2017.
Die Waffe wiegt mit dem nach mehr Öl lechzenden Holzgriff ca. 750 Gramm. Die ungefüllte Kartusche ca. 200g. Wenn man diesen Griff ölen würde, wäre die Waffe wahrscheinlich nochmal genau die 30g schwerer, die meine LP300 wiegt. Ein ganz besonderes Merkmal "Leichtgewicht" kann ich daher nicht erkennen. Das gilt wohl nur für das Modell ohne "Pro". Insgesamt eine nicht zu leichte Waffe, was im Verein als angenehm empfunden wurde.
Die Waffe wurde von den meisten Leuten auf anhieb als angenehm in der Hand liegend empfunden.
Der Ladehebel und der Abzug insgesamt wirkten sehr filigran und es wurde in Frage gestellt, dass diese Bauteile im "rauen" Vereinsbetrieb bei wechselnden Schützen ewig halten (immerhin muss die Waffe vor dem Hintergrund bestehen, dass ein paar Feinwerkbau LP65, 80 und 100 sowie 34 teilweise seit Jahrzehnten klaglos von einer Neuschützengeneration zur nächsten weitergereicht werden).
Die Verarbeitung des Ladedorns (der bei der Neuwaffe anders aussieht und nicht mehr Spitz sondern vorne flach ist) und der Rampe wurde als akzeptabel aber nicht überzeugend empfunden. Feinwerkbau und Walther sind vergleichsweise ein Traum. Bei der AP20 Pro dagegen hakelt, kratzt und wackelt es. Na klar, alles im mimimalen Bereich und man muss dafür sehr genau hinsehen, aber bei einem Präzisionsinstrument überzeugt das nicht.
Der totale abtörn war der Trockentrainingsmodus - Ladeklappe öffnen und dann hat man beim Blick über die Visierung den Ladehebel mit im Visierbild. Wenn man abzieht, wen überrascht es, wackelt dann der Ladehebel. Nicht so toll.
Ob die Waffe mehr oder weniger springt ist egal. Eine Steyr hatte keiner erwartet.
Was aber das Ausschlußkriterium war, wie unklar/schwammig der Abzug ist. Selbstverständlich kann man damit arbeiten, aber der Abzug bricht nicht glasklar sondern ist minimal, wie soll ich sagen, "quetschig"?! Und das ist jedem aufgefallen, obwohl unsere Vereinsmitglieder nun nicht dahingegend Feingeister sind, dass sie den miniminiminimal prellenden Abzug einer LP300 bemerken würden.
Und die Erschütterung durch den Auslösebolzen, der gegen das Ventil schlägt, geht durch die ganze Waffe.
Die Waffe ist sicherlich ihren Preis wert, aber wir haben beschlossen, erwas mehr auszugeben und dafür Waffen mit besserer Abzugscharakteristik und stabilerer Gesamterscheinung zu erhalten.
Sehr gut gefallen hat uns die im Vergleich zur teureren Walther LP400 größtenteils von Hand verstellbare Visierung, die erfreulicherweise auch bei der LP400 Club verbaut ist.
Die Walther LP400 Club werden wir nun auch anschaffen.