Ausgerechnet dort wo der künftige Waffenbesitzer übermäßig gequält wird gibt es noch Zuwächse.
Lieber Karl,
da nimmst Du Dir schon eine für deine Verhältnisse unerwartet lange Auszeit und dann kommt da immer noch nicht nicht mehr bei raus als so ein plumpes kleines Nebelkerzchen? Gut, das sind wir ja von Dir gewohnt, ein bisschen enttäuschend bleibt es aber doch, oder etwa nicht?
Karl, hier geht es um den Schützenverband Berlin-Brandenburg und gerade dieser verzeichnet im Gegensatz zu allen anderen Landesverbänden in den inzwischen auch nicht mehr ganz so neuen Bundesländern für das Jahr 2017 einen Rückgang der Gesamtmitgliederzahl.
Apropos prozentuale Angaben: Auch wenn dadurch auch mancher Sachverhalt erst wirklich vergleichbar wird, so kann man damit andererseits aber auch oft ganz gut die tatsächlichen Verhältnisse verschleiern. Oder macht es etwa keinen Unterschied, wenn der eine Verband zwar 50 Mitglieder dazu gewinnt, ein anderer aber gleich 1000 verliert, auch wenn das prozentual betrachtet ein Nullsummenspiel ergibt?
Der Schützenverband Berlin-Brandenburg ist auch nicht nur der kleinste aller Landesverbände, was die Mitgliederzahl angeht, betrachtet man nämlich auch noch die im Vergleich zu etwa Hamburg oder dem Saarland jeweils zugrunde liegende Bevölkerungszahl, aus der Mitglieder gewonnen werden können, dann sieht es mit den Mitgliedszahlen in Berlin noch viel finsterer aus. Die können da aus einen Bevölkerungspool schöpfen, der im Vergleich zu Hamburg oder dem Saarland doppelt oder gar dreifach so groß ist, schaffen aber noch nicht einmal ein Drittel deren Mitgliedszahlen. Und man komme mir jetzt nicht mit gewachsene Strukturen oder so. Das mag zwar einiges erklären, ganz bestimmt aber auch nicht alles.
Und zu guter Letzt: Die reinen Mitgliedszahlen sagen gerade im Schützenwesen nur sehr bedingt etwas über die Quantität und Qualität des tatsächlich betriebenen Sports aus.
Aber gut dass wir mal drüber gesprochen haben und ein bisschen geht ja auch immer was, nicht wahr.
Nur ist das hier nicht wirklich das Thema und hier geht es auch nicht um die "Quälerei der Waffenbesitzer".
Die Kernfrage lautet hier nämlich, ob in diesem unserem Staate die Exekutive oder konkreter die Polizei sich ihre eigenen Gesetze machen darf und ich schreibe hier bewusst Gesetze machen und nicht Gesetze auslegen. Die Verwaltungsvorschrift liefert zu etlichen wenn auch nicht zu allen Punkten klare Vorgaben und an diese hat sich die jeweilige Behörde auch zu halten. Wenn aber etliche Forderungen gestellt werden, die deutlich über das hinausgehen, was ganz konkret in der Vorschrift steht , dann ist das keine Gesetzesauslegung mehr, sondern eine unzulässige Gesetzesverschärfung durch die Exekutive. Auf die Rolle, die der Verband dabei als Hilfsbüttel einnimmt, will ich jetzt nicht auch noch weiter eingehen. Wurde ja schon erläutert.
Aber betrachten wir die Sache mal ganz praktisch. Die Erfahrung lehrt uns, dass sich solche Auslegung genannten Verschärfungen durch die Hintertür ganz schnell verselbstständigen und schon nach kurzer Zeit zum neuen allgemeinen Standard werden. Beim Waffenrecht war das jedenfalls bisher immer noch so und nicht nur dort. Und da gerade von den Schützen eh kein nennenswerter Widerstand zu erwarten ist, im Gegenteil, es findet sich ja sogar bei jeder noch so schrägen und unverhältnismäßigen Verschärfung zumindest ein Teil, der das auch noch begeistert begrüßt und für richtig hält, wird das auch so weitergehen.
Ich prophezeie schon jetzt, in ein paar Jahren werden die jetzigen nur auf Berlin beschränkten Forderungen bundesweiter Standard sein, ein Teil davon findet sich ja auch jetzt schon in den Richtlinien anderer Landesverbände, nur eben noch nicht in dieser geballten Form. Und kaum jemanden wird es stören, denn dem DSB steht ja bekanntlich eine leuchtende Zukunft bevor, wird ja schließlich immer wieder und unermüdlich postuliert.
Um es zum Schluss noch mal etwas plastischer auch für diejenigen unter uns zu formulieren, die es ansonsten nicht so mit den Gesetzen und Bestimmungen haben:
Wenn die sich schon jetzt klar abzeichnende Entwicklung so weiter geht, dann wird es in absehbarer Zeit selbst für Inhaber einer WBK Gelb schwierig werden, sollten sie etwa auf die verwegene Idee kommen, nach der ersten KK- oder gar GK-Matchbüchse im gleichen oder vergleichbaren Kaliber eine weitere oder gar dritte zu erwerben. Ist ja schließlich nicht erforderlich und überhaupt, wo kämen wir sonst dahin.
Mit bestem Schützengruß und schöne Pfingsten
Murmelchen