Trainingstagebuch eines Komplettanfängers

  • Hallo Leute,


    ich habe mich dazu entschlossen ein kleines Trainingstagebuch zu führen. Ich bin bei meinem Verein leider größtenteils auf mich allein gestellt, da kein Trainer vorhanden ist. Somit muss ich mir mein WIssen durch Youtube, Bücher und Foren aneignen. Weiterhin soll dieser Thread auch für andere Anfänger ein Sammelsurium an Tipps und Tricks beinhalten.


    Ich habe das letzte (halbe) Jahr unregelmäßig Spopi geschossen, allerdings ohne wirkliche Überprüfung der Technik. Mehr aus Spaß am ballern. Irgendwann will man jedoch bei den Vereinsmeisterschaften nicht mehr ständig im unteren Drittel sein und somit begann ich damit den Schießsport etwas zielstrebiger zu bestreiten. Seitens eines Vereinsmitglieds darf ich bis etwa Juni seine Luftpistole benutzen (Steyr LP10) und möchte in dieser Zeit meine Schießtechnik verfeinern. Ich habe heute mein 3. "Training" absolviert, welches jedoch hauptsächlich aus dem Einstellen der Lupi bestand (siehe unten). Ich werde für jedes Training meine Trefferbilder einstellen sowie ein kurzes Resümee ziehen und erhoffe mir durch diesen Thread Ratschläge und Tipps.


    14.03.2018

    Erstes Lupi Training mit der Vereinspistole FWB LP65. Das Korn ist leider zu schmal, ansonsten ging es erst einmal darum eine Routine beim Aufbau zu erarbeiten (Stand, Atmung, etc)...


    21.03.2018

    Erstes Training mit der Leihwaffe Steyr LP10. Gleich ein ganz anderes Gefühl als mit der LP65 (logischerweise). Der Griff ist nicht wirklich passend für mich wie mir scheint, aber das ist ja verständlich. Inwiefern ich an der Lupi herumstellen darf muss ich noch eruieren. Ich habe ziemlich viel an der Pistole selbst herumgestellt um ein halbwegs ordentliches Trefferbild zu bekommen und wenigstens ab und an mittig zu treffen. Der Kollege hat leider 3 Dioptrien, das sieht man wohl auch an der ersten Scheibe.


    25.03.2018

    Zweites Training (Steyr LP10). Bis zur Scheibe Nr. 4 habe ich immer mal wieder 2-3 Klicks hoch und runter bzw rechts und links gestellt, Mittlerweile sollte es allerdings passen. Ich werde beim nächsten Training nochmal 10 Schuss auf eine Scheibe machen um eine Tendenz herauszufinden.

  • 21.03.2018

    Erstes Training mit der Leihwaffe Steyr LP10. Gleich ein ganz anderes Gefühl als mit der LP65 (logischerweise). Der Griff ist nicht wirklich passend für mich wie mir scheint, aber das ist ja verständlich. Inwiefern ich an der Lupi herumstellen darf muss ich noch eruieren. Ich habe ziemlich viel an der Pistole selbst herumgestellt um ein halbwegs ordentliches Trefferbild zu bekommen und wenigstens ab und an mittig zu treffen. Der Kollege hat leider 3 Dioptrien, das sieht man wohl auch an der ersten Scheibe.

  • Ich sehe Talent, aber noch unzureichende Haltekraft, und Ermüdunsgerrscheinungen. Soweit alles gut.
    Herumstellen kannst Du, solange Du dann wieder auf die Ausgangsparameter zurückstellst. Also schreib's Dir auf und vergiß die Rückstellung vor Rückgabe nicht.

  • mikki- : Deine Idee finde ich sehr gut:thumbup:. Gerne unterstütze ich dich dabei.


    Am Anfang habe ich drei Tipps für dich:


    1. ich würde viel auf die weisse Scheibe schiessen. Das wichtigste ist, erstmal ein Gefühl für den Abzug zu bekommen und die Technik sauber auszuführen.

    2. keine (oder mal ganz ganz selten) Ringe zählen!

    3. möglichst schnell viele Lp's testen und dann zeitnah eine eigene kaufen (mit einer LP10 kann man nicht viel falsch machen). Sollte sich herausstellen, dass die LP10 nicht richtig passt, bekommt man die immer gut verkauft.

    Einmal editiert, zuletzt von Bastian ()

  • Carcano Danke für die Blumen. Dass die Haltekraft und Ausdauer noch nicht da ist, habe ich gemerkt. Man sieht es am 21.03. wie die Streuung größer wird bei der letzten Scheibe.


    Bastian Ich habe mir soeben das Buch "Olympisches Pistolenschießen" bestellt. Bis zu seinem Eintreffen könnte mir eventuell jemand erklären, wie man beim Training auf die weiße Scheibe korrekt vorgeht. Ich habe doch, wenn ich alleine trainiere, keine Rückmeldung, ob ich etwas richtig oder falsch gemacht habe.


    Zum Thema Ringe zählen: Ich wollte schlicht und einfach sehen, wo ich stehe. Am 14.03. war ein B-Lizenz-Trainer da (natürlich nicht für mich), der mir in einer Stunde im Schnelldurchgang ein paar Dinge gesagt hat. Auch er meint, sie trainieren im Leistungszentrum so gut wie nie auf eine Scheibe, sondern vorrangig auf die weiße Scheibe, Quer- oder Längsbalken.


    Was mich im Moment am meisten nervt, ist, dass ich mein nicht zielendes Auge zukneifen muss und dabei merke wie mein Gesicht verkrampft. Teilweise blinzle ich dann und das Korn wird unscharf. Habe mir jetzt ein Basecap bestellt und werde da völlig amateurhaft einen Streifen über mein Auge montieren, dass ich es nicht mehr zukneifen muss.

    Auch mit meinem Stand fühle ich mich nicht ganz wohl. Laut Trainer soll ich die Knie nicht durchdrücken sondern leicht beugen. Allerdings fühlt sich das irgendwie instabil an. Durchgedrückte Knie werden jedoch zum Problem wenn ich anfange zu schwanken.

  • Was mich im Moment am meisten nervt, ist, dass ich mein nicht zielendes Auge zukneifen muss und dabei merke wie mein Gesicht verkrampft.

    Nimm halbtransparente dickere Plastefolie, so wie von Klemmheftern (wie Milchglas).

    Schneide einen 3 cm breiten Streifen ab, ca. 10 - 15 cm lang.

    Nimm ein Stirnband oder ähnliches und klemm den Streifen über das nicht zielende Auge.


    Schiebe den Streifen so, dass du kein Doppelbild der Scheibe hast, wenn dein Kopf gerade (!!!) zur Scheibe ausgerichtet ist --> Rückmeldung für falsch stehenden Kopf = Doppelbild.


    Für Brillenträger gibt es Aufsteckklappen, es gibt auch Stirnbänder mit Halterung und Augenklappe ... - aber obige Lösung ist die billigste und am schnellsten zu realisierende.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • und drücke Deine Knie durch,

    man ist eigentrlich froh um jedes Gelenk, das hier in diesem Ablauf involviert ist, das einen ,, Anschlag,, hat wie Ellbogen und Knie.

    Aus denen resultieren die geringsten bis gar keine eigen Bewegungen.......

    Ich hab mal was über Schießschuhe geschrieben, such Dir das mal.


    grüße no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

  • Sehr gute Idee mit dem Thema. Waren für mich als Anfänger schon jetzt wieder viele gute Tipps dabei.


    Das Buch habe ich auch, ist extrem gut gemacht. Dazu habe ich mir diverse Hanteln für das Training der Haltekraft zugelegt. Auch ne Wickelhantel hab ich mir gebaut.

    Der Weg ist das Ziel... :thumbup:

  • Ich hab mal was über Schießschuhe geschrieben,

    Für den Anfang tun es übrigens auch Gewichtheberschuhe, die kosten i.d.R. nur die Hälfte von "richtigen" Schießschuhen, insbesondere, wenn es nicht das neueste Modell ist.

    z.B. Adidas Powerlift 2

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Für den Anfang tun es übrigens auch Gewichtheberschuhe, die kosten i.d.R. nur die Hälfte von "richtigen" Schießschuhen, insbesondere, wenn es nicht das neueste Modell ist.

    z.B. Adidas Powerlift 2

    Sind die Leute die auf internationalen Wettkämpfe ins Finale kommen Anfänger?

  • "Olympisches Pistolenschießen"

    Obwohl es etwas chaotisch ist, ist es ein sehr gutes Buch:thumbup:. Hauptinfoquelle wird aber bestimmt das Forum bleiben.


    Bis zu seinem Eintreffen könnte mir eventuell jemand erklären, wie man beim Training auf die weiße Scheibe korrekt vorgeht.

    Ganz einfach. Der Ablauf ist exakt gleich zum "normalen" Schießen auf die Scheibe mit Spiegel. Gerade am Anfang ist es eine gute Übung. Der Grund ist, dass du für den Ablauf (Atmung, Bewegung der Waffe in den Halteraum, Betätigung des Abzugs, Fokussierung des zielenden Auges,etc....) einen Automatismus entwickeln musst (wie beim Autofahren). Wenn du den Automatismus noch nicht hast, muss dein Gehirn bewusst zu viele Daten verarbeiten (Atmung, Bewegung der Waffe in den Halteraum, Betätigung des Abzugs, Fokussierung des zielenden Auges UND Waffe im Halteraum relativ zum Spiegel halten [sehr hohe Anforderung an deine Feinmotorik] etc....). Das Ganze wird dazuführen, dass man immer irgendwo am Rumschlampen ist. Der fehlende Spiegel erleichtert deinem Gehirn nur die Arbeit. Reduzierung auf das Wesentliche....

    Die weiße Scheibe hat noch einen Vorteil. Du siehst unmittelbar nach dem Schuss wo der Diabolo einschlägt (kommt natürlich darauf an wie stark die Scheibe schon perforiert ist^^). Das gibt dir dann so noch in der Nachhaltephase direkt Aufschluss darüber, ob etwas nicht stimmt (Abzugsfehler, Verspannungen zwischen Griff/Hand, etc.).


    Zum Thema Ringe zählen: Ich wollte schlicht und einfach sehen, wo ich stehe.

    Deine Fortschritte werden sich auch in einem kleiner werden Streukreis zeigen:).


    Edit: In welcher Region wohnst du?

  • Sind die Leute die auf internationalen Wettkämpfe ins Finale kommen Anfänger?

    Wie ich sehe, hast du dazugelernt:thumbup: und bist von deinen Wanderschuhen abgekommen;).

  • Califax Vielen Dank, werde ich machen und auf fehler achten, guter Tipp. Spezielle Schuhe werde ich erstmal außen vor lassen, eventuell wird das zu einem späteren Zeitpunkt (und höherem Leistungsstand) interessant.


    AxelA Danke, ich werde mir mal ein paar Trainingsscheiben über den Verein bestellen lassen.


    Bastian Danke für die Auführungen. Beim Lesen sind mir tatsächlich einige Dinge aufgefallen, die bei mir noch nicht automatisch ablaufen (Druckaufbau beim Abzug während des Führens in den Halteraum). Sollte ich mich denn zu Beginn auf das Schießen auf die weiße Scheibe fokussieren? Ich bin im Moment noch unsicher, wie ich das Training der nächsten 4 Wochen aufbauen soll, an welchen Baustellen ich zuerst arbeiten muss. Ich wohne in Südhessen, zwischen Darmstadt und Mannheim.


    no.limits Danke für die Bestätigung. Genau das (Durchdrücken der Knie) fühlt sich viel natürlicher und stabiler an als die leichte Beuge, werde es so beibehalten. Deinen beitrag über Schießschuhe und die größere Auflagefläche der Sohle habe ich gefunden, vielen Dank dafür. Allerdings werde ich mir vorerst wohl keine Schießschuhe zulegen, das geht mir nach 3 Einheiten dann doch zu weit. Aber schauen wir mal, wo die Reise hingeht.

    Einmal editiert, zuletzt von mikki- ()

  • Hi mikki,

    zu den Grundlagen sind das hier auch ein paar gute Videos (aus Südkorea, auf Englisch): ASC E-learning Pistol


    Generell gilt: So ein ein Technikleitbild (sei es das koreanische aus dem Link, oder das deutsche, oder ...) ist der Startpunkt aus dem man seine individuelle Technik entwickelt.

    Das ist zwar mehr was für etwas Fortgeschrittenere und nicht für den Komplettanfänger, aber ich schreib dazu trotzdem kurz was.

    Du wirst auf deinem Weg wahrscheinlich auch Ratschläge kriegen, welche zwar das gleiche Thema behandeln aber durchaus gegenteilige Antworten haben. Beide Antworten können für sich richtig sein, aber dich bringt nur eine weiter.


    Was meine ich damit?

    Das geht mit den durchgedrückten Knien los; durchgedrückt ja oder nein? Wie stelle ich mich zur Scheibe; seitlich zugewandt, frontal zugewandt, irgendwas dazwischen? Die Atmung... Einfach- oder besser Doppelatmung? In welchen Schritten hebe und senke ich den Arm? ... und so weiter =O

    Das sollte dich jetzt nicht verwirren, aber aufzeigen das es im Ablauf viele Stellschrauben gibt. Und noch ebensoviele beim Einstellen der Waffe ;)


    Dein Ziel sollte schlussendlich sein, die Mündung der Waffe bewegungslos zu halten (nicht möglich) wenn der Schuss auslöst. Da jeder Mensch unterschiedlich in seinen Anlagen ist, muss dazu eben auch die Technik/der Anschlag individuell sein um das zu erreichen.

    Finde heraus wie das für dich sein muss. Durch Training, durch Tipps von anderen Schützen, durch Texte/Videos.

    Probiere unterschiedliche Dinge aus und analysiere ob es dich deinem Ziel näherbringt, oder nicht.


    Und wenn Du fragen hast, bist Du hier im Forum schon recht gut aufgehoben.


    Besten Gruß