Beiträge von Leachimsachet

    Beim Finale sind ca. 2500 Zuschauer gewesen, also soviel wie bei manch 1. Bundesliga Basketball Vereinen.

    Dann steige ich auf deinen Vergleich gerne ein. Wir reden hier von einem Finale, nicht reguläres Ligaspiel.

    Für das BBL-Pokalfinale in vier Wochen werden 11.500 Karten verkauft. Das sind gut 4,5 x so viel.

    Hansaxel hat die Zuschauerzahlen für reguläre Bundesligaspiele verlinkt. Würzburg war Schlusslicht mit 3.000 Zuschauern. Alba mit 9.000 im Schnitt Spitzenreiter.

    Wie viel kommen beim Schießen zu reguläres Kämpfen? 200? 100?

    Ich nehme aus dieser Diskussion hier mit, dass der Modus super ist und die Bundesliga ein wahrer Publikumsmagnet ist, dessen Modus auf keinen Fall geändert werden darf.

    Du hast auch spannende Ideen eingeworfen! Auch der Einsatz von Scatt würde das Ganze erlebbarer und spannender machen.

    Hast Du nicht, Du hast geschrieben was Du dir vorstellst oder wünschst.

    Ich habe folgendes geschrieben:

    "Zitat von Leachimsachet

    Ich greife mir ganz bewusst diese einzelne deiner Aussagen heraus. Der Deutsche Schützenbund hat aktuell 1.34 Millionen Mitglieder und somit 1.34 Millionen potenzielle Zuschauer plus Familie und Freunde, für die ich hier keine Zahl einsetze."


    Da steht explizit "potenzielle Zuschauer" und nicht "was ich mir vorstelle oder wünsche".

    Zu jedem Produkt gibt es im Normalfall eine Zielgruppenanalyse. Und wenn ein Produkt eben nicht einmal 0,1 % der potenziellen nicht Zielgruppe erreicht, ist es eben alles andere als erfolgreich.

    Die Dartverbände in Deutschland haben rund 100.000 Mitglieder. Die Darts-WM erreicht im TV regelmäßig in Deutschland zwischen 1 und 2.5 Millionen Zuschauer. Das nenne ich Potenzial voll ausgeschöpft.

    Wenn ein deutscher Schütze Weltmeister wird, findet das nicht einmal in der Tagesschau Erwähnung.

    Aber aus deiner Sicht ist der Bundesligamodus ja mega spannend und sollte, genauso wie andere Wettkämpfe, auf keinen Fall verändert werden. Die 200 Zuschauer in der Halle haben dabei ja schließlich so viel Stimmung...

    Ja und, hat sich damit jemand zum Zuschauen verpflichtet?

    Es scheint so.

    Ich kann Sachen die ich nicht ändern kann hinnehmen.

    Ich habe den potenziellen Markt beschrieben. Und in diesem wird nicht mal ein Promill abgeholt durch den aktuellen Modus.

    Ich versuche es plastischer auszudrücken: Dein Schützenverein hat 1000 Mitglieder und richtet ein Sommerfest aus, zu dem exakt eine Person kommt. Würdest du es im nächsten Jahr überhaupt wieder veranstalten oder etwas daran verändern?

    Am Interesse an der Sportart kann es nicht liegen?

    Ich greife mir ganz bewusst diese einzelne deiner Aussagen heraus. Der Deutsche Schützenbund hat aktuell 1.34 Millionen Mitglieder und somit 1.34 Millionen potenzielle Zuschauer plus Familie und Freunde, für die ich hier keine Zahl einsetze.

    Du erklärst also, dass von den 1.340.000 Mitgliedern rund 1.330.00 kein Interesse an ihrer eigenen Sportart haben und sich dementsprechend auch nicht einmal für eine, wo auch immer ausgestrahlte, Übertragung eines sportlichen Highlights wie das Bundesligafinale interessieren.

    Vielen Dank, dass du mit deiner Aussage wunderbar bestätigst, dass der aktuelle Modus absolut langweilig ist und nicht einmal die eigenen Verbandsmitglieder begeistert. Wie soll er dann andere begeistern?

    Ich präzisiere meine Aussage:

    Es dauert zu lange, bis es spannend wird. Blenden wir die Vorbereitung bei einer Übertragung aus, dann dauert es potenziell 40 bis 45 Minuten bis dann für einen kurzen Moment vielleicht Spannung aufkommt.

    Warum vielleicht?

    Schütze A startet mit 98 Ringen und schießt 45 Minute. Schütze B erzielt in 15 Minuten 400 Ringe.

    Oder anders ausgedrückt:

    Die Bundesliga hat es in den 30 Jahren seit Bestehen nicht geschafft in die Deutsche Medienlandschaft vorzudringen und dort feste oder überhaup Sendeplätze zu bekommen.

    Selbst die kostenlosen Livestreams im Internet schauen nur rund 1.000 Leute an.

    Größter Publikumsmagnet ist das Bundesligafinale, bei dem 500 +- Zuschauer vor Ort. Wow - da sind bek Fußball in der Kreisklasse mehr vor Ort. Oder anderes Beispiel: sie viele Zuschauer sind denn in der Landesliga da? Irgendwas zwischen 0 und 10. Das zeigt doch deutlich, dass dieser Modus absolut langweilig ist. Zahlen lügen nicht.

    Schau dir als krasses Gegenstück Darts an. Eigentlich reiner Kneipensport haben sie feste Sendeplätze mit hohen Zuschauerzahlen. Und - grand surprise - gibt's inzwischen auch anständige Preisgelder.

    Aber was ist bei Darts anders? Zwei Spieler werfen abwechselnd drei Pfeile. Einzelne Sätze gehen über wenige Runde. Viele Spannungsszenen. Schnelle Entscheidungen.

    Und in der Bundesliga Schießen?

    Kamera hält 50 Minuten auf zehn statische Schützen während einer Moderator krampfhaft versucht irgendetwas zu erzählen, um die peinliche Ruhe zu überspielen.

    Schießsport eignet sich aufgrund der Wettkampflänge kaum für TV-Übertragungen. Ein Buli-Wettkampf dauert inkl. Probe 65 Minuten. Der reine Wettkampf maximal 50 Minuten, in denen, wenn es blöd läuft erst am Ende spannend wird.

    Bis da nach 40 Schüssen eine Entscheidung fällt, dauert zu lange. So viele Kamerawechsel und Moderation kann man gar nicht machen, um jemanden vor dem Bildschirm zu halten.

    Spannender wäre folgender Modus:

    Jede Paarung schießt unter Zeitvorgabe, zB 3 Minuten, 5 Schüsse. Der bessere erhält einen Punkt. Wer zuerst 3 Punkte hat, ist der Sieger. Gibt es auf Grund von Ergebnisgleichheit nach fünf Serien noch keinen Sieger, gibt's ein Stechen.

    Wettkampf ist inkl. Moderation in 12 bis 20 Minuten vorbei.

    Bei anderen ist immer alles besser.

    Toll wenn ein Verein auf unbegrenzte Ressourcen zurückgreifen kann, vermutlich noch ehrenamtliche Kräfte mit Beiträgen die auch von Normalverdienern bezahlt werden können.

    Die leben in der Realität, und beklagen sich dass ihre Jugendbetreuer zum Erwerb der Jubali genötigt werden während die Fußballer den wählen können der sich nicht rechtzeitig drückt.

    An welchen Training sieht man was?

    Einer der größten Unterschiede zwischen dem von hier genannten TSV und den meisten Schützenvereinen ist, neben Wertschätzung für Ehrenamtler, dass diese dort im Rahmen des Übungsleiterfreibetrags Geld bekommen. Bei Schützenvereinen muss der Trainer oft noch Geld mitbringen. Da wird dann erwartet, dass der Jugendtrainer mit dem eigenen Auto die Kids zu Wettkämpfen fährt. Mit etwas Glück gibt's einen Spritkostenzuschuss.

    Die Realität ist, dass viele Schützenvereine geistig noch in den 1970ern hängen und sich nicht als Sportverein begreifen. Kann man so machen, darf sich dann aber nicht beschweren, wenn dieser Verein dann über kurz oder lang ausstirbt.

    Vorgeschrieben ist eine Ausbildung bei den Anderen aber nicht.

    Umso erschreckender, dass es dort offensichtlich klappt und die Vereine selbst darauf Wert legen, dass qualifizierte Personen mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten. Hier wird eben Jugendarbeit als Zukunftsinvestition gesehen. Im Schützenverein oftmals als lästige Aufgabe, die nur Kosten verursacht.

    Beispiel Ballkids (Fußball 4 - 5 Jahre):

    Jede Woche sind vier (!) Übungsleiter da, die mit rund 20 Kindern trainieren. Neben den rein fachlichen Trainerschein haben alle zusätzliche Qualifikationen im Bereich Pädagogik und speziell für den Umgang mit Kindern. Die Trainings sind dementsprechend altersgerecht aufgebaut und auch der überfachliche Teil kommt nicht zu kurz. Kids und Eltern fühlen sich hier sehr wohl.

    Und wie läuft es in vielen Schützenvereinen? Das sieht man in diesem Training sehr schön.

    Das würde aber doch dann heissen, dass bei einem Vereinsabend wo auch Jugendliche schiessen, eine Standaufsicht nicht ausreicht und eben einer mit JuBaLi oder (VÜL im BSSB) dabei sein muss.

    Du hast es erfasst.

    Aber wo genau ist da das Problem? Der Kurs geht über zwei Tage und jeder Verein, der ernsthaft überleben möchte, sollte Jugendarbeit machen. Und dazu gehören eben auch solche Qualifikationen.

    Unsere Tochter ist beim Kinderturnen und beim Fußball. Da ist es völlig normal, dass immer, ich wiederhole: immer, mindestens ein entsprechend qualifizierter Trainer/Übungsleiter anwesend. Hat keiner mit entsprechender Qualifikation Zeit, entfällt das Training.

    Und wie ist im Schützenverein? Ja, im Schützenverein stellt solche Selbstverständlichkeiten wieder ein mittelprächtiges Drama dar.

    Leachimsachet , wird Dein Buch in den Handel kommen oder schreibst Du es zuerst einmal intern für die Schützengemeinde?

    Das Buch wird in den Handel kommen. Neben dem rein "technischen" Teil zu Anschlag und wie führe ich Nachwuchs ans Schießen heran wird es auch einen überfachlichen Teil geben zu Themen wie Ausflüge, "Spiele ohne Material", Tag der Offenen Tür und Organisation Trainingslager.

    Natürlich kannst du, bei der Oberbekleidung, nur mit Hemd an den Stand gehen. In meiner Region, Nördlinger Ries, besteht die traditionelle Tracht der einfachen Bauern aus einem weiten blauen Hemd, dem Rieser Kittel, der über der Lederhose getragen wird.

    Hut ist Pflicht. Aber sind die Hüte mit Krempe dem Rieser Hut ohne Krempw gegenüber im Vorteil, weil sie das Licht besser abschirmen?

    Bin ich dann in dieser Tracht dem Südbayern mit breitem Gürtel und Lodenjanker in Bezug auf Stabilität im Nachteil oder Vorteil?

    Ganz ehrlich: ich habe früher oft an Traditionsschießen teilgenommen und dabei mit dem Feuerstutzen auch hohe Ergebnisse erzielt (285+-). Aber fair war bei diesen Wettkämpfen, dank der schwammigen Regeln wenig. Ich habe Beispiele für die Klamotten gebracht. Bei den Gewehren sind zwar die Systeme und Baujahre dieser vorgegeben, nicht aber aller Bestandteile. Ein Hoch auf die Läufer von Lothar Walther sag ich nur.

    Aber worauf will ich eigentlich hinaus? Die Regelwerke sind so dick wie sie sind, weil immer einzelne versuchen Schlupföcher für sich zu nutzen. Verbietet man heute die aktuelle Schießkleidung, so ergeben sich automatisch neue Probleme und die Leute versuchen wieder alles auszureizen. Man denke nur mal an die Diskussion mit den Schaftkappen bei Auflage.

    Das muss man jetzt verstehen wollen.

    Gab es das wirklich in einem größeren Umfang?

    Man könnte doch meinen daß gerade in der Masse sehr gerne auf die aufwendige Schießkleidung verzichten könnte.

    Wie meinst du "verstehen wollen"? Es gibt im DACH-Raum seit Jahrzehnten Traditionsschießen mit Zimmer- und Feuerstutzen. Dort ist "normale" Schießbekleidung verboten. Einige Teilnehmer romantisieren das, weil das Schießen so viel natürlicher sei und es sich eben zeige, wer ein guter Schütze ist - ohne Ritterrüstung.

    Und welcher Effekt zeigt sich in diesem Regelwerk, das Schießkleidung und Tracht vorschreibt? Einzelne Teilnehmer suchen nach Möglichkeiten mehr Stabilität zu bekommen und tunen dann ihre Tracht - zB 20 cm breite Gürtel, Lederjoppen und haben so einen Vorteil gegenüber dem Schützen, der in Bauerhemd schießt.

    Übertragen wir das auf die Diskussion um die Schießklamotten hier. Aktuell ist alles klar geregelt und überprüfbar durch entsprechende Messvorrichtungen. Alle haben die gleichen Chancen. Verbiete Schießbekleidung und es gibt Wildwuchs, der unkontrollierbar ist.

    Was würde passieren, wenn man Schießbekleidung nicht zulassen würde? Würde die Spitzenklasse dann nur noch 380 schießen und das was dahinter kommt sich zwischen 320 und 360 einpendeln? Wäre der Abstand zwischen Spitzenschütze und guter Schütze nicht trotzdem gleich; der Abstand zwischen guter Schütze und passabler Schütze nicht ebenso? Würde Talent besser sichtbar wenn dann nur noch Ausnahmeschützen die 390 knacken? Was tun wenn in0 der Auflageklasse die Zehntelwertung nicht mehr ausreicht, weil zu viele das Maximum schaffen?

    Soll heißen: Immer eine Frage der Perspektive und wo will ich die Spitze einordnen. Sind zu viele zu gut, muss halt wieder irgendwo gebremst oder eine Regel eingeführt werden die das Gesamtniveau absenkt. Die Geister die ich rief ..... ;)

    Es gäbe erstmal wieder Wildwuchs. Der Bayer käme in eng geschnittener Lederhose mit straff sitzendem Geschirr plus 20 cm breiten Gürtel und dazu mit steifer Joppe samt Lederflicken und knöchelumschließenden Wanderstiefeln, weil das sein normales Alltagsoutfit ist.

    Daneben steht dann Ronny aus Brandenburg in Adidashose, Hoody samt Sneakers und beschwert sich, dass der Bayer viel stabiler steht.

    Es macht halt einen Unterschied ob man im Wesentlichen eigenverantwortlich tätig ist , oder ob man eher fremdbestimmt Aufgaben abarbeiten muss. Das ist auch von der Mentalität des Einzelnen abhängig.

    Auch dann macht es keinen Unterschied. Die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien stehen im Arbeitsvertrag, der vor Arbeitsaufnahme von beiden Parteien unterschrieben wird.

    Gute Arbeitgeber wissen, was sie von einem Arbeitnehmer erwarten und kommunizieren das auch von Anfang an, Stichwort Bundesnachweisgesetz.

    Schlechte Arbeitgeber werben mit guter Bezahlung (ohne diese im Vorfeld konkret zu benennen), pünktlicher Gehaltszahlung und Obstkorb. Genauso schwammig werden dann die Erwartungen an den neuen Mitarbeiter formuliert und eine Stellenbeschreibung gibt's auch nicht. Der Mitarbeiter soll ja Engagement zeigen und sich seine Aufgaben selbst suchen. Macht er dann einen Fehler, gibt's richtig Ärger, weil er sich Sachen anmaßt. Macht er alles richtig, gibt zwar auch nicht mehr Gehalt, dafür aber kostenloses Leitungswasser und manchmal Obst.

    Na ja, es macht schon einen großen Unterschied, ob einer Dienst nach Vorschrift macht und den ganzen Tag aufpasst, dass er keinen Handschlag zuviel macht, oder ob jemand engagiert ist.

    Von unentgeltlichen Arbeiten und 24/7 erreichbar war überhaupt nicht die Rede, das ist auch unsinnig.

    Deine Einstellung passt eher zu einem Beamtenjob, da kannst du fasst alles nachlesen und musst nichts auf eigene Verantwortung entscheiden.

    Was soll denn diese "engagiert" genau sein?

    Ich habe einen klar definierten und wir haben regelmäßig Deadlines, bis zu denen Projekte oder Teilprojekte fertig sein müssen und es auch sind. Soll ich mir jetzt in der Nachbarabteilung zusätzliche Aufgaben suchen oder soll sich ich regelmäßig die Spülmaschine ausräumen?

    Ist denn dann dein Arbeitgeber auch engagiert und überweist dir zwischendurch mal 100 Euro zusätzlich oder schreibt deinem Zeitkonto fünf Stunden zusätzlich gut? Oder ist dein Arbeitgeber mehr von der unengagierten Sorte "vertraglich vereinbartes Gehalt wird pünktlich gezahlt "?