Warum gibt es so wenige Trainer bei uns im Schießsport ?

  • Bei so einem Zulauf sollte ein eigener Trainigstermin für die Anfänger selbstverständlich sein, bei jedem Verband.

    Ja, absolut.

    Nur in der Praxis ist das relativ schwierig da wenn kein Hauptamtlicher Trainer vorhanden jemand gefunden werden muß der sich dazu bereit erklärt (es ist ja nicht mit einem Tag getan) zum anderen muß der-/diejenige auch wissen was Sache ist und es dementsprechend auch vermitteln können.

    Und wenn die Anleitung der neuen Vereinskollegen von mehreren unausgebildeten Trainern erfolgt kann als weitere Schwierigkeit hinzukommen daß Technikelemente verschieden vermittelt werden, eben je nachdem wie das Verständnis des Anleitenden ausgebildet ist.

  • Das ist weniger eine Verbandssache, als eine Vereinssache, da nicht der Verband die Trainingszeiten und Trainingsvoraussetzungen bereitstellt, sondern der Verein.

    Gut dass wir auch das geklärt haben.



    Ja, absolut.

    Nur in der Praxis ist das relativ schwierig da wenn kein Hauptamtlicher Trainer vorhanden jemand gefunden werden muß der sich dazu bereit erklärt (es ist ja nicht mit einem Tag getan) zum anderen muß der-/diejenige auch wissen was Sache ist und es dementsprechend auch vermitteln können.

    Und wenn die Anleitung der neuen Vereinskollegen von mehreren unausgebildeten Trainern erfolgt kann als weitere Schwierigkeit hinzukommen daß Technikelemente verschieden vermittelt werden, eben je nachdem wie das Verständnis des Anleitenden ausgebildet ist.

    Das ist auch wieder nichts neues, die (DSB)Vereine ohne Trainer werden bei so einer geballten Nachfrage entweder einen Verantwortlichen bestimmen, der ggfs. dann auch ein eigenes Training ansetzt oder die Leute wie bisher halt neben die älteren Schützen am Stand einreihen.

  • Und wenn die Anleitung der neuen Vereinskollegen von mehreren unausgebildeten Trainern erfolgt kann als weitere Schwierigkeit hinzukommen daß Technikelemente verschieden vermittelt werden, eben je nachdem wie das Verständnis des Anleitenden ausgebildet ist.

    Bei Großkaliber gibt es abgesehen vom GK- Bewerb des DSB sehr viele verschiedene Bewerbe und somit auch viele Wege, die nach Rom führen. Es ist ganz natürlich und auch richtig, daß unterschiedliche Schützen unterschiedlich an die Herausforderungen herangehen.


    Und an der Spitze entwickelt sich deren Technik stetig weiter. Kaum gibt es einen halbwegs "anerkannten Standard", kommt ein Ausnahmeschütze, der es etwas anders macht und besser und man orientiert sich neu. Vielleicht ist diese Beweglichkeit auch mit ein Grund für den Zustrom neuer Schützen wie ihn gunvlog erlebt.


    Bis es eine "reichseinheitliche Schießvorschrift" durch die Gremien der Verbände geschafft hätte, wäre sie

    • bis zur Unkenntlichkeit entstellt
    • hoffnungslos veraltet
    • mit sinnlosem Beiwerk wie "200 Jahre Feier mit Festzelt und Bürgerschießen" überfrachtet. Zitat

    Irgend wie gefällt mir GK vielleicht sogar deshalb, weil man selbst gestalten kann und nicht davon abhängt, ob eine vielstufige Funktionärshierarchie irgendwann irgendwas irgendwie hoffentlich noch zu meinen Lebzeiten absegnet.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Und an der Spitze entwickelt sich deren Technik stetig weiter. Kaum gibt es einen halbwegs "anerkannten Standard", kommt ein Ausnahmeschütze, der es etwas anders macht und besser und man orientiert sich neu. Vielleicht ist diese Beweglichkeit auch mit ein Grund für den Zustrom neuer Schützen wie ihn gunvlog erlebt.

    Dann ist es ja ein Vorteil für die progressiven wenn sie keine Trainer haben, da die ausgebildet sowieso schon wieder überholtes lehren würden.


    Der Zustrom ist schon beachtlich, nur klagen zumindest in den Foren die Verantwortlichen schon seit Jahren keine oder nur wenige Mitglieder aufnehmen zu können.

    Irgend wie gefällt mir GK vielleicht sogar deshalb, weil man selbst gestalten kann und nicht davon abhängt, ob eine vielstufige Funktionärshierarchie irgendwann irgendwas irgendwie hoffentlich noch zu meinen Lebzeiten absegnet.

    Wenn sich dann noch ein Beispiel an einer alten Religion nehmen würde und auf das Missionieren verzichtet könnte man richtig gut miteinander auskommen.

  • So langsam entwickelt sich das Ganze zu einen verworrenen Knäuel, man müsste man hätte usw. Wir haben Trainer oder gute Sportleiter die auch ihr Handwerk verstehen. Jeder von denen ist auf eine Waffenart spezialisiert, der eine Verein hat mehrere der andere nur einen.Wenn der Verein zu lauf hat sagen wir mal in L P dann hat der Trainer die Aufgabe diese einzuweisen und sich zu kümmern. Sicher sind unter seinem Kader das er schon hat gute Leute, die ihn mal vertreten und von der Materie was verstehen die sich um die so genannten alten Hasen kümmern können bis die Neuen eingegliedert sind. Es gibt immer Möglichkeiten einer guten Ausbildung wenn man gute Leute hat die den Trainer oder Sportleiter unterstützen,und zwar so wie sie es von ihrem Trainer gelernt haben. So das nachher zwischen alt und neu nach der zusammen Führung kein Unterschied fest zu stellen ist.

  • Nur in der Praxis ist das relativ schwierig da wenn kein Hauptamtlicher Trainer vorhanden jemand gefunden werden muß der sich dazu bereit erklärt (es ist ja nicht mit einem Tag getan) […]

    Da frage ich mich dann aber schon, warum es nicht gelingen sollte, dafür jemanden zu finden, wo doch auch jede andere Aufgabe, und sei sie noch so undankbar, ehrenamtlich Mitglieder übernehmen. Und wir sprechen hier von einer Tätigkeit, die unmittelbar dem Zweck des Vereins entspricht, und nicht über eine lästige und eher einsame Zusatzaufgabe, wie die Kasse zu führen oder die Toiletten zu putzen.

    […] zum anderen muß der-/diejenige auch wissen was Sache ist und es dementsprechend auch vermitteln können. Und wenn die Anleitung der neuen Vereinskollegen von mehreren unausgebildeten Trainern erfolgt kann als weitere Schwierigkeit hinzukommen daß Technikelemente verschieden vermittelt werden, eben je nachdem wie das Verständnis des Anleitenden ausgebildet ist.

    Die Lösung heißt Technikleitbild. Da muss man auch nicht warten, bis der Verband eins vorgibt, sondern kann sich einfach auf einen Mindeststandard verständigen, den man Anfängern vermittelt und von dem aus man individuelle Lösungen für spezielle Anforderungen ableitet.

    Wer will findet Wege. Wer nicht will findet Gründe.

  • Dann ist es ja ein Vorteil für die progressiven wenn sie keine Trainer haben, da die ausgebildet sowieso schon wieder überholtes lehren würden.


    Der Zustrom ist schon beachtlich, nur klagen zumindest in den Foren die Verantwortlichen schon seit Jahren keine oder nur wenige Mitglieder aufnehmen zu können.


    Bei diesem Zustrom gibt es Höhen und Tiefen.


    Unseren Verein haben wir vor vier Jahren gegründet, mit 7 Mann (den Gründungsmitgliedern). Da hatten wir vereinzelte Neumitglieder, aber nicht die Masse. Es hat etwas gedauert, ungefähr ein 3/4 Jahr und wir hatten den ersten massiven Zustrom, so das wir binnen eines Jahres von ca. 10 Mitgliedern auf über 20 (ich glaube es waren 25 an der Zahl) gewachsen sind, was uns schon überrascht hat, da wir zu etwas wurden, was wir so nie erwartet hatten, einem richtigen Verein.

    Natürlich hatten wir auch den ein oder anderen Weggang, was normale Fluktuation ist und waren somit stagnierend im letzten Jahr bei etwa 20/21 Mitgliedern, Weitestgehend alle mit bei den LMs dabei.

    Jetzt hatten wir es also ein Jahr etwas ruhiger, was schön gewesen ist, da wir uns somitum diese bisherigen Neuen kümmern konnten und diese auch ihre eigenen Waffen beantragen konnten.


    Jetzt haben wir wieder einen guten Zustrom, was uns wiederum freut, da unser Verein wächst.


    80% bis 90% unserer Mitglieder sind auf der gleichen art und weise auf uns aufmerksam geworden. Durch meinen youtube Kanal. WIr bewegen uns alle so ziemlich in einem Alter, was ein gewisse Harmonie mit sich bringt.

    Weitestgehend alle haben auch bekundet, kein sonderliches Interesse an Tradition, Brauchtum und Vereinsmeierei zu haben. Das bedeutet nicht, dass wir keine Vereinsfeiern abhalten, aber unsere Mitglieder haben keine Lust auf den klassischen Schützenverein, sondern suchen gezielt die Moderne.


    Viele haben mir berichtet, wie sie in die örtlichen Vereine gegangen sind und eher abwertend behandelt wurden und das schreckt nun mal ab und vergrault neue Mitglieder.

    Wir haben auch den Vorteil, dass wir in einer sehr hellen und modernen Schießanlage eingemietet sind, wo eben keine Holzvertäfelung in Rustikal an der Wand hängt, keine Brauereistühle und Tische stehen und die Alten (metaphorisch gesprochen) am Tisch sitzen, Skat klopfen oder Würfeln und die halbleere Kümmelflasche auf dem Tisch steht.


    Und Nein, unser Konzept ist nicht Jedermanns Sache, aber für uns und unseren Verein geht das Konzept bislang auf, wir haben Spaß und freuen uns auf den Zulauf, den wir haben.


    Ein quasi Vorteil ist es auch, dass die meisten Neuen mich von meinem YT Kanal schon visuell kennen und einordnen können. Viele meiner Videos haben ihnen geholfen den für sie richtigen Weg in das Schützenwesen zu finden und eine Truppe zu finden, die auf Augenhöhe miteinander den Sport nachgehen.


    Da ich nun mal aus den Videos bekannt bin, kommen die meisten halt auch auf mich zu, wenn sie Fragen haben und etwas erklärt bekommen wollen, was gut und schön ist. Da habe ich weniger Berührungsscheu und ich kann bei vielen Themen, die auf dem Stand erklärt wurden, auch auf meine Videos verweisen, um die Themen zu Hause noch mal zu verinnerlichen.

    Dabei ist es egal, ob es Schießtechnik ist, oder auch Ausrüstungsgegenstände, die wir in unserem Verband zur Ausübung benötigen.

  • Dann ist es ja ein Vorteil für die progressiven wenn sie keine Trainer haben, da die ausgebildet sowieso schon wieder überholtes lehren würden.

    Das kann tatsächlich so sein. Die Situation erinnert mich an meine Jugendzeit, als es beim Klettern die Schwierigkeitsskala nach UIAA von I bis VI gab. Eine Kletterstelle über VI war denkunmöglich. Ich holte mir meine ersten Erkenntnisse aus Fachbüchern der städtischen Bibliothek. Da gab es Dülfersitz, Hammer und Haken. Und sogar das Nylonseil als moderner Ersatz des Hanfseiles war schon berücksichtigt. Das waren damals die anerkannten und auch von den Alpenvereinen vertretenen "Technik- Leitfäden". Wie sich die Ereignisse doch gleichen.


    Als dann die Freikletterbewegung aus USA zu uns herüberschwappte, gab es auch erst Verständnis- und Verständigungsprobleme. Dann wurden die traditionellen Verbände zu einem Umdenken gezwungen, weil die Mitglieder einfach neue Wege gingen, so wie die neuen GK- Schützen bei gunvlog landen.


    Kaum nennenswerte 40 Jahre später haben sich die Verbände und staatlichen Hierarchien des Klettersports bemächtigt und er wird in Vereinen unterrichtet mit Leistungszentren, staatlich geprüften Trainern usw. Und er hat sich vom Fels in die Halle auf Kunstwände mit Plastikgriffen verlegt, wo es auch nicht regnet oder schneit und wo die begeisterten Eltern und sonstigen Zuschauer bequem und trocken sitzen können. Und die Kameras werden auch nicht naß. Nur mit dem "richtigen Klettern" oder Bergerlebnis hat das nichts zu tun. Eine "Kunstsportart für Drinnen" hat sich entwickelt und das wirkliche Leben abgelöst.


    Das erinnert mich erschreckend an die heutige Situation im Schießsport, wo ich mir gar nicht sicher bin, ob ich mir die Vereinnahmung der schnell wachsenden GK- Disziplinen durch einen Massenverein mit starrer Struktur und noch starreren Leitbildern wirklich wünschen soll. Das wäre ein schrecklicher Preis dafür, daß es dann offiziell abgesegnete und in Kategorien eingeteilte Trainer gäbe.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Unseren Verein haben wir vor vier Jahren gegründet […] Wir haben auch den Vorteil, dass wir in einer sehr hellen und modernen Schießanlage eingemietet sind, wo eben keine Holzvertäfelung in Rustikal an der Wand hängt, keine Brauereistühle und Tische stehen und die Alten (metaphorisch gesprochen) am Tisch sitzen, Skat klopfen oder Würfeln und die halbleere Kümmelflasche auf dem Tisch steht.

    Naja, wäre allerdings auch verwunderlich, denn geschätzte Traditionen und verdiente Mitglieder, erfordern Jahrzehnte lebendiger Vereinsarbeit.

    Wer will findet Wege. Wer nicht will findet Gründe.

  • Kaum nennenswerte 40 Jahre später haben sich die Verbände und staatlichen Hierarchien des Klettersports bemächtigt und er wird in Vereinen unterrichtet mit Leistungszentren, staatlich geprüften Trainern usw. Und er hat sich vom Fels in die Halle auf Kunstwände mit Plastikgriffen verlegt, wo es auch nicht regnet oder schneit und wo die begeisterten Eltern und sonstigen Zuschauer bequem und trocken sitzen können. Und die Kameras werden auch nicht naß. Nur mit dem "richtigen Klettern" oder Bergerlebnis hat das nichts zu tun. Eine "Kunstsportart für Drinnen" hat sich entwickelt und das wirkliche Leben abgelöst.

    Wirklich?


    Dass sich die Sportler eher der Verbände der Hüttenbetreiber, Bergwanderer und Amateur/Freizeitbergsteiger bemächtigt haben scheidet für Dich aus? Für Sportstättenbau, Wettkampfserien, Olympia braucht man nun mal einen Verband.