Mitgliederentwicklung im Deutschen Schützenbund

  • Hallo Dan
    ich muss Wilhelm recht geben.... Nicht wie du schreibst, sondern in diesem Fall muss ich Wilhelm recht geben....

    Warum???
    na ganz einfach, wir (Du) wer auch immer im Forum beschreiben den DSB als unnahbares Ding, Gigant an der Front .... oder wie auch immer suchts euch aus. ABER das interessiert die Bevölkerung einen feuchten Kericht. Unser Verein -und den nehme ich jetzt mal als Beispiel- wird von DER BEVÖLKERUNG so bewertet wie wir in der Lokalpresse stehen, wie wir unsere Feste ausrichten, wie wir an den Schulen (wieder) auftreten, Was wir mit den Jugendlichen UND Altschützen unternehmen. Der DSB und der Landesverband gehen denen da vorbei wo wir draufsitzen. Oder machst du dir sorgen um den Tennisverband weil die einen 3-fach so hohen Mitgliederschwund haben wie die Sportschützen. Denkst du morgens was können wir im Tennis besser machen um akzeptiert zu werden.
    Nein bestimmt nicht. Das fängt vor der Haustüre an und die Verbände sind für UNS SCHÜTZEN da um die Rahmenbedingungen festzulegen bzw. uns zu unterstützen. Aber wobei unterstützen. Wir haben dann die Akzeptanz und dann... Was wollen wir überhaupt????? Angenommen wir bekommen alles auf dem silbernen Tablett und was machen wir dann. Wir Schützen haben genau die gleichen Probleme mit den Jugendlichen, mit den Altschützen welche nicht mehr mitziehen wollen usw. Aber die Strukturellen Probleme, das Ehrenamt usw wird benötigt um ALLEN Sportschützen das Schießen zu ermöglichen. lasst doch mal die Vereinsgremien aufhören, die Gau/Bezirksverantwortlichen usw. Auf welchen Meisterschaften wollt ihr dann schießen??? Sind das alles Idioten die das tun?? Müssen diese Leute sich wirklich von unqualifizierten Bemerkungen andauernd niedermachen wollen. Ich denke sicherlich nein. Wie habe ich bereits geschrieben -keine Rosa Brille aber auch kein Tick Tick, die Mischung machts. Und so gesehen sollten wir das Thema auch mal von der anderen Seite angehen, und das ist nun mal von ganz UNTEN... Wenn das Vereinsleben, die Abwicklung von Meisterschaften, die Kleinpressearbeit stimmen haben die Gegner es WESENTLICH schwerer etwas gegen Schützen auszurichten. Viele verstehen dann gar nicht mehr warum -sind doch alles nette Leute im Verein... Die leisten ja was.
    Von Motzen und Pseudovorstellungen was wir alles (auf dem Papier) besser machen wollen ist uns nicht geholfen wenn wir das nicht in der STruktur umsetzen. Exzentriker hat es schon immer in allen Sportarten gegeben, die bereichern unter Umständen sogar das ganze und haben eigentlich noch nie geschadet. Und eine andere Meinung tut oftmals gut. Aber nur DSB Schei.... ich gut wo soll das hinführen und was ist dann tatsächlich anders. Und nicht vergessen. ES GIBT KREIS- BEZIRKS- LANDES UND BUNDESSCHÜTZENTAGE wo Anträge gestellt werden können. Wer hat das gemacht von Euch... Wir leben in einer Demokratie und haben so doch ein (geringes) Mitspracherecht. Zumindest muss der Antrag dann öffentlich behandelt werden. Nicht MOTZEN HANDELN und zwar von unten
    Ich lebe das und zumindest im Schwarzwald funktioniert das ganz gut (trotz Winnenden)
    Dieter

  • Ich will es mal anders ausdrücken:

    Wir alle, ausnahmslos, betreiben Lobbyarbeit, in welcher Form auch immer, über die Wettkämpfe, Trainings, Jugendarbeit, etc.
    Das ist auch gut so und muss sein.

    Nur wir die politische Meinung nicht auf der lokalen Ebene gebildet, sondern ab der Landesebene und aufwärts.
    Das Bedeutet, was in der Lokalpresse steht, ist für den Verein zwar wichtig und richtig für seine eigene Außendarstellung, spielt aber politisch eine eher untergeordnete Rolle.
    Wo ein Dorf- oder Kreisblättchen über die Wettkampfergebnisse einer Vereinsmeisterschaft oder eines Königschießens berichten, berichten zeitgleich die Überregionalen Zeitungen, wie Die Welt, die FAZ, etc. von den negativen Seiten und bilden so die politische Meinung.
    Politisch in Bezug auf die Politiker aber auch in Bezug auf die Bevölkerung.
    Im Sportteil der Regional- und Lokalpresse werden nur Interessierte des Sports die Wettkampfberichte auf Seite 20 der Zeitung lesen, aber innerhalb der ersten drei Seiten der Überregionalen Zeitung lesen es Millionen von Menschen, wie böse wir sind und wie schlecht wir unsere Sportgeräte aufbewahren, etc.

    Und um genau diesen Bereich geht es mir.
    Mir geht es nicht darum, dass der DSB, der BDMP, die DSU oder der BDS in jeder Lokalzeitung ihren Senf dazu geben, sondern es muss in den großen getan werden, wo die Massen erreicht werden.
    Ich behaupte ja nicht, dass der kleine Schütze ganz unten nichts tun soll, oder dass die Ehrenämter aufgelöst werden sollten, oder, oder, oder.

    Ich sage nur, dass die Verbände, alle Verbände, ein ungeahntes Potential brach liegen lassen, indem sie die Mitglieder nicht involvieren und einbeziehen, bzw. mobilisieren.

  • Mir geht es nicht darum, was der einzelne kleine Michel in seinem Verein oder Kreis oder seiner Gau macht, da dies nur Regional ist und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.

    Ich glaube die breite Öffentlichkeit erreichen wir über gut verwurzelte Schützenvereine und eben nicht über die Schützenverbände. Sie bestimmen die öffentliche Wahrnehmung: Feierwütige, Leistungssportler, Traditionspfleger oder Waffennarren. Das zeigt der lokale Schützenverein. Ein ausschweifendes Schützenfest, ein leichtsinniges Vereinsmitglied kann durchaus eine größere Herausforderung darstellen als Kriegseinsätze, Laserschießen und Massenmorde zusammen.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Hallo zusammen,

    vielleicht einfacher ausgedrückt:
    Der Rahmen der Initiative (Maßnahmen, die Beschreibungen, was wie zu tun ist ... ) wird von den Verbänden vorgegeben und durch PR über Massenmedien verbreitet. Das Bild im Rahmen, dass in der Öffentlichkeit durch die Menschen mit ihren persönlichen Eindrücken die sog. "Öffentliche Meinung/Wählermeinung" muss authentisch sein. Es ist authentisch positiv, wenn wir uns an der Basis ordentlich verkaufen, ein "positives Bild" von uns "malen". Beispiele Michael Kuhn, die von Sobigrufti beschriebenen Arbeiten und Erfolge der Vereine und deren Mitglieder. Das derzeitige Bild von uns in der Bevölkerung ist schwarz, zerrissen, rahmenlos.

    Der Deutsche Tennisbund hat in den 90er Jahren nach dem Becker/Graf-Boom ein ähnliches zerrissenes Bild innerhald des Verbandes und in der Bevölkerung abgegeben. Dort hat man aber erkannt, dass nur durch eine einheitliche, zentrale Verbandsstruktur die Chancen bestehen, aus dem Tief wieder herauszukommen. 2006 sind die föderalen Strukturen abgelöst worden. Mit Hilfe des DOSB wurde strukturiert konzeptionell an der Zukunftsfähigkeit gearbeitet. Sie haben damit Erfolg. 2010 betrug der Mitgliederrückgang nur noch -0,65% (2007: -3,09%)

  • Ich glaube viele machen es sich zu leicht, indem sie sämtliche Probleme auf Verbände abschieben, das kommt dann mitunter sogar soweit, dass sich jemand drüber beklagt, dass der Verein überaltere und der untätige DSB nichts dagegen unternehme (ich verlinke das Thema jetzt besser nicht...). Wo ich aber Handlungsbedarf sehe: Auf unserer Vereinsebene und auch den unteren Verbandsebenen werden Veranstaltungen gekonnt in lokalen Medien angekündigt und dokumentiert. Nur warum hört man dann wenig bis nichts von Weltmeisterschaft (die war - was selbst viele Schützen nicht wissen - vor kurzem in Deutschland) oder Bundesliga? Ein kleines Werbebudget würde ansich dafür ausreichen, oder?

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Was die Bundesliga angeht, da liegt die Verantwortung der Vermarktung, zumindest der Heimwettkämpfe, bei den entsprechenden Vereinen.
    Aber selbst vom Bundesligafinale sieht/hört/ließt man kaum bis gar nix in der überregionalen Presse.

    Mag ja sein das die ganze Welt von der letztjährigen WM hier in Deutschland schwärmt, nur hat die deutsche Bevölkerung da kaum was von mitbekommen.
    Gewagte These: 65% aller Schützen, ob im DSB organisiert oder nicht, wussten nichteinmal das es eine WM im eigenen Lande gab,.

  • Erzwo,
    ich erhöhe von 65 auf 80% - zumindest hier im Norden. Es ist die beste Sportschützen-WM aller Zeiten und kaum jemand unter den Schützen, selbst angehende Landesmeister, wussten das. Nebenfrage: Was wurde bewertet, der Sport oder die Organisation?

    Was die Öffentlichkeit (80 Mio Bundesbürger) betrifft, dürfte die Bekanntheitsquote danach rund 0,3% betragen (=20% der "geschätzten, um Doppelmitgliedschaften bereinigten Mitgliederzahl). Ich denke, dass nicht mal die Waffengegner die WM wahrgenommen haben - oder?

  • Selbst bei uns unten im Süden (200Km westlich von München) wussten viele nichts von der WM.
    Hingefahren sind ungefär 8 Personen von unserem Verein und so vereinzelt hat man in München auch Personen aus den Nachbarvereinen getroffen, aber nicht viele.
    Selbst die Münchner (Nichtschützen) wussten nichts von der WM.

    Jetzt mal ein Test: Wer wusste denn, dass letzte Woche eine EM in Hochbrück war ?

    Gruss Axel

  • so gefällt mir die Diskussion. Nicht das ich recht will oder sogar nur recht hätte,

    NEIN, jetzt wird zum ersten Mal seit langer zeit wieder auf Veranstaltungen hingewiesen. Was wäre wenn wir z.B. wie bei Home - Sommerbiathlon.net einen Terminkalender mit solchen Dingen führen würden. Jeder "Heckenverein" kann dort seine Ausschreibungen hinterlegen und danach die ERGEBNISLISTEN. Dort bin ich ständig bemüht fehlende Ergebnisse zu ergänzen oder Ausschreibungen im Netz zu suchen. Das ist eine ganz tolle Sache. So wird auch das Interesse geweckt und viele welche nicht zu den Spitzen zählen oder zu "Käseblättern" im Schützenhaus Zugang haben können sich da informieren. Und indirekt können wir so auch dem Mitgliederschwund entgegen setzen. Wenn dadurch nur in jedem 10. Verein 1 einziges Mitglied sich motiviert fühlt und diesen Keim weiterträgt und den monotonen Kreislauf im Verein/Gau/Bezirk unterbricht geht es weiter...... Es ist zwar keine 100 % Lösung aber die gibt es ja eh nicht

    Leute so macht zumindest mir das Forum Spaß. Anhand dieser wenigen Beiträge kommen zumindest jetzt mal ein paar bescheidene Kleine Impulse und viele oder wenn auch nur einige fühlen sich angeprochen und dann geht's los.

    DANKE

    Dieter

  • EM der Gehörlosen war in München. Stand in der Bayerischen Schützenzeitung!!

    Und ein Vereinskamerad war oben. Er sagte, es ist interessant zuzuschauen, wie sich die Sportler aus ganz Europa unterhalten. Keine Verständigungsschwierigkeiten, denn Gebährdensprache ist international.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • [...] denn Gebährdensprache ist international.

    Nö, es heißt nämlich nicht umsonst DGS (Deutsche Gebärden Sprache). Aber zumindest recht vergleichbar.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Nö, es heißt nämlich nicht umsonst DGS (Deutsche Gebärden Sprache). Aber zumindest recht vergleichbar.

    Naja, ich bin jetzt kein Gebärdensprachspezialist, aber mein Vereinskollege erzählte, dass sie sich alle ohne Probleme unterhalten konnten, alleine mit den Händen.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hallo,

    ja wie geht es weiter mit der Mitgliederentwicklung? So lange die Vereine und Verbänd nicht umdenken bis auf einige Ausnahmen, geht es weiter abwärts.Fangen wir mit den Vereinen an, bei uns im Kreis gibt es Vereine die dümpeln mit 20/ 30 Mitglieder dahin. keine Jugendarbeit, Senioren Club, keine Ambitionen. Sehe ich mir unseren Kreis an, fehlen mir 10cent am Euro. Der Bezirk redet viel passiert wenig. Leider ist das so und ich kann mir vorstellen das gibt es nicht nur bei uns. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, wir versuchen auf Vereinsebene etwas hin zu bekommen. Ausserdem versuchen wir den Kreisvorstand zum mit machen zu mutivieren, mal sehen ob es klappt.

    Kogge

  • Sehe ich mir unseren Kreis an, fehlen mir 10cent am Euro. Der Bezirk redet viel passiert wenig. Leider ist das so und ich kann mir vorstellen das gibt es nicht nur bei uns. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, wir versuchen auf Vereinsebene etwas hin zu bekommen. Ausserdem versuchen wir den Kreisvorstand zum mit machen zu mutivieren, mal sehen ob es klappt.

    Kandidiert doch einfach bei der nächsten Wahl und zeigt denen einmal wie man es richtig macht :P

    BBF