Beiträge von Carcano

    Na also, geht doch.

    Der ISSF D-Kurs ist eine Kurzausbildung der unteren Stufe, die dort greifen soll, wo es noch keine nationale Ausbildungsstruktur gibt. Er liegt über dem in manchen deutschen Landesverbänden vorhandenen Vereinstrainer oder VÜL und unter dem deutschen C-Trainer.

    Im französischen Muster wäre er vielleicht in etwa dem Initiateur de Club vergleichbar (ohne den dortigen starken Praxisteil). Die französische bedarfsnahe Zweiteilung ist ja diejenige von Animateur de Club und (darüber ) Initiateur de Club.
    http://www.fftir.org/images/documen…_18.09.2014.pdf
    http://www.fftir.org/images/documen…_18.09.2014.pdf
    Darüber gibt es natürlich in Frankreich auch noch eine Reihe höherer Weihen.


    Es ist doch aus meiner Sicht klar strukturiert

    Ja.

    Zitat

    und auf den Bedarf der Vereine ausgerichtet.

    Nein.

    Zitat

    Die Ausbildungsordnung selbst ist ja vom DOSB vorgegeben.


    Nein.

    Zitat

    Daher sind die Schützen auch die einzigen, die einen C-Trainer Leistungssport kennen. Den gibts in anderen Sportarten nicht.


    Tja. Jedem seinen eigenen Blödsinn. Vielleuicht hat der Rasenkraftsportverband ja einen Trainer Tauziehen linksdrehend und einen Trainer Tauziehen rechtsdrehend?

    Zitat

    Und ganz ehrlich: Ohne Vorwissen und die vorherigen Kurse ist aus meiner Sicht ein C-Schein auch nicht machbar.

    Unfug. Und den Fußpflegeschein ja nicht vergessen. Gender course diploma sowieso.

    Carcano

    Wie Carcano schon öfter sehr pointiert schrieb, sind die Zugangshürden zur DSB-Trainerausbildung sinnlos hoch.
    Was man alles vorher für Papierchen bringen muß ...

    Ja. Ich hatte dazu schon einmal aus einer Website zitiert. In ihr wird man einen unserer regelmäßigen Forumsposter wiederfinden, der sich schon oft und kundig geäußert hat. Er ist selbst B-Trainer und seine ganze Familie ist enorm engagiert.
    Wie es so geschieht: es gab einmal einen verschnarchten kleinen Priovinzverein, an dem nichts, aber auch überhaupt nichts Interessantes war. Und dann kam eine Person und hat mit Engagement und mit viel viel familiärem Rückhalt den Verein hochgebracht und sportlich landesweit bekannt gemacht.

    Zitat

    Im Meisterschaftsbetrieb haben die Sportler des Vereins 40 Medaillen bei Kreismeisterschaften gewonnen. Dazu kamen 27 Medaillen bei Gaumeisterschaften und 18x Edelmetall bei den Landesmeisterschaften. Allein 9 Landesmeistertitel gingen im vergangenen Jahr nach XY. Dazu kamen zwei Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften

    Ein bekanntes vergleichbares Beispiel aus meiner eigenen Region (SBSV) ist z.B. die Schießsportabteilkung der ESV Weil am Rhein. Verschlafener und provinzieller konnte man sich gelegentliches Bumm-Bumm-, Piff-Paff- Schießen (kein "Sport"!) gar nicht verstellen, als diie Blaschkas sich dieses Vereins annahmen. Und schaut, wo er heute steht.
    Aber zurück zum Thema:

    1. Wichtig ist zunächst einmal ein niedrigschwelliges Angebot. 'Es muss Leuten den Einstieg leicht machen. Das guilt übrigens nicht nur nur für Ausbilddung, sondern auch und vor allem für sogenannte "Vereinsämter" und gar noch "Verbandsämter". Die Führungsakadenmie des DOSB hat das eigentlich schon länger verstanden. Die Schützen aber weigern sich, buddleln sich mit dem Kopf noch tiefer in den Sand ein (immerhin ist's da unten feucht und etwas kühler als im gleißenden Licht an der Oberfläche) und jammern ungebrochen verdrießlich, dass sich weniger und weniger Freiwillige für "das Ehrenamt" finden, und es immer schwieriger werde, die Strukturposten zu besetzen --- tja, dann sollte man sich doch vielleicht mal fragen, ob es nicht eher am überlebten und nicht mehr zeitgerechten Zuschnitt der Strukturposten liegt, als an den Leuten? Denn die Bereitschaft, sich irgendwie zu engagieren, die ist nach wie vor vorhanden. Die Vereine und Verbände können sie nur oft nicht abrufen - und daran sind sie selbst schuld.

    2. Wichtig ist zweites ein BEDARFSorientiertes Abngebot. Man muss das anbieten, was die Leute interessierrt, und was von den Leuten gebraucht wird, Und nicht das, was man schon immer angeboten hat, weil's halt dazugehöört, und weil esTeil des unhinterfragbaren Kanons ist. Der BSSB hat das zum Teil (!) schon durchaus begriffen; die meisten anderen Landesverbände nicht einmal in Ansätzen.

    3. Aus- und Fortbildungen sind keine "Ehre", die Auserwählten gnädig zuteil wird. Sie sind ein Angebot, das beworben und schmackhaft gemacht werden muss, und von dem möglichst viiel (!) abgesetzt werden muss. Auuch dafür fehlt in den Strukturen des DSB JEDES Verständnis (mit, wie gesagt, der einen oder anderen schönen Ausnahme).

    4. "Wer sich freiwillig meldet, wird bestraft!" Alter Reichswehr-Grundsatz, und ehernes Struktzurprinzip des Ehrenamts im Schützenwesen. Wer einmal drin ist, wird mit Bei- und Mitämtern überladen, und lässt sich's oft noch gefallen (weil: "sonst macht's ja keiner"). Wer an zwei Wochendtagen als Kampfrichter bei Meisterschafterschaftenj helfen würden, wird für fünf zwangsrekrutiert. Resultat: Überlastung, Frust, Ausbrennem, mangelnder Nachwuchs.

    5. Das wichtigste für jeden Verein ist ein ausgebildeter Vereinstrainer oder Clubtrainer. Der kann u.U. hoch qualifiziert sein, oder nieder. Aber es muss ihn geben. In den meisten Schützenvereinen in Deutschland existiert er leider nicht; in den meisten anderen Sportvereinen dagegen ist er selbstverständlich.
    Nun: Bayern gehört bekanntlich nicht wirklich zu Deutschland und ist auch insofern eine atypische Ausnahme. Den sogenannten "Vereinsübungsleiter" (zu diesem kontraproduktiven Namen noch später) gibt es da tatsächlich öfters, und es wird regelmäßig dezentral (!) hierfür ausgebildet, meiner Erinnerung nach in zwei Ganztagsmodulen an einem Wochenende. Das ist für viele Freiwillige gut zu stemmen.

    6. Der Name "Vereinsübungsleiter" ist natürlich unmöglich. Er klingt nach Turnvater Jahn, nach Riegenführer, Antreten und Abzählen, nach Völkerball und ausgelaufenem Kakao, nach Turnbeutel und miefigen Umkleiden. Vergesst es. Was gemeint ist, ist der Trainer. Nennt ihn oder sie also auch so.

    7. Das französische System ist im Ergebnis des Leistungssports nicht sooo viel besser als das Deutsche. Eher sogar etwas schwächer. Aber im Jugendbereich und in der Trainerausbildung ist es uns WEIT voraus. Dort ist Trainerausbildung nämlich kein leerlaufender Selbstzweck mit Hürdenspringen und möglichst viele Voraussetzungen einsammeln (so wie bei "Spiel ohne Grenzen" seligen Angedenkens), sondern am tatsächlichen Vereinsbedarf orientiert.

    8. Aus einer Website. Zum Thema "Förderung" des freiwilligen Engagements - Motto: wenn Ihr schon Eure Zeit für andere opfert, dann müsst ihr dafür auch zahlen!
    "Wir freuen uns natürlich sehr über die Anerkennung unserer Jugendarbeit. Besonders begrüßen wir die Unterstützung unserer jungen Assistenztrainerin C., die es zusammen mit unserem zweiten Assistenztrainer M., trotz Kaderzugehörigkeit und Schulausbildung schafft, die Zeit für das Anleiten und Trainieren unserer Neuzugänge im Schülerbereich zu erübrigen. Die Sportjugend Hessen übernimmt für C. die Lehrgangskosten für die noch ausstehenden Lehrgänge zum Schießsportleiter und Trainer C.
    Natürlich hatten wir auch für M. auf ein Stipendium gehofft. Leider wurde aber nur ein Bewerber berücksichtigt. Er steht C. bei seinem Engagement in nichts nach und hätte das Stipendium ebenso verdient."

    Und um den abschreckenden Hindernislauf mal richtig zu beleuchten:

    Zitat

    "Unsere beiden Assistenztrainern für die Disziplin mehrschüssige Luftpistole C. und M. haben sich auf den Weg zu ihren Trainerlizenzen gemacht. Für die eigentliche Trainerausbildung müssen die Beiden zahlreiche Vorstufenqualifikationen erwerben. Der Nachweis über die erste Hilfe mit 16 Stunden war da das kleinste Problem. C. hat die erforderliche Waffensachkunde bereits absolviert. Für M. steht sie im Oktober auf dem Programm. Im nächsten Schritt haben unsere zwei C-Traineranwärter dann die Jugendbasislizenz in Angriff genommen. Hier werden die Grundlagen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Schießsport erarbeitet. Rechtsgrundlagen, Entwicklungsphasen, kindgerechte Gestaltung von Übungsstunden waren die Themen für den 20 Stunden umfassenden Lehrgang. Die Jugendbasislizenz ist nötig, um die waffenrechtlich gebotene besondere Obhut über Kinder und Jugendliche im Schießsport ausüben zu können. C. und M. haben ihre bisherigen Erfahrungen als Assistenztrainer und ihren Kaderhintergrund gut in die Ausbildung einbringen können und mit Erfolg teilgenommen. Unsere beiden Traineranwärter werden die Lizenz aus rechtlichen Gründen allerdings erst mit ihrer Volljährigkeit erhalten. Im Herbst ist dann noch der Schießsportleiterlehrgang zu absolvieren, bevor die eigentliche Trainerausbildung im Januar beginnt."

    Fehlt nur noch der Fußpflegeschein, die Diätassistentenausbildung (gute Erbnährung ist wichtig für Sportler!) und der Gender-Awareness-Kurs mit Diplom. Alles gaaaanz wichtige Voraussetzungen für die Trainerarbeit, zweifellos. Muss man unbedingt noch fordern.. weil, sonst könnte da ja jeder kommen !

    Carcano

    Es gibt wohl Stimmen, welche die Auffassung vertreten, dass das Betreiben einer Onlineplattform über die derartige Gegenstände vermittelt werden für die eine Erwerbserlaubnis erforderlich sind, den Verdacht nahelegen ... Vielleicht schreibt Carcano etwas dazu. Würde mich auch interessieren, ob das so heiß gegessen wird oder nur der Paranoia einiger Forenbetreiber entspringt.

    EGun hat sich im Nachhinein eine Waffenhandelserlaubnis beschafft. Ein ursprünglich geführtes Ermittlungsverfahren wurde auf wundersame Weise eingestellt n(und das ausgerechnet unter der Ägde des RP Darmstadt !). Dass es auf eGun nun seinerseits eine Reihe von "Vermittlern" ohne WHE gibt, es noch einmal eine andere Sache. Aber die Behörden gehen dem regelmäßig nach.

    Grundsätzlich richtig ist nämlich die Aussage, das auch das "bloße" gewerbliche Vermitten von Waffen eine erlaubnispflichtige Tätigkeit darstellt, steht ja so im Gesetz. Das bloße offene Einstellen einer Nachfrage oder eines Verkaufsangebots in eine Online-Plattform ist aber kein "Vermitteln"; genauso wenig wie es Kleinanzeigen in Printmedien sind.

    Carcano

    Ja, Califax:
    Die Grundidee ist ja, dass jeder Verein, der auch tatsächlich Zuwachs hat (zumindest als Ersetzung der Abgänge), auch einen Vereinstrainer oder Clubtrainer hätte. Wer natürlich nur noch auf die Selbstauflösung wartet, braucht den nicht. Und genau diese Idee liegt dem französischen Modell zugrunde.

    Hinzu kommt noch die Überlegung, das die Ausbildung vor allem des Trainers C-Basis, aber zunehmend (!) auch die Ausbildung des Trainers C-Leistungssport sich nicht mehr nur auf (zunehmend imaginär) vorgestellte Kinder und Jugendliche als Trainingsteilnehmer fokussieren darf, sondern immer stärker auch das Training mit breitensportlich interessierten Erwachsenen und mit leistungsbereiten späteren EInsteigern ins Auge fassen muss. Auf das Beispiel von Khongorzul Tsagaandalai haben ich hier im Forum ja schon 2011 hingewiesen: 4 Jahre, nachdem sie erstmals geschossen hatte (mit 16 oder 17), war sie Weltmeisterin.
    Die anderen Sportvereine haben das auch längst erkannt.

    In Deutschland dagegen bildet der DSB in den meisten Landesverbände am Bedarf vorbei aus. Man bietet etwas an, das schön ist, aber oft weit mehr als die Leute brauchen und wollen, und macht umgekehrt dann auch die Hürden unnötig hoch und den Zugang unnötig schwer. Die ISSF ist da übrigens - wieder einmal - viel vernünftiger mit ihrer eigenen Trainerausbildung.

    Carcano

    jeder von uns ist mal angefangen und hatte seine Schwierigkeiten, man macht die Lehrgänge heute ja noch mehr als damals und nach Möglichkeit den Trainer C. Es wird einem das Hirn voll geblasen mit Gesetzen, Richtlinien und vieles mehr.


    Da hat Kogge schon recht. Deutschand hat - wie wär's auch anders zu erwarten - im Schießsport ein ziemlich detailliertes und ziemlich überbürokratisiertes Ausbildungswesen. Nur das, was tatsächlich gebraucht wird, das ist Mangelware. Stattdessen müssen Interessenten durch immer neue Ringlein hüpfen, quali als Beschäftigungstherapie.

    Das vorgegebene DOSB-Konzept wurde gedankenlos 1:1 übernommen (was der DOSB weder verlangt noch erwartet hatte). Um die Eigenheiten und Notwendigkeiten der eigenen Sportart kümmerte man sich bei dieser Übernahme nicht, stattdessen schwelgte man in Jargon.
    Und so wird nun inzwischen munter am Bedarf vorbei ausgebildet, und gegen jeden Hinweis auf die Realität bleibt man immun. Aber dazu habe ich hier ja schon (sehr) viel geschreben, deshalb kann ich mich kurz fassen mit diesem Hinweis.

    Carcano

    Von Heena Sidhu gibt es Photos in genau derselben bewusst verspannten Anschlagshaltung mit der Luftpistole. Interessant.

    exotische Waffe und hübsche Frau - was willst du mehr ......


    Ich werde meine kenianische Schützenfreundin überreden, entweder mit der Agner M 80 oder mit der Ziegenhahn Mod. IV zu posieren, am besten mit beiden. Dann wäre von A bis Z alles abgedeckt.


    Carcano

    Es geht nicht um meine Vorstellung, was ein Verein so alles betreiben kann. Ich kann mir vieles vorstellen, und viele Optionen sind in meinem Posting beispielhaft und recht divers beschrieben.

    Es geht darum, was der ZWECK eines "Tages der Offenen Tür" ist. Du weißt es nicht. Du verwechselt "Zweck" mit Zweckerreichungsmaßnahmen.