Hier, Nordwest, ist was ich gerade vor 6.5 Stunden in einem anderen Forum schrieb:
1.
Der Verband hat in seinem Grundgefühl durchaus recht, finde ich. Es ist in der Tat unsolidarisch und untergräbt die Grundlagen des Schützenwesens in einigen (nicht allen) Landesverbänden, wenn die Traditionsschützen sich ausgliedern, weil sie nicht mehr zahlen wollen. Diese Trennung gibt es anderweitig ja auch schon (vgl. die Beispiele Sauerländer und Siegerländer Schützenbund).
Nur- so, wie der NWDSB jetzt mit dem Problem umgeht, kann man es nicht machen; weder moralisch noch rechtlich geht das. Man darf nicht aktive Sportschützen dafür bestrafen (durch Sperre und Ausschluss vom Wettkampfbetrieb), dass sie aktiv und dem Verband treu bleiben wollen. Und ich denke, das wird sich auch auf die jetzt anhängige Hauptsacheklage auswirken.
2.
Noch eine vielleicht nicht unwichtige Anmerkung oder Erläuterung: es gibt grundsätzlich zwei Wege, ein bestehendes oder drohendes Defizit (nobel: "Unterfinanzierung"; weniger nobel: "Überschuldung") zu decken.
- Die eine Option ist eine gleichmäßige Erhöhung des Individual-Mitgliederbeitrags, pro Kopf. Zusätzlich noch eine (sehr geringe) Sonderumlage ebenfalls pro Kopf je nominelles Mitglied. Das ist wohl das, was der NWDSB gegenwärtig unternimmt.
- Die andere Option ist eine (ggf. auch mehrere aufeinander folgende) Sonderumlagen, aber JE VEREIN (oder sogar je Bezirk), so dass dann jeder Verein intern bestimmen kann, wie der die Umlagemittel unter seinen Mitgliedern verteilt. Eine sachgerechte Ungleichbehandlung innerhalb des Vereins wäre da durchaus zulässig, wenn man das will (fiktives Beipiel: der Verein X muss 100 € zusätzliche Verbandsumlage entrichten; dann zahlen nach Beschluss der Mitgliederversammlung im Verein X die 110 Traditions- und Brauchtumsschützen jeweils 50 Cent, und die 15 aktiven Sportschützen jeweils 3,- €).
3.
Man kann die Vereine und Bezirksverbände nicht zwingen: man muss sie überzeugen. Überzeugen sowohl von der Notwendigkeit wie auch der Sinnhaftigkeit solcher Ausgaben. Das hat die bisherige Verbandsführung wohl bisher nicht vermocht.