Beiträge von Nullinger

    Du meist also den Ablauf der Doppelatmung einmal nur hinsichtlich der Bewegungsabläufe zu üben?

    Hallo Florian,

    die einzelnen Elemente des Bewegungsablaufs sollten immer eigenständig geübt und erst am Ende zu einem Ablauf kombiniert werden.
    Du erinnerst Dich an meinen Tipp mit dem Bügelbrett und der weißen Wand?
    Da könntest du, losgelöst vom Ergebnisdruck, den Bewegungsablauf und auch das Abziehen erlernen.
    Mit dem scharfen Schuss ohne entsprechende Vorbereitung, egal ob auf die Scheibe oder mit dem Scatt, verfestigst Du nur Deine Fehler.

    Naja, was lernen wir daraus:

    01. Training und Wettkampf sind eben doch mental stark unterschiedlich und ich habe meine Dämonen leider immer noch nicht besiegt.

    Hallo Hawkeyes,
    ich möchte einmal mit einer Frage antworten: was genau hast Du denn unternommen, um Deine Dämonen zu besiegen?

    Ich lese hier nur sporadisch mit, weil mich die Flut Deiner Texte zu viel Zeit kosten würde.
    Aber ich kann mich nur an Inhalte zur Schießtechnik erinnern.
    Und da baust Du meiner Meinung nach voll und ganz auf Deiner überragenden Halteruhe auf.
    Noch engerer Visierspalt, noch mehr Gewicht auf den Vorzug und und und.

    Und, ist Dir diese Halteruhe ein Fundament im Wettkampf?

    Eher nicht.

    Du musst Dir eine Schießtechnik erarbeiten, die auf Dingen basiert, die Du auch unter großem Stress noch kontrollieren kannst. Die Halteruhe ist aber das erste, was unter Stress leidet.

    Um zur Eingangsfrage zurück zu kommen: was hast Du gegen Deine Dämonen unternommen?
    Ich sehe nur, dass Du sie hegst und pflegst.

    Und jetzt noch was Generelles.
    Kennst Du eine Sportart, bei der die Sportler den Sport erlernen, indem Sie immer das tun, was am Ende rauskommen soll?
    Hängen sich Turner einfach an's Reck und versuchen gleich, die Olympiakür zu turnen?
    Spielen Fußballer nur Turniere?

    Es sind wohl nur wir Schützen die glauben, dass gerade so ein technischer Sport wie unserer durch einfaches Schießen erlernt werden kann. Das kannst Du abhaken, das wird nicht passieren.
    Bestenfalls wirst Du wie 80% der Schützen bei mittelmäßigen Leistungen stagnieren.
    Wenn es jemand besser kann, dann hat er natürlich mehr Talent.

    Momentan schießt Du nur Serien mit vollem Fokus auf das Ergebnis.
    Wenn Du Dir jetzt ein Scatt oder ein anderes System kaufen willst, dann nur, um dasselbe im Trockenen weitermachen zu können.

    Wenn Du aber wirklich weiterkommen willst, dann musst Du, wie no.limits geschrieben hat, Struktur in Dein Training bringen.

    Ich zitiere hier Christian Reitz, der Name sagt Dir hoffentlich was: "Reines Schießtraining bringt leider nicht viel".

    Können aus dem Schussbild irgendwelche Fehler abgeleitet werden?

    Hallo Florian,
    auch meine Antwortet lautet hier "nein".
    Warum ein Schuss im Zentrum sitzt oder nicht, kann vielfältige Gründe haben.
    Eine Zehn war nicht automatisch ein guter Schuss.
    Auch eine Überlagerung mehrerer Fehler kann in einer Zehn enden.
    Mit viel Fantasie erkennt man eine Diagonale von rechts oben nach links unten, was auf Abzugsfehler hindeuten würde.

    Wenn Du wissen willst, ob Du Fehler beim Abziehen machst, dann nimm Dir ein Bügelbrett, stell es vor eine weiße Wand und mache Trockenschüsse gegen die weiße Wand.
    Alles wie beim scharfen Schuss mit voller Konzentration auf die Lage des Korns in der Kimme.
    Was macht das Korn im Moment des Abkommens?
    Bleibt es sauber im Kimmenausschnitt?
    Oder bewegt es sich?

    Sowas gab es auch als Mini-Ampel, aber ich fand die Bedienung zu kompliziert und man musste die "Ampel" direkt vor dem Schützen platzieren.

    Im normalen Leben verwende ich einen handelsüblichen IPSC-Timer, der kann auch 3-7, 10 und 20 Sekunden - aber eben noch viel mehr.
    Insbesondere die Dokumentation jedes einzelnen Schusses (wann gefallen). Das ist für Trainer hochinteressant.

    Ich habe mir mit Excel eine Ampel gebaut.
    Noch variabler geht's nicht und kostet nichts.

    Ab diesem Zeitpunkt verschlechterten sich die Schussbilder der GSP in der Breite dramatisch. Es gab zwar auch noch Läufe die brauchbare Schussbilder brachten wohl aber nicht mehr viele. Die Griffe waren immer noch begrenzt, die Schussbilder aber auch jetzt.

    Vor vielen vielen Jahren war ich mit einem Freund Munition aussuchen.
    Er mit einer älteren GSP, ich mit der Hämmerli 208.
    Am Ende war sein bestes Schussbild in etwa so gut wie mein schlechtestes.
    Von da an hab ich mir das bei der Hämmerli geschenkt und nur noch darauf geachtet, dass sie unter allen Umgebungsbedingungen sauber repetiert.
    Das war leider auch das Manko, das die FAS/Domino und später die Morini (die mit dem Röhrenmagazin unter dem Lauf) eines Mannschaftskollegen hatte.
    Super zu schießen, tiefe Visierlinie, flacher Griffwinkel, gute Möglichkeiten zur Griffgestaltung.
    Alles, was die 208er nicht hat.
    Aber im Wettkampf immer für eine Störung gut.

    -Training allgemein: ich liebäugle ja mit einem Scatt, mit dem ich mein Training zu Hause auch bei Schlechtwetter in der Wohnung durchziehen könnte. Abhalten ut mich hier natürlich der Preis (1800 EUR!!!) , aber auch wein wenig die Vernunft: was bringt mir das Scatt jetzt wirklich? - Wie würde ich es einsetzen? Für "reines" Abzugstraining würde auch ein Mantis oder das Steyr SX System reichen. Würde ich nicht mit einem Scatt wieder das Gleiche machen wie sonst auch: 40er Serien nach Ringen schießen?

    Hallo Florian,

    für ein reines Abzugstraining brauchst du nur Deine Pistole und eine weiße Wand.
    Nimm Dir ein Bügelbrett, so du hast, bau es zwei Meter vor der Wand auf.
    Das ersetzt den stand.
    Und dann kannst Du gegen die weiße Wand trocken den Bewegungsablauf inklusive Doppelatmung trainieren.
    Bei voller Konzentration auf Kimme und Korn und das Abziehen.
    Ohne von der Scheibe abgelenkt zu werden.
    Der Vorteil: ohne Schussauslösung siehst Du genau, was Deine Mündung im Schuss macht.
    Und weil du die Bewegung nicht mehr am schwarzen Spiegel ausrichten musst, kannst Du hier das zügige Auslösen schön trainieren. Und tust, im Gegensatz zum Aufgelegtschießen, auch was für die spezifische Kondition.
    Wenn das dann irgendwann richtig gut klappt, kannst du Dir eine verkleinerte Scheibe aufhängen und den Ablauf da trocken trainieren.
    Das scharfe Schießen dient dann nur der Leistungskontrolle.

    Der Platzbedarf der 5 Schuss inkl einem wie auch immer ausgeführten Magazin ist eine feste Größe.

    Stimmt.
    Aber in meine Hämmerli 208 passen beispielsweise mit etwas Gewalt 10 Schuss.
    Das Magazin, von unten eingeführt, ist natürlich genau so lang wie das Griffstück selber.
    Wird das Magazin von oben eingeführt und entsprechend von der Länge her so gestaltet, dass nur fünf Schuss passen, bleibt unten sehr viel Luft für die Griffgestaltung.

    No.limits (der Name ist Programm)

    Danke no.limits.
    Es sind ja immer die Grenzgänger, die den Sport weiterbringen und auf ein neues Niveau heben.
    Wenn alle immer dasselbe machen, geht nichts vorwärts.
    Und wenn die dann noch aus dem Nähkästchen plaudern, haben auch wir Normalos was davon.

    Dass Christian Reitz wirklich alles optimiert sieht man schon daran, wie er sein Magazin lädt.
    Ich schau ihm auch gerne bei der LP zu.
    Er ist ja das personifizierte Technik-Leitbild des DSB.

    Nach Abgabe des Schusses mit dem Sprung, sollte die Waffe salopp gesagt erstmal sortiert werden, dann wird die Waffe souverän kontrolliert zurück geführt zum Auslösepunkt. Dabei wird langsam ausgeatmet. Ab hier wird der Arm gesenkt mit Blick auf die Visierung es wird weiter langsam ausgeatmet bis zum unteren Totpunkt. (Etwa)
    Die Einteilung und Geschwindigkeit der Abwärtsbewegung ist hier entscheidend.

    Dazu würde der sich ein verändernder Piepton entscheidend helfen die Geschwindigkeit, die Atmung auf die Markanten Punkte zu timen.
    Man ist am unteren Totpunkt die Aufwärtsbewegung beginnt, etwa bei sec 4-5 dann kommt ein schnelles halbes angenehmes einatmen (zum Sauerstoffwechsel) darauf erfolgt ein genauso flüssiges Ausatmen. Man ist jetzt bei sec 6,7-6,9 die Scheibe kommt, souverän erwartet, die Beschleunigungsphase beginnt ……….

    Jetzt wird's interessant.
    Ich lese das jetzt so, dass Du nach dem Ankommen am unteren Totpunkt, der deutlich tiefer liegt als 45°, schon wieder eine ganz langsame Aufwärtsbewegung startest.
    In der Phase erfolgt eine Zwischenatmung.
    Bei 7 Sekunden, wenn die Scheibe kommt, musst Du aber noch unter bzw. maximal bei 45° sein und so langsam, dass es nicht gleich auffällt, dass Du schon in Bewegung bist.
    Und dann kommt die Beschleunigung.
    Du schreibst, dass Du in der Abwärtsbewegung den Blick auf der Visierung hast. Wie weit? Bis ganz nach unten?
    Wann schaust Du dann wieder nach vorne Richtung Scheibe bzw. Ampel?
    Und jetzt würde mich noch interessieren, wie Du das Ganze mit dem Abziehen synchronisierst.
    Wann lässt Du nach dem Schuss den Abzug los, wann nimmst Du wieder Druckpunkt, wann verstärkst Du wie den Druck bis zur Schussauslösung?

    Danke übrigens, dass wir an Deinen Abgründen teilhaben dürfen.

    Eine Sache ist bei der Geschichte auch klar.
    Ein Sportlerleben ist nur kurz.
    Kann sein, dass der Leistungspeak nur einmal auf dem Niveau einer Olympia-Qualifikation erreicht wird.
    Und diese Sportler, ungeachtet ihrer persönlichen Haltung auszuschließen, ist schon die Höchststrafe.
    Ich weiß von einem Westdeutschen Schützen, der sich für die Olympiade in Moskau qualifiziert hatte.
    Als die BRD dort nicht teilgenommen hat, hat er von einem Tag auf den anderen den Sport aufgegeben.

    Dann mach das mal mit einem tieferen Startpunkt und einen weicheren Start, wie das dann kommt?!

    Hallo no.limits,

    den tieferen Startpunkt praktiziere ich seit Jahren.
    Eben weil es dazu nicht so viel Muskelspannung braucht und die Bewegung aus meiner Sicht flüssiger wird.
    Sicher verbesserungsfähig sind aber die Details. Wann bremse ich die Bewegung ab, wann nehme ich die Visierung auf, wann erhöhe ich den Druck auf den Abzug.
    Meine Idealvorstellung für den Duellschuss sieht so aus, dass ich am Ende der Bewegung weich in den Halteraum eintauche und sich dann der Schuss löst. Also praktisch ohne Haltephase.

    Wenn man etwas seit Jahren macht heißt das ja aber nicht, dass es richtig oder nicht verbesserungsfähig ist.

    Wenn ich mir die ISSF-Videos von den SpoPi Finalen ansehe, dann fällt auf, dass die Damen in der Regel eine viel schnellere Bewegungsführung haben und dann eine ganze Weile im Halteraum stehen, bis sich der Schuss löst.
    Die schnellere Bewegung geht ja mit höherer Muskelspannung einher.
    Daher meine Ursprungsfrage.

    Ich habe dann für mich zumindest festgestellt das eine Startphase aus einer ganz leichten flüssigen Bewegung noch vorteilhafter ist für den Start.

    Danke no.limits!

    Heißt das, Du hast bewusst eine Verwarnung in Kauf genommen?
    Die Sportordnung sagt ja sinngemäß, der Arm muss unmittelbar vor Scheibendrehung in Fertighaltung unter 45° und ohne sichtbare Bewegung sein.
    Da gab es doch mal Diskussionen, weil die Franzosen bei OSP den Arm zunächst weiter absenken und dann kurz vor Scheibendrehung auf 45° bringen, allerdings mit Stop.