Das Beispiel kenne ich. Aus meiner Sicht keine Empfehlung.
Die Zukunft des Schießsports in Deutschland sehe ich nach wie vor in den Händen der Schützenvereine. Schul- oder Universitätsgestützte Strukturen wie z.B. im angelsächsischen Raum sehe ich bei uns in Zukunft auch weiterhin nicht.
Zukunftsfähige Schützenvereine brauchen eine Vision. Eine klare Vorstellung von dem, was der Verein für Ziele hat ist ein Muss, wenn ich Fragen nach der Zukunft beantworten will. Das kann völlig verschiedene Ausprägungen haben. Die Bandbreite vom elitären Leistungsportclub bis zum traditionsorientierten Brauchtumsverein ist erlaubt.
Der Schützenverein als Vollsortimenter, der fast alle Facetten des Schießsports abbilden kann, wird dabei wohl die Ausnahme in der Zielsetzung bleiben müssen. Ich kann mir vorstellen, dass in Zeiten knapper Ressourcen im Bereich Personal und Geld die auf ein Thema ausgerichteten Vereine sich besser entwickeln werden. Eine Spezialisierung z.B. auf einen Disziplinenbereich bietet dabei durchaus Möglichkeiten. Im Flinten- oder Bogenbereich heute schon oft anzutreffen.
Nach meiner Erfahrung scheitert es oft schon an diesem Schritt. Bei vielen Vereinen, die ich kenne, habe ich nicht den Eindruck, als wenn die Verantwortlichen wüssten, wohin die Reise gehen soll.
Wenn der Wille nach Veränderung vorhanden ist, dann lässt sich die Vision evtl. auch mit einem externen Coach herausarbeiten. Als abschreckendes Beispiel dient mir dabei ein Verein, der sich eine schöne neue Elektronikanlage auf dem 10m-Stand gebaut hat, aber leider keine genaue Vorstellung davon hat, wie die Anlage genutzt werden soll, wenn die noch spärlich vorhandenen Auflageschützen nicht mehr da sind.
Wenn diese Vision vorhanden ist, dann braucht es im zweiten Schritt ein Konzept, wie das erreicht werden soll oder falls das schon erreicht wurde, wie es erhalten und weiterentwickelt werden kann.
Im Konzept müssen geeignete Maßnahmen skizziert werden, die das Erreichen der Ziele ermöglichen.
Fragen zu Personal und Finanzen müssen darin beantwortet werden. Was kann ich selbst umsetzen? Wo habe ich Kompetenz und Know-How? Welche Komponenten werden durch Externe besser umgesetzt? Fragen zur Mitgliedergewinnung. Neumitgliederbetreuung, Personalrekrutierung von Verantwortungsträgern sollten dabei beantwortet werden. Die finanziellen Folgen der konzeptionierten Maßnahmen müssen kalkuliert sein.
Im dritten Schritt folgt dann die Umsetzung. Dabei wird sich das Konzept aus den Erfahrungen der Umsetzung weiterentwickeln müssen. Die Freude und innere Befriedigung für das Team der Verantwortlichen kann sehr groß sein, wenn das Konzept und deren Umsetzung erkennbare Früchte trägt, die die Vision langsam lebendig werden lässt.
Das ließe sich bestimmt noch im Details ausführen. Ich denke aber das es sich auf die drei Punkte Vision, Konzept und Umsetzung reduzieren lässt.
Klingt jetzt irgendwie nach dem Handbuch für Unternehmensberatung oder Projektmanagement.