Warum gibt es so wenige Trainer bei uns im Schießsport ?

  • Unseren Verein haben wir vor vier Jahren gegründet, mit 7 Mann (den Gründungsmitgliedern). Da hatten wir vereinzelte Neumitglieder, aber nicht die Masse. Es hat etwas gedauert, ungefähr ein 3/4 Jahr und wir hatten den ersten massiven Zustrom, so das wir binnen eines Jahres von ca. 10 Mitgliedern auf über 20 (ich glaube es waren 25 an der Zahl) gewachsen sind, was uns schon überrascht hat, da wir zu etwas wurden, was wir so nie erwartet hatten, einem richtigen Verein.

    Natürlich hatten wir auch den ein oder anderen Weggang, was normale Fluktuation ist und waren somit stagnierend im letzten Jahr bei etwa 20/21 Mitgliedern,

    Wie viele Mitglieder verträgt denn Euer Verein, bei über 300 € Beitrag werden die Mitglieder ja auch andere Ansprüche stellen als bei einem Dorfverein mit einem Bruchteil an Beitrag. Standkapazitäten sind ja nicht unbegrenzt verfügbar.

  • Dass sich die Sportler eher der Verbände der Hüttenbetreiber, Bergwanderer und Amateur/Freizeitbergsteiger bemächtigt haben scheidet für Dich aus? Für Sportstättenbau, Wettkampfserien, Olympia braucht man nun mal einen Verband.

    Ja es scheidet aus. Das Publikum in den Alpen hat sich radikal verändert. Die "Kids" suchen für ihr Kunst- Klettertraining auch Kunst- Kletteranlagen möglichst "indoor". Als besonderen landschaftlichen Reiz vielleicht mit verglasten Wänden mit Sicht auf ein Alpenpanorama. Das Panorama kann aber auch eine Plakatwand sein. Eine klassische Route in echtem Fels, wo 300 m über dem Boden auf 40m keine einzige Sicherung zu finden ist, bleibt einsam und den gelegentlichen Genießern überlassen.


    Die angesprochene "Kunstsportart" wäre bezogen auf den Schießsport für mich das Luftschießen. Das gibt es schon sehr lange und es ist aus meiner Sicht von der ursprünglichen Anwendung "Gebrauchswaffe" weitestmöglich entfernt. Der nächste Schritt wäre dann schon Laserschießen, wo man auf ein Projektil überhaupt verzichtet. Mit VR- Brillen braucht man demnächst wohl nicht mal mehr einen Schießstand. Dann wird Schießen Veganer- tauglich.


    Entstanden sind Luft- und KK- Schießen aus dem Bestreben, für das "richtige" Schießen kostengünstig und auch in Innenräumen trainieren zu können. Sie haben sich zu höchst anspruchsvollen völlig eigenständigen Breiten- Sportarten entwickelt und nur noch wenig Bezug zu Gebrauchswaffen. Schon die Bezeichnung "Waffe" an sich ist oft unerwünscht und peinlich. Man spricht lieber vom "Sportgerät". Diese Einstellung überträgt sich dann auf jene Schützen, die unverständlicherweise noch mit "Waffen" oder gar "GK- Gebrauchswaffen" schießen. Und diese Kluft zieht sich auch durch die Trainer- Diskussion.


    Luftschießen ist jugendtauglich, für Ballungsgebiete und Winterbetrieb bei Kunstlicht geeignet. Ich finde es wichtig und gut, daß es das gibt und schieße selbst auch Luft. Aber ich kenne beide Seiten.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Ich finde es wichtig und gut, daß es das gibt und schieße selbst auch Luft.

    Aber ich kenne beide Seiten.

    und die Anderén haben keine Ahnung.

    Welche Anderen?


    und Du siehst die Zukunft des Schießsports wieder im Umgang mit Gebrauchswaffen?

    Der Schießsport allgemein ist heute vielfältig und breit aufgestellt. Was ich gut finde.

    Es gibt Heckmeck und Abteilungsdenken. Was ich nicht so gut finde.


    Gebrauchswaffen sind heute schon je nach Sportordnung vorgeschrieben. Ich sehe das neutral. Jeder wie er will und kann.

    Sehe ich ein allgemeines Umschwenken im Sport auf Gebrauchswaffen? Wo soll das denn herkommen?


    Sehe ich steigenden Bedarf für GK- Trainer? Wenn gunvlog und ähnliche Vereine ihre Grundlagenarbeit gut machen, dann wird es auch Trainer für die Fortgeschrittenen brauchen. Oder einfach ehrgeizige Schützen, die willens und in der Lage sind, sich aus dem Internet die massenweise vorhandenen Unterlagen abzuholen.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

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  • Wie viele Mitglieder verträgt denn Euer Verein, bei über 300 € Beitrag werden die Mitglieder ja auch andere Ansprüche stellen als bei einem Dorfverein mit einem Bruchteil an Beitrag. Standkapazitäten ....

    Natürlich müssen wir iegendwann ein Aufnahmestopp verhängen oder zusätzliche Zeiten buchen.


    300 € nehmen wir nicht an Beitrag.


    Wenn man eingemietet ist, sind die Vereinsfixkosten anders zu bewerten, als wenn der Verein ein eigenes Vereinsheim hat.

  • 300 € nehmen wir nicht an Beitrag

    Richtig nur 240 € + obligatorischer freiwilliger Beitrag an den Verband 75€ gibt für den Schützen trotzdem einen finanziellen Aufwand von 315 €.

    Nur spielen die Mehrkosten bei längerer Betriebszeit auf eigener Anlage nur eine unbedeutende Rolle.

  • Da frage ich mich dann aber schon, warum es nicht gelingen sollte, dafür jemanden zu finden, wo doch auch jede andere Aufgabe, und sei sie noch so undankbar, ehrenamtlich Mitglieder übernehmen.

    Also ich kenne einige Vereine wo nicht der komplette Vorstand besetzt ist. Oft sind´s sogar geschäftsführende Positionen, die vorübergehend vakant bleiben. Und es werden nicht weniger! Von daher gibt´s auf deine Frage auch mehrere Antworten.

  • Richtig nur 240 € + obligatorischer freiwilliger Beitrag an den Verband 75€ gibt für den Schützen trotzdem einen finanziellen Aufwand von 315 €.

    Nur spielen die Mehrkosten bei längerer Betriebszeit auf eigener Anlage nur eine unbedeutende Rolle.

    Der Verbandsbeitrag ist nich freiwillig, wird aber vom Mitgl. selber an den Verband entichtet.


    Unser Mitgliedsbeitrag mag in Deinen Augen hoch erscheinen, aber unsere Mitglieder sind bereit ihn zu entrichten.

  • Ergänzen möchte ich hierzu noch ein paar Kleinigkeiten. Als wir den Verein gegründet haben und nach einiger Zeit auch einen Schießstand anmieten konnten, das unterscheidet uns durchaus zum normalen DSB Verein, waren wir gezwungen den Mitgliedsbeitrag anhand des Mietzinses zu kalkulieren. Dies dann gekoppelt zu der damaligen anzahl Mitglieder.


    Das sich hierbei ein höherer Beitrag ergibt, als in einem 150 Jahre alten Schützenverein, dessen Vereinsheim im Eigentum des Vereins ist, sollte einleuchtend sein.

    Der Unterschied ist aber, dass wir im Vorstand die Berechnungen vorgenommen haben und alles transparent mit unseren Mitgliedern abgestimmt haben.

    Alle haben für den heutigen Beitrag gestimmt und er schreckt auch bislang keine neuen Mitglieder ab.


    Natürlich werden unserer Kapazitäten irgendwann erschöpft sein, das sind sie aber in DSB Vereinen, mit 5 GK Kurzwaffenbahnen, die zwischen Präzision und Zeitserie umbauen müssen, auch, sogar noch schneller.


    Wir haben 10 Bahnen und das bedeutet 10 Schützen an der Feuerlinie. Sind sie mit ihrer Serie durch, kommen die nächsten 10 und das funktioniert bis dato sehr gut und reibungslos.

    Ist es eine perfekte Konstellation? Nein, natürlich nicht. Besser geht immer, aber dafür müssen die Bedingungen in allen Richtungen auch passen und vorhanden sein und das ist regional sehr unterschiedlich.


    Ein weiterer Punkt, der Verbandsbeitrag. Dieser muss entrichtet werden, so wie ein DSB Verein den Verbandsbeitrag an seinen LV entrichtet. Nur dass es im BDMP Einzelmitgliedschaften im Verband gibt und man wird einer SLG zugeordnet. Der Verbandsbeitrag wird somit vom Mitglied direkt an den Verband bezahlt.

    Und auch hier hat sich keiner unserer Mitglieder bislang beklagt, warum auch. Jeder einzelne wusste vor ihrer Mitgliedschaft in unserer SLG was auf sie zukommt und welche Kosten anfallen werden.


    Wie gesagt, bei uns funktioniert es bislang wunderbar und sehr harmonisch.


    Wie viele Mitglieder verträgt denn Euer Verein, bei über 300 € Beitrag werden die Mitglieder ja auch andere Ansprüche stellen als bei einem Dorfverein mit einem Bruchteil an Beitrag. Standkapazitäten sind ja nicht unbegrenzt verfügbar.


    Was unsere Mitglieder von uns bekommen ist genau das, was sie erwarten und was jedes Mitglied von jedem Schützenverein erwarten kann und sollte.

    Sie werden weder gegängelt noch bevormundet. Wir behandeln unsere Mitglieder nicht von oben herab, sondern wir sind alle auf Augenhöhe. Keiner spielt sich auf, sondern wir sind alle Gleich, wir sind alle Mitglieder, egal ob Vereinsleitung oder Mitglied. Die Bedürfnisanträge werden schnell bearbeitet und weitergeleitet, ohne zu zicken.

    Wir verlangen keine zusätzliche Stand- oder Scheibengebühr, sondern das Verbrauchsmaterial ist im Beitrag mit enthalten (ist in vielen DSB Vereinen nicht so) und wir haben den Vorteil in einer hellen, modernen Schießanlage trainieren zu können, die im Winter warm und trocken ist. Und das kostet nun mal auch Geld.

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  • Wie gesagt, bei uns funktioniert es bislang wunderbar und sehr harmonisch.

    "An armed society is a polite society."

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.