Harald Strier, Chefredakteur der Deutschen Schützenzeitung, mit einem kritischen Bericht zur ISSF-WM in Kairo
Weltmeisterschaft Gewehr/Pistole 2022 Kairo
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- Allgemein
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Hans48 -
24. Oktober 2022 um 11:45
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Ich wage es gar nicht, mir vorzustellen, dass der Schießsport aus dem olympischen Programm fliegen könnte,
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Das Lustige an Striers tief kenntnislosem Artikel aus der Provinz ist gerade, dass Lisin für tiefgreifende Reformen stand und steht, seit 2019 viele auch schon mit Geld und der nötigen Hemdsärmeligkeit eingeleitet und teilweise umgesetzt hat.
Genau das schürt ja die kleinkarierte Missgunst der ewig Vorgestrigen und Reaktionäre, die ihre recht kleine und stark eurozentrische Kabale entmachtet sehen, während die alte Großtante ISSF zunehmend zukunftsfähiger wird. 😅
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Carcano,
Du scheinst gut mit der Thematik "Zukunftsfähigkeit des ISSF unter Führung von Lisin" vertraut zu sein.
Welche tiefgreifenden Reformen sind von Lisin auf den Weg gebracht worden, welche davon wurden umgesetzt? Welche noch nicht?
Welche Reformen dienen dem
a) Sport,
b) den wirtschaftlichen Verbandszielen,
c) dem Machterhalt von Lisin?
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Ich denke man sollte hier differenzieren, klar steht die ISSF im Fokus und hat Verantwortung. Aber mit einer Vergabe nach Ägypten sind meiner Erfahrung nach die Probleme vorbereitet.
Die Araber Versprechen Dir alles, legen tolle Pläne vor und es ist alles in Ordnung, bis zum dem Tag wo der Startschuss fällt egal zu welchem Projekt. Etwas differenzieren muss man wohl Heute, die Öl Staaten Barein, Oman, Saudi und einige mehr lassen hier nicht mehr soviel anbrennen aber das klassische Arabestan tickt hier ganz anders. Ich hab einige Jahre dort verbracht, gelebt und gearbeitet als Unterprojektleiter. Ab dem Startschuss bist nur noch am Improvisieren um das Projekt und Deinen Arsch zu retten. Ich denke der ISSF ging es hier genauso. Es werden die Spiele vergeben, holt sich von Zeit zu Zeit Zwischenstände hier vermutlich die Sportstätten, die Zeitpläne, die Personalstärke etc. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, soweit passt alles, bis zum Anpfiff und wenn man Deutsche oder Schweizer Gründlichkeit gewohnt bist kommst Dir ab dem Moment vor der Hamster auf dem Rad.
ich hab mit den Verantwortlichen der ISSF nur Mitleid.
No.limits
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ich hab mit den Verantwortlichen der ISSF nur Mitleid.
Ich habe absolut kein Mitleid. Die wissen wohin sie ihre Wettkämpfe vergeben!
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Hallo Hugo,
Das ist ja richtig, man kann das so sehen. Aber die andere Seite ist, wen nimmt man mit von diesen Ländern und ab wann sind sie fähig dazu.
Die Verantwortlichen Internationalen haben da glaub ich nicht die Vorstellung das es so etwas im Computer Zeitalter 2022 noch gibt und so chaotisch sein kann.
Mit einem großen Kamelrennen hätte das auch bestimmt funktioniert, da sind die fit das machen die ständig.
Ich hab ein Rennen der Formel E in Marrakesh 2020 erlebt, die waren schon auf einem guten Weg. Die Frage ist wem traut man es zu und wem nicht. Learning by doing, mit allen Risiken?
Grüße aus Namibia hier ist auch vieles chaotisch, no.Limits
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Waren Deine Erkenntnisse nicht auch schon anderen Entscheidungsträgern bei der Vergabe des Austragungsortes bekannt?
Wenn Lisin für Verbesserungen im Issf steht, warum lässt er sich auf eine vorhersehbare „Pannen-WM“ ein?
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Wenn Lisin für Verbesserungen im Issf steht, warum lässt er sich auf eine vorhersehbare „Pannen-WM“ ein?
Bei aller Liebe Wilhelm, was soll diese Frage?
Wer soll dir die beantworten? no.limits wohl kaum. Es ist doch müssig, solche Fragen zu stellen, da die folgenden Antworten hierzu, doch nur zu Vermutungen und Gerüchten führt.
Es ist echt seltsam, welche Wortglauberei hier manchmal betrieben wird.
Als ich vorgestern in dem Tread zu dem LG, welches frei erhältlich ist und durch eine Umbaumaßnahme (die mitgeliefert wird) auf 200 Joule und damit WBK-Pflichtig wird, geschrieben habe, dass ich es bedenklich finde, wird gefragt, was daran bedenklich ist.
Was wohl? Ich muss ein Bedürfniss nachweisen, eine WBK beantragen, in einem Schützenverein sein, den Nachweis erbringen, dass ich regelmäßig schieße, Schießbuch führen etc. und hier kannst du dir ein LG bestellen welches durch den Umbau WBK-Pflichtig wäre, und auf alles verzichten.
Sorry Mike
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Hallo Mike,
im besten Fall, würde meine Frage beantwortet werden.
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warum lässt er sich auf eine vorhersehbare „Pannen-WM“ ein?
Das ist schwer zu beantworten als Zuschauer.
Die Gründe sind sicher unterschiedlicher Natur, ich denke und das ist meine persönliche Erfahrung die Ägypter haben sich besser verkauft als sie sind. Das deckt sich mit meinem erlebten. Wir haben Verträge gemacht und deutschen Standard verlangt. Kein Problem sie hätten Personal das lange Zeit in Germany und vergleichbaren Ländern gearbeitet haben. Bekommen haben wir zum Teil Leute die ihren Lohn mit dem Daumen quittiert haben. Ich denke von seitens der ISSF war Zuviel vertrauen zu wenig live Erfahrung da und die Erwartungen werden so gewesen sein das sie es können und einem entsprechenden Standard haben. Ich gehe gerne und viel nach Arabestan Rallye fahren in der Sahara oder mit dem Sandbuggy im Atlas und einiges mehr aber geschäftlich never ever.
No.limits
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Was wohl? Ich muss ein Bedürfniss nachweisen, eine WBK beantragen, in einem Schützenverein sein, den Nachweis erbringen, dass ich regelmäßig schieße, Schießbuch führen etc. und hier kannst du dir ein LG bestellen welches durch den Umbau WBK-Pflichtig wäre, und auf alles verzichten.
Und weil du unnötigen Sch... machen musst um dein Hobby ausüben zu dürfen, müssen auch andere geknechtet werden? Doch von den Grünen erfolgreich indoktriniert.
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Leider stimmt das gar nicht so, was no.limits da schreibt. Das liegt aber daran, dass ich zum Thema Meisterschaften in Nordafrika unmittelbare Erfahrungen habe und er nicht.
Auf dem afrikanischen Kontinent (ungeachtet des Umstandes, dass Ägypten jedenfalls seit der islamischen Eroberung als Teil des Maghreb nicht mehr zum echten, subsaharischen "Afrika" im kulturgeographischen Sinne zählt) ist Ägypten das einzige Land, wo sich größere und mittlere schießsportliche Events erfolgreich und hinreichend professionell abhalten lassen. Das einzige.
Südafrika ist im totalen Verfall, kann man vergessen, die spielen auch in der ISSF nicht mehr mit. Völlige Verwesung der Institutionen. Liegt aber an den Weißen und nicht etwa an den schwarzen Mehrheitssüdafrikanern.In Marokko und Algerien, wo vorangehend auch schon afrikanische Kontinentalmeisterschaften abgehalten worden waren (und da sind weniger Leute dabei als bei einer größeren deutschen Kreismeisterschaft, man muss das richtig einstufen !), lief es in der Tat etwa so bei no.limits beschrieben. In Algerien lag die schlechte Performance und Benachteiligung der SportlerInnen aber auch erheblich mit an der starren und inkompetenten alten französischen ISSF-Delegierten für die Leitung dieser Meisterschaft, der Ghislaine (Nachnamen müsste ich nachschlagen). Chaos.
Die ägyptischen Schießstände nahe den Pyramiden sind auf einer großen Anlage seit etwa 2008/2009 massivst ausgebaut und erweitert worden, und sind auf Top-Stand. Auch das gibt es nirgends sonstwo in ganz Afrika, und in Deutschland allenfalls an einem einzigen Ort, nämlich in München - sonst auch hier irgendwo. Weder Suhl noch Frankfurt/Oder noch Wiesbaden halten einen Vergleich aus. Details mögen noch mal haken, das ist aber auch in Bisley so.
Carcano -
Die ägyptischen Schießstände nahe den Pyramiden sind auf einer großen Anlage seit etwa 2008/2009 massivst ausgebaut und erweitert worden, und sind auf Top-Stand. Auch das gibt es nirgends sonstwo in ganz Afrika, und in Deutschland allenfalls an einem einzigen Ort, nämlich in München - sonst auch hier irgendwo. Weder Suhl noch Frankfurt/Oder noch Wiesbaden halten einen Vergleich aus. Details mögen noch mal haken, das ist aber auch in Bisley so.
leider sind die Wettkampfstätten aber nicht das einzige was es braucht um eine Meisterschaft auszutragen.
In dem Text von Herrn Strier steht ja nicht das die Stände schlecht waren oder die Elektronik nicht funktionierte, es ging um die Organisation. Kritisiert wurde das die Wertungen nicht nach ISSF Regeln gemacht wurden oder die Zeitplanung ins Dunkle hinein usw.
Also ähnlich wie bei der FiFa WM in Katar, da konnte ja auch keiner wissen das da im Sommer 50° und mehr sind.
Das Schlimme an solchen Veranstaltungsorten ist doch das die Sportler und Trainer das alles ausbaden müssen. Die trainieren alle viel und hart und am Ende stehen sie dann im Dunklen auf dem Stand während die hohen Herren bereits beim Bankett sitzen und sich den Champagner reinschütten. -
dass ich zum Thema Meisterschaften in Nordafrika unmittelbare Erfahrungen habe und er nicht.
Das gestehe ich Dir gerne zu, ich hab es ja nicht live erlebt, ich war nicht dort.
Allerdings wie ich es beschrieben habe, das erlebte war so.
Wir erleben das gerade so auf der Tierauffangstation in Namibia, es ist aktuell ähnlich. Planen geht noch ausführen und Überblick behalten ist schwierig.
Omega24v hat das ja auch noch anklingen lassen das die Sportstätten nicht Gegenstand der Kritik waren.
Was bleibt und das wurde massiv und von vielen Seiten beanstandet ist der organisatorische und planerische Teil. Ich hab hier in meinem jugendlichen Leichtsinn 1und 1 mal zusammen gezählt und zur Diskussion gestellt. Ich denke es ist naheliegend.
Du hast einiges ausgeführt aber Du bist nicht darauf eingegangen auf was dieses Chaos basieren könnte Deiner Meinung nach. Wenn Du schreibst das ich falsch liege, dann müsstest Du eine andere Darstellung zum Chaos haben?
No.limits
gehandicapt durch dauernde Strom- und W-lan Ausfälle im Afrikanischen Busch
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Nicht eingehaltene Zeitpläne und dergleichen sind das eine. Damit müssen und können Sportler auch andernorts und in allen Sportarten klarkommen. Wenn aber nicht geklärt ist, wie die Platzierungen festgelegt werden und die Finalregeln sich schneller ändern, als man sie drucken kann, fällt das auf die Leitung der ISSF zurück.
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und die Finalregeln sich schneller ändern, als man sie drucken kann, fällt das auf die Leitung der ISSF zurück.
Ja da ist wohl richtig, da haben die Ihren Teil auch mit zu beigetragen.
Nochmal, man darf hier nicht Zuviel erwarten in dem Part wo die selbst zuständig sind. Mit organisieren und Überblick haben die es noch nicht so. Viele Kriegsregionen, viele Hungerzonen und schießen hat sportlich nicht den Stellenwert wie Fußball, schon allein wegen der Kosten.
No.Limits
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Nochmal, man darf hier nicht zuviel erwarten in dem Part wo die selbst zuständig sind. Mit Organisieren und Überblick haben die es noch nicht so. Viele Kriegsregionen, viele Hungerzonen; und Schießen hat sportlich nicht den Stellenwert wie Fußball, schon allein wegen der Kosten.
Grundsätzlich richtig. Die Stärkung der Kompetenz und (neudeutsch) "Agency" der ISSF-Kontinentalverbände, die ja in der Vergangenheit eher ein Schattendasein auf dem Papier geführt hatten, und im wesentlichen einmal im Jahr eine (oft nur ziemlich kleine) Kontinentalmeisterschaft ausrichteten, war und ist ein ganz wesentliches verbandsstrukturpolitisches und sportentwicklungspolitisches Anliegen von Lisin und Ratner, und da haben sie tatsächlich schon viel erreicht, wie ich bestätigen kann.
Mit Geld halt. Ohne das läuft nichts.
Carcano -
ISSF-Kontinentalverbände
Sieht denn der Weltverband solche 'Konstruktionen' überhaupt vor?
Aber das auch nur am Rande.
Bezug nehmend auf den Artikel von Harald Strier würde ich allerdings sagen wollen, dass die geäußerte Kritik, wenn so zutreffend, doch wohl eher den Offiziellen der ISSF anzulasten ist denn dem lokalen Verband vor Ort. Über die Auslegung und Anwendung der Regeln bei einer WM entscheidet doch sicher eine internationale Jury, sprich hohe Offizielle der ISSF. Und wenn die dann schon mit den 'eigenen' Regeln nicht mehr klar kommen ... Und selbst der Zeitplan dürfte wohl nicht allein vom 'Kreisvorsitzenden vor Ort' aufgestellt werden. Auch da schaut doch mit Sicherheit bei einer WM auch noch der eine oder andere Offizielle der ISSF drüber, oder?
Apropos und wenn der Vergleich natürlich auch wieder hinkt, Kairo hat schon zu einer Zeit Weltmeisterschaften im Sportschießen ausgerichtet, da verfügte Deutschland noch nicht über die dafür nötige Infrastruktur.
Mit bestem Schützengruß
Murmelchen
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Apropos und wenn der Vergleich natürlich auch wieder hinkt, Kairo hat schon zu einer Zeit Weltmeisterschaften im Sportschießen ausgerichtet, da verfügte Deutschland noch nicht über die dafür nötige Infrastruktur.
Tja, das waren noch Zeiten!
Derzeit hört man gerade von "desaströsen Zuständen" bei der Durchführung der UN-Klimakonferenz in Sharm el Sheik, wo sicch die Ägypter als Gastgeber nicht gerade qualifizieren für den "Organisationspreis". Ich habe so meine Zweifel, ob das derzeitige Regime mit früheren zu vergleichen ist bezüglich Organisationsfähigkeit etc.
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