Mein erster Ligawettkampf Bezirksliga

  • Ich habe mich jetzt auch mal (mit dem passenden Nick) ;) angemeldet, um meine Erfahrungen zu beschreiben.

    Ich bin zwar schon seit 27 Jahren Sportschütze, allerdings mehr oder weniger aktiv. Die Nervosität vor / bei einem Wettkampf ist mir nur zu gut bekannt.

    Unerklärlich zittrige Knie, Abzugsfinger die sich nicht bewegen lassen, das Gefühl, als müsste man mit Kilos gegen den Abzug drücken, dass sich was tut....


    Ich kann allen sagen, das legt sich alles. Schwierig ist, einzusehen, dass man, falls die beschriebenen Ereignisse eintreten nicht konzentriert genug ist. Also geht es meiner Meinung nach hauptsächlich darum, die Konzentration aufrecht zu erhalten, bzw. erst die Konzentration zu erlangen.

    Dafür gibt es leider kein Patentrezept. Bei mir ist es eine Kombination aus Trockentraining und mentalem Training. Im Trockentraining achte ich auf Haltungsfehler die man übergeht, wenn man tatsächlich auf Ergebnis trainiert....und dann wegen der Aussicht auf einen schnell abgezogenen 9er sozusagen weg drückt.

    Mental stelle ich mir den Vorgang, das Gefühl der Muskulatur, den sicheren Stand, das Zielbild und das Verhalten des Abzugsfingers vor, wenn das optimale Zielbild erreicht ist.

    Und ich denke, da liegt oft das Problem. Man muss den Automatismus finden, sobald im Hirn das richtige Zielbild erkannt wird, muss sich der Automatismus auslösen abzuziehen....und das mit aller Konsequenz. Sobald man sich auf den Abzug konzentriert, kommt man nicht vernünftig ab.

    Ich kann in Wettkämpfen bei keinem Schuss mehr erklären, wie ich den Abzug betätigt habe. Sobald der Finger liegt, macht er sich selbständig. Und momentan kämpfe ich mehr im Training (beim Versuch zu optimieren) als im Wettkampf.

  • ...

    Zufriedenheit mit dem Ergebnis ist denke ich auch sehr wichtig.

    Daran muss ich zum Beispiel auch stark arbeiten.

    ...

    Gruß Ritter

    Zufriedenheit mit dem Ergebnis ? Das würde ich so nicht stehenlassen.

    Ich würde es eher Akzeptanz des erreichten Ergebnisses nennen.


    Früher war ich extrem Ergebnisorientiert. Ich konnte noch so gut geschossen haben, die bemerkten Fehler die ein noch besseres Ergebnis verhinderten liessen mich nie 100% zufrieden sein.

    Heute sehe ich das etwas anders. Mittlerweile gehe ich Altersmäßig auf die 50 zu und bin mir im Klaren darüber daß ich nicht mehr die Leistung wie vor 25 Jahren bringen kann.

    Ich achte heute wesentlich mehr auf die gute Ausführung der Technik, freue mich wenn 10er dabei herauskommen, ärgere mich wenn durch schlechte Ausführung dieser kein optimaler Schuß dabei herauskommt und akzeptiere aber aufgrund dessen das Resultat.

    So hatte ich jetzt bei den ersten 2 Bezirksligakämpfen 377 u. 378 mit dem LG , habe meine Punkte geholt und finde in Betracht der Umstände daß es ok ist.

  • Zufriedenheit mit dem Ergebnis ? Das würde ich so nicht stehenlassen.

    Ich würde es eher Akzeptanz des erreichten Ergebnisses nennen.

    Das kann ich nur Unterschreiben.


    Eigenes Beispiel dafür kommt vom Ligawettkampf am WE.

    Das Ergebnis war 372 Ringe, ein Ergebnis das ich im WK vor 3 Jahren zuletzt hatte. Also Ergebnis für meine Verhältnisse top, nehmen ich so auch mit aber zufrieden bin ich nicht damit.
    Warum? Das liegt am Schuß Nr. 14. Und an Schuß Nr. 17. Bin die erste Serie mit einer seltenen 95 gestartet, bis zur nächsten Serie habe ich mir zwei bis drei Minuten gegönnt um die Serie zu verdauen. Starte die zweiter Serie mit einer Doppelzehn,nach der dritten Zehn bin nicht dann doch noch nervös geworden und hab mir den folgenden Schuß glatt nach links raus in die 4 gesetzt. Danach brauchte ich eine kurze Pause wie man sich vorstellen kann. Danach folgten noch 5x eine 10 und eine 9.

    Und kommen wir zum erwähnten Schuß 17, war nicht die 9. Gefühlt hätte der Schuß irgendwo unten unterhalb der Scheibe liegen müssen oder grade noch die Scheibe angekratzt haben, aber es war eine 10.
    Also ein schuß der Marke "Glück gehabt und mitnehmen".


    Ich glaub ich bin angeschweißt, um was ging es noch?? ;-)

  • hallo in die Runde,

    ich verfolge diesen Thread mit Interesse.

    Zum Thema Abzug habe ich am Wochenende was interessantes gelesen:

    Bei den Dartspielern gibt es ähnliche Phänomene und Lösungsansätze.

    Einfach mal Googlen ist spannend...

    Gruss Rolf

  • So erster Liga Wettkampf ist geschafft, haben 3:2 gewonnen. Ich habe auch einen Punkt gemacht, wenn die erste und 4. Serie bescheiden waren und ich hatte keinen Gegner 🤔. So meine Erfahrung ist, man kann sich sagen, es ist nur so gesehen ein Trainingswettkampf, aber der Kopf sagt, es ist Liga😒. Habe sehr schwer gekämpft um Ruhe rein zu bekommen. Aber jetzt bin ich eine Erfahrung reicher.

  • Mann gegen Mann ist natürlich nochmal was ganz anderes, könnte ich nicht unbedingt aushalten.

    Wir im Verein werden auch zu meinen Lebzeiten warscheinlich keine Landes oder Gauliga mehr schießen, also bin ich da fein raus8).

    Ich kann da die Wettkämpfe noch als Training nur woanders betrachten.

    Aber du bist um eine Erfahrung reicher geworden, die du umsetzen kannst!

    Ich habe mich auch nochmal zum Thema Nervousität mit ein paar älteren Schützen ausgetauscht.

    Mir wurde öfters berichtet, dass sie 1 bis 2 Jahre gebraucht haben um in den Rundenwettkämpfen konstat zu schießen, für Meisterschaften dann nochmal deutlich länger, der Lohn war dann die Dm Qualifikation mit Ende 280. Mir wurden da dann auch die gleichen Probleme und Lösungsansätze wie hier geschildert.
    Da hilft dann wohl nur Wettkämpfe und nochmal Wettkämpfe schießen und verschiedene Maßnahmen gegen die Probleme treffen.


    Ich hoffe mal das ich am Freitag das Ding nicht in den Sand setze, andererseits gibts da dann keinen der mich nerven kann.

    Da merkt man auch wieder, dass es auch viel von der Trainingsumgebung abhängt, wie und inwiefern man schießt/will.

    Wäre zwar mitte des Jahres nie mit 360 +x in einen Wettkampf gegangen aber was solls:D.


    Grüße

  • "Und - SELBSTVERTRAUEN."

    Ich habe übrigens letztes Wochenende auf einem kleinen Wettkampf einen jungen Schützen (fremder Verein) beobachten dürfen.

    Technisch machte er so ziemlich alles falsch, wenn man nach dem Technikleitbild geht.

    Füße? Wie ne Ente.

    Kopf? Schief wie der Turm von Pisa.

    Einfach- oder Doppelatmung? Was ist das? Arm hoch, kurz halten, peng!

    Augenklappe in tiefschwarz, zielendes Auge dagegen unbewaffnet.

    Sein Sportgerät: Eine ausgelutschte LP65.


    Aber der Kerl hatte eine Halteruhe!!! Und sauber abgezogen hat er. Da bewegte sich das Korn im Schuß keinen Deut!

    Er strahlte auch ein innere Ruhe aus, gegen de Valium wie Speed aussieht.

    Über 370 sein Ergebnis. (Seine aktuelle persönliche Bestleistung war das)

    Respekt!

    Den brauch in in meiner Nachwuchsmannschaft.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!
     
    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • So erster Liga Wettkampf ist geschafft, haben 3:2 gewonnen. Ich habe auch einen Punkt gemacht, wenn die erste und 4. Serie bescheiden waren und ich hatte keinen Gegner 🤔. So meine Erfahrung ist, man kann sich sagen, es ist nur so gesehen ein Trainingswettkampf, aber der Kopf sagt, es ist Liga😒. Habe sehr schwer gekämpft um Ruhe rein zu bekommen. Aber jetzt bin ich eine Erfahrung reicher.

    Ergebnis?

    Steyr LP1

    Pardini SP mech.

    Peters Stahl PSP07 6" 45ACP