Schützenwesen im NWDSB

  • Wilhelm, Sezessionsbestrebungen gibt es ja nicht nur in der Pfalz (PSSB <-> RSB), sondern auch im NWDSB. Ein solcher - vielleicht anfänglich nur als verbandspolitischer Hebel intendierter, dann aber erstaunliche Egendynamik entwickelnder - Versuch konnte vor zwei Monaten ja in letzter Minute von Jony Otten abgewehrt werden. Die Presse vor Ort hatte erstaunlich gut und neutral berichtet.


    Du bist ja nun vor Ort, ich nicht. Wie ist denn jetzt der aktuelle Stand - und was waren die tatsächlichen (vermutlich multifaktoriellen) Hintergründe für die Übertritts"drohungen"? DAs neue LLZ in Bassum wurde mehrfach genannt; aber war das der eigentliche Streitpunkt, oder nur vorgeschoben? Sicher muss man einräumen, dass Otten erhebliche Kommunikationsprobleme im Umgang mit seinen Untertanen hat - so sieht er die Situation -, und einen vielleicht kleinen Teil diese Probleme kenne ich zudem auch aus erster Hand; aber worum ging oder geht es bei dem innerverbandlichen Unmut noch?


    Carcano



    Schützenwesen im NWDSB


    Die Wechselgedanken des Bezirksschützenverbandes Bremerhaven-Wesermünde (86 Vereine mit rund 11.000 Mitgliedern) vom NWDSB zum Schützenverband Hamburg gründeten sich final an der Informationspolitik des NWDSB zum geplanten neuen Landesleistungszentrum in Bassum.


    Der Bezirkspräsident Jürgen Wintjen bezweifelt, dass das Finanzierungskonzept über zwei Jahrzehnte tragfähig ist. Die NWDSB-Mitglieder sollen nach einem Beschluss 20 Jahre jeweils 1,50 Euro pro Mitglied zur Finanzierung beitragen. Die Auskünfte des Verbandes zum Zahlenwerk für das Millionenprojekt sind für viele Vereinsvorstände nicht zufrieden stellend.
    Eine ursprünglich publizierte Bürgschaft seitens des Landes wurde verworfen, Bankdarlehen konnten ebenfalls trotz Hinzuziehung eines Finanzberaters nicht abgeschlossen werden, eine Sonderaktion mit der Vereine eine „rabattierte Umlage“ leisten konnten, wenn sie ihren Finanzierungsanteil gleich für zwanzig Jahre leisteten (oder in größeren Teilbeträgen), brachte ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg.


    Die Bausteinzeichnung brachte m. E. ebenfalls keinen großen Erfolg. Nordwestdeutscher Schützenbund :: : Bausteine



    In einem „Runden-Tisch-Gespräch“ versprach NWDSB-Präsident Missverständnisse auszuräumen und mehr Informationen zum LLZ bereitzustellen.


    Nordwestdeutscher Schützenbund :: : Aktuelle Details[pointer]=2&tx_ttnews[tt_news]=850&tx_ttnews[backPid]=12&cHash=04be3425a09417de944ac9bccd34b754



    siehe nachfolgend Informationen des BSV


    Praesident%20raeumt%20Fehler%20ein%20NZ%2009.03.11.pdf


    Die Bezirksdelegiertenversammlung hat sich nach dem „Runden Tisch“ gegen einen Verbandswechsel entschieden.


    Die mit dem 1. Info-Brief zugesagten "zukünftigen Informationen in unregelmäßigen Abständen" sind bisher ausgeblieben, obwohl zwischenzeitlich durch sehr hohen ehrenamtlichen Arbeitseinsatz die Hallen im Juni/Juli Austragungsorte der LM im LD-Bereich waren.

  • Das war eine sehr informative Antwort. Gerade zum Neubau des Landesleistungszentrums in Bassum gab es in einem anderen Thread eine Überlegung, die eigentlich ebenso gut (oder besser) hierher gehört. Ich zitiere mich mal:


    Ein ganz anderer Punkt ist die Engführung der bestehenden Landesleistungszentren. Man sollte sich einmal Gedanken machen; will man eine rein olympische Kaderschmiede, andere Nutzer der misera contribuens plebs kommen erst gar nicht rein, oder will man einen breit aufgestellten, umfassend anbietenden und abdeckenden "Landeshauptschießstand"? Hier hat sich m.E. aufbauend auf Entscheidungen der Vergangenheit einiges falsch entwickelt, was damals durchaus sinnvoll erschien.
    Auch das jetzige LLZ-Neubauprojekt des NWDSB in Bassum verdient es, einmal unter diesem Licht betrachtet zu werden.


    Carcano

  • Hallo Carcano,


    vielleicht erhalten die Bezirkspräsidenten ja weitere Informationen, Das einfache Schützenvolk hier leider nicht.


    Vielleicht gibt es auch keine weiteren vorzeigbaren Fortschritte bei der Erstellung, dem Umbau der Industriehallen.


    Es gibt wohl auch noch keine Lehrgangs- und Übernachtungsräume. Denn wie der letzte Bericht zu einem Kadertraining der Schüler ausweist, durften die Teilnehmer/innen noch auf Luftmatratzen im Schießstand übernachten.


    Nordwestdeutscher Schützenbund :: : Aktuelles

  • Ich habe mir aus folgendem Grunde weitere Gedanken darüber gemacht (nicht aus eigener Betroffenheit, Bassum ist zeitlich [fast] weiter von mir weg als Kenia, und Schießen habe ich in Südniedersachsen gelernt, im Weserbergland, nicht im Norden):


    Zum einen steht das Thema LLZ unterirdisch in enger Verbindung mit den allgemein hier diskutierten Strömen wie "Verbandsentwcklung, demographischer Wandel, Fortbildung, Jugendwerbung, Nachwuchsgewinnung".
    Und zum anderen ist es ein bißchen eine emotionale Übung und Herausforderung: ich habe ja nicht die allerhöchste Meinung und Wertschätzung hinsichtlich des NWDSB-Präsidenten; und seinen typischen Stil mag er auch und gerade in der LLZ-Neubausache negativ an den Tag gelegt haben.
    Aber gerade dann, wenn mensch also schon einmal ein bisschen vorgefärbt ist, ist es besonders wertvoll, selbstkritisch gegen den eigenen Strich zu überlegen. Vielleicht hat ausgerechnet der ungemochte selbstherrliche Funktionär hier einmal eine richtige und zukunftweisende Entscheidung getroffen? Das mag paradox erscheinen, aber ich will mein eigenes Empfinden hier ruhig bewusst (und öffentlich) in Frage stellen.


    Denn eines muss man klar sehen: das Schützenwesen insgesamt altert stark und schnell -> Fakt ("überaltert" ist dann die damit verbundene implizite Wertung -> kein Fakt).
    Es gibt weniger und weniger jungen Nachwuchs, und *dieser* Teil des Trends ist auch nicht umkehrbar.
    Eben dann aber, wenn es weniger und weniger Nachwuchs für den Spitzensport gibt, ist eine attraktive gute Ausbildung und Leistungsförderung besonders wichtig, weil sie dann einem Trend entgegen arbeitet. Wenn man eh' überall in jedem dritten Kaff sportlich gute und starke Vereine mit hohen Ergebnissen hat, ist ein LLZ weniger drängend; wenn auf breiter Fläche die Basis wegbricht, bekommt es eine ganz andere Anleitungs- und Kristallisationswirkung,


    Gerade jetzt bietet sich eine vermutlich städtebaulich einmalige Chance in Bassum (Umbau und Neuaufbau einer in städtischer Randlage freiwerdenden Gewerbe-/Industriefläche) zum Ersatz einer älteren, anscheinend baufälligen, jedenfalls modernen Anforderungen im aktuellen Zustand nicht mehr gerecht werdenden Immobilie in entgegengesetzter, etwas entfernterer Randlage.
    Wikimapia Bild von Bassum, links unten und rechts oben sind die Flächen markiert
    Im Augenblick lässt sich das Projekt auch gerade noch so stemmen und finanzieren, als wichtige Investition in die schwieriger werdende Zukunft (allerdings mit erheblichen Mühen und Belastungen, die den betroffenen Beitragszahlern vom Landesverband aus Dösigkeit oder gar bewusst verschwiegen worden waren). Vielleicht mit Ach und Krach, aber es ist machbar. In zehn Jahren hat sich die Demographie weiter gewandelt, und es ginge *nicht* mehr. Keine Leute, kein Geld.


    Könnten das vielleicht Überlegungen sein, die die NWDSB-Führung bei ihrer Einscheidung mit geleitet haben? So unlieb es mir ist ;-), das einzuräumen...?


    Gut Schuss,
    Carcano

  • Ich steh dem neuen LLz positiv gegenüber, bietet er doch gegenüber dem alten LLZ zum einen die Möglichkeit auch LG zu schießen und zum anderen war das alte LLz auch nicht mehr so das wahre.
    Wenn ich das vom hörensagen, meine Vorsitzende ist im NWDSB Präsidium, noch richtig im Kopf habe dann wäre eine Sanierung und Ausbaumaßnahme des alten LLZ teurer gekommen wie die Übernahme und den Umbau des neuen.


    Wilhelm zu deinem Link mit der Kadermaßnahme. Die fand nicht in bassum statt, sondern in Bad Rothenfelde, nähe Osnabrück.
    Wers genau wissen will, auf dem Schießstand der SSG Röwekamp, 2. Bundesliga LP.

  • Wenn ich das vom hörensagen, meine Vorsitzende ist im NWDSB Präsidium, noch richtig im Kopf habe dann wäre eine Sanierung und Ausbaumaßnahme des alten LLZ teurer gekommen wie die Übernahme und den Umbau des neuen.


    Die Kreiszeitung formulierte es so:
    Mit Kameras bestückt, marschierten die Ratsvertreter durch die Räumlichkeiten und machten Fotos. Einige waren zum ersten Mal vor Ort und staunten nicht schlecht, was nun zum Ende des Jahres in den Besitz der Stadt Bassum übergeht. Im Grundstückstauschvertrag mit dem Nordwestdeutschen Schützenbund wurde das gesamte Anwesen mit rund 200 000 Euro verrechnet.


    Zu konkreten Aussagen ließ sich kaum einer hinreißen, allerdings wurde deutlich, dass ein Umbau eine Menge Geld kosten wird.
    Das Gebäude ist alt, zum Teil feucht und sanierungsbedürftig, entspricht in keiner Weise den aktuell geltenden Vorschriften für Wohnräume, insbesondere was den Wärmeschutz angeht.


    Das gesamte Grundstück ist 6962 Quadratmeter groß und nur zu einem geringen Teil bebaut. Das Flachdach-Gebäude umfasst eine Fläche von 650 Quadratmetern, einschließlich einer abgeschlossenen Wohnung von rund 90 Quadratmetern. Zentraler Mittelpunkt des Gebäudes ist ein zum Teil überdachter Schießstand, links und rechts befinden sich mehrere kleine Büros, Abstellräume, Toiletten und ein Tagungsraum.

  • Es wurde noch geschrieben von 500.000,- € Zuzahlung durch den Verband an die Stadt, für den Grundstückstausch. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Wobei die 200.000,- € Einsatzwert für das alte Grundstück wohl ziemlich wohlwollend sind (Altlasten im Boden, Sanierungsbedarf).


    Carcano

  • vielleicht erhalten die Bezirkspräsidenten ja weitere Informationen, Das einfache Schützenvolk hier leider nicht.


    Welche Standanlagen sollen den in diesem LLZ zur Verfügung stehen? Ich habe da leider keine Details gefunden.


    BBF