Hallo no.limits, nein, Du liegst nicht falsch, und ich fühle mich als Schwärmer ertappt, und wenn ich mir den Namen der website "Meisterschützen" vor Augen halte, dann wird mir ein wenig bewusster, dass es hier nicht vorrangig um Waffen geht und dass man nicht wie ein Oldtimerfahrer den Fokus darauf haben sollte, die "Kiste" am laufen zu halten und wenn's geht genießerisch im Rahmen der eigenen breitensportlichen Fähigkeiten das mögliche aus ihr herauszukitzeln, sondern aus der Kombination von fortschrittlichem Mensch und idealen Bedingungen/Komponenten eine Meisterschaft zu formen.
Bei der Bewertung der zur Sprache kommenden Sportwaffen wäre mir regelmäßig eingefallen, das unzweifelhaft ich der limitierende Faktor bin und es mir kaum zusteht, den Nutzen der Waffe in Frage zu stellen. Insoweit hätte ich die Aussage "top Waffe" stehen lassen. Auch weil ich eigentlich niemandem sein Sportgerät madig machen wollte, indem ich seine Erstwaffe, Traumwaffe, Erbwaffe oder was auch immer als technisch überholt etc. abwerte.
Andersherum würde mir nur extrem selten so etwas wie Topwaffe über die Lippen kommen, außer das Ding ist einfach betörend wie eine Hämmerli 208
Das ist eine Waffe, die bestimmt auch veraltet ist und diverse Nachteile birgt (einfache Waffenzerlegung nur mit Werkzeug und anderes) aber für mich als Person mit Fokus auf Technik, Haptik und Ästhetik ein tolles Gerät. Ähnlich bei der GSP etc.
Dem Gesichtspunkt, dass es bei Waffen genug unnötige, limitierende Faktoren gibt, die den Fortschritt bei Schützen behindern, kann ich mich auch nicht entziehen. Solange aber nicht jeder einen guten Trainer hat, der für viele Leute weder durch Fachliteratur noch Internetforen zu ersetzen ist, würde ich annehmen, dass einem auch nicht jeder noch so gut verstellbare Griff, Abzug noch Rückstoßdämpfer etc. einer modernen Waffe viel hilft.
Aber im Endeffekt wünsche auch ich mir einen kritischen Blick auf die Waffen, insoweit treffen wir einander. Von Träumereien sollte man da auch Abstand nehmen, damit jede/r weiss, was da auf ihn/sie zukommen könnte/wird, wenn diese oder jene Waffe erstanden und geschossen wird.
Nicht modern heisst aber im Sinne von zuverlässig nicht unbedingt schlecht. Da kann eine moderne Waffe durchaus die schlechtere Wahl sein, weil definitiv nach 10 Jahren eine neue Kartusche fällig wird wo die alte "Luftpumpe" Jahrzehntelang unablässig super arbeitet. Oder eine im Sinne von "Meisterschützen" Topwaffe ist für Leute, die sich nicht alle paar Jahre eine Neuwaffe leisten können (Nebenkosten und Zeit für Griffe, Einstellarbeiten, WBK-Einträge etc.) und wollen (unklare Ersatzteilversorgung usw.) vollkommen ungeeignet.
Also Vor- und Nachteile auflisten, das wäre klasse. Mir fehlt zum Beispiel Wissen zu allen neuen KK-Sportpistolen, was aber auch einfach daran liegt, dass (zumindest im Breitensport) mehr alte Waffen geschossen werden - Gebrauchtwaffen sind leichter finanzierbar und relativ gut verfügbar. Wissen zu den alten Pistolen aus Sicht der "Meisterschützen" fehlt mir aber auch 
Bei den teilweise utopischen Preisen, wo eine gebrauchte AW 93 soviel kosten soll wie eine neue technisch und optisch ansprechende MG2, muss man sogar "Äpfel mit Birnen" vergleichen - gerade bei Sportwaffen sehe ich darin keinen Widerspruch. Das würde einige Gebrauchtwaffenpreise vielleicht auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückführen.