Fernsehbericht über Waffen auf 3Sat am 08.11.2018

  • Zumindest ist der NRA-Ableger zu Wort gekommen, wie es scheint sogar ohne besondere negative Schnittführung.


    Ob das Interesse auch an WBKpflchtigen Waffen tatsächlich so gestiegen ist mag dann jeder selbst interpretieren.

  • Also ich fands jetzt gar nicht so schlimm, eher sachlich. Gegenüber früheren Berichten war hier nicht vorgegeben uns Waffennarren lächerlich zu machen. Und das ist doch schon mal was! Oder?


    Gruß Peter

  • Also ich fands jetzt gar nicht so schlimm, eher sachlich. Gegenüber früheren Berichten war hier nicht vorgegeben uns Waffennarren lächerlich zu machen. Und das ist doch schon mal was! Oder?


    Gruß Peter

    Grad in der Mediathek angesehen. Schließ ich dem Zitat von DerPeter an.

  • Ich bin bei der Reportage hin- und hergerissen. Insgesamt finde ich die Reportage nicht schlecht gemacht, da haben wir schon viel schlimmeres erlebt. Vorpostern kann ich bei Begrifflichkeiten wie "Waffenschein" nicht beipflichten. Das ist egal, wer sich mit der Materie nicht auskennt unterscheidet nicht zwischen Waffenschein, WBK und kleinem Waffenschein. Da ist das irgendwie immer ein "Waffenschein".


    Der Moderator impliziert, dass er so eine Art Pazifist ist und den Wehrdienst verweigert hat, was dann anscheinend das Hauptkriterium gewesen sein mag, um Moderator von Kindersendungen zu werden. Den Zusammenhang finde ich eher seltsam.

    Dann läuft er mit Softair-Leuten durch den Wald und kann seinen Spaß an der Sache ganz offensichtlich nicht verbergen. Das "Capture the flag" Spiel, das dort (würde man den Ton weg lassen) wie eine Übung der Bundeswehr aussieht, bezeichnet er dann als "Räuber und Gendarm" für Erwachsene. Beim Abfeuern einer Schreckschusswaffe zappelt er übertrieben herum, wie laut und heftig das doch ist. Da musste ich mir an den Kopf fassen.

    Loben muss man seine Redaktion, die einigermaßen sauber recherchiert hat, wo denn überall "geschossen" wird, so dass er bis zum Knabenschießen nach Zürich geschickt wurde.

    Dann taucht er bei einem Schützenverein in Hessen auf und befragt ein Mädchen, das wohl durch das Schießen gelernt hat sich besser zu konzentrieren. (OT: Übrigens finde ich es falsch, dass wir Sportschützen uns immer wieder auf diese therapeutische Wirkung berufen. Meiner Ansicht nach ist das lächerlich und ich hatte noch kein "Therapiekind" am Schießstand. Ich will aber trotzdem betonen, dass Schießen die Fähigkeit fördert, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Das ist so weil man es eben hunderte male übt und wiederholt, hat aber im Kern mit dem Schießsport nichts zu tun. Häkeln, Stricken oder Schnitzen könnte möglicherweise die gleiche Wirkung haben.) Was mir dann aufgestoßen hat, ist der Satz "... für meine Kinder würde ich eine andere Therapie suchen...". Die Meinung sei ihm gegönnt, war aber in der Reportage unnötig. Journalistisch neutral war das nicht, eher abschätzig und hat als letztes "Statement" zum Abschnitt Sportschießen auf den Zuschauer eben genau diese Wirkung. Außerdem, warum hat er nicht auch mal mit dem LG geschossen und eine Schießjacke angezogen? Vielleicht wäre ihm dann aufgefallen, dass das was anderes ist, als mit irgend einer "Wumme" im GRA-Schnellverfahren 10 Schuss an die Wand zu nageln.


    Insgesamt hätte ich von einer ÖR-Reportage etwas mehr Qualität erwartet (auch wenn sie schon Lichtjahre über der von RTL2 & Co liegt) und dass noch einer drüber schaut, bevor das raus geht. Oben genannter Satz wäre dann bestimmt heraus geschnitten worden. Wie schon erwähnt muss die Redaktion gelobt werden, aber auch die Länge des Beitrags. Mit fast 45 Minuten ist das außergewöhnlich lange und unterscheidet sich damit deutlich von den oberflächlichen Kurzreportagen mit Skandalgeruch anderer Sender.

    Mein Trainingsmotto:
    Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916)

  • Hallo Ludwig,


    sehr gut komentiert, es entspricht auch meiner Ansicht, die Geschichte mit seinen Kindern und der Therapie, sehe ich erstmal auch so wie Du, allerdings hat er hier schon ein Recht drauf.

    Ich würde auch nicht Sonntags in den Königssaal wollen zu den Zeugen, und bei der Bekundung hierzu würden bestimmt auch viele Insider aufheulen........


    no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

  • Das Rüberbringen der Komplexität und Zweischneidigkeit solcher neu geschaffener Posten klappte schon sehr gut.

    Nur mit dem Verstehen hapert's bei deinesgleichen

  • Der Bericht war in Ordnung, auch der Laie kapiert schnell was mit denn kleinen Waffenschein gemeint ist. Seien wir doch ehrlich was man mit der Schreckschusspistole anrichten kann haben wir gesehen und es ist unumstritten was man damit anrichten kann wurde ja gezeigt. Die Zahlen gehen nun mal nach oben um den Erwerb des kleinen Waffenscheins. Sonst kann man sagen das war ein guter Bericht.

  • Übrigens finde ich es falsch, dass wir Sportschützen uns immer wieder auf diese therapeutische Wirkung berufen. Meiner Ansicht nach ist das lächerlich und ich hatte noch kein "Therapiekind" am Schießstand. Ich will aber trotzdem betonen, dass Schießen die Fähigkeit fördert, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Das ist so weil man es eben hunderte male übt und wiederholt, hat aber im Kern mit dem Schießsport nichts zu tun. Häkeln, Stricken oder Schnitzen könnte möglicherweise die gleiche Wirkung haben.)

    Ich habe mehrere "Therapiekinder" am Stand bzw. auf dem Stand gehabt. Es wirkt tatsächlich. Natürlich kann Häkeln bestimmt ähnliche Erfolge erzielen, ist aber zumindest in meinen Augen weit weniger spannend. Für die Eltern ist das übrigens absolut nicht lächerlich.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)