Imagekampagne „Anerkennung des Schützenwesens als immaterielles Kulturerbe“

  • Hallo zusammen,


    laut DSB-Präsidentenbrief von Heinz-Helmut Fischer ist dieAnerkennung des Schützenwesens als immaterielles Kulturerbe eine „idealeGelegenheit“ für eine Imagekampagne zugunsten der Schützenvereine.
    Die Öffentlichkeitsollte von dieser Tatsache in Kenntnis gesetzt und alle verfügbaren Medien dazuinformiert und genutzt werden. Auch die politischen Entscheidungsträger sollendarüber informiert werden, dass der ansässige Schützenverein seit Dezember 2015ein offiziell anerkannter Kulturträger ist. Dafür stellt der DSB sogar einindividuell gestaltbares Musterschreiben zur Verfügung.


    Zu diesem Zweck sollte die Auszeichnung möglichst offensivund selbstbewusst nach außen kommuniziert werden. Das kann auf mehrfache Weisegeschehen:
    • Imagekampagne in den lokalen Medien
    • Information über dieAuszeichnung an Behörden und Partner
    • Intensive Nutzung des Logos auf allenMedien (Briefkopf, Homepage, Mailsignatur usw.)


    Auf der Homepage des DeutschenSchützenbundes stehen das Logo, die Nutzungsrichtlinien, sowieMusteranschreiben nach Registrierung zum Download zur Verfügung:
    http://www.dsb.de/tradition/immaterielles-kulturerbe/


    Weitere Informationen
    http://www.unesco.de/kultur/im…wesen-in-deutschland.html
    http://www.dsb.de/media/PDF/Tr…_mit_urkunde_mit_link.pdf
    http://www.dsb.de/media/PDF/Pu…uere_07-2016_ORIGINAL.pdf


    Leitfaden zur Nutzung des Logos
    http://www.dsb.de/media/PDF/im…KE_Logoleitfaden_2014.pdf



    Welcher Verein nutzt die Auszeichnung zu einer Imagekampagne?
    Welche Erfahrungen wurden dabei gemacht?

  • Ich fürchte, dass diese Beitrag
    http://www1.wdr.de/mediathek/v…cht-abgeschossen-100.html
    vielmehr zum Image beiträgt als das Plexiglas.

    Der Titel des Beitrages ist auf BILD-Zeitungsniveau. Effekthascherei. Schande für den WDR.


    Man weiss gar nicht, wo man bei dem Beitrag mit der Fehlersuche anfangen soll, weil der nur so vor Falschaussagen strotzt.


    ABER: ist eigentlich OFF-Topic.
    Es geht ja um die DSB Kampagne und den mE nicht so recht vorstellbaren Effekt der Plexiglas-Scheibe.


    Wir haben die Scheibe nicht aufgehängt, weil, im Keller, wo das Schützenheim untergebracht ist, sich sowieso nur Schützen hin verirren. Von jährlich 2 Personen abgesehen, die das WC suchen.

  • Hallo Chross,


    ich denke, dass es nicht auf die Plexiglasscheibe ankommt, sondern dass sich der Verein mit seinen Mitgliedern mit dieser Auszeichnung identifizieren kann, zum Brauchtum steht und damit eine Anerkennung der darauf ausgerichteten Arbeit erfolgt.


    Gerade in der heutigen Zeit ist es m. E. wichtig, sich der Herkunft des Schützenwesens bewusst zu sein, um in Zeiten der Veränderung Brauchtum und Kultur weiter zu pflegen, der Zeit anzupassen.


    D. h., Dein Verein beteiligt nutzt diese Auszeichnung aktiv, verzichtet aber auf die Plexiglasscheibe am Eingang des Vereinshauses?

  • Hallo Wilhelm,


    nein, mein Verein beteiligt sich nicht aktiv an der Kampagne. Für mich war das Schild zum Selbstkostenpreis nur das anschauliche Beispiel für die Problematik der Imagekampagne bei kleinen Vereinen.


    Bei uns geht die Imagekampagne an der Realität etwas vorbei. Wir sind ein kleiner Verein, in dem nur Luftdruck im sportlichen Niemandsland geschossen wird, d.h. Gau-Oberliga abwärts. Praktisch jeder kleiner Ort hat seinen eigenen Schützenverein, der neben Fußball, Musik-/Trachtenverein und Freiwilliger Feuerwehr einfach dazu gehört - mit gleichzeitg hoher Überlappung der Mitglieder in den Vereinen.


    Es gibt 3-4 größere Vereine, die gute Nachwuchsarbeit betreiben und immer wieder auch in den lokalen Medien über Erfolge von Jungschützen berichten. Hier wären die von Dir genannten Materialien besser aufgehoben, wobei ich auf dieser Ebene (evtl. betriebsblind) kein Problem mit dem Image der Schützenvereine ausmachen kann.


    Gibt es dazu eine Befragung/Studie, daß es ein Problem mit dem Image gibt?


    Grüße,
    Chross

  • meiner meinung nach, ist damit das Aus der Schützenvereine schon ins Blickfeld geraten,
    denn Was ein Kulturerbe ist, gehört ins Museum hinter Glas. - Diese wilde Zeit der Peng-Peng -Knallstöcke ist doch schon laange vorbei.


    mfsg daniel

  • Hallo Chross,
    m. W. gibt es keine, bzw. mir nicht bekannte Befragungen/Studien zum Image des Schützenwesens in der Gesellschaft.


    In der Arbeitsgemeinschaft DSB/DosB „Projekt Mitgliederentwicklung“ / „Ziel im Visier“ wurde anfangs im Ankündigungs-Anschreiben der DOSB-Mitarbeiter an die Vereine nur festgestellt, dass es "vielschichtige Gründe für rückläufige Mitgliederzahlen" gibt. Man hat sich im Projektverlauf nur mit den abgefragten Innenansichten beschäftigt. Eine Befragung nach dem Image von Schuetzenvereinen in der Bevölkerung hat nicht stattgefunden:


    „Da die Gründe für die rückläufigen Mitgliederzahlen sehr vielschichtig sind, möchten wir gerne verschiedene Sichtweisen beleuchten, so z.B. die des Deutschen Schützenbundes, der Landesverbände, der Vereine und der einzelnen Vereinsmitglieder. Die Perspektive der Vereine und der einzelnen Vereinsmitglieder spielt dabei für uns eine herausragende Rolle. Um noch mehr Informationen und Daten zu der Thematik der Mitgliederentwicklung aus Sicht der Vereine und der einzelnen Vereinsmitglieder zu erhalten, haben wir gemeinsam mit dem Deutschen Schützenbund bundesweit zehn Vereine ausgewählt, die wir näher beleuchten wollen. Ihr Verein ist dabei von Ihrem Landesverband vorgeschlagen worden und wir möchten Sie bitten, uns bei dieser Untersuchung zu unterstützen."



    Themen zur Mitgliederentwicklung und dem Projekt Ziel im Visier gibt es hier:
    https://meisterschuetzen.org/t…-deutschen-schuetzenbund/
    https://meisterschuetzen.org/t…mit-angeboten-beispielen/
    https://meisterschuetzen.org/t…-zukunft-schuetzenverein/
    https://meisterschuetzen.org/t…-zukunft-schuetzenverein/
    https://meisterschuetzen.org/t…r-und-nachwuchsgewinnung/



    ... und natürlich auch beim DSB http://www.ziel-im-visier.de/ „… Gemeinsam wollen wir bis zum Jahr 2018 eine Mitgliederzahl von mehr als 1,5 Millionen erreichen, während wir Anfang 2012 erst bei knapp 1,4 Millionen Mitgliedern standen.„


    ist man vom Ziel der Projektarbeit weit entfernt Mitgliederstand 31.12.2015:
    http://www.dsb.de/media/PDF/Mitglieder/2015/Mitgliederstatistik_per_31.12.2015_Mitgliederstand_im_Vergleich-1.pdf ist man mit 1,3 Mio Mitgliedern weit entfernt.


    Das in der Bevölkerung, bzw. auch nur in bestimmten Kreisen „gepflegte“ negative Image des Schuetzenwesens hat viele Gesichter:


    Tradition und Brauchtum: rückständig, passt nicht mehr in die heutige schnelllebige Zeit, ablehnende Haltung durch z. T. militärische Bräuche, konservative Vereinsführungen, Überalterung der Aktiven, kein Angebot für Kinder und Jugendliche


    Schützenfeste: Erscheinungsbild durch alkoholisierte Teilnehmer/innen negativ, abnehmende Resonanz in der Bevölkerung, geschlossene Gesellschaften, nicht mehr zeitgemäß, fehlende Bezüge /Wissen zur geschichtlichen Entwicklung des Schützenwesens


    Sport: vollständige Ablehnung vom Gebrauch von Waffen, Verbindung zu Amokläufen, mangelnde Medienpräsenz, Unkenntnis von den vielen verschiedenen Disziplinen


    Verbandswesen: unterschiedliche Ausrichtung der Verbände, keine Geschlossenheit gegenüber Gesetzgeber und aktiven Schießsportgegnern, Abgrenzungen und Polarisierungen untereinander, Unterfinanzierung, wirtschaftlich unbedeutend, abnehmende Kompetenzen in der Vereins- und Verbandsführung,

  • http://www.abendblatt.de/regio…en-ihr-Negativ-Image.html
    Stormarns Schützen kämpfen gegen ihr Negativ-Image


    VonFinnFischer
    Auszug... Weil die Mitgliederzahlen stagnieren, setzten einigeSchützenvereine jetzt auf moderne Technik bei der Nachwuchsarbeit.Trittau/BadOldesloe. Das Schützenwesen gehört in vielen Städten und Gemeindezur Tradition, ist seit einem Jahr sogar Unesco-Kulturerbe. Einen Werbeeffekthat das nicht: Vereinen und Gilden sterben die Mitglieder weg. JüngereGenerationen lassen sich für das Brauchtum mit dem Biedermann-Image nur schweroder nicht begeistern. Mit militärisch anmutenden Uniformen, Schützenfesten undrustikal eingerichteten Schützenhäusern lassen sich Jugendliche einfach nichthinter dem Smartphone hervorlocken.
    Die Bürgerschützengilde Bad Oldesloe versuchtvorsichtig den Weg einer Modernisierung. "Wir haben schon vor Jahren denUniformenzwang und Schützenfeste abgeschafft", sagt der stellvertretendeKommandeur, Klaus-Andreas Blottnicki. "Damit kann die Jugend nicht vielanfangen." Innerhalb von zwölf Jahren ist die Mitgliederzahl der fast 400 Jahrealten Gilde von 300 auf 150 gesunken. In der Jugendsparte sind nur noch vierJungschützen aktiv. Werbemaßnahmen laufen regelmäßig ins Leere. EineFlyer-Aktion an Oldesloer Haushalte brachte keine Resonanz, der Tag der offenenTür wurde mangels Nachfrage abgesagt.
    Nur Sportfreunde werden aufgenommen


    Dennoch befindet sich der Verein derzeit ineiner Erholungsphase. "Wir hatten 2016 zwölf Neuzugänge", sagtBlottnicki. Anfragen gebe es immer wieder, "wohl auch aus Angst vor deraktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation im Land", sagt der62-Jährige. "Aber solche, die nur in den Verein eintreten, um sich einePistole unter das Kopfkissen zu legen, sortieren wir gleich wieder aus",stellt der Schütze klar. "Es geht uns um den Sport." ...

    • LEIDER NICHTS ZU UNSEREM SPORT, TROTZDEM INTERESSANT:


    Diese empirische Arbeit behandelt das Image von Sportarten in Österreich im Jahr 2010.
    Image des Sports / der Sportarten in Österreich
    Eine empirische Studie 2010
    Verfasserin / Verfasser
    Birgit Braumüller
    http://othes.univie.ac.at/11654/1/2010-10-10_0103494.pdf

  • Hallo Wilhelm,


    das ist eine Menge Lesestoff. Liest sich aber interessant an.
    Vielleicht sollte man so etwas für das Image des Schießsports auf die Beine stellen. Eventuell interessiert das ja auch den einen oder anderen Verband...


    Die Befragung von 10 augewählten Vereinen ist sicher ein guter Anfang, aber ein umfassender bzw. systematischer Überblick ist das nicht.


    Grüße,
    Chross

  • Hallo Chross,


    ja, die Aktion Ziel im Visier droht von ihrer beabsichtigten Wirkung her, zu verpuffen. Es fehlen m. E. auch die Ressourcen das Thema "Negativ-Image des Schützenwesens" aktiv und systematisch anzugehen.


    Es herrscht aktuell ein "Pseudo-Aktivismus" vor, man macht sich Mut, klopft sich ob der objektiv auch tollen sportlichen Erfolge bei den Olympischen Spielen und der m. E. auch berechtigten Auszeichnung des Schützenwesens als "Immaterielles Kulturerbes" auf die Schulter. Das reicht aber nicht um in der Außenwirkung bestehende negative Vorbehalte in eine positive, aufgeklärte Meinung der Bevölkerung gegenüber dem Schützenwesen zu ändern.


    Es fehlt an Durchsetzungskraft und gemeinsamer Entschlossenheit unser Image zu verbessern. Wobei ich diese Aussage nicht nur auf die Verbände/Vereine sondern auch auf alle Mitglieder im Schützenwesen beziehe.