6 Tote in Rot am See

  • Nunja, man kann immer nur VOR die Stirn schaun, nicht dahinter. Wenn er sich im Alltag halbwegs im Griff hatte ging er wohl als Sonderling durch, oder gar als völlig normaler Zeitgenosse.

    Was sich in seinem Oberstübchen abspielt weiß erstmal nur er.

    Wenn sein geistiger Zustand wiederum jemandem aufgefallen ist der nix von der Mitgliedschaft im Schützenverein wusste nützt das auch nix.

    Theoretisch(!) hat wohl die soziale Kontrolle im Verein versagt - aber da gibt es eben auch Grenzen. Im Gegensatz zum Klischee sieht man den Leuten den Dachschaden eben NICHT automatisch an.

    Bekennender DSB-Schütze
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    FWR, FvLW, pro-legal
    ------------------------------
    Ceterum censeo IANSAm esse delendam
    (Internet-Fundstück)

  • Theoretisch(!) hat wohl die soziale Kontrolle im Verein versagt - aber da gibt es eben auch Grenzen. Im Gegensatz zum Klischee sieht man den Leuten den Dachschaden eben NICHT automatisch an.

    Ich gebe di zwar Recht, ABER manchmal meint man auch nur "das es einen nix angeht" oder "das es nicht so schlimm ist und er im Prinzip ja Recht hat". Und da dann die Grenze zum "erkennenden Amokläufer" herzustellen, ist dann "die Kunst". Möglicherweise müssen wir uns überlegen, ob wir "auffällige Leute" (ich weiß, wer ist "auffällig"?, schwer zu bestimmen) eher etwas zu früh als zu spät oder gar garnicht melden. Ein allgemeingültiges Hausmittel wird es da wohl nicht geben.

  • Möglicherweise müssen wir uns überlegen, ob wir "auffällige Leute" (ich weiß, wer ist "auffällig"?, schwer zu bestimmen) eher etwas zu früh als zu spät oder gar garnicht melden. Ein allgemeingültiges Hausmittel wird es da wohl nicht geben.

    Guter Vorschlag, nur sind wir dann wie Du oben lesen kannst recht schnell bei dem D... Wort.

    Abgesehen davon ist in diesem Bereich die Fehlerquote bei den Fachleuten schon so hoch dass man auf die Hilfe von Laien die nachher alles schon wussten vielleicht verzichten kann.

  • Wenn die Leute, die jetzt wieder mal nach einem Komplettverbot für tödliche Schusswaffen schreien, konsequent wären, dann müßte man jeden Mann kastrieren (also die Potenz stilllegen). Warum? Weil jeder Mann theoretisch ein potentieller Vergewaltiger ist. Immerhin hat er das nötige Gerät dazu von Natur aus dabei.

    Ebenso müßte man Autos verbieten. Es wird schon wieder mit Statistiken um sich geworfen, daß seit 1990 ziemlich genau 270 Menschen durch legale Schusswaffen in Deutschland den Tod fanden. Und wie viele Menschen fanden durch Unfälle (Unachtsamkeit/überhöhte Geschwindigkeit/Fahren unter Alkoholeinfluss) im Straßenverkehr im selben Zeitraum den Tod? Faktor 10 mehr reicht vmtl. nicht.

    Damit wir uns nicht falsch verstehen. Es gibt einen Unterschied zwischen Unfällen und absichtlichen Ermordungen. Aber das hat für die Opfer und deren Hinterbliebenen keinerlei Relevanz. Tot ist tot.

    Es ist jedenfalls nicht zielführend, alle Menschen die zu einer bestimmten Gruppe gehören über einen Kamm zu scheren und Verbote zu fordern, in der Hoffnung, daß sich irgendetwas verbessert.

    Besonders von gewissen politisch orientierten Personen wird es immer aufs schärfste verurteilt, wenn man alle Menschen mit Migrationshintergrund über einen Kamm schert, weil ein paar wenige sich nicht an Recht und Ordnung halten. Da ist Sippenhaft total verpönt. Und damit haben sie Recht.

    Aber wenns um Legalwaffenbesitzer geht, ist jedes Mittel recht.

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Und immer wenn irgendwo was passiert fangen die Schützen mit whataboutism an...

    Da kann man nicht mehr ernst genommen werden.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Möglicherweise müssen wir uns überlegen, ob wir "auffällige Leute" (ich weiß, wer ist "auffällig"?, schwer zu bestimmen) eher etwas zu früh als zu spät oder gar garnicht melden.

    Wenn ich den Focus-Artikel über Hanau lese, scheint der Mann sich ja über längere Zeit nicht in seinem Heimatverein blicken lassen zu haben. Wenn in dem Zeitraum der psychische Verfall stattfand, ist das für seine Vereinskollegen schwer zu erkennen.

    Es ist jedenfalls nicht zielführend, alle Menschen die zu einer bestimmten Gruppe gehören über einen Kamm zu scheren und Verbote zu fordern, in der Hoffnung, daß sich irgendetwas verbessert.

    Ich glaube das ist gar nicht das Thema. Es werden nicht alle über einen Kamm geschoren sondern es werden (berechtigterweise?) Stimmen laut, die einen legalen Zugang zum Erwerb von Waffen zu deren Missbrauch erschweren sollen.

    Aber wie soll man das wirksam umgehen? Alle 3 Monate zum Psychotest?

  • Nein ich lege das nicht fest.

    Wer aber seinen Standpunkt nur über den Vergleich mit anderen Dingen vertreten kann sollte sich hinsichtlich einer ernst geführten Diskussion zurück halten.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • ....sollte sich hinsichtlich einer ernst geführten Diskussion zurück halten.

    Und wer legt diese Spielregeln fest?

    Und wer glaubst du, wer du bist, daß du mir das mitteilen musst?

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Das Problem ist, das es in der Diskussion nicht um nüchterne sachliche Argumente geht, sondern um Emotionen und Politiker die "alles tun"[TM] (alias "Ende der Vernunft") um die Lufthoheit über Stammtischen (dem Gefühlsleben) potentieller Wähler zu sichern. Da zählen Fakten und Logik nicht - siehe das gerade durchgeboxte 3. WaffRÄndG. Großflächige Ignoranz gegenüber allen Faktenargumenten in der Sachverständigenanhörung. Und da Fakten in so einem "politischen" Prozeß nur stören, hat man die 10-Waffen Kappung auf Gelb auch gleich noch stekum nachträglich unterm Radar reingeschrieben. Die Diskussion wollte man sich offenbar "nicht antun".

    Und genauso wird die Diskussion nun um dieses Ereignis laufen. Politiker egal welcher Coleur werden mit ihren Aussagen versuchen Wählerstimmen zu fangen. Es kommt nur auf die adressierte Basis an ob die entsprechenden Aussagen eher einer sachdienlichen Richtung folgen oder eher reine Symbolpolitik sein werden.

    Das Ereignis aus waffenrechtlicher Sicht einfach in die Statistik als einer der verschwindend geringen Anzahl Vorkommnisse mit LWB eingehen zu lassen und nicht schon wieder reflexartig der "Volksentrüstung" Genüge tun zu müssen in dem man wieder irgendwelche Verschärfungen "fordert" - na, das geht nicht. Der Kampf um Wählerstimmen ist in einer Demokratie halt viel zu wichtig.

    Leider ist die Demokratie sehr anfällig für Populismus - denn die Akteure müssen dem Wähler "gefallen", egal wie sachlich-fachlich fundiert das sein mag. Sonst können die Akteure in Zukunft (nach Wahlverlust) eben weniger/nichts beeinflussen.

    Demokratie erfordert eine möglichst gebildete und rationale Bevölkerung um nicht aus der Bahn geworfen zu werden. Wenn ich mir anschaue wie viele Menschen derart ungebildet, irrational und/oder dumm sind, blau-braunen Mist zu wählen (grob fahrlässig und gemeingefährlich aus "Protest" um "es denen mal so richtig zu zeigen", oder noch schlimmer weil bei ihnen die Gesinnung die richtigen rassistischen Knöpfchen drückt) und damit die befördernde "Stimmungslage" für solche Gewalttaten zu schaffen, befürchte ich das Churchill recht hatte... "Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler". Eine bessere Alternative zur Demokratie hab ich aber auch noch nicht gesehen.

    Alles ganz traurig.

  • Und wer legt diese Spielregeln fest?

    Und wer glaubst du, wer du bist, daß du mir das mitteilen musst?

    Spätestens wenn du eine ernst geführte Diskussion haben wirst und mit Pauken und Trompeten untergeht denkst du vielleicht an meine Worte.

    Ernst geführte Diskussionen hat man aber nicht in seiner Bubble. Das muss der (deutsche) Waffenbesitzer aber auch erst mal verstehen.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Ich gebe di zwar Recht, ABER manchmal meint man auch nur "das es einen nix angeht" oder "das es nicht so schlimm ist und er im Prinzip ja Recht hat". Und da dann die Grenze zum "erkennenden Amokläufer" herzustellen, ist dann "die Kunst". Möglicherweise müssen wir uns überlegen, ob wir "auffällige Leute" (ich weiß, wer ist "auffällig"?, schwer zu bestimmen) eher etwas zu früh als zu spät oder gar garnicht melden. Ein allgemeingültiges Hausmittel wird es da wohl nicht geben.

    Wenn wir uns mal die Fehlerquote von den Fachleuten anschauen verzichte ich gerne auf die sachkundige Beurteilungen von Mitbürgern die dann nach Lust und Laune recht fühlen.

  • Hatten wir nicht diese Diskussionen schon früher, Erfurt, Winnenden, was haben wir geschrieben und diskutiert , man müsste, man sollte. Ich glaube so etwas was hier passiert ist kann immer wieder passieren. der Hund liegt doch zum Teil wo anders begraben, die Politik hat eine große Schuld das es so ist. Der Hemmschuh Länder Politik keiner will sich in die Karten schauen lassen und Die Bundesregierung schiebt es auf die Länder wo so etwas passiert Länder Sache. Hoffen wir das sie nach dieser Gräuel tat endlich mal wach werden und nicht immer die Schützen an den Pranger stellen.

  • Hatten wir nicht diese Diskussionen schon früher, Erfurt, Winnenden, was haben wir geschrieben und diskutiert , man müsste, man sollte. Ich glaube so etwas was hier passiert ist kann immer wieder passieren. der Hund liegt doch zum Teil wo anders begraben, die Politik hat eine große Schuld das es so ist. Der Hemmschuh Länder Politik keiner will sich in die Karten schauen lassen und Die Bundesregierung schiebt es auf die Länder wo so etwas passiert Länder Sache. Hoffen wir das sie nach dieser Gräuel tat endlich mal wach werden und nicht immer die Schützen an den Pranger stellen.

    Immer sind es die anderen die schuld sind wenn Waffenbesitzer austickt, vielleicht sollten gerade die Waffenbesitzer keine Waffen haben?

  • Immer sind es die anderen die schuld sind wenn Waffenbesitzer austickt, vielleicht sollten gerade die Waffenbesitzer keine Waffen haben?

    In den meisten Fällen dürfte es DIE SCHULD nicht geben. Meist gibt es eine Reihe Faktoren, die mitspielen und an mehreren dieser Stellen könnte, man ggf. eingreifen, wenn IRGEND jemand aufpassen oder sich trauen würde, was zu sagen oder zu reagieren. Es dürfte sich um ein gemeinsames Versagen handeln. Nicht jeder Fall ist gleich und nicht überall reagieren die betroffenen Personen gleich. Viele Unbekannte in der Gleichung, daher keine einfache (Mathe)aufgabe. Aber wer es nicht wenigstens probiert, sie zu lösen, wird auch kein guter Mathematiker.

  • Eins dürfte klar sein.

    Noch mehr Hanau oder Rot am See übersteht unser Sport nicht.

    Das dürfte dann das Ende für Großkaliber und Pistolen sein.

    Ob KK als Langwaffe noch möglich sein wird bleibt dann abzuwarten.

    Es ist entsetzlich.

    Diese Subjekte sind keine Schützenkameraden!

  • Edit: Die persönlichen Seitenhiebe wurden entfernt.


    Nicht das ich so denke, aber wir kennen schließlich doch alle die Kreativität unserer Behörden und die regelmäßig schützende Hand der Justiz in diesen Fragen.


    Ja, manchmal gehen die Wünsche schneller und so ganz anders in Erfüllung, als man denkt. Dazu braucht sich der Wind nur ein wenig zu drehen. Man wundere sich also später nicht und wie das oft mit den Geistern so geht, die man ruft, kann man ja auch an exponierter Stelle nachlesen.

    Wir leben wieder in interessanten Zeiten.


    In diesem Sinne und mit bestem Schützengruß

    Murmelchen

    Einmal editiert, zuletzt von Rogo (22. Februar 2020 um 21:18)