Ein herzliches Dankeschön erst einmal an Stríndberg und Zentrum für die Schilderung bzw. Wiedergabe ihrer Erfahrungen. Das stimmt alles auch gut überein einerseits mit den vielen Berichten auf targettalk.org, und andererseits mit meinen eigenen Erfahrungen mit mehreren dieser Pistolen.
Die Klinkenüberschneidung ist einer der zwei wesentlichen Punkte, um ein Doppeln möglichst zu vermeiden. Die lässt sich sehr einfach einstellen und auch optisch überprüfen, gewissermaßen das genaue Gegenteil zu der unglaublichen Schrauberei nach fehlerhafter Bedienungsanweisung bei Pardini. Meinem Gefühl oder meiner Präferenz nach sollte die Klinkenüberschneidung bei dieser Pistole etwas großzügig eingestellt sein. Das minimale Kriechen kann in Kauf genommen werden.
Der zweite Punkt ist der Verschlussabstand, der sich im Dauerbetrieb nicht selten vermindert, weil der auftreffende Verschluss das Laufende etwas flachhämmert. Hier kann man die Bodenausnehmung in der Stirnfläche des Verschlusses minimal nachschneiben bzw. nachfräsen, was deshalb ohne Probleme möglich ist, weil der Schlagbolzen bekanntlich ungefedert ist und so oder so im Normalzustand die Schlagbolzen"spitze" hinter der Oberfläche liegt.
Aus genau diesem Grunde – das ist gewissermaßen der dritte Punkt – ist es ganz wichtig, den Schlagbolzenkanal im Verschluss regelmäßig freizuhalten, ihn also mit einem dünnflüssigen (!) Öl zu ölen und regelmäßig mit Pressluft auszupusten, da ist immer enorm viel Schmodder drin. Wenn der Schlagbolzen sich festsetzt, und das tut er sehr gerne, führt dies sehr leicht zum Doppeln oder Serienfeuer.
Das u.U. manchmal minimal diffuse Abzugsspiel, dass hier bemängelt wurde, liegt meiner Einschätzung nach gar nicht mal so sehr an dem Spiel der Haltebolzen, obwohl man dieses sicherlich auch optimieren kann, wenn man möchte, sondern an der sehr langen Abzugsstange, die eine gewisse Seitenbeweglichkeit hat, genau genommen sogar ziemlich viel Seitenbeweglichkeit. Das führt typischerweise, auch bei anderen Waffen, zu einem etwas weniger präzisen Abzugsgefühl.
Insgesamt ist der Abzug der IZH-35 sicherlich gaaaanz nicht so trocken und so präzise wie beispielsweise (um eine ältere Waffe zu nennen) bei den Hämmerli 208/215 oder wie eine Luftpistole. Er ist aber den meisten Standardwaffen unterhalb der Spitzenklasse immer noch deutlich überlegen und vor allem sehr gut und leicht einstellbar, was ich für einen großen Vorzug halte. Denn 95 % der Schützen nützt ja ein äußerst vielseitig und äußerst präzise in jede Richtung einstellbarer Abzug überhaupt nichts, wenn die Einstellung so schwierig und multifaktoriell interdependent ist, dass eine Uhrmacherlehre und ein Studium der klassischen Physik fast Voraussetzung sind (Pardini).
Die meisten Schützen lassen ihren Abzug vielmehr unangetastet, worüber No.Limits sich wiederholt - und ganz zu Recht – verwundert hat bzw. den Kopf geschüttelt hat. Bei der IZH-35 kann man ausgezeichnet verstellen und auch ausprobieren, ohne etwas zu verhunzen.
Beste Grüße,
Carcano