Trainingstagebuch eines Komplettanfängers

  • 09.10.2018


    Rundenwettkampf (Auswärts): 1359:1439

    Wettkampfanalyse


    Wettkampfvorbereitung: Ich glaube, viel umfangreicher kann man sich nicht auf einen Wettkampf vorbereiten. 2 Wochen vor dem WK war ich alleine in der Wettkampfstätte schießen, 3 Tage vor dem WK nochmal mit 2 Mannschaftskameraden. Meine Ernährung beinhaltete an diesem Tag auch keine Experimente, sondern nur Dinge, bei denen ich mir sicher bin sie gut zu vertragen:

    11.00 Uhr: Maiswaffeln mit Butter und Salz

    15.00 Uhr: Kartoffeln mit Butter und Salz, Karotten, Mozarella, Magerquark mit Beeren und Caseinpulver

    Gegen 17:30 habe ich mich dann gedehnt, gestreckt und gekräftigt.

    18:15 Fahrt mit dem Rad zum Treffpunkt

    18:45 Spazieren gehen, dabei weiter gestreckt und gedehnt

    19:30 Ankunft WK-Stätte, dann Vorbereitung und WK


    Kritikpunkte:

    - Ich habe den Tag über zu wenig getrunken (ca. 1 Liter), was ich dann gegen 18:45 nachholen musste.

    - Das Spazieren gehen und dehnen um 18:45 hätte mehr sein können. Mehr strecken und mehr Lockerungsübungen.



    Wettkampf:

    Ich habe mich sehr schwer getan "reinzukommen". Ich habe weder richtig in meinen Körper, meinen Griff oder in meinen Abzug hineingefunden.

    Äußerer Anschlag

    Stand: Gut

    Hüfte: Teils zu sehr eingedreht

    Spannung: Zum größten Teil nicht vorhanden.

    Kopf: Oftmals verdreht und nicht gerade zur Scheibe

    Gesamt: Irgendwie hat sich das alles nicht so wirklich rund angefühlt. Ich habe keine richtige Ablageposition für meine Waffe unmittelbar vor der Auftaktphase gefunden, mein Handgelenk hat aufgrund dieser Zwangsstellung gezittert, was sich bis in die Haltephase gezogen hat.


    Einschießen

    Da bin ich im Moment noch ziemlich planlos. Ich muss mir mal einen Plan machen, um welche Aspekte ich mich wann kümmere. Zum Beispiel 5 Trockenanschläge um in den Stand zu finden, dann 5x für die Auftaktphase, 5x trocken den Abzug betätigen, dann 10 scharfe Schüsse zur Kontrolle. Heute jedenfalls war das suboptimal. Mal hat das nicht gestimmt, dann dieses, dann beides, dann gar nichts, etc. Nach 20 Schuss musste ich dann auch mal anfangen mit dem Wettkampf. Zu dem Zeitpunkt dachte ich so bei mir "Besser wird das heute nicht mehr"


    Wettkampf

    Der lief gefühlt so lala. Zusammengefasst:

    - Bei bestimmt 5-8 Anschlägen hätte ich wegen unterschiedlichen Gründen (unscharfes Korn, Wackeln, Schwanken) absetzen MÜSSEN.

    - Angst vor dem Abzug; Ich wollte unter allen Umständen Schüsse ins Weiße verhindern, um den Sieg nicht zu gefährden.

    - Zu schnelles Abgleiten in der Arbeitsphase; Gefühlt gab es vielleicht 10-15 Anschläge, bei denen ich nicht durch den Spiegel gerauscht bin. Ich musste ständig nach oben korrigieren, war größtenteils schon nach 2 statt nach 3 Sekunden im Halteraum (oder darüber hinaus) und dementsprechend hat auch die Druckerhöhung auf den Abzug nicht so gut geklappt wie noch vor 2 Tagen.

    - Es gab sicherlich 5-8 Glücksschüsse, bei denen ich wirklich froh war, dass noch eine halbwegs annehmbare Ringzahl dabei heraus kam.

    - Zu wenig getrunken (vielleicht 100ml) während des WK

    - Mein Zeitmanagement war ziemlich knapp. Sollte die Zeit auf dem Ausdruck stimmen, habe ich die gesamten 50 Minuten ausgenutzt und hätte eigentlich noch ein paar Mal absetzen müssen.

    Positiv war, dass ich mich nach der ersten Serie nicht nervös habe machen lassen. Selbstverständlich war ich nach 5 Schüssen genervt, dass noch kein 10er gefallen war. Aber ich habe mich an den Spruch eines Mannschaftskameraden gehalten, etwa "Die 9 ist riesig. Wenn du die hälst, kommen die 10er von alleine". Dennoch war die 1. Serie nicht das Gelbe vom Ei, weder von den Zahlen her, noch vom Anschlag und Ablauf.

  • 24.10.2018


    Rundenwettkampf (Heim): 1430 : 1336

    Wettkampfanalyse


    Wettkampfvorbereitung

    Die fiel dieses Mal verständlicher Weise nicht so akribisch aus, wie bei den AuswärtsWK zuvor. Da ich jedoch Probleme mit kalten Händen habe, drehte ich am Montag einmal die Heizung auf, um zu schauen, wie sich die Luft und Temperatur verändert. Einen neuen Stammplatz habe ich mir auch gesucht. Mittlerweile stehe ich ganz rechts auf Bahn 10, direkt vor einem Heizkörper und dem Fenster. Diese Position hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Vorteilhaft ist, dass ich den gesamten Raum im Blick habe, was mir ein Gefühl von Kontrolle gibt. Nachteilhaft ist, dass ich den gesamten Raum im Blick habe... Dadurch kann ich mir alle Mitstreiter ansehen, sehe flüchtig ihre Scheiben, ihre Bewegungen etc. Ich bilde mir zwar ein, mich davon nicht (oder nur kurz) ablenken zu lassen, aber das müsste ein Außenstehender beurteilen. Weiterhin ist die Luft etwas trockener und es ist somit anstrengender für die Augen.

    Zum sonstigen Tag:

    Kein Zucker, keine verarbeiteten Lebensmittel, wenig Fett, normale Flüssigkeitsaufnahme.

    15:30 bin ich zum Einkaufen gelaufen und war etwas mehr als eine Stunde unterwegs. Das hat mir an diesem Tage echt gut getan, da ich die restliche Zeit viel gesessen habe und mein unterer Rücken leicht schmerzte.

    Gegen 18 Uhr habe ich mich dann mein Dehn- und Kräftigungsprogramm durchgeführt.

    18:45 Fahrt mit dem Auto zum Schützenhaus

    19:00 Heizung aufdrehen, Waffe und sonstiges bereitlegen

    19:15 Spazieren gehen, dabei weiter gestreckt und gedehnt. Dieser letzte Gang bringt mir mMn richtig viel. Ich lockere hier etwas, strecke mich, kreise mit den Armen, tanke Sauerstoff, gehe im Geiste meine Bewegungen durch und kann trotzdem noch etwas entspannen.

    19:30 Wieder zurück im Schützenhaus, Vorbereitung der Scheiben, Umziehen für den WK


    Allgemein war ich im Gegensatz zu den ersten WKen weitaus entspannter. Ob das an der Erfahrung liegt oder am Heimvorteil, weiß ich nicht.


    Äußerer Anschlag

    Der hat sich an diesem Tag ganz gut angefühlt. Beim dem einen Schuss besser, bei dem anderen schlechter. Je aufrechter ich stehe, desto stabiler fühle ich mich.

    Fußstellung: Sehr gut, das passt langfristig denke ich.

    Hüfte: Passt auch. Ich habe im Gegensatz zum letzten mal nicht das Gefühl gehabt, die Hüfte zu sehr einzudrehen.

    Spannung im Oberkörper: In 50% der Fälle gut

    Kopfhaltung: Kurz bevor ich die Auftaktphase beginne, kontrolliere ich mit einem ganz kurzen Blick, ob mein Kopf auch nicht nach rechts oder links geneigt ist. Weiterhin kriege ich im Schultergürtel etwas mehr Spannung hin, wenn ich den Kopf leicht nach vorne neige. Wobei... wenn ich das jetzt so beschreibe, kann es auch sein, dass mein Kopf dadurch einfach in die normale waagrechte bringe... Das muss sich jemand anderes mal ansehen.


    Einschießen

    Ich habe immer noch keine Struktur. Überlege ich mir die Woche mal. Aber ich versuche, die beim Anschlag genannten Punkte abzuarbeiten und gehe von unten nach oben vor. Wenn das getan ist, halte ich die Waffe wie ein Baby im Arm und fühle mich in den Abzug hinein. In dieser Position stelle ich mir meinen Ablauf vor meinem geistigen Auge vor und atme auch dementsprechend, sodass ich mich wirklich nur auf den Abzug konzentriere. Danach beginnen dann die Anschläge, erst trocken, dann scharf.

    Hier hatte ich dann auch die Probleme. Normalerweise mache ich etwa 10-12 Schuss, dieses Mal waren es 16. Ich hatte letzte Woche den Griff leicht nach rechts geneigt und seitdem mit Tiefschüssen zu kämpfen. Ich versuche die Fehler zuerst bei mir zu suchen, nach 10 Schuss habe ich dann jedoch 8 Klicks bei Tief gedreht, nachdem ich bei den Treffern in die 3 und 4 bei der oberen Spiegelkante angehalten hatte. Danach waren die Treffer dann in der Vertikalen dort, wo ich sie auch vermutet hatte.


    Wettkampf

    Die ersten beiden Scheiben liefen sehr gut. Mein Feeling war da, der Abzug hat sich gut angefühlt, der Griff und der sonstige Anschlag auch. Zum Absetzen war ich auch 2-3x in der Lage und das wurde mir dann mit 2 38er Serien vergolten. Der erste Schuss auf der 3. Scheibe war dann auch eine 9 oder 10 (da bin ich nicht mehr sicher) und da fing es dann an schlechter zu werden. Meine Gedanken drifteten in Richtung "Geil, das werden vielleicht echt 370" oder "Hätte ich mich mal lieber heute für die Vereinsmeisterschaften eintragen lassen". Die Konzentration litt und ich war mit den Gedanken nicht mehr bei meinem Ablauf. Nach der 3. Scheibe habe ich kurz Pause gemacht, etwas getrunken, bin herumgelaufen und habe mich kurz ausgeschüttelt. Und wenn ich das tue, bekomme ich mich nicht mehr in den Fokus. Der erste Schuss nach so einer kurzen Pause geht entweder nach rechts in die 8 oder 7, oder nach oben, weil ich das Feeling für den Abzug nicht mehr habe und zu schnell zu viel Druck aufbaue.

    Danach habe ich mich dann aber wieder gefangen, war jedoch (wie beim letzten Mal auch) etwas zu ängstlich am Abzug.

    Die letzten drei Scheiben waren dann wieder nicht mehr so gut. Das Schussbild ging auf, aber ich weiß nicht genau warum. Ob es an mangelnder Konzentration lag, fehlender Kraft, oder daran, dass ich mittlerweile allein auf dem Stand war und die anderen nicht so lange warten lassen wollte.


    Ich habe Im Anhang auch mal meine WK-Analyse als Excel Datei angehängt. Spannend ist, dass nun bei 4 Wettkämpfen die Serien 3 und 8-9 unterdurchschnittlich sind.

  • Hey mikki-

    Der erste Schuss nach so einer kurzen Pause geht entweder nach rechts in die 8 oder 7, oder nach oben, weil ich das Feeling für den Abzug nicht mehr habe und zu schnell zu viel Druck aufbaue.

    Danach habe ich mich dann aber wieder gefangen, war jedoch (wie beim letzten Mal auch) etwas zu ängstlich am Abzug.

    Tip 1: Wenn Du dich nach einer Pause wieder eingerichtet hast mache 2-5 Trockenanschläge/-schüsse. Das sollte das Gefühl zurück, und dich wieder in dem Wettkampfmodus bringen.


    Tip 2: Verändere evtl. die Gewichtsverteilung am Abzug etwas. Weniger Vorzug- und mehr Druckpunktgewicht. Du darfst nie ängstlich sein dass der Schuss unvorhergesehen auslöst!


    Besten Gruß

  • Danke, dass du uns an der Entwicklung teilhaben lässt.


    Kurze Anmerkung zu Deiner Tabelle: Schau Dir mal die Formeln bei der Anzahl der 9er bis hin zu den 4ern an. Ich denke hier hast Du den falschen Bereich drin weil Du einfach jeweils vom 10er rüber kopiert hast. Dadurch kommst Du auch auf eine anderen Quote bei 10er und 9ern.

    Der Weg ist das Ziel... :thumbup:

  • Danke, dass du uns an der Entwicklung teilhaben lässt.


    Kurze Anmerkung zu Deiner Tabelle: Schau Dir mal die Formeln bei der Anzahl der 9er bis hin zu den 4ern an. Ich denke hier hast Du den falschen Bereich drin weil Du einfach jeweils vom 10er rüber kopiert hast. Dadurch kommst Du auch auf eine anderen Quote bei 10er und 9ern.

    Mache ich gerne, ist zu einem großen Teil ja auch für mich selbst.

    Die Tabelle habe ich geändert und hier nochmal angehängt vielen Dank für den Hinweis.


    Zu Tipp 1: Das kam mir währenddessen auch kurz in den Sinn. Baust du dann wirklich richtig auf, so als würdest du richtige Schüsse machen und verwendest somit auch dieselbe Zeit dafür? Wie viele solcher Pausen hast du denn dann während eines WK?


    Zu Tipp 2: Ich habe im Moment ein hohes Gesamtabzugsgewicht von insgesamt etwa 650g, das verteilt sich auf ca. 120-150g Druckpunktgewicht und dementsprechend ca. 500g Vorzugsgewicht. Das ist eine grobe, auf ungefährer Messung beruhende Schätzung. Da ich mich mitten in der Runde befinde, kann/will ich nicht das Vorzugsgewicht auf einen Schlag reduzieren. Deshalb mache ich das in kleinen Schritten, in dem ich es nach jedem WK nur um etwa 1/4 Umdrehung reduziere. Dann habe ich wieder 2 Wochen bis zum nächsten WK Zeit, um mich daran zu gewöhnen.

  • Baust du dann wirklich richtig auf, so als würdest du richtige Schüsse machen und verwendest somit auch dieselbe Zeit dafür? Wie viele solcher Pausen hast du denn dann während eines WK?

    Ja. Wenn Du nicht so vorgehst bringt es dir nichts.


    Normalerweise habe ich keine Pause wo ich komplett aus dem Stand gehe, es sei denn das komplett der Wurm drin ist. Dann vom Stand, 5min hinsetzten, nen "psychischen Neustart" machen und dann zuende schießen.

    Ansonsten wenn ich merke das ich besser Absetzten sollte (der Finger blockiert). Das kann durchaus ein paar Mal (5-10) vorkommen. Aber natürlich immer die Zeit im Auge haben. Wenn es gut läuft schießt man eh schneller. Bei nem Richtwert von 1 Schuss/min hast Du aber meist genug Puffer.

    Ich habe im Moment ein hohes Gesamtabzugsgewicht von insgesamt etwa 650g, das verteilt sich auf ca. 120-150g Druckpunktgewicht und dementsprechend ca. 500g Vorzugsgewicht.

    Finde ich deutlich zu viel. Habe zwar selbst auch schon so hohe Gewichte geschossen, bin aber wieder bei ca. 520g mit einer Verteilung von etwa 400g/120g gelandet.

    Wichtig ist das richtige Verhältnis von Vorzug zu Druckpunkt. Denk Dir mal ein extrem von 1000g Vorzug und 10g Druckpunkt, also Druckpunkt 1% vom Vorzug. Das kannst Du nicht stabil halten, auch als Profi nicht.

    Bei Anfängern wird oft in der Gegend von 300g/200g gestartet, damit der Druckpunkt deutlich fühlbar und somit ein sicheres Gefühl am Abzug gegeben ist. Also Druckpunkt ca. 67% vom Vorzug. Fortgeschrittene schießen in der Gegend von 400g/100g. Also ca. 25% vom Vorzug als Druckpunkt.
    Du liegst jetzt schon bei ca. 20% vom Vorzug. Versuche eher in den Bereich 50% - 30% zu kommen.


    Deshalb mache ich das in kleinen Schritten, in dem ich es nach jedem WK nur um etwa 1/4 Umdrehung reduziere. Dann habe ich wieder 2 Wochen bis zum nächsten WK Zeit, um mich daran zu gewöhnen.

    Das ist die Richtige herangehensweise. Könntest aber durchaus auch mal ne halbe Umdrehung probieren.



    Besten Gruß

  • Normalerweise habe ich keine Pause wo ich komplett aus dem Stand gehe, es sei denn das komplett der Wurm drin ist. Dann vom Stand, 5min hinsetzten, nen "psychischen Neustart" machen und dann zuende schießen.

    Ansonsten wenn ich merke das ich besser Absetzten sollte (der Finger blockiert). Das kann durchaus ein paar Mal (5-10) vorkommen. Aber natürlich immer die Zeit im Auge haben. Wenn es gut läuft schießt man eh schneller. Bei nem Richtwert von 1 Schuss/min hast Du aber meist genug Puffer.



    Besten Gruß

    Heißt also, wenn du merkst, dass dein Finger blockiert, setzt du ab, machst meinetwegen 2 Trockenschüsse (oder -anschläge?) um das Feeling wieder zu finden und führst dann den WK fort?


    Das Abzugsgewicht ist ja auch zu viel. Ich weiß nicht genau, warum das Abzugsgewicht so hoch ist. Ich glaube, ich hatte mal an der falschen Schraube gedreht. Ziel ist ein Gesamtabzugsgewicht von etwa 530g.

  • Heißt also, wenn du merkst, dass dein Finger blockiert, setzt du ab, machst meinetwegen 2 Trockenschüsse (oder -anschläge?) um das Feeling wieder zu finden und führst dann den WK fort?

    Genau das.

    Oder z.B. bei zwei Trockenschuss den ersten bewusst abziehen um die mentale Blockade zu brechen und den zweiten dann mit normalem Ablauf um wieder "in die Spur" zu kommen.

  • So behindert sieht das aus, wenn jemand, der keine Ahnung hat, sich an einer Griffgestaltung versucht.

    Ich muss wirklich sagen, das mit der richtigen Griffgestaltung ist eine Kunst für sich. Wenn ich auf Stelle A Material auftrage/entferne, ändert sich nicht nur dort etwas, sondern an fast allen anderen Stellen des Griffstückes.

    Das kleine längliche blaue Stück, welches neben dem Griff liegt, diente als Unterfütterung meines Mittelfingers. Leider hat es nicht gehalten. Aber dennoch spannend zu sehen, wie sich die Dynamik mit jedem Materialabtrag/-auftrag ändert.

  • So behindert sieht das aus, wenn jemand, der keine Ahnung hat, sich an einer Griffgestaltung versucht.

    Mikki,


    es auch sehr schwer zu begreifen, wie so eine Arbeit entstehen kann, wenn hier dutzende Post und Bilder den Vorgang beschreiben.

    Die Knödel zeigen sehr deutlich das nicht mal im Ansatz versucht wurde Struktur in das Tun zu bringen........

    Sorry bei allem Respekt, aber ist so.......


    no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

  • Ich kann dir nur mit Nachdruck raten, dich an jemanden zu wenden der sowas schon mal gemacht hat. Und befrei dich auch gleich von der Illusion, dass es mit ein paar Stellen getan ist.


    Was ist das für ein blaues Zeug?

    Der Weg ist das Ziel... :thumbup:

  • Die Knödel zeigen sehr deutlich das nicht mal im Ansatz versucht wurde Struktur in das Tun zu bringen........

    Genau so ist es auch. Diese "Arbeit" ist innerhalb von 20 Minuten entstanden und erhebt nicht einmal im Entferntesten auch nur den Ansatz des Anspruchs einer strukturierten Vorgehensweise. Es ging lediglich darum, mich etwas mit dem Material HUNTER-LuPi Das ist AWASIL, eine Art Knetmasse aus der Zahmedizin. Man so etwa 2 Minuten Zeit etwas zu modellieren, wenn man das Ganze dann ruhen lässt, härtet es recht schnell aus. Es eignet sich aber gut dazu, Sachen mal eben schnell etwas auszuprobieren) auseinanderzusetzen und ein bisschen herumzuspielen.

  • Ich bin noch einen Wettkampfbericht schuldig, vom 07.11.18:


    RWK (Heim): 1435 : 1352


    Die Vorbereitung gestaltet sich so wie bisher auch, damit fühle ich mich ganz gut. Meine Sehnen und Bänder sind gedehnt, aber nicht ausgeleiert, meine Muskeln sind gut durchblutet und leicht aufgepumpt, ohne verkrampft zu sein. Auch der Spaziergang gegen Nachmittag ist mittlerweile zu einem festen Ritual geworden, einfach um etwas frische Luft in die Lungen zu pumpen und je nach Gefühl sich entweder schon zu fokussieren oder zu entspannen. Wobei es um diese Zeit bisher immer letzteres ist. Der Fokussierungsgang findet dann erst etwa eine halbe Stunde vor Wettkampfbeginn statt.


    Ernährung war an diesem Tag auch unspektakulär, bis auf eine Ausnahme:

    19:00 Einnahme von Taurin (3g), L-Theanin (1g), Magnesium (300mg), Glycin (5g).


    Wettkampf

    Das Einschießen lief extrem gut. Mittlerweile habe ich auch ein System drin und ballere nicht wild drauf los, sondern versuche die mir zur Verfügung stehende Zeit zu nutzen. Zu Beginn kontrolliere ich wirklich nur meine richtige Körperhaltung, meinen Stand, meine Hüftstellung, meine Schultern, meinen Kopf und mache einige Trockenanschläge ohne Waffe. Dann gehe ich im Kopf kurz meinen Ablauf durch, inklusive richtiger Atemtechnik. Danach betätige ich dann einige Male den Abzug, um hierfür wieder das Gefühl zu bekommen. Dabei gleite ich geistig durch den Spiegel, um mich auch vom Timing her darauf einzustellen. Erst dann folgen 5 Trockenanschläge ohne Abzugsbetätigung, dann 5 Trockenanschläge mit Abzugsbetätigung und erst dann findet das erste Diabolo den Weg zur Scheibe.

    Normalerweise mache ich so etwa 15 Probeschüsse, aufgrund meines wirklich guten Feelings für den Stand, die Waffe und den Abzug entschloss ich mich, bereits nach 7 Probeschüssen in den Wettkampf zu starten.

    Auf der ersten Scheibe hatte ich dann direkt eine knappe 7, was mich dann recht schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt hat. Auf der 2. oder 3. Scheibe hat sich dann eine extreme Unruhe in meinem gesamten Körper breitgemacht, ich habe die Waffe nicht mehr ruhig bekommen und hatte ein Kornzittern, welches ich zuvor noch nie hatte. Ein Kribbeln, was sich aus den Waden bis in den Arm gezogen hat. Das Korn habe ich auch nicht scharf bekommen, nach maximal 2 Sekunden verschwamm wieder alles. Der gesamte Wettkampf hat sich einfach extrem unruhig, vernebelt, halb blind und verschwommen angefühlt. Nach dem Einschießen kam ich leider nicht mehr rein. Nach der 6 auf der 3. Scheibe bin ich dann komplett aus dem WK-Modus raus gegangen, aus dem Stand, aus der Waffe, aus allem. Ich habe die Schießbrille abgelegt, und hab mich auf die andere Seite des Schießraumes gestellt um einfach etwas Abstand zu gewinnen und mich wirklich neu aufzubauen. Da ich geistig auch noch verkrampft war, habe ich mich in dieser Situation dann wirklich selbst zum lachen gebracht und habe die nächsten Schuss betont locker angehen lassen, nach dem Motto "Ein Spitzenergebnis wird das sowieso nicht mehr, da kannst du auch ein bisschen rumblödeln, Spaß haben und das Ding irgendwie zu Ende bringen". Das hat für die nächsten 8-10 Schuss auch sehr gut funktioniert, bis der nächste 6er (hoch) auftauchte. Das war ein Abzugsfehler, da habe ich die Grenze zur Fahrlässigkeit überschritten und war einfach nicht mehr ganz bei der Sache.

    Was bei Scheibe 7 los war, kann ich nicht mehr genau sagen. Bei der letzten Scheibe wollte ich dann einfach nur noch, dass es zu Ende ist.


    Ich mache für die innere Unruhe, die mich bis 1 Uhr nachts nicht schlafen ließ, das Theanin verantwortlich. Es könnte aber auch die 3. Scheibe mit der 6 gewesen sein, bei der ich Angst hatte, das Ding gegen die Wand zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt war ich auf einem Kurs auf 350, mein schlechtestes jemals geschossene Ergebnis. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt im Übrigen nicht genau, ich zwinge mich dazu, während des Wettkampfes keine Ringe zu zählen. Da man das eigene Ergebnis allerdings immer schlechter einschätzt, als es wirklich ist, vermutete ich irgendetwas zwischen 340 und 350. Wahrscheinlich war es eine Kombination aus beidem.

    Als ich noch im Studium war, habe ich Theanin gerne zur Konzentrationssteigerung und erhöhten Aufmerksamkeit genommen, weil es einfach nicht so peitscht wie Koffein. Mit dem 1g habe ich es wohl einfach übertrieben. Aber aus Fehlern lernt man. Leider ist das vor dieser Hintergrundgeschichte die einzige Lehre, die ich aus diesem WK ziehen kann.

  • Ich nehme Theanin täglich ein, allerdings in seiner natürlichen Form im Komplex (vulgo: Aufguss von Camelia sinensis, dann als Silver Tips oder Pai Mu Tan [bái mǔdān] ) und nicht als separat kaufbares Nahrungsergänzungsmittel, wie Du es anscheinend tust.
    Das ist deshalb vorzugswürdig, weil einige der anderen Inhaltsstoffe den möglichen negativen Begleiterscheinungen isolierter Theanin-Einnahme entgegenwirken.

  • Die Dosierung war wohl in der Tat das Problem. Wie bereits angesprochen, habe ich derartige Substanzen bereits früher zur Konzentrationssteigerung genommen und dabei keine derartigen Nebenwirkungen verspürt.

    Allerdings werde ich von weiteren Experimenten erst einmal Abstand nehmen.

  • Ich muss wieder mehr loggen.

    Ich hab keine Ahnung, was die letzten beiden Wettkämpfe schief gelaufen ist, das kann zu einem Problem werden.

    Egal, der Wettkampf vom Dienstag ist schnell erklärt:

    - Tags zuvor ein anstrengendes und langes Training, bei dem mit Scatt trainiert sowie ein neuer Ablauf etabliert wurde und auch sonst viele neue Eindrücke auf mich einprasselten

    - Beim WK habe ich relativ stark gezittert und gewankt, selbst bei der ersten (eigentlich sehr guten) Serie habe ich gemerkt, dass das alles nicht passt heute

    - Mein Ablauf war nicht korrekt, mein Blick getrübt (das Korn verschwamm sehr schnell), evt. durch die helle, ungewohnte elektronische Anlage. Obwohl ich beim letzten Mal hier meine persönliche Bestleistung geschossen habe. Den Halteraum konnte ich kaum halten, geschätzt habe ich 40 zusätzliche Anschläge gemacht.

    - Durch die veränderte Arbeitsphase (Nicht anheben der Waffe beim 2. Atmen, betont langsames durchfahren des Spiegel und der damit verbundenen veränderten Abzugsverhalten) war mein Verhalten am Abzug eine Katastrophe.


    Leider habe ich mit diesem WK mein selbst gestecktes Saisonziel (kein WK unter 350 Ringen schießen) verfehlt. In Anbetracht der Umstände, unter denen dieses Ergebnis zustande kam, kann ich mir das jedoch gut verzeihen und gebe im Hinblick auf meine mittelfristige Entwicklung auch nicht allzu viel darauf. Der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse konnte trotz meiner unterdurchschnittlichen Leistung eingetütet werden, beim nächsten (und letzten) WK kann ich also befreit aufspielen. Dennoch wird mein Fokus hier nicht auf einem guten Ergebnis, sondern auf einer guten Ausführung der neu erlernten Abläufe liegen. Ergebnis also zweitrangig.

  • Warum änderst Du Deinen Ablauf während der RWK Zeit? Nach dem letzten Wettkampf wäre doch aus Ergebnissicht für die Mannschaft und Dich besser gewesen. Gleichzeitig genügend Zeit, die geänderten Abläufe bis zur nächsten Runde zu verinnerlichen.

  • Guter und berechtigter Einwand. Der Grund ist ziemlich einfach, unsere Mannschaft ist im Schnitt 40-80 Ringe besser als der Rest der Klasse. Von den zu diesem Zeitpunkt zwei verbleibenden Wettkämpfen genügte bereits ein Sieg um den Aufstieg perfekt zu machen. Es kam also nicht wirklich darauf an, ob ich meinen Schnitt nun bringe oder nicht. Wäre der Aufstieg nicht so gut wie sicher gewesen, hätte ich mich anders verhalten.

    Hinzu kommt, dass ich mich für die Landesmeisterschaften qualifizieren will und das bereits in etwa 5 Wochen. Die Zeit drängt also etwas. Zieht man die Feiertage ab, bleiben also noch etwa 3-4 Wochen Vorbereitungszeit. Deshalb wollte ich die notwendigen Änderungen so früh wie möglich etablieren.

  • - Tags zuvor ein anstrengendes und langes Training, bei dem mit Scatt trainiert sowie ein neuer Ablauf etabliert wurde und auch sonst viele neue Eindrücke auf mich einprasselten

    - Beim WK habe ich relativ stark gezittert und gewankt, selbst bei der ersten (eigentlich sehr guten) Serie habe ich gemerkt, dass das alles nicht passt heute


    - Mein Ablauf war nicht korrekt, mein Blick getrübt (das Korn verschwamm sehr schnell), evt. durch die helle, ungewohnte elektronische Anlage. Obwohl ich beim letzten Mal hier meine persönliche Bestleistung geschossen habe. Den Halteraum konnte ich kaum halten, geschätzt habe ich 40 zusätzliche Anschläge gemacht.

    - Durch die veränderte Arbeitsphase (Nicht anheben der Waffe beim 2. Atmen, betont langsames durchfahren des Spiegel und der damit verbundenen veränderten Abzugsverhalten) war mein Verhalten am Abzug eine Katastrophe.

    Versuche doch mal in Wort zu fassen, was genau du gedacht hast.

    2.10 Steyr EVO RWS Training

    2.20 Hämmerli FP60 CCI SV

    2.40 Smith & Wesson 17-3 Masterpiece CCI SV