Schützenwesen im NWDSB


  • vom Präsidium, "der einen Seite", wissen wir, was falsch gemacht oder noch nicht abgeschlossen wurde. Mit welcher Kritik begegnest Du "der anderen Seite"?

    Es geh nicht um Kritik.
    Noch mal: es geht nicht um Kritik. Mit ist völlig egal, wer silberne Löffel gestohlen oder kleine Käzchen am Spieß gebraten haben mag. :)

    Jede der beiden Seiten hat Verdienste und hat teilweise recht; *keine* der beiden Seiten kann den Verband einen und wieder befrieden.
    Also ist eine neue und unbelastete Führungsspitze notwendig. Und zwar im Interesse des *gesamten* DSB.

    Carcano

  • In Ordnung, habe ich verstanden.

    Ist es denn zielführend, immer von "zwei Seiten" zu sprechen und damit auf eine an sich abzubauende Polarisierung hinzuweisen, erst recht, wenn "von oben" eine große Einigkeitslösung mehr oder weniger angeordnet wird?
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  • Ist es denn zielführend, immer von "zwei Seiten" zu sprechen und damit auf eine an sich abzubauende Polarisierung hinzuweisen, erst recht, wenn "von oben" eine große Einigkeitslösung mehr oder weniger angeordnet wird?
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    Na ja, wenn die "eine Seite" (das bisherige Präsidium) das LLZ auf jeden Fall und ohne zusätzliche Transparenz will und "die andere Seite" (die Transparenz fordernde Seite) vor einer Entscheidung über die Weiterführung erstmal weiteres Zahlenmaterial u.a. anderem zu betriebswirtschaftlichen Zahlen und Finanzierungsplänen haben möchte, um dann zu entscheiden, wie es weitergehen soll, so sehe ich diese beiden Parteien derzeit mal nicht auf der gleichen Seite. Es mag sein, dass dieses nach einer Entscheidung der "zweiten Seite" so wäre, aber es ist noch nicht abzusehen.

    Mal ganz davon abgesehen, dass dieses Problem (der Transparenz) ja wohl eher grundsätzlicher Natur ist. Heisst, selbst wenn im Einzelfall LLZ jetzt mal mehr Transparenz geschaffen würde, für die Zukunft möchte man das bei allen größeren Projekten haben (was auch durchaus verständlich ist wegen der Auswirkungen auf die Beiträge) und ob die derzeit handelnden Personen diese Art der Arbeit auf Dauer an den Tag legen können/wollen, müsste die Zukunft zeigen.

    Bezüglich des Strukturkonzeptes des DSB kann ich nur nochmals darauf verweisen, dass der DSB zwar ne Menge Wünsche äußern darf, aber keine Entscheidungskompetenz bezüglich der Landesverbände hat, insofern sollte man das DSB-Papier nicht überbewerten.
    Ich bin mal gespannt, was am Wochenende auf der GV des DSB los war, nachdem in einigen LV dieses Papier schon für ne Menge Wirbel gesorgt hat und einige Präsidenten "not amused" waren.

    Bezüglich Sommerbiathlon ist mir zu Ohrengekommen, dass die Initiative hier wohl weniger vom DSB ausgeht sondern vom internationlen Biathlonverband, der sich mehr in Richtung öffentlichkeitswirksame Darstellung (z.B. Target Sprint) hin entwickeln will und die bisher nicht ganz so angenommenen Disziplinen absetzen will bzw. nicht durch internationale Wettkämpfe unterfüttern will. Das ist heutzutage leider das Los vieler schöner Sportarten, dass sie durch die "mediale Verkrüppelung" sehr "gebrechlich" werden. (wenn ich an unsere eigenen internationalen Finalregeln in den verschiedenen Disziplinen, insbesondere im Pistolenbereich denke, wird mir immer wieder nur übel).

  • DSB-weit gibt es vier Grundprobleme:

    1. Der Deutsche Schützenbund ist ein stark föderativer Verbändeverband und hat viel zu wenige eigene Kompetenzen. Er ist in allem und jedem von Goodwill seiner Landesverbände abhängig, vor allem was das Geld betrifft.

    2. Der DSB ist massiv unterfinanziert für seine Aufgaben. Die Landesverbände könnten das leicht ändern, wollen aber nicht. Reine Machtpolitik. Erster und längst überfälliger Schritt wäre die Vereinheitlichung der DSB-Verbandsabgabe für alle drei Altersgruppen, Zweiter Schritt wäre die generelle Anhebung auf 5 Euro pro Person und Jahr. Das ist weniger als eine Schachtel Zigaretten, soviel wie zwei Bier im Schützenhaus oder ein (gutes!) Viertele Wein im Restaurant.

    3. Die krasse Unterfinanzierung führt zu einer starken Abhängigkeit des Leistungssports vom (Bundes-)Innenministerium und daher zu vielen Verbiegungen. Die aktuelle Verbandsspitze seit 2002 ist unter diesen Umständen schon sehr unabhängig; früherer DSB-Präsidenten waren viel kriecherischer und obrigkeitshöriger. Das kann aber leicht wieder geschehen.
    Auch die große Solidarität des DSB und sein Schulterschluss mit den anderen Schießsportverbänden, die zur Zeit beispielhaft gut sind, darf nicht als "gesichert" gelten; es gibt innerhalb des DSB auch eine stark waffenfeindliche und GK-feindliche Fraktion (NSSV, NWDSB, HSB). Sie hat nur zur Zeit keine Mehrheit.

    4. Die überkommene Organisationsstruktur auf Landes-, Bezirks- (bzw. Gau-) und Kreisebene ist viel zu GROß für die tatsächlichen Verhältnisse. Viele Funktionsposten ("Ehrenämter" in überlebter und viele inzwischen abschreckender Terminologie) können nicht mehr gefüllt werden. Jeder weiß das. Keiner traut sich aber recht, es zu ändern.

    Carcano


  • 2. Der DSB ist massiv unterfinanziert für seine Aufgaben. Die Landesverbände könnten das leicht ändern, wollen aber nicht. Reine Machtpolitik. Erster und längst überfälliger Schritt wäre die Vereinheitlichung der DSB-Verbandsabgabe für alle drei Altersgruppen, Zweiter Schritt wäre die generelle Anhebung auf 5 Euro pro Person und Jahr. Das ist weniger als eine Schachtel Zigaretten, soviel wie zwei Bier im Schützenhaus oder ein (gutes!) Viertele Wein im Restaurant.

    Das ist die berühmte Rechnung und sichtweise eines Sportschützen, der eh schon ne Menge für seinen Sport ausgibt. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es in den Bereichen, wo es um die sogenannten passiven Mitglieder geht, also diejenigen, die heute schon Geld "spenden" für Null Leistung, die sie in Kauf nehmen, enorme Diskussionen gibt, wenn man den Beitrag auch nur um 0,50 ct anhebt. Da bedarf es schon gegenüber den Vereinsvorständen solcher Vereine einer enormen Überzeugungsarbeit, um solche Beitragserhöhungen durchzusetzen. Und je höher die Beiträge gehen, umso überflüssiger werden diese Abgaben angesehen. Man hiinterfragt aus meiner Sicht nicht ganz zu Unrecht, weshalb die Riesenmasse von Nichtsportschützen einem sehr kleinen Klientel von Spitzenschützen 8und Spitzenfunktionären, die in der Welt herumreisen) NOCH MEHR Geld hinterhertragen soll. Das da natürlich auch für den kleinen Verein was hängen bleibt, wenn man es genau betrachtet (Regelungen zum Waffenrecht werden beeinflusst, Zuschüsse durch die Sportbünde werden ermöglicht etc., etc., etc.,) wissen WIR, aber manch einem kleinen "Schützen Arsch" sind diese Zusammenhänge nur schwer begreiflich zu machen und die passiven sehen sie schon gar nicht ein. Insofern sehe ich die leichte Änderungsmöglichkeit durch die Landesverbände noch lange nicht, wenn man auch auf die Auswirkungen Rücksicht nehmen will. Und die Diskussionen im NWDSB bzgl. SSG's sind ja bei weitem nicht nur dort anhängig. Auch im RSB habe ich von solchen Diskussionen in der Vergangenheit mehrfach gehört wi auch aus anderen Landesverbänden mit einem hohen Traditionsanteil. Nur Bayern bildet da ein Sonderfall, der aufgrund der dortigen Strukturen und des Slebstverständnisses in der Bevölkerung auch nicht vergleichbar ist.

    Es ist wie in der Politik: Es ist NIE genug Geld da. Es finden sich IMMER neue Aufgaben, die man auch noch oder besser lösen könnte. Aber es finden sich auch immer noch sinnvolle Sparmöglichkeiten. Die letzten Jahre im DSB haben es doch gezeigt, dass es auch geht. Man hat lange von vorhandenem gelebt und trotzdem zahlreiche (Bau-)Maßnahmen angepackt. Nur, die seinerzeitige zeitlich befristete Beitragserhöhung für die Instandsetzung des Bundesleistungs und des Schulungszentrums ist mittlerweile ja schon als Dauerbeitrag eingepreist und trotzdem soll ab 2017 der Beitrag wieder erhöht werden. Typisch Politik. Das Geld bekommen wir immer weg. Siehe SoLi. Mal sehen, ob "Mutti" ihren Kurs tatsächlich beibehält oder sich die Länder durchsetzen und das Geld unter sich aufteilen. :S

  • Hallo zusammen!


    Ich finde die Diskussion über die Strukturreform des DSB, so wie jetzt geführt wird, als müßig. Aus meiner Sicht sollte dieses Papier wertneutral diskutiert werden, um in einem Abwägungsprozess eine vernüftige Lösung zu finden. Was mich nur wundert, ist die Tatsache, dass in einigen LV dieses Papier schon in den Gremien diskutiert wird. Jedoch der NWDSB es nicht mal für nötig hält, die Basis in Form einer Absichtsbekundung, über das, was geplant ist, zu informieren, denn im Mai sollen bereits die LV dazu Stellung beziehen. Das Fatale in dieser Situation ist, dass der NW-Präsident in dieser Arbeitsgruppe mitarbeitet. Also ist sein Ansinnen die Umsetzung der DSB Idee, oder will er alles so belassen. Unter dem Strich kann er als Person und in seinen Funktionen nicht gewinnen, wenn er sich gegen die Umsetzung stellt, macht er sich beim DSB fragwürdig. Persönlich fehlt mir die Einbindung der Basis. Ich sehe in der Idee eine Chance, denn für die Vereine wird sich formal nichts ändern.

    Eine weitere Anmerkung sei mir noch erlaubt. In einem anderem Forum wurde beschrieben, das Rose lügt. Das kann ich persönlich nicht nachempfinden. Jedoch hat er mit 900.000,- € Finanzbedarf fürs LLZ Unrecht. Sei es Unwissenheit oder Ignoranz, denn feststeht, dass mit dem Teil 10 der SpO jetzt die Inklusion Einzug hält und das LLZ zurzeit nicht Inklussionsfähig ist. Ich bin ja mal gespannt, wann die Herren uns diese Summe verkaufen wollen. Denn der Inklussionsvertrag wurde in Niedersachsen bereits 2013 unterschrieben, in dem man schon grob den Finanzbedarf für das LLZ beschrieben hat. Diese Investition kommt nicht überraschend, sondern ist seit langem bekannt. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass wir keine Inklussion wollen, oder solange ingnorien wie es eben geht


    Zum nach lesen: http://www.dsb.de/aktuelles/meld…-unterzeichnet/


    Mit freundlichen Grüßen
    Greenhorn!

  • Hallo Meisterschuetze111,

    vor über einem Jahr habe ich für Barrierefreiheit/Kosten der Inklusion vorsichtig mit 200 T€ geschätzt. Eine Antwort habe ich nicht erhalten.

    Kannst Du uns mitteilen, was geschätzt veranschlagt werden muss, damit der NWDSB seine Verpflichtung / Zusage zur Inklusionsfähigkeit erfüllen kann?

    Einfache Rechnung für die Mitglieder: 2 Euro x 120.000 Mitglieder = 240.000 €. Enthält die Tagesordnung für den kommenden Delegiertentag bereits einen TO "Beitragsumlage zur Herstellung der Inklusionsfähigkeit"?

    Wenn der Finanzierungsbedarf bereits 2013 bekannt war, warum ist das nicht mit in die Beschlusslage für die Beitrags-/Umlageanpassungen und in den Haushaltsentwurf 2014 eingeflossen?

  • Hallo Wilhelm!


    In der vor mir liegenden TO steht zwar unter Pkt. 12 „Festlegung von Beiträgen und sonstigen Leistungen für 2016“. Damit kann jedoch nicht Deine Frage abzielen, da so eine Investition einer genaueren Prüfung des Umfangs zur Folge haben könnte. So auf blauen Dunst wird man sich hüten, unter diesem Punkt so etwas anzusprechen.
    In der Tat spricht man von ca. 240.000 € für die Umbaumaßnahmen im Rahmen der Inklusion. (Quelle: PPT aus dem Raum NSSV) Dennoch bin ich der Meinung, dass das bei Weitem nicht reichen wird, wenn man sich den Umfang betrachtet. (Fahrstühle,Sanitär, Geschäftsstelle, Schießstand, Türe usw.)


    Also, was bleibt, ist die Hoffnung, dass das nicht auch noch ein Querschläger wird. Was mich persönlich wundert, ist die Tatsache, dass die Bezirke sich unter diesem Aspekt so ruhig verhalten. Eventuell aus Unkenntnis, so meine Hoffnung!


    Mit freundlichen Grüßen
    Greenhorn

  • Hallo,

    kann mir jemand sagen was im Artikel der Nordsee Zeitung vom 28.02.2015 "Schützen ringen um ihr Startrecht" steht?
    Leider kann man den Artikel online nicht kostenlos lesen.

    Danke

  • Präsidentschaftswahlen im NWDSB

    Einen hoffnungsvollen Verlauf nahm die Bezirksdelegiertenversammlung des Bezirksschützenverbandes Bremerhaven-Wesermünde am vergangen Freitag in Lintig.
    Trotz großem Engagement im Hintergrund, dem amtierenden Bezirkspräsidenten Jürgen Wintjen einen Gegenkandidaten bei den anstehenden Wahlen zu stellen, verlief die Wahl mit 82 zu 49 Stimmen deutlich für den Amtsinhaber.
    Die Delegierten stimmten somit für ein klares Konzept von Wintjen, der sich in den nächsten vier Jahren der Jugendförderung, der Seniorenarbeit, Mitarbeiterschulung und der stärkeren Einbindung des Behindertensports einsetzen werde. Auch will er sich dafür einsetzen, dass die ausgetretenen Vereine sich wieder dem NWDSB anschließen. Dabei hofft er auf geänderte Rahmenbedingungen. Der vom Südkreis ins Rennen geschickter Gegenkandidat Torsten Sulenski versprach den Bezirks-Delegierten dagegen, sich für die Fertigstellung des NWDSB-Landesleistungszentrums in Bassum sowie die Beendigung der Gerichtsverfahren zur Aufnahme der Schießsportgemeinschaften einzusetzen.

    Schließlich machte Wintjen noch einmal deutlich, dass er nie für einen Austritt vieler Vereine aus seinem Bezirk geworben und das Schützenwesen auch nicht beschädigt habe. Die Austritte erfolgten durch die Mehrzahl der Vereinsmitglieder weil sie das Vertrauen gegenüber dem NWDSB verloren hätten. Für demokratische Prozesse dürfen die Vereine deshalb nicht gebrandmarkt werden. Vielmehr müssen weiterhin Gespräche geführt werden, auch zum Strukturpapier des Deutschen Schützenbundes, welches im Ergebnis eine Entmachtung der Bezirksverbände zugunsten der Landesverbände bedeute.

  • Um es mit anderen Worten auszudrücken: Es wird sich nichts ändern, weil eben die meisten zufrieden sind.
    Die im Bezirk verbliebenen Vereine bezahlen dafür, dass die Mitgliedsvereine in der SSG Wesermünde fleißig Gelder sparen können und nur ihre Sportschützen usw. im Verband halten müssen.
    Eine kurze Rechnung dazu: 11000 € Anwaltskosten bei ca. 7000 Mitgliedern ergibt...*Trommelwirbel* 1,50 € pro Mitglied. Der Kreis schließt sich.


    Ich fasse mal zusammen was außer NWDSB, LLZ etc. über den Schießsport diskutiert wurde:


    Gruß Queel

  • Hallo Erzwo,

    worüber wurde denn nicht gesprochen? Ich habe meine Informationen aus einem Pressebericht zur Delegiertenversammlung.

    Queel,
    kommt noch etwas?
    Was sagen denn die nach der Austrittswelle übrig gebliebenen Sportler, die ihren Sport weiterhin betreiben wollen? Du hast dich als Sportschütze bestimmt für die Interessen deiner Sportkameraden eingesetzt? Oder?

  • Hallo Erzwo, hallo Queel,

    wenn angeblich " ? " zum Thema Sportschießen gesagt wurde, was ich mir nicht vorstellen kann - gab es keine Sportberichte ? - dann wäre es euch doch während der Versammlung aufgefallen und ihr hättet Eure Fragen stellen können.

    Was fehlte euch denn zum Thema Schießsport?

    Wer von euch hat welche Fragen gestellt?

    Die Zulassung eurer Sportkameraden/innen in den SSGs ist kein Thema des Schießsports?