Trainingstagebuch eines Anfängers (und viele Fragen)

  • Moin

    Ich schieße bei jedem Training zuerst 20 Schuss auf den Kugelfang, dann 20 Schuss auf weiße Scheibe, pro Scheibe 10-5 Schuss je nach dem wie eng es sich abbildet.

    Und dann auf alle möglichen Trainingsscheiben. Aber auch normale Zielscheiben.

    Wenn ich eine Woche vor dem Wettkampf bin schieße ich auf Scheiben mit ausgestanzter Mitte, also ohne dem 9er und 10er Ring.
    Dann kann ich kein Ergebnis zählen und habe diese Zahlen nicht im Kopf im Wettkampf.
    Für mich ist dann wichtig, das kein Schuss (Und wenn nur angekratzt) auf dem Papier zu sehen ist. Also nix schlechter als 9,4 so ca.

    Ja klar sieht man dann trotzdem ein Viertel bis zur Hälfte meiner Schüsse mit den ich die Papierscheibe angeratzt habe...

    Aber so habe ich für mich festgestellt, habe ich den Kopf frei im Wettkampf

  • Hallo Gerrit,

    Der Scheibe nach zu urteilen schießt Du LP. Was setzt Du dir für Ziele bzw. welche Aufgaben oder Schwerpunkte behandelst Du im Training?

    Spürst Du denn, warum deine Schüsse nicht an der Stelle einschlagen, wo Du meinst, abgekommen zu sein. Darin liegt der Trainingsefekt um sich weiter zu entwickeln. In sich hinein hören, wass ist störend im Anschlag, kann ich etwas verändern. So wie Du es beschriebenhast, wirst Du dich meiner Meinung nach nur langsam weiter entwickeln. Trainig lebt von Veränderungen oder wenn es passt vom Automatismus. Auch der muss bewusst trainiert werden

    Ich habe an meinem FWB X 800 diese Woche noch kurz vor der DM-LG Auflage in Dortmund die Flex angesetzt und die Feile benutzt. Frei nach dem Motto: Was nicht passt wird passend gemacht. Nun liegt die Abzugshand noch besser am Griff und Abzugszüngel. Das wurde auch noch auf die rechte Schiene gesetzt. Dazu habe ich noch schweren Herzens das Diopter MEC free sight gegen den Centra Diopter Spy long getaucht und dadurch 80 Gramm Gewicht eingespart. Dadurch passen noch 50 Gramm an die Laufmündung. Erledige ich beim Munitionstest. Termin bei MEC gebucht.

    Gruß Max319

  • Hallo Max319

    Ja ich kann absolut jeden Schuss Ansagen wo der hingegangen war.

    Und ja klar merke ich auch warum der nicht in der Mitte ist wenn einer nicht in die Mitte geht.

    Und ja ich merke auch die richtig guten und lobe mich dafür.

    Mein Trainingsschwerpunkt ist der Automatismus, und vor allem Abzug.

    Und mir ist bewusst das ab einem Schnitt von 9,4 bis 9,5 es nur noch mühsam und schwer voran geht.
    Es stagniert förmlich.

    Einer meiner sehr großen Probleme ist, das wir keinen Trainier haben und ich niemanden habe der mir sagen kann was ich verbessern könnte. Oder wo meine Probleme sind.

    Und das andere ist, was NoLimit schon mal in einem anderen Beitrag treffend gesagt hat, wenn der Kopf nicht frei ist von allen Gedanken die man sich macht über Familie, Arbeit, Freunde… vor allem negative Gedanken, dann ist das Ergebnis direkt 10 Ringe schlechter.

    Und was du geschrieben hast, vor einer Meisterschaft nochmal an der Waffe große Veränderungen vorzunehmen, habe ich mich nicht getraut. Hat mich die Landesmeisterschaft gekostet dieses Jahr. Hatte ein miserables Ergebnis.
    Direkt nach dem Wettkampf alles runter gefeilt und neu modelliert und zack 10 Ringe mehr am nächsten Tag, linkskorn nahezu weg usw…


    Aber somit es nun mal wenn man anfängt was zu verändern um etwas besser zu machen
    Ich habe jetzt ein Dreiviertel Jahr gebraucht das der Griff nun ganz gut passt.

    Aber so ein richtiges trainingskonzept habe ich eigentlich auch nicht.
    Ich versuche so gesehen als Einzelkämpfer mein bestes.

  • Nein ist es nicht, sofern jemand tatsächlich seine Technik verbessern will. Das geht überhaupt nicht, wenn ich auf den schwarzen Fleck schiesse. Warum? Ganz einfach! Wir sind so gebaut, dass unsere Konzentration nur bei einer Sache sein kann. Sobald vorne der schwarze Fleck mit oder ohne Ringzahlen hängt, ist unsere Konzentration beim Zielbild. Wenn ich also mein Auslösen trainieren will, funktioniert das nur im Trockentraining mit der Pistole im Sitzen, auf die weisse Wand sowie beim Schiessen auf den leeren Kugelfang oder die weisse Scheibe. Verlangt Disziplin und Ausdauer, ist aber der einzige Weg zur angestrebten Ziel.

    Da hast Du mich falsch verstanden. Ich wollte damit ausdrücken, dass jemand der sich nur auf das Ergebnis konzentriert Schwierigkeiten haben wird technisch besser zu werden, da ein gutes Ergebnis nicht automatisch aus einer verbesserten Schießtechnik rührt - zumindest wenn es nicht reproduzierbar abrufbar ist.

    Da ich aber aus der SpoPi-Ecke komme, kann ich bei Zehntel-Welten nicht mitreden ;)

    Wenn früher alles besser war, dürfte morgen heute also gut gewesen sein.

  • Das Thema Einzelkämpfer kenne ich auch.

    Unsere Trainerin hat die Ausbildung auch gerade erst gemacht und das aus reinem Selbstzweck um eben neue Inputs zu bekommen für ihr eigenes Schiessen - nicht für das Training anderer.

    Unser Verein hat 20 Mitglieder, da hats halt keine Ressourcen für echte Ausbildung…Österreich ist eben etwas kleinteiliger strukturiert.

    Was ich brauchen würde: ein Erfahrener Trainer, der einfach sieht was falsch läuft und strukturierte Trainings mit uns macht.

    Ansonsten hilft halt kur autodidaktisch lernen und (Selbst)Disziplin.

  • Nein ist es nicht, sofern jemand tatsächlich seine Technik verbessern will. Das geht überhaupt nicht, wenn ich auf den schwarzen Fleck schiesse. Warum? Ganz einfach! Wir sind so gebaut, dass unsere Konzentration nur bei einer Sache sein kann. Sobald vorne der schwarze Fleck mit oder ohne Ringzahlen hängt, ist unsere Konzentration beim Zielbild. Wenn ich also mein Auslösen trainieren will, funktioniert das nur im Trockentraining mit der Pistole im Sitzen, auf die weisse Wand sowie beim Schiessen auf den leeren Kugelfang oder die weisse Scheibe. Verlangt Disziplin und Ausdauer, ist aber der einzige Weg zur angestrebten Ziel.


    Jetzt mach aber mal halblang. Das ist doch Unsinn, was Du da schreibst. Selbstverständlich kann man Auslösen und Abziehen auch auf eine Spiegelscheibe trainieren. Wo hast Du denn die Weisheiten her, dass man Auslösen nur so trainieren kann? Und dann auch noch schreiben, dass sei der einzige Weg.
    Am Ende glaubt das auch noch jemand.

    Einmal editiert, zuletzt von Lanfear (4. Oktober 2025 um 20:30)


  • Jetzt mach aber mal halblang. Das ist doch Unsinn, was Du da schreibst. Selbstverständlich kann man Auslösen und Abziehen auch auf eine Spiegelscheibe trainieren. Wo hast Du denn die Weisheiten her, dass man Auslösen nur so trainieren kann? Und dann auch noch schreiben, dass sei der einzige Weg.
    Am Ende glaubt das auch noch jemand.

    Können tut man schon, wenn man es kann. Ich hab immer wieder die Erfahrung gemacht, es wir bei der ganzen Fixierung auf 10er schnell die Technik vergessen. Dabei ist die Waffe egal. Es schlampig abgezogen, die Nullstellung nicht sauber aufgebaut. Trockentraining ohne Ziel, Kugelfangschießen ist im Endeffekt nur eine Reduzierung der Aufgaben. Der Schütze kann sich besser auf das saubere Abziehen konzentrieren. Bei uns sagen wir dazu stehen und ziehen, immer am ruhigen Punkt abziehen, nachzielen und gut ist es. Hier ist auch eine gewisse Automatisierung notwendig.

    Daher nicht der Einzige Weg, aber Unsinn ist es nicht.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Hallo Gerrit,

    ich bin nur Gewehrtrainer, habe nur so minimal Ahnung vom Gebrauch mit der Pistole

    und dann auch nur LP und KK-Freie Pistole.

    Wenn ich etwas schreibe, ist es für das Gewehrschießen. Den Filter, ist es für Pistole anwendbar, kann ich nicht setzen.

    2. Absatz: Und welche Schlüsse ziehst Du daraus? Es wird doch sicher eine Tendenz geben.

    3. Absatz: Also ein Schuss, bei dem alles stimmig war. Und dann kommt der nächste Schuss?

    Hier ist eventuell ein Fehler! Den guten Schuss solltest Du analisieren, noch einmal genau überlegen, warum er so gut war. Es ist ja Training, da muss nicht ein Schuss dem anderen folgen.

    6. Absatz: Kein Trainer, da hilft nur viel in Fachbüchern über Pistolenschießen lese oder ein Seminar beim DSB oder Landesverband buchen. Allerdings geht auch beides.

    7. Absatz: ich teile die Meinung von NoLimit.

    9. Absatz: Veränderungen brauchen halt Zeit. Und es ist durchaus normal, wenn in Zukunft wieder eine Veränderung ansteht, weil Du zu der Auffassung gekommen bist, Irgend etwas stört noch. Verbesserungen sind selten Entgültig.

    Dein vorstehende Wortlaut ist allerdings nur meine Vermutung, wie dein Training ablaufen könnte.

    Und ja / und Ja ……. deine Antworten scheinen mir etwas genervt, oder irre ich mich da.

    Gut finde ich, das es nicht nur eine drei-Sätze Antwort von dir war.

    Weiterhin viel Erfolg und gute Fortschritte.

    Max 319

  • Moin


    Max319

    Nein ich bin nicht genervt gewesen. Sorry wenn es so rüber kam.

    Und ja du hast recht, ich analysiere die einzelnen Schüsse kaum bis garnicht.
    Sollte ich doch mal damit anfangen…

    Das sind zum Beispiel so Dinge die mir nicht in den Sinn gekommen wären.
    So nach dem Motto, warum soll ich einen guten Schuss analysieren, der war doch gut…

    Ich habe Grundsätzlich zwei Probleme. Die Ruhe im Haltebereich stellt sich meist erst so nach 20-30 Schuss ein aber das ist ok, die meisten bekommen so eine ruhige Haltung nie hin. Um das zu verbessern müsste ich tatsächlich mehr Muskulatur aufbauen, dessen bin ich mir bewusst.
    Dann ab und an die Abzugsfehler.
    Das kommt fast immer durch Gedanken abschweifen.
    Aber das schlimmste ist mein Auge.
    Da kann man so gut wie nichts machen außer mit viel Risiko operieren oder mit links anfangen zu visieren. Bis sowieso Kreuzdominatant als Rechtshänder.

    Es äußert sich so das mir vorm Auge alles verschwimmt. Also Nähe und Ferne. Es wirkt auf einmal so als ob ich durch einen Vorhang schaue.
    Dann verdrehe ich mein Auge mal umkreis und dann schwimmt es mal weg manchmal auch nicht. Und komme aber immer wieder recht rasch wieder zurück.
    Wenn ich gute Tage habe und mein Auge gut mitspielt, dann kann ich wesentlich genauer und öfter in die Mitte sxhießen als wenn ich wieder mal schlecht sehe.
    Ich habe manchmal das Gefühl das ich immauge einen Paralaxefehler bekomme wenn ich bei schlechter „Sicht“ den Schuss abgebe, weil der sehr oft nicht dort ankommt wo ich den gesehen habe.

    Zu Absatz 2: ich versucht tatsächlich auch im Training so viele schlechte Abläufe und Schüsse wie möglich zu erkennen und vor der Schuss Abgabe abzusetzen. Das fiel mir vor 1-2 Jahren noch sehr schwer.
    Es wird auf keinen Fall irgend ein Schuss mit Gewalt rausgedrückt.

    Zu Absatz 3: naja wie du schon geschrieben hast, ja ich mache auch nach einem guten Schuss einfach weiter.
    Nur das ich zu mir selbst sagen das der echt gut war.

    Zu 6: ja habe ich tatsächlich vor.
    Wiesbaden ist nur 55km von mir weg.

    zu 9: ist richtig, ich mache im Training Lp 80-100 Schuss mit 2-3 Pausen dazwischen.
    Aber Schüsse analysieren kommt da eher nicht vor.

  • Daher nicht der Einzige Weg, aber Unsinn ist es nicht.

    Der Unsinn liegt nicht in den Methoden Kugelfang, Weiße Scheibe oder Trocken. Der Unsinn liegt darin, das als einzige gültige Methoden für Auslöse/Abzugstraining zu titulieren. Dass die Methoden hilfreich sein können, habe ich doch gar nicht bestritten.

    Ebenso wenig habe ich bestritten, dass es in der frühen Phase des Techniktrainings oder bei Technikanpassungen sehr hilfreich ist, auf die Ergebnisregistrierung zu verzichten. Dafür gibt es sogar eine Methode: Schießen ohne Beobachtung. Bei Trockentraining hat man diesen Methode mit eingebaut.

    Zum grundsätzlichen Aufbau einer Saison hatte ich hier schonmal was geschrieben:
    Der P8X Klub bei den Meisterschützen

  • LP Schiessen besteht aus mehreren Komponenten,

    Äußerer Anschlag....also das ganze wie ein Zuschauer es warnimmt.

    Fußstellung

    Kopfhaltung

    Winkel zur Scheibe ....etc.


    Das sind alles Dinge die kann man in 20 Minuten erlernen, auch wenn man Wochen braucht um es richtig zu verinnerlichen und an zu wenden.


    Innerer Anschlag etc....Kann man auch viel lesen, lernen....Abläufe probieren etc.....


    Was aber die Vorraussetzungen sind zum LP Schiessen, habe ich den Eindruck werden nur am Rande erwähnt.

    Es wird viel über Trainingsmethoden geschrieben.... Nett......

    Was sind denn die Basics überhaupt...??

    1) Man muss eine LP zur Verfügung haben.

    2) Etwas Luft und Diabolos wären auch ganz nett.

    3) Nicht übel wäre, wenn man die LP überhaupt halten und in die richtige Richtung halten kann. Die Richtung wird nicht das Problem sein, das Halten schon eher. Hier fängt der Pferdefuß erst richtig an.

    3a) Zum Halten gehört sowohl die grundsätzliche Kraft, als auch die Ausdauer um überhaupt die LP am ausgestreckten Arm halten zu können. Jeder Schuss ist vergleichbar damit dass man am ausgestreckten Arm eine Tasse Kaffee einschenkt. Die Haltekraft und deren Ausdauer müssen kontinuierlich trainiert werden. Mein Nachbar ist Bodybuilder der mal eben 2 Kids am ausgestreckten Arm anhebt. Er ist allerdings nicht in der Lage eine LP länger als 5 Sekunden am ausgestreckten Arm zu halten. Danach wirds gefährlich...schaut aus wie Schüttelfrost.

    Hier kann man mit einer "Schnellschusstechnik" bedingt zunächst erst mal Ergebnisse erzielen, die allerdings nur bedingt befriedigend sind. Also bedeutet es Kraft und Ausdauer Pumpen um eine saubere Technik anwenden zu können.

    Hat man die Phase soweit überwunden und bleibt mit den Geschossen auf der Scheibe gilt es das ganze zu verfeinern. Nachdem man erst froh ist die Scheibe zu treffen heisst es nun den persönlichen Halteraum zu suchen und zu finden. Also den Kreis auf der Scheibe der zu einer Anhäufung von 9ern und 10ern allerdings auch 8ern führt. Somit bekommt man laaangsam das Gefühl dafür wo die Lupi überhaupt hin schiesst und ob es Korrekturen Bedarf. Die meisten hier im Forum haben diese Phasen schon lange überwunden und bekommen regelmäßige Ergebnisse die annähernd reproduzierbar sind.

    Aber was ist denn, wenn man seinen persönlichen Halteraum (an sich ca. die 5 unten) nicht findet oder reproduzieren kann ??

    Jeder Fernsehgugger schiebt sich die Kissen so ins Kreuz, dass er bequem liegt und schön seinen Krimi oder Fußball guggen kann. Jeder Autofahrer beginnt mit dem Einstellen von Sitz und Spiegeln und sogar noch dem Lenkrad. Ganz faule haben sogar ein Knöpfchen das den Sitz in die gespeicherte Stellung bringt. Aber warum reiten hier alle auf Trainingsmethoden rum wegen Abzug,....(ist der überhaupt richtig eingestellt bezüglich Position und Abstufung des Abzugsgewichtes ??), Haltung,...weisser Scheibe...Nur Kugelfang ???? Wenn ich auf der weissen Scheibe den ersten Schuss gemacht habe ist die nicht mehr weiss und ich orientiere mich automatisch an den ersten Einschlägen. Nur Kugelfang zum Lockern des Abzugsfingers und dem Konditionieren der Muskulatur macht da schon mehr Sinn. Es gibt aber auch Gummibänder,...Hanteln etc. mit denen ich ähnliches erreichen kann. Hat schon jemand versucht in nicht passenden Schuhen einen Marathon zu laufen ??? Die einzigen Verbindungen zwischen Schützen und Pistole sind die Abzugshand und das Züngel.

    Wunderbar stundenlang sauber abziehen zu üben......macht Sinn wenn der Abzug in geometrie und Kraft nicht auf den Schützen abgestimmt ist. Weiterhin macht es keinerlei Sinn saubere Abzugstechnik zu trainieren, wenn die Hand sich mit jedem Schuss im Griff dreht oder verschiebt.

    Wenn ich die letzten Schussbilder richtig im Kopf habe war das Schussbild insgesamt recht aufgelockert oder aufgelöst was auch darauf schliessen lässt, dass der Kontakt zum Griff nicht gleichmäßig ist sondern halt locker. Da wird die Hand rutschen, da werden einzelne Finger oder Fingerglieder zu viel oder zu wenig Druck ausüben. Die Griffneigung wird nicht optimiert seinum überhaupt zentrisch schiessen zu können. Da wird es viele Druckpunkte geben die die unheimlichsten Ausreisser verursachen und wo sich jeder wundert wo die blöden Dinger her kommen.

    Ich habe hier bislang niemand gelesen, der die Frage stellt wie der Schütze zur Scheibe steht. Jeder LG Schütze ist peinlichst darauf bedacht nicht auch nur einen mm falsch zu stehen. Bei LP Schützen machen wir ein wenig Abzugstraining....super.....passt.

    Hat jemand gefragt wo das Korn steht wenn der Schütze die Waffe hebt ??? Links...rechts oder ist es verschwunden oder zeigt es gen Himmel ??? All diese Richtungen muss der Schütze mit dem Handgelenk korrigieren und wundert sich über gegenteilige Erfolge....Es hat auch niemand gefragt ob das Korn zittert und ob es aus dem Handgelenk zittert, dem Arm oder direkt in der Hand. Radfahrer werden vermessen und ihre Räder auf den mm genau eingestellt. Wir Schützen nehmen es hin, dass ein Holzscheit als Griff dient und machen mal eben .....Abzugstraining......

    Einer meiner aktuellen "Pflegefälle" hatte immer den Drang zu linksschüssen die einfach nicht zu kontrollieren waren. Nach sehr langer Zeit hat er nun eine Züngelvorverlagerung, weil das Züngel sich nicht weit genug nach vorn stellen liess. Eine Verletzung mit starker Vernarbung des Abzugsfingers hat das ganze nicht wirklich einfacher gemacht. Nun steht das Züngel weit genug vorne,....es wurden noch ein paar Streicheleinheiten am Griff gemacht und er schafft auch mal 3 - 5 10er hintereinander. Der kann jetzt anfangen mit Techniktraining und Abzugstraining ..Abläufen etc.. Er hat immer noch seine Ausreisser quer über die Scheibe, aber er kann trotzdem jetzt nach 5 Monaten Griffbearbeitung (total heftiger Pflegefall) und vielen Detailänderungen wie Verteilung Abzugsgewichte etc. sagen warum er wohin geschoissen hat.

    Ich kann es auch in Kurz zusammen fassen:

    So lange die Grundlagen der Griffbearbeitung auch eines Anfängerschützen nicht zumindest grob bis mittelgrob umgesetzt worden sind hat er nur selten die Chance zu erkenn was er warum falsch macht.

    1) Die Kornrichtung muss passen.

    2) Die Kornhöhe sollte zumindest einigermassen passen.

    3) DerGriff sollte keine Druckstellen haben.

    4) Der Griff sollte auch keine Hohlstellen haben.

    5) Die Finger sollten einen 90 grad Winkel zu Lauf haben soweit es der Griff von der Grundstruktur her zu lässt.

    Diese 5 Dinge lassen sich innerhalb von ca. 45 Minuten mit etwas Schleifgerät und Spachtelmasse oder sogar nur Kinderknete einstellen, und man hat eine Grundlage gelegt um überhaupt ein sinnvolles Training absolvieren zu können.


    Ich kann natürlich auch mit ein paar wesentlicheren Dingen beginnen wie Abzugstraining oder Doppelatmung....und was es sonst so nettes gibt.

    Ja diese Dinge haben ihre Berechtigung und sind auch notwendig, aber was nutzt mir das beste Training wenn ich in den schlechtesten Schuhen Fußball spielen soll oder einen Marathon laufen.

    Es ist bestimmt nicht notwendig einen Griff für einen Anfänger bis ins letzte Detail an zu passen, das wäre Perlen vor die Säue, da sich gerade bei einem Anfänger noch so viele Details im Ablauf und in der Kraft verteilung etc. ändern werden. Er weiss doch auch gar nicht wie sich die Dinge am Griff auswirken. Manche machen gar nix,...andere sind essentiell. Es gibt so viele Griffe die sich super anfühlen und mit denen man nix trifft.....Das Ziel sollte doch sein seine Krücke so bequem wie möglich zu gestalten damit man es zumindest bequem hat.

    Aber wahrscheinlich liege ich wie immer völlig falsch und weiss grad nicht was ich hier schreibe.....Altersgerechte Demenz halt....


    Matze

  • Matze1965

    Du hast da schon recht, ohne vernünftiges Fundament wackelt jedes Haus. Nur geht man immer davon aus, dass die Basics vorhanden sind. Hier werden ja immer Ferndiagnosen gestellt, die sind grundsätzlich fehleranfällig.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Ferndiagnosen müssen nicht Fehleranfällig sein, man muss nur die richtigen Fragen zur rechten Zeit stellen. Es gibt Fälle wo auch ich bei Ferndiagnosen passe, da gehts dann halt mit Whats app weiter oder man muss sich entgegen kommen,....entweder auf dem einen Stand oder einem anderen. Es kann doch nicht sein, dass jeder der ein wenig helfen will oder eine Idee hat mal eben davon aus geht was das Gegenüber so alles schon kann oder gelernt hat. Wir sind doch keine Hellseher, gehen aber trotzdem davon aus dass......öööhhmm,...joar ...passt. Das ist einer der Gründe warum ich viele Hilfen gar nicht mehr im öffentlichen Thread anbiete sondern ausschliesslich per Konversation oder whats app.

    Ich ertappe mich auch immer wieder wenn ich auf nem Stand bin dass ich Hilfestellungen geben möchte, wobei sich häufig genug heraus stellt dass derjenige das erste mal freihand LG schiesst,....dazu habe ich ein zu starkes Leistungsdenken als dass ich mich da zurück nehme. Aber...da muss ich dann tief durchatmen und halt akzeptieren, dass derjenige noch gar nichts mit den kleinen Tricks oder Einstellungen anfangen kann.

  • Meine Erfahrung ist, fast in allen Bereichen werden nur bedingt die richtigen Fragen gestellt, meist wird die Fehlerbeschreibung/Ursachenanalyse des Betroffenen recht unkritisch übernommen. Gerade im Vertrieb erlebt man oft, dass dann darauf herumgeritten wird. Oft muss man die Wahrheit mühsam erforschen, die Betroffenen sind sich öfters selbst nicht klar an was es liegen könnte und es wird einfach die erstbeste Vermutung genommen. Da ist man schnell auf dem Holzweg. Am Stand sehe ich in fünf Minuten meist mehr, als mir der Betroffene beschreiben kann.

    Dazu kommt jeder hat seine Entwicklung hinter sich, hatte ähnliche bis identische Probleme. Da neigt man einfach dazu, die eigenen Herangehensweisen zu übertragen.

    Nicht jeder nimmt Ratschläge an. Typischer Kommentare, „Geht nicht“ oder „Hab ich schon immer so gemacht“. Da kann man es bleiben lassen.

    Wenn sich jemand tiefer mit der Materie auseinandersetzt hat, dann gehe ich davon aus, dass er die Basics kann.

    Soweit ich das hier überblicke, hat sich Proton in den letzten vier Wochen verbessert, von 308 auf 318 mit Trend zu 330. Ich geh mal davon aus, bei der Pistole muss sich, wie beim Gewehr vieles automatisieren, da darf man nicht zu lange nachdenken müssen. Die Zeit bis zum Schuss ist ja nicht unendlich und wird mit zunehmendem Alter kürzer. Das braucht seine Zeit.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

    2 Mal editiert, zuletzt von jomei (6. Oktober 2025 um 10:14)

  • Danke!

    Das waren ja jetzt wieder einige fundierte Themen, aus denen ich wieder einiges mitnehmen kann :)


    Ich versuche ein wenig zu sortieren, was mich aktuell "umtreibt":

    -Griffthematik: das ist immer noch nicht abgeschlossen, ich warte hier sehnsüchtig auf den Meshpro-Griff als Vergleich zu meinem Steyr Standardgriff. Die Ansätze von Matze sind hier schon sehr gut "wo steht das Korn" etc. - hier gibt es noch einiges für mich zu erforschen. Das der jetzige Griff nicht passt, ist mir soweit klar und wird mir mit zunehmender Praxis auch immer logischer; Hier kann ich mir auch im Trockentraining mal vornehmen ein paar Blindanschläge auszuwerten - mein Korn passt weder von Höhe noch von Mittigkeit sicher nicht. Problematisch ist hier auch meine Kreuzdominanz; im Blindanschlag führe ich die Waffe automatisch immer an das falsche Auge.


    -Training allgemein: ich liebäugle ja mit einem Scatt, mit dem ich mein Training zu Hause auch bei Schlechtwetter in der Wohnung durchziehen könnte. Abhalten ut mich hier natürlich der Preis (1800 EUR!!!) , aber auch wein wenig die Vernunft: was bringt mir das Scatt jetzt wirklich? - Wie würde ich es einsetzen? Für "reines" Abzugstraining würde auch ein Mantis oder das Steyr SX System reichen. Würde ich nicht mit einem Scatt wieder das Gleiche machen wie sonst auch: 40er Serien nach Ringen schießen?

  • -Training allgemein: ich liebäugle ja mit einem Scatt, mit dem ich mein Training zu Hause auch bei Schlechtwetter in der Wohnung durchziehen könnte. Abhalten ut mich hier natürlich der Preis (1800 EUR!!!) , aber auch wein wenig die Vernunft: was bringt mir das Scatt jetzt wirklich? - Wie würde ich es einsetzen? Für "reines" Abzugstraining würde auch ein Mantis oder das Steyr SX System reichen. Würde ich nicht mit einem Scatt wieder das Gleiche machen wie sonst auch: 40er Serien nach Ringen schießen?

    Hallo Florian,

    für ein reines Abzugstraining brauchst du nur Deine Pistole und eine weiße Wand.
    Nimm Dir ein Bügelbrett, so du hast, bau es zwei Meter vor der Wand auf.
    Das ersetzt den stand.
    Und dann kannst Du gegen die weiße Wand trocken den Bewegungsablauf inklusive Doppelatmung trainieren.
    Bei voller Konzentration auf Kimme und Korn und das Abziehen.
    Ohne von der Scheibe abgelenkt zu werden.
    Der Vorteil: ohne Schussauslösung siehst Du genau, was Deine Mündung im Schuss macht.
    Und weil du die Bewegung nicht mehr am schwarzen Spiegel ausrichten musst, kannst Du hier das zügige Auslösen schön trainieren. Und tust, im Gegensatz zum Aufgelegtschießen, auch was für die spezifische Kondition.
    Wenn das dann irgendwann richtig gut klappt, kannst du Dir eine verkleinerte Scheibe aufhängen und den Ablauf da trocken trainieren.
    Das scharfe Schießen dient dann nur der Leistungskontrolle.

  • Und immer dran denken, wenn dein Anschlag nicht passt, dann kannst du so sauber Abziehen wie du willst, es klappt nicht richtig.

    Du bist ja so bei 320/330, da halte ich Scatt auf eigene Faust nicht für zielführend.

    Wichtig ist einen Ablauf konsequent einzuüben. Also so grob: Anschlag aufbauen, 0-Stellung präzise einrichten (min. auf der Scheibe), Bewegungsablauf und Atmen, sauberes Abziehen und nachhalten. Die Pistolenprofis mögen mich berichtigen.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^