Warum gibt es so wenige Trainer bei uns im Schießsport ?

  • Das hat glaube ich mehrere Gründe, wer den Trainer C machen möchte muss schon einiges an Geld auf den Tisch legen, denn viele Vereine übernehmen die Kosten nicht. Dann kommt es darauf an, ob die Arbeitgeber einen frei stellen. Wenn ich vom NWDSB ausgehe der konnte lange nicht ausbilden ob er 2019 kann weiß ich nicht. Da der NWDSB in Niedersachsen liegt, werden die Lehrgangsgebühren in Niedersachsen niedriger gehalten als für Schützen aus dem Lande Bremen. Wie es in den anderen Landesverbänden aus sieht weiß ich nicht.

  • Der BSSB bietet jedes Jahr einen Trainer C Basis für LG an, und der ist immer bis auf den letzten Platz belegt.

    Sprich, es müssten bei uns im jedem Gau / Bezirk reichlich Trainer vorhanden sein,

    ob diese jedoch im Verein-Gau-Bezirk ihr Fachwissen weiter geben ist ja wieder ein anderes....

    Im LP Bereich wird es schon magerer... alle zwei Jahre C-Basis und dazwischen C-Leistung, aber auch die sind immer 100% belegt.


    Zu den Kosten... rund 250,-€ Eigenanteil, den Rest übernimmt unser Landesverband :),

    die dazugehörigen Urlaubstage müssen halt geopfert werden...


    … und sollte der Trainer seine Aufgaben im Verein- Gau- Bezirk wahrnehmen, ist das Jahr schneller rum als wie die Termine im

    Kalender eingetragen werden können 8o


    … und das als Ehrenamt, deswegen meine ich gibt es viele die den C Trainer machen, aber halt nur für sich....


    Gruß Gunslinger

  • Zu den Kosten... rund 250,-€ Eigenanteil


    Gunslinger,


    das ist nur ein Teil des Problems, aber Du hast das ja auch erkannt.

    Es gibt in einigen Landesverbände längere Listen von Leuten mit Lizenzen C und B , die alle Inaktiv sind.

    Viele davon haben die seiner Zeit nur aus eigennutz gemacht, mit dem Hintergedanken mit erhalt der Lizenz das Schiessen erlernt zu haben.

    Die Ernüchterung und der Frust ist hernach dann dementsprechend.

    Die kannst aber auch nicht wirklich auf Jungschützen loslassen.

    In dem Film von Post 1 der erläutert das doch, die Alten sind so überzeugt von sich. Die Emo's auch. Und wenn es im training über die Komfortschwelle geht, meutert der Rest.

    Du kämpfst als Trainer mit vielen Besserwissern, warum auch immer, es ist im Schießsport eklatant.

    Ich würde fast sagen man erlebt das doch drüben im Walther Verlauf, im parallel Post

    Wasch mir den Pelz mach mich aber nicht nass, dicke Lippe riskieren und Jahrelang mit ein und den selben Problemen rum machen.......



    no.limits

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  • https://www.youtube.com/watch?v=0xG3hYmWX44

    Was/wie denkt ihr darüber ?

    Ich denke, der kennt sich aus.


    Ich selbst habe im GK- Verein anderen Schützen Grundwissen vermittelt, damit der Bereich nicht ganz ausstirbt und ich als letzter Mohikaner das Licht ausknipsen muß. Das hat sehr gut gewirkt und ich bin jetzt nicht mehr der Einzige, der Lametta heimbringt. Aber da muß man erst mal Interessierte und Aufnahmebereite finden. Bezeichnend für die innere Einstellung war aber auch die Frage an mich, wie ich denn damit umgehen würde, wenn man mich in den Ergebnissen überhole, da ich ja nun alle meine "Geheimnisse preisgegeben" hätte?


    Bei LuPi, wo ich ehrlich gesagt wenig persönlichen Ehrgeiz entwickle, waren da zu Beginn zwei Nachwuchsschützen, die sich so ohne jedes Grundwissen abmühten, daß ich mal wieder den Mund nicht halten konnte. Die Tips fanden Gefallen und es kam richtig Schwung in die Sache. Man hat mich im Verein einfach durch Applaus zum "Kurzwaffentrainer" bestimmt. Das habe ich jetzt davon. Aber ich selbst freue mich über die Fortschritte und daß es jetzt schon drei sind, die sich informieren und helfen lassen und durch die Unterstützung eine Perspektive im Sport erkennen. Und ich bekomme sogar Lob dafür, daß bei LuPi jetzt die Teilnehmerzahl und das Stimmungsbarometer nach oben zeigen. Was will man mehr vom Schützenleben?


    Habe ich eine Trainerlizenz? Nein.

    Will ich für die Unterstützung Geld? Nein.

    Wäre ich bereit, einen Kurs zu machen, um das oben Beschriebene offiziell tun zu dürfen? Ich glaube nicht.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Der C Basis ging knapp 2 Wochen, war auf zwei Teile aufgesplittet und ging auch Samstag/Sonntag durch,

    der C Leistung ein Langes Wochenende ab Donnerstag bis Sonntag,

    Sonntags war jeweils der Prüfungstag 8o

    Unterm Strich 10 Urlaubstage....


    wies beim B Trainer aussieht weiß ich noch nicht ;)

  • Es werden im Video ZWEI komplett unterschiedliche Problemfelder angesprochen:


    1. Es wird beklagt, dass es grundsätzlich zu wenig Trainer gibt und schon gar welche mit Trainerschein. Das liegt unter anderem auch daran, dass gunvlog Mitglied im BDMP ist (er spricht von seiner SLG).


    2. Viele gute Schützen würden zwar gerne Ratschläge annehmen, aber selber selten welche geben und ihre Erfahrungen für sich behalten. Jeder ist sich selbst der Nächste.


    Meine ganz persönliche und subjektive Sicht der Dinge aus "meiner kleinen Welt":


    Ja, es werden jedes Jahr Unmengen Trainer C Basis ausgebildet - und in der Vereinen kommt davon fast nichts an. Das finde ich sehr bedauerlich.

    C Leistung gibt es hier (in meiner Umgebung) schon wesentlich seltener. B ist ziemlich rar. (Werde ich aber auch noch machen.)


    Schade finde ich bei der DSB/DOSB-Trainerausbildung, dass Basis=Druckluft, C-L = dazu gerade noch SpoPi (bei den Gewehrleuten weiß ich das nicht) gelehrt wird. Alles andere bleibt außen vor. also gerade die Disziplinen, die die Ü30 ansprechen.


    Insofern ist ein lizenzierter DSB-Trainer zwar ganz nett ausgebildet, aber eben nur Schmalspur. Für die olympischen Disziplinen in erster Linie. Aber das ist ja nicht unbedingt das, was in den Vereinen als Breitensport gewünscht ist.


    Was es mehr geben MUSS, sind Leute, die ihr Können, ihre Erfahrung (auch ohne irgendwelche Lizenzen, sh. oben) im Verein einbringen und für Anfänger da sind. Als Ansprechpartner, als Anleiter. Ich bin gerade in meinem eigenen Verein recht unglücklich: Tolle Nachwuchsarbeit U18, aber von den vielen Erwachsenen, die neu eingetreten sind, ist nicht viel zu sehen. Nicht auf dem Stand und noch weniger in den Wettkampflisten. Kaum einer nimmt einen der Neuen an der Hand. Aber ich kann mich auch nicht zerreißen, Trainer sein ist Hobby, mein Geld verdiene ich woanders. Und ein paar Wettkämpfe brauche ich auch selber, um meinen Waffenbestand zu legitimieren.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Ich würde auch gern mal ne Trainer Fobi über das GK schießen im DSB besuchen. (Mist, hätte ich beim letzten Fobi-Lehrgang angeben können)


    Unsere GK Schützen wachsen im Moment leicht und ich hab keinen Schimmer was ich denen sagen kann/soll.


    Und zum Video, der junge Mann vor der Kamera war hier mal ne Zeitlang aktiver User.

  • Der Aufwand C-Trainer Basis zu werden, ist in Hessen nicht klein:

    150 EUR Jugendbasislizenz 1 WE

    210 EUR Schießsportleiter Fr, Sa und So

    285 EUR C-Trainer allgemein Mo-Fr

    300 EUR C-Trainer fachlich 2x Fr, Sa und So

    In Hessen werden pro Jahr etwa 8-10 C-Trainer Pistole ausgebildet. Davon übernehmen die wenigsten wirklich später auch Aufgaben als Trainer.

    In den Fortbildungen die ich mache spiegelt sich das dann wieder. Von 10 Teilnehmern haben höchstens 2 eine Gruppe, die sie trainieren.


    Den Bedarf an qualifizierten und am Sportler handlungskompetenten Trainern sehe ich auch als hoch an. Das ist man meiner Ansicht nach noch nicht, wenn man die Prüfung bestanden hat. Das ist nur die Eintrittskarte. Erst die praktische Arbeit und Erfahrung mit Sportlern qualifiziert den Trainer.


    Trainer, die zwar immer ihre Lizenz verlängern, aber nie praktisch gearbeitet haben, sind als Trainer echte Anfänger.

    Da nehme ich lieber jemanden ohne Lizenz, der aber schon einigen Sportlern das Schießen beigebracht hat. Fachliche Defizite sind schnell ausgeglichen. Handlungskompetenz ist mir wichtiger.


    Wie haben im Verein (alles nur Pistole):

    1x B-Trainer

    2x C-Leistung

    1x C-Basis

    Der nächste C-Basis Trainer ist in Ausbildung. Wir hätten gerne dieses Jahr einen Ausbildungsplatz für einen weiteren B-Trainer gehabt, sind aber leider nicht zum Zuge gekommen. Wenn es passt, schicken wir unseren jetzigen B-Trainer nächstes Jahr auf den A-Lehrgang.


    Wir brauchen diese Qualifikationen im Verein, um unsere Sportler von Anfang an auf hohem Niveau auszubilden und weiter entwickeln zu können. Dafür bekommen unsere Trainer für ihre Kurse, Workshops und Trainingseinheiten auch Geld.

  • 285 EUR C-Trainer allgemein Mo-Fr

    C-Basis waren bei uns mehrere WE (mindestens 2, ich denke 3) plus noch 1 WE Grundlehrgang beim Sportbund. Luftpistole, Luftgewehr und Allgemeines.


    Aber alleine der Zeit- und Kostenaufwand und diese Tippeltappeltour, Lizenz auf Lizenz zu holen, wie du ganz richtig beschrieben hast, schreckt viele davon ab.

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  • Insofern ist ein lizenzierter DSB-Trainer zwar ganz nett ausgebildet, aber eben nur Schmalspur. Für die olympischen Disziplinen in erster Linie. Aber das ist ja nicht unbedingt das, was in den Vereinen als Breitensport gewünscht ist.

    Als Schütze, der beide Extreme (LuPi und GK) schießt, ist mir klar, daß die Disziplinen unterschiedlicher gar nicht sein könnten. Mit einer Trainer- Ausbildung wie oben beschrieben, steht man bei GK auf verlorenem Posten.


    2. Viele gute Schützen würden zwar gerne Ratschläge annehmen, aber selber selten welche geben und ihre Erfahrungen für sich behalten. Jeder ist sich selbst der Nächste.

    Stimmt genau. Man könnte ja die so schwer erkämpfte Stellung in der vereinsinternen Hackordnung gefährden. Ich selbst wurde schon verwundert gefragt, wer mir denn das Schießen beigebracht hätte. Über die Jahre hatte ich zwar äußerst vereinzelt Tips von einem Spitzenschützen (WM- Niveau) bekommen, die durchaus wertvoll waren. Am Ende ist man bei GK aber fast alleine auf sich selbst gestellt, wenn man nur schon über das Mittelfeld in der Vereinsmeisterschaft hinauswill. Daher kommen vielleicht auch die eher etwas anders als bei LuPi gearteten typischen Persönlichkeiten bei den erfolgreichen GK- Schützen.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Aber alleine der Zeit- und Kostenaufwand und diese Tippeltappeltour, Lizenz auf Lizenz zu holen, wie du ganz richtig beschrieben hast, schreckt viele davon ab

    Califax,


    wie möchtest Du es sonst machen, der Stoff muss vermttelt werden, und es ist viel dabei wovon ein normaler Schütze keine Ahnung hat.

    Zudem wird so eine gewisse Klientel die keine Disziplin bzw. durchhalte Vermögen hat, abgescheckt.

    Und @Lanfer hat da absolut Recht, hab ich ja schon eingangs geschrieben, der Schein als soiches beinhaltet nicht die Qualität eines Trainers.

    Die Intension den Schein zu machen war bei vielen Schützen / Trainer, eben nicht wissen weiter zu geben sondern zu erhalten, für sich.


    Am Ende ist man bei GK aber fast alleine auf sich selbst gestellt

    CoolMint,


    GK ist keine Olympische Disziplin, noch nicht mal International, da wird niemand investieren. Als ich seiner Zeit eingestiegen bin, habe ich auch Quellen dazu gesucht. Die gibt es offiziell bis heute nicht. Ich hab dann in intensiver Arbeit diese Disziplin aufgearbeitet, und in einigen Lehrgängen weiter gegeben. In WT macht das heute M. Böttger über den Verband wenn er Zeit hat gerade mal mit einem Lehrgang pro Jahr.


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  • Als Schütze, der beide Extreme (LuPi und GK) schießt, ist mir klar, daß die Disziplinen unterschiedlicher gar nicht sein könnten. Mit einer Trainer- Ausbildung wie oben beschrieben, steht man bei GK auf verlorenem Posten.

    Kann ich so nicht bestätigen. Aus meiner Sicht lässt sich das GK-Kurzwaffenschießen DSB mit Transferleistungen aus den Technikleitbildern der olympischen Disziplinen ableiten. Bei den 150s ist das keine große Kunst. Für die 20s braucht es etwas mehr Aufwand. Ich schieße gerne beide Disziplinbereiche und sehe da für keinen Widerspruch. Was ich mit der LP erarbeite, nutzt mir auch für das GK-Schießen und durchaus auch umgekehrt.


    In der DSB-Trainerausbildung ist vorgesehen, dass in der C-Basis-Lizenz die Kenntnisse für das Anfängertraining im Bereich DL-Waffen LG und LP vermittelt werden. Es ist also noch keine Spezialisierung in Sachen Gewehr/Pistole vorgesehen. Das wird nicht in allen LV so umgesetzt. Es gibt auch den Ansatz bereits in der C-Basis-Ausbildung zu trennen. Nach dem derzeitigen Konzept kommen die KK-Disziplinen dann im C-Trainer Leistungssport als Themen dazu. Im B-Trainer werden die technischen Leitbilder aller olympischen Disziplinen dann sehr detailliert nochmal durchexerziert. Bei den knapp kalkulierten Umfängen in der Trainerausbildung, bleibt da keine Zeit für weitere Disziplinbereiche. Ich finde sie ja schon für die DL und KK-Disziplinen zu knapp. Ohne Eigeninitiative, Fortbildung und viel über den Tellerrand schauen bleibt man da als Trainer mit nur wenigen Grundlagenkenntnissen stehen.


    Es wäre durchaus wünschenswert, wenn es z.B. für GK, Auflage, Vorderlader Module in der Traineraus- und Fortbildung gäbe. Ich sehe nur noch nicht ganz, wer das alles mit Inhalten versorgen soll.

  • Die Standaufsicht sowie der Vereinsübungsleiter ist ja Voraussetzung um mit Jugendlichen Arbeiten zu dürfen und

    gelten auch als Voraussetzung für den C Basis...


    Der C Basis den ich 2014 gemacht habe war in zwei Gruppen geteilt, LG und LP .

    Die allgemeinen Teile im Lehrsaal hatten wir gemeinsam, Fachbezogen immer Disziplin getrennt,

    Schwerpunkt war LP, wir hatten aber auch FP und SpoPI.


    Im C-Leistung wurde Fachwissen LP überprüft, Schwerpunkt der Ausbildung klar SpoPi, OSP hatten wir aber auch.


    Das allein die Lizenz keinen Trainer ausmacht stimmt, man entwickelt sich erst mit der Trainingsgruppe weiter, und

    je Erfolgreicher die Schützlinge werden, desto mehr wird man auch als Trainer gefordert.

  • GK ist keine Olympische Disziplin, noch nicht mal International, da wird niemand investieren. Als ich seiner Zeit eingestiegen bin, habe ich auch Quellen dazu gesucht. Die gibt es offiziell bis heute nicht.

    Der Makel "nicht Olympisch" wurde mir von einem regionalen Funktionär wörtlich entgegengehalten, als ich ein paar (kostenlose) fördernde Aktivitäten anregte. Da hab ich was wichtiges für das Leben gelernt: Seither können die mich auch...


    Es geht um den Kampf um Fördergelder und talentierte zukünftige Sieger für die eigenen Disziplinen. Und wenn man andere ausmanövrieren kann mit dem Argument "nicht olympisch", dann wird es genutzt. Aber einen echten Drang zur Olympiade im örtlichen Verein habe ich noch nicht festgestellt. Ich weiß aber auch nicht, ob ich darüber wirklich unglücklich sein soll. Es gibt Wichtigeres als nur die Ringzahlen für die Jungschützen zu lernen. Beispielsweise in Talentsuche geht es nach meinem persönlichen Empfinden weniger um die Förderung von Jungschützen sondern um das Aussieben künftiger Sieger, die ihre Jugend dem Ehrgeiz eines Vereines oder Trainers oder ihrer Eltern opfern. Würde ich meinen Nachwuchs dort abliefern? Ich weiß nicht recht.


    Offizielle Quellen gibt es bis heute wirklich nicht. Aber es gibt Eigeninitiative und das Internet und wer ausreichend gut Englisch kann, findet fast jede Info zum GK- Schießen. Damit wird GK von der "Ballerei" gewissermaßen zur Sportart für eine "sprachgewandte Bildungselite". Und die GK- Disziplinen organisieren sich parallel zu den traditionellen Verbänden seit Jahrzehnten in IPSC, PPC, Bianchi usw. weltweit. Da gibt es einen regen internationalen Austausch mit Bewerben bis zur WM. Spitzenschützen leben da auch von ihrem Sport und das meist ohne staatliche Programme. Es ist also nicht so, daß für GK die Welt stehengeblieben ist, weil die traditionellen Verbandsstrukturen sich anders orientieren. Man geht nur andere, eigenständige, flexiblere Wege.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Aber es gibt Eigeninitiative und das Internet und wer ausreichend gut Englisch kann, findet fast jede Info zum GK- Schießen. Damit wird GK von der "Ballerei" gewissermaßen zur Sportart......


    CoolMint,


    das must Du mir nachsehen, englisch kann ich nicht. In so fern hab ich den Bogen auch nicht weit gespannt. Der angesprochen Makel mit ,,olypisch,, hätte Dich auch bei uns erwischen können.

    Der ist auch bei uns realität.

    Diese Geschichte mit dem Großkaliber ist halt auch spezifisch und oft auf Länder oder Regionen bezogen. In der Schweiz z.B. unserer beider Nachbarland ist das schon ganz anders. Dort hat das eine andere Akzeptanz.

    Wobei wenn ich richtig informiert bin, ist bei Euch in Österreich der Schießsport in einem Verband organisiert. Ich würde jetzt mal von meiner heutigen Sicht aus sagen wenn das so ist dann hat das auch gewisse Vorteile. Die Verbandsquerelen und der nutzlose Futterneid der durch die ewige Reibung entsteht, fällt weg.

    Aber du kannst uns ja mal aufklären wie es in der, Euerer Realität ist. Und ob ich richtig liege.

    Richtiges Großkalibertraining ( DSB ) ist nur mit viel eigeniniziative zu betreiben. Ein großer erfahrungsaustausch unter den Schützen findet kaum statt.

    Ist eher die Ausnahme, man ist weitgehend von der Spitze ,,Olymisch,, getrennt, weil man es denen kaum oder gar nicht gestattet.

    Hat zur Folge, und das ist mein Eindruck wer es im GK geschafft hat, gibt kaum was preis. Man trifft sich auf LM oder DM Basis, hat auch nette höfliche Gespräche untereinander, aber keiner lässt sich gerne in die Karten schauen.


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  • Wobei wenn ich richtig informiert bin, ist bei Euch in Österreich der Schießsport in einem Verband organisiert. Ich würde jetzt mal von meiner heutigen Sicht aus sagen wenn das so ist dann hat das auch gewisse Vorteile. Die Verbandsquerelen und der nutzlose Futterneid der durch die ewige Reibung entsteht, fällt weg.

    Aber du kannst uns ja mal aufklären wie es in der, Euerer Realität ist. Und ob ich richtig liege.

    Also ohne Anspruch auf eine "abschließende Wahrheit" würde ich sagen, daß der Futterneid nicht wie in DE zwischen unterschiedlichen Verbänden sondern innerhalb eines Verbandes zwischen den Disziplinen auftritt. Bei uns gibt es den ÖSB, in dem so ziemlich alles zusammengefasst ist, und wo auch die historisch bewaffneten Trachtengruppen dazugehören. Das ist wohl das Gegenstück zum DSB. Die einzelnen Vereine sind ganz unterschiedlich ausgerichtet je nach Interessenlage und vorhandenen Schießmöglichkeiten. Ob das besser ist als in DE? Ich weiß es nicht.


    Richtiges Großkalibertraining ( DSB ) ist nur mit viel eigeniniziative zu betreiben. Ein großer erfahrungsaustausch unter den Schützen findet kaum statt.

    So ungefähr kenne ich das auch. Im Gegensatz zum Luftschießen ist bei GK durch den Scheibenwechsel und durch die wirkungsstarke Munition schon aus Sicherheitsgründen ein ganz anderes Maß an Abstimmung und straffe Disziplin der Schützen nötig. Normalerweise geht man da nicht einfach mal alleine auf den Stand und trainiert ein wenig. Dann gibt es so gut wie keine Jugendarbeit, weil es fast keine GK- Jungschützen gibt.


    Meist kommen die GK- Einsteiger über den Gedanken des Selbstschutzes zu einer GK- Waffe und der Bewerb FFWGK ist bei uns auch ganz offiziell dafür vorgesehen, die Besitzer von Gebrauchswaffen hinter dem Ofen vorzulocken, damit sie den Umgang mit ihrem Werkzeug in einem Verein unter geordneten Umständen üben.


    Wer als Neuling höflich fragt, bekommt meist auch Auskunft. Ob die wirklich hilfreich ist, steht aber auf einem anderen Blatt. Und davon hängt es ab, ob sich ein sportliches Interesse entwickelt, weil der Neuzugang bemerkt, daß er auch eine echte Chance hat, was dazuzulernen und dann besser zu treffen.

    Hat zur Folge, und das ist mein Eindruck wer es im GK geschafft hat, gibt kaum was preis. Man trifft sich auf LM oder DM Basis, hat auch nette höfliche Gespräche untereinander, aber keiner lässt sich gerne in die Karten schauen.

    Und wieder sind wir an der Spitze bei den selbstmotivierten, analytisch denkenden Einzelkämpfern, die sich selbst alles zusammensuchen und in allen Einzelheiten aufbauen, was sie brauchen. Bei GK sind so viele Fehlinformationen unterwegs, daß jeder aufstrebende Schütze ohnehin ständig probieren und für sich selbst entscheiden muß, was nützlich ist und was auch in sein persönliches Konzept passt. Mit diesem Erkenntnissen dann die eigenen Wettbewerber zu füttern, ist vielleicht etwas viel verlangt.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Also, wenn schon hier über mein Video und meine Hintergründe zu dem Video diskutiert wird, dann möchte ich schon ein paar Dinge dazu sagen.


    1. Was meine ich tatsächlich mit Trainer?

    Mit Trainer meine ich Schützen, die bereit sind, ihr Wissen an andere weiterzugeben und Schützen die bereit sind Neulinge tatsächlich an die Hand zu nehmen und die Grundlagen beizubringen.


    2. Der Bezug zu meiner SLG

    Diesen Vergleich habe ich als Beispiel angeführt, um die Problemstellung zu verdeutlichen. Manche Schütze, nicht viele, aber manche, sind bereit Zeit zu opfern, um ihr Wissen an andere zu geben, aber wie Ihr selber festgestellt und mitgeteilt habt, viel zu wenige.


    3. Habe ich das geballte Fachwissen?
    Nein, das habe ich garantiert nicht. Aber ich bin mehr als bereit, das was ich weis und mir über die letzten 12 Jahre selber und durch nette Menschen wie Lanfear angeeignet habe, an Interessierte an unserem Sport weiter zu geben. Egal ob in Person bei uns auf der Range oder mit Hilfe meines Youtube Kanals.


    Mit persönlich ist es wuppe, ob jemand einen Trainerschein hat, oder nicht. Der Schein sagt nichts über seine tatsächliche Qualifikation aus. Siehe in den frühen Tagen der JuBali, wo diese wie Bonbons verteilt wurden, ob der spätere Inhaber dieser Lizenz auch wirklich qualifiziert war oder nicht, war Nebensache.


    Lanfear

    ich war ja schon ein oder zweimal mit Dir und TZ in Klein Welzheim auf dem Stand und Ihr beide habt mich ein wenig unter die Fittiche genommen und dafür bin ich auch sehr dankbar.


    Aber diese Hilfsbereitschaft findet sich leider nicht in allen Vereinen wieder. Und mal Hand aufs Herz, in wie vielen DSB Vereinen, wo es immerhin eine Ausbildungsstruktur für Trainer gibt, sind denn tatsächlich Trainer oberhalb der reinen Jugend, wo eine qualifizierte Person anwesend sein muss, vorhanden?


    Wie läuft es denn in den meisten Vereinen ab? Neuling (nicht Jugend) kommt, nimmt an einem Schnupperschießen teil, wird Mitglied, bekommt ne Vereinswaffe nebst Munition in die Hand, wird bestenfalls zwei oder dreimal argwöhnisch begleitet um sicherzustellen, dass er sich nicht in die Hand schießt und wird dann sich selbst überlassen.

    Kaum ein Verein, egal ob Olympisch oder nicht, stellt einen Trainer für die SpoPi Mannschaft der Altersklasse, oder die GK Mannschaft der Altersklasse bereit. Der Schütze wird sich selbst und seinem Schicksal überlassen.

    Zeigt er etwas Talent und kann halbwegs brauchbare Ergebnisse produzieren, kommt er ggf. in eine Mannschaft und darf als Ersatzschütze mitmachen, so lange, bis ein Platz frei wird.


    Das ist doch in den meisten Schützenvereinen die traurige Realität.


    Leider gibt es im BDMP und dem BDS keine Trainerausbildungslinie, zumindest nicht das ich sie mal erkannt hätte. Hier wird mehr als Schießleiter und RO ausgebildet, die dann meist als Trainer angesehen werden.


    Was bringt es aber einem Verein, wenn sich keiner bereiterklärt die Neuen und die Anfänger an die Hand zu nehmen und ihnen die Basics beibringt? Das bringt dem Verein eher weniger Mitglieder, da die Neuen dann ggf. dazu tendieren den Verein zu wechseln oder den Sport gleich hinschmeißen.


    Das Video beschreibt eher die traurige Realität in vielen Schützenvereinen, egal welchen Verband sie angehören, und diese Thematik kenne ich aus anderen Sportarten so nicht.

  • Hallo gunvlog ,


    willkommen hier erstmal,

    und flott das Du Dich outest.

    und ja, das Thema ist es Wert diskutiert zu werden.........


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