Beiträge von Carcano

    Ich hab's mit Interesse gelesen, auch das Gekeife in Facebook. "Zänkisch" nannte man das in den Piraten der Karibik, glaube ich. Nein, *nicht* Katja. Sondern die zu fast 100 % männliche Diskussion in FB. Vielleicht lassen sich ein paar Fakten beisteuern:

    1. Schauplatz des Schauspiels ist der NDSB, also der (im wesentlichen) schleswig-holsteinische Landesverband des DSB. Der NDSB ist ein kleinerer und sportlich nicht so arg herausragender Verband.
    Innerhalb der (natürlich nur sehr grob und vereinfacht so genannten) "Blöcke" im DSB - die ja eher lose Assoziationen sind - gehört der NDSB zu den traditionelleren und, na sagen wir mal, weniger waffenfreundlichen. Ebenso wie der NWDSB, NSSV und HSV.

    2. Der Kreisschützenverband Neumünster hat sieben Mitgliedsvereine. Drei von ihnen haben die Stadt Neumünster im Namen. Der hier gegenständliche Schützenverein von 1869 e.V. ist der älteste, wohlhäbigst-bürgerlichste und traditionellste. Er ist, wen wundert's, auch der weitaus größte.

    3. Das Pistolenschießen (mit Patronenwaffen, um die es hier in der Diskussion allein geht) ist im NDSB jetzt nicht so arg prononciert. Ich zähle landesweit gerade mal drei Vereine (manche sagen zwei, andere vier), die in den Landesmeisterschaften in den Pistolendisziplinen die meisten Medaillen holen. Der besagte Verein gehört NICHT dazu. Und er taucht jedenfalls in den Pistolendisziplinen kaum in den LM irgendwie unter den Teilnehmern auf. (Fast) Nur der 1. Vorstand schießt da (persönlich auf ordentlichem Kreisniveau).

    4. Ein viel kleinerer Verein aus Neumünster, vielleicht ist es ja eine Abspaltung von dem ersteren, ist da pistolenmäßig deutlich aktiver.

    5. Der besagte hier angegriffene ältere und größere Verein hat aber eine BDMP-SLG, die auf der Vereinsanlage sogar pöhse pöhse "PAMPGANS" indoor Mehrdistanz schießen darf. Also gaaanz üble Amokläufer- und Zuhälterwaffen. Oder so ähnlich (das denken zumindest manche im DSB). :P
    Also sooooo ganz waffenfeindlich und großkaliberfeindlich mutet mich das nicht an.

    6. Wenn ich einem Verein beitrete, wo wenig Pistole geschossen wird (jedenfalls nicht mit gewissem Anspruch), dann wundere ich mich vielleicht auch nicht allzu sehr darüber, dass der Verein mit der Zuarbeit für verbandliche Bedürfnisbescheinigungen etwas restriktiver sein mag als, na vermuten wir mal, z.B. der Rendsburger Pistolenclub.

    7. Es steht - so möchte ich denken - eigentlich jedem Mitglied frei, seine GK-Kurzwaffen über den BDS, den BDMP oder die DSU laufen zu lassen. Oder gibt es da irgendein Verbot?

    Carcano

    Ich sehe, Strindberg hat sich jetzt schon mehr Wissen für die IZH-35 verschafft als Bernd jemals haben wird. Beachtlich.

    Nachdem Strindberg meiner Frage nach dem sinnvollen Adressaten einer etwaigen Antwort aber erwiderte: "Das Forum und interessierte Leser/innen im allgemeinen doch bestimmt, oder? :)", sollte ich ihm und ebenso auch den nicht vernagelten Foristen vielleicht doch antworten, zumal ich von der IZH-35 zwar nicht ganz, aber doch annähernd soviel Ahnung habe wie umgekehrt no.limits von der MG2.

    Die optische Anmutung bei beiden Waffen ist zunächst einmal etwas gewöhnungsbedürftig:

    während die MG2 ungefähr den Charme und die Designeleganz einer elektronischen Toilettendrosselspule auf einem Borg-Kubus hat, und ein spilleriges Plastik-"Magazin"röhrchen (nie war ein Diminutiv so begründet), das schon beim Anschauen zusammenzubröseln scheint (tut es aber dann doch nicht !) ,

    so wirkt die IZH-35 meistens (es gab im Laufe der Produktion geringfügige Änderungen am Griffstück/Rahmen) wie das erste Lehrstück von Aljoscha dem Grobschmied, der seinen Wehrdienst in der Roten Armee als Feldbüchsenmacher ableistet. Und wie viele russische Waffen lässt sie sich auch mit einfachsten Bordmitteln reparieren. Lustig, dass dann die begeistertsten Bastler und ewigen Spachtler (wie Bernd) gerade diese Qualität auf einmal abwerten wollen.

    Zur Genese:

    mag könnte versucht sein, die IZH-35 als eine leicht entfeinerte FWB-93 zu charaktisieren, die alle Züge des Originals trägt, die aber mit matter Brünierung grober Bearbeitung (außer dort, wo's drauf ankommt) weniger schmuck aussieht und die vor allem etwa 1/10 kostet (Vergelich gebrauchte IZH-35 zu neuer FWB-93; verglichen zu einer gebrauchten Feinwerkbau ist Verhältnis annäherend 1:4 oder 1:5). Das träfe es ganz gut in der Abbreviatur. Es wäre aber streng genommen nicht richtig, denn sie sind eher zwei uneheliche Geschwister, zu denen jetzt nach Jahrzehnten noch ein weiteres gekommen ist, der Schoß war fruchtbar noch (gezeugt im Rahmen des neuen Autarkieprogramms des Reiches aller Reußen nach dem Waffenembargo aufgrund der Ukrainesanktionen, doch davon vielleicht noch einmal später).
    Tatsächlich gehen sie alle zurück auf Efim Khaidurovs (Haidurov's) legendäre HR-30. Während die HR-30 aber immer eine weitestgehend handgefertigte Kaderwaffe blieb, ist die IZH-35 eine für die ökonomische Fabrikfertigung ausgelegte und in großen Mengen exportierte Waffe. In der Sowjetunion blieb sie freilich Kaderwaffe; das Schützenvolk hatte, wie auch sonst im Ostblock, Margolins. Heute ist sie nicht mehr der letzte Schrei wie damals, als sie eine Reihe Medaillen in Olympischen Spielen und ISSF-Weltmeisterschaften einfuhr, da ist der Fortschritt weitergegangen, aber bis in die jeweilige nationale Spitze hinein kommt man damit gut. Dort allerdings macht sich dann die Überlegenheit modernener und schussstabilerer Waffen bemerkbar, auf die ja auch no.limits immer wieder hinweist. Ab 570 aufwärts hat man keinen Punkt mehr zu verschenken.

    Zum Abzug:

    der ist vorzüglich, einfach einzustellen (auch und gerade von Nicht-Schrauberschlümpfen) und hält. Gelegentlich solte man dennoch nachstellen, das ist aber auch normal. Einer Walther GSP und einer Hämmerli allemal ebenbürtig, wenn nicht vozuziehen. Ist allerdings so wie in der IZH konstruiert heute nicht mehr Stand der 360°-Rundum-Schwenk-und-Anpass-Technik.
    Handlage:

    an sich sehr gut wegen der niedrigen Laufachse. Springt im Schuss etwas weniger als FWB-93, handhabt sich aber deutlich unruhiger als eine Pardini, als meine Chang Feng oder gar eine MG2. Insoweit sehr gut vergleichbar mit der Hämmerli 208/215 - wer die mag, wird auch die IZH-35 mögen. Hauptunterschied ist der bei der IZH-35 sehr leichte Schlitten. Zu ihm noch später. Die Griffschalen kann man tauschen, aber das hat hier natürlich ausgerechnet DERjenige vergessen, der sonst der größte Griffebastler und -tauscher von allen ist.
    Die russischen Originalgriffe:

    sehen seltsam aus und fassen sich seltsam an. Sie soind wohl als reine Aufnahmebasis für Holzspachtel gedacht. Viele der vielen in Deutschland verkauften IZH-35 (oft unter dem Markenname "Baikal", später als Walther KSP) haben aber moderne und gut liegende Griffe von Morini oder Fürstenberg. An denen ist nix zu kritisieren, die sind "out of the box" sehr brauchbar.

    Reparierbarkeit und Anfälligkeit für Defekte:

    die IZH-35 ist schier unverwüstlich, aber nicht völlig wartungs- oder fehlerfrei. Das klingt nur beim ersten Hören paradox, denn natürlich kann alles irgendwann irgendwie kaputtgehen. Während das bei einer Spitzenwaffe eines internationalen Schützen aber vollkommen wurst ist, weil er/sie erstens eine Reservewaffe dabei hat, und zweitens die Waffen eh' dauernd vom teameigenen Waffenmechaniker durchgeschaut und gewartet werden, ohne dass der Meister des Sports groß was davon mitkriegt, noch mitkriegen will, ist das z.B. bei einer Vereinswaffe ein wichtiges Kriterium. Mit der IZH-35 können auch Jugendliche mit zwei linken Händen umgehen.
    Der vorhin gebrauchte Vergleich mit der Hämmerli 208 kann hier noch einmal aufgenommen werden. Denn sie hat ebenso wie die IZH-35 zwischenzeitlich ein Ersatzteilproblem (trotz Judith Biilharz), und natürlich fehlen vor ihr allem *die* Ersatzteile, die am ehesten benötigt werden, nämlich die Auszieher. Der Auszieher der IZH-35 wird (nicht kann, WIRD) sich irgendwann veranschieden, und zwar nicht etwa durch Bruch, da kann auch ein Panzer drüberrollen, ohne dass es das Teil stört, sondern weil er bei Randausbläsern oder out-of-battery-fire wegfliegt und nicht mehr wiederzufinden ist. Sonst geht nix groß kaputt, außer manchmal der Schlitten. Ja, Strindberg, es gibt IZH-35 mit Schlittenrissen. Das ist zwar nicht so häufig wie bei der FWB-93 das frühe Problem der Wasserstoffversprödung, oder wie bei der anfänglichen Hämmerli SP 20 (Rahmenrisse), aber es kann vorkommen.
    Die Waffe, bei der ich es sah, hatte sicher schon 10.000 Schuss hinter sich, vermutlich mehr. Der Riss ging von der nachträglich eingebrachten Schwachstelle aus, nämlich von dem automatischen (!) Schlittenfang, den der deutsche Importeur der Waffe hatte angedeihen lassen. Außerdem verabschiedete sich mal der gefederte Druckknopf zum Halten des Laufmantels (der sitzt auch mit dem Knopf lose, passt, wackelt und hat Luft) - kein Problem, ein Vorderladerverdämmungsfilz .44 oder .45 erfüllt dieselbe Funktion zuverlässig und völlig problemlos seit vielen tausenden Schuss. Behelf im russischen Geiste für wenige Cent - hält länger als der Rest der Waffe, und die hielt schon lange.

    Materialqualität, Aufschmiedung, Doppeln:

    nicht alle IZH-35 fangen irgendwann (nach 5000 oder 8000 oder 10.000 Schuss) an, gelegentlich auch mal zu doppeln. Aber das Phänomen ist doch zu wenig selten, als dass man dies als reines Einzelfallproblem abtun könnte. Strindberg hat auf meinen Hinweis hin Targettalk durchforstet, und da genügend Berichte gelesen, vielleicht auch von mir.
    Man kann wohl sagen, dass nicht alle Waffen eine gleich gute Härtung in den kritischen Bereichen haben. Manche ja, andere nein. Dem Problem lässt sich zumeist durch Wahl der geeignete Munition beikommen, denn nicht (!) bei allen Patronenfabrikaten tritt es auf. Entscheidet ist die Empfindlichkeit des Zündsatzes und die Randdicke, und glaube bitte keiner, die seien fast identisch. Hierzu mag Herr der Ringe mehr sagen. Die Magazine dagegen sind fast unkaputtbar. Panzerplatten.
    Am Design liegt die Aufschmiedung nicht, weil unzählige Waffen seit der Walther Olympia gleichartige Kontaktflächen haben, oft sogar noch mit deutlich schwereren Schlitten. Bei den Hämmerlis passiert das aber nicht. :)
    Abhilfe ist leicht möglich: Stoßbodenausnehmung minimal nachreiben, dabei aber darauf achten, dass es dann nicht zu Schlagbolzenvorstand kommt. Im Gegenstand zur Pardini hält der russische Schlagbolzen übrigens und hält und hält und hält.

    Noch einmal zum Schlittenfang:
    viele wenn nicht sogar die Mehrzahl der nach Deutschland exportierten IZH-35 haben Schlittenfänge (verschiedener Konstruktion) und fast alle haben ihre ursprüngliche Griffstücksicherung entfernt bekommen. Dank sei Frankonia. Dir ist aber gewiss bewusst, Strindberg, dass eben dieser Punkt heftig umstritten ist und bleibt: eine Schule verlangt gleiche Haptik nach jedem Schuss (also auch nach dem letzten), die andere will den Verschluss hinten gefangen sehen. Der automatische Schlittenfang, wie ihn meine hat, verlangt trotz seiner Einfachheit etwas Pflege. Das Holz der Griffschale muss tief genug ausgestochen sein, und er muss (Verschmutzung !) leichtgängig bleiben. Außerdem bringt die Fangrast eine Schwächung in den Schlitten ein, an einer bereits etwas dünneren Stelle.

    Fazit:
    Die IZH-35, die zur Zeit nur gebraucht gibt, ist nicht nur eine schier ideale Vereins- und Anfängerwaffe (und als solche m.E. deutlich besser geeignet als eine Walther GSP), sie kann einen auch bis zur DM immer noch gut begleiten. Für Standardpistole ist sie noch geeignet, aber etwas zu leicht und unruhig im Schuss für Spitzenergebnisse in der 10-Sek-Serie (obwohl es Gewichte gibt), und für OSP sowieso nicht besonders.
    International spielt sie inzwischen kaum noch eine Rolle mehr, und für wen Geld eh' keine Rolle spielt, der mag von vornherein ein modernes Topmodell wählen. Man fährt ja auch keinen getunten Opel Manta, wenn man genauso gut einen Ferrari oder Lamborghini kutschieren kann.
    Dafür aber ist das Preis-Leistungs-Niveau UNSCHLAGBAR günstig. Wenn sie kaputt ist, schlachtet man sie aus und kauft einfach eine neue. Bei Preisen zwischen 100 und 200 Euro (dann aber nur mit Ersatzteilen !) kein Problem. Wer mehr zahlt, ist blöd, das steht jedem frei.

    Carcano

    Die private IZH 35 des Händlers hat also geschossen und er war zufrieden damit, solange sie ihm keine Probleme bereitete.

    Als sie anfing zu doppeln, war die Freude vorbei.

    Das gelegentliche Doppeln nach einer gewissen Schusszahl (sicherlich erst deutlich ab 5000 aufwärts) ist - leider - ein bekanntes Problem der IZH-35. Es betrifft nicht alle Waffen, und bei den betroffenen nicht jede Munition, ist aber ärgerlich genug.
    Der Grund ist ein doppelter: einerseits der fliegende Schlagbolzen (ohne Rückholfeder), der sich rasch mit Rückständen zusetzt, andererseits die Aufschmiedung des Brillenstücks ggü. dem Verschluss.
    Abhilfe ist möglich, verlangt aber Büchsenmacherarbeit. Sehr ausführlich behandelt in Targettalk.

    Na ja. Ich würde mal sagen, wir beide kennen jeweils die MG2 (no.limits) und die IZH-35 (Carcano) sehr gut, und Du vielleicht auch die MG2 noch etwas besser als ich die IZH-35.

    Wir beide haben aber relativ wenig Ahnung von der jeweils anderen Waffe. Was Dein Posting beweist.

    Die Grundfrage ist interessant; die gegenteilige Antwort ist aber genauso begründet und valide.

    Tatsächlich hängt es zum einen von der Position der Laufachse ab, und zum anderen ganz stark (!) vom Verriegelungssystem der Pistole.
    Im gleichen Kaliber (9x19mm) habe ich eine leichte Arsenal mit Polymergriffstück geschossen, die fantastisch liegt und kaum tritt, und eine schwere MAB-P15 (Schlitten allein wiegt so viel wie ein halber Panzer), die einen Rückstoß hat wie eine .40 S&W mit voller Ladung bzw. wie eine 10mm Auto.

    Carcano

    (1) Hier muss endlich ein Schritt nach vorne gewagt werden auch wenn dadurch vielleicht der ein oder andere seinen geliebten Posten in einer Fachschaft verliert.

    (2) Man muss halt die einzelnen Stellen nach dem Kriterium "Kompetenz" und nicht nach dem Kriterium "Nasespitze" besetzen.

    Ist ja schon stellenweise lächerlich wie oft man den ein und selben Namen in verschiedenen Positionen liest.

    (3) ... damit auch bis in die untersten Kaderstrukturen einheitlich trainiert wird.


    1. Es geht aus meiner Sicht weniger um "Posten" in einer Fachschaft oder einem Fachverband, sondern darum, das diese Gebilde überhaupt (endlich) überflüssig werden.

    2. Das ist nicht lächerlich, sondern traurig. Es liegt nicht daran, dass Einzelne möglichst viele Ämter und Pöstchen schachern wollten, sondern daran, dass es niemanden gibt, der/die bereit wäre. Daher die vielen Vakanzen auf allen Ebenen. Und wenn sich dann jemand endlich bereit erklärt, dann muss man ihn/sie auch nehmen und ist noch froh.

    Das Grundproblem ist ein strukturelles: es wird in Schützenverbänden immer noch wie Anno Pfeifentabak in "Ämtern" und zu besetzenden "Posten" gedacht, statt in Aufgaben. Das KANN im Jahre 2018 natürlich nicht mehr klappen.

    3. Danke, aber nein danke. Wir sind hier nicht in Nordkorea.

    Carcano

    Noch kurz Califax: ja, da hast Du natürlich auch recht und ich widerspreche Dir auch gar nicht. Wenn man mit vielen jungen Leute unterweges ist, da sucht man nach einem Ort, wo man Nahrhaftes und nicht allzu Ungesundes in hinreichend großerer Menge (Jugendliche haben Appetit) und zu günstigen Preisen bekommt; idealerweise sollte es auch noch einigermaßen schmecken. Sterneküche ist unter diesen Prämissen nicht so ganz drin.

    Aber was Suhl betrifft, so have ich ehrlich gesagt mich vielleicht (zu?) sehr an dem "Urlaub"sbegriff in der Überschrift festgehalten. Im Urlaub möchte ich gut und freudig essen. EIn Brot selber schmieren kann ich mir immer noch. In diesem SInne lief mir gerade ein Facebook-Posting über den Weg, das meinen bisherigen Außen-EIndruck der Suhler Kulinarik ganz gut widerspiegelt, auch wenn es über einen GANZ anderen Ort berichtet. Der Autor ist übrigens einer der besten und fairsten Restaurantkritiker, die ich kenne.

    https://www.facebook.com/troisetoiles.d…751144228238944

    Da hast Du mit Deiner Erwiderung an mich ganz recht - ich muss meine Aussage entsprechend korrigieren.
    Ja, diese intermediären Instanzen sind ein notwendiges Übel; und die Arbeit muss innerhalb der Schießsportverbände geleistet werden. Die sogenannten Fachverbände oder Fachschaften können dazu aber einen Anstoß geben und darauf hinwirken, innerhalb der eigentlichen Schützenverbände. Darum geht es mir. Dankeschön !

    Ja, Johannes.
    Diese sogenannten "Fachverbände" (woanders auch Fachschaften) sind aus der Not(wendigkeit) heraus erzeugte intermediäre Stukturen. Sie sind reine Transmissionsriemen bzw,. Vermittlungsinstanzen ohne eigene sportliche Legitimität über diese ihre Rolle hinaus. Ihr alleiniger Zweck und ihre alleinige Legitimation ist die Verteilung und Aufschlüsselung von Geldzuwendungen. Sie sind also so etwa wie eine Verrechnungsstelle. Das klingt bürokratisch-kompliziert und ist es auch.

    Das heißt nicht, dass die Funktionsträger dieser Verteiler insoweit keine gute Arbeit leisten würden - sie tun es, denke ich. Es bedeutet auch nicht, dass die entsprechenden Personen, die diese Funktionen übernehmen, kein persönliches schießsportliches Interesse hätten - viele habe es sicherlich, und diese üben dann parallel auch echte sportliche Ehrenämter in den echten Schießsportverbänden und -vereinen aus. Das sollte man ausdrücklich betonen und anerkennen.

    Und drittens kann es ja durchaus einmal vorkommen (Stichwort "gordischer Knoten"), dass von den Funktionsträgern solcher Institutionen, und bedingt durch deren o.g. persönliches sportliches Interesse - das ich gerne als altruistisch sehen möchte - Initiativen kommen, die in die die echten Schießsportverbände hineinwirken und diese verändern mögen. Bestes Beispiel dafür ist ja die Genese des kurzlebigen und vom Deutschen Schützenbund nicht akzeptierten SSV-RLP. Es war letztlich diese idealistische Initiative aus den merkwürdigen Zwischeninstanzen, die schließlich den jetzigen Umschwung inerhalb des PSSB (nun RPSSB) bewirkt hat.

    Aber je eher diese sog. "Fachverbände" sich selbst überflüssig machen, desto BESSER. Und zwar besser für alle. Und den ganzen Schießsport.

    Carcano

    Also, das "Gastmahl des Meeres" würde ich vermutlich zumindest schon aus DDR-Neugier einmal ansehen (nicht unbedingt drin essen) - aber herzlichen Dank an alle für die verschiedenen Hinweise. Zugegebenermaßen ist die Gegend, wo ich lebe und arbeite, kulinarisch etwas begünstigt...

    Nein, Moses, da hast Du nicht recht gelesen, was ich geschrieben hatte. Bitte tue es noch einmal. Danke.

    Zum zweiten Aspekt: in der Tat sieht es da flächendeckend schlecht aus. Schuld sind aber nicht die einzelnen Vereine mit ihren "unengagierten" Mitgliedern,, sondern die Verbände, die die realen Bedürfnisse der Vereine nicht erkannt haben und nicht darauf eingehen wollen. Hie und da in dem einen oder anderen Landesverband versucht man, durch Einrichtung von Talentzentren oder Talentnestern dem entgegenzuwirken. Das ist eine gute Sache, aber nicht der Ansatz, um dem Basisproblem gerecht zu werden.

    Carcano