Aber man sollte sich auch fragen, warum z.B.:
- Fußballer jetzt wieder spielen dürfen, Sportschützen aber keinen Schuß einzeln auf dem Schießstand abgeben dürfen.
- Man Böötchen fahren darf, aber nicht auf der Parkbank ein Buch lesen.
- plötzlich Malu Dreyer ganz rigeros dagegen ist, Risikogruppen mehr zu schützen als die, die die Wirtschaft am Laufen halten müssen
- und einfach mal ausrechnen, wann bei ca. 5000 Neuerkrankungen pro Tag wir bei 70% der 80+Mio-Bevölkerung "durch" sind und eine ausreichende Grundimmunisierung haben. Einfach mal den Taschenrechner in die Hand nehmen.
- Die Fußballer SPIELEN bisher nicht sondern trainieren "lediglich". Der kleine UNterschied zu dir und deinem Schießstand: Es sind Profis, die ansonsten in ihrer Berufsausübung gehinder werden. Wie dir vielleicht aufgefallen ist, sind im wesentlichen nur Firmen geschlossen, wo Kundenkontakt besteht, über den das Virus weitergegeben werden kann. Produzierendes Gewerbe darf gerne weiterarbeiten. Das dabai dann auch blöde Sachen vorkommen, wie die 3 Kollegen, die nicht mehr mittels Fahrgemeinschaft gemeinsam zum Dienst fahren dürfen, dort aber gemeinsam in den Dienstwagen steigen, um zur Baustelle zu fahren, ist sicher nicht nachvollziehbar, aber es gibt schlimmeres.
Die Fußballer trainieren nur in Kleingruppen und mal sehen, ob das mit dem Spielbetrieb in den Profiliegen tatsächlich noch mal klappt. Ich hoffe nicht, da ich das Ganze nicht für "Systemrelevant" halte und auch bei Geisterspielen schon vorherzusehen ist, dass alle zu Hause in Gruppen vor dem Sky-Fernseher hängen werden statt in der Öffentlichkeit.
- Wenn du auf der Parkbank ein Buch lesen möchtest, komm nach NRW, da darfst du das noch, wenn der Park (auch der Böötchenverleih) nicht wegen zuvieler Menschen generell geschlossen ist. Ansonsten ist das halt ein Sonderweg einiger besonders eifriger Ministerpräsidenten/-innen. In Meck-Pomm darf ich ja auch nicht in meine Zweitwohnung.
- Das mit Malu Dreyer ist auch eine Frage der Sichtweise und wie man es formuliert. Bei dem Interview heute in den Tagesthemen ging es darum, dass man die Risikogruppen nicht "wegsperren" soll, um die anderen wieder raus zu lassen. Das ist aus meiner Sicht was anderes als "Risikogruppen durch "einsperren" mehr zu schützen. Es sollen alle gleich behandelt werden und Maßnahmen gefunden werden, die alle gleichermaßen betreffen. Und das sehe ich auch so. Was nötig ist, ist notwendig, egal ob für einen Risikogruppenangehörigen oder einen nicht vorgeschädigten 30-jährigen, der aber auch schon gestorben ist.
- Ich gehe allerdings mit dir konform, dass das mit der Herdenimmunität kaum funktionieren kann. Bei 84 Mio Bevölkerung und 60% Durchseuchung und einer letalität von 0,4% (was der Wert aus Prof. Streeks NRW-Studie ist, der ja schon extrem tief liegt) wären das immer noch über 200.000 Tote. Die will bestimmt keiner! Aus meiner Sicht ist das Ganze nur ein psychologischer Trick, um der Bevölkerung zumindest EINE Möglichkeit aufzuzeigen, auf die man hinarbeiten kann (und in der Hoffnung, dass keiner nachrechnet). Ein Medikament hat man halt noch genauso wenig wie einen Impfstoff und irgewndetwas braucht der "einfache Mensch" halt für seinen Glauben.
Übrigens, wenn du in deiner Glaskugel DIE Lösung siehst, wie man einfach aus der ganzen Sache raus kommt, sag es uns einfach und lass uns nicht dumm sterben. Und auch einige verantwortungsvolle Politiker (es sind nämlich sicher nicht alle nur auf ihren eigenen Vorteil aus und gehen dafür sprichwörtlich über Leichen) werden dir sicher dankbar sein.
Bis dahin bin ich weiterhin der meinung, wir sollten uns da nicht zu wichtig nehmen. Die Welt hätte sich vorher weiter gedreht und wird es auch weiterhin tun.