Weltmeisterschaft Gewehr/Pistole 2022 Kairo

  • Ich gehe dabei davon aus, dass der DSB und andere nationalen Spitzenverbände an den Regeländerungen mitwirken, Abstimmungen erfolgen. Im Detail kenne ich jedoch nicht die Entstehung/Veränderung von ISSF-Regeln.

    In den drei Organisationsebenen des ISSF (A: Präsidenten (12), B ISSF-Mitglieder/Rat (28) und C Ausschussmitglieder (92)) sind in der aktuellen Auflistung 8 Vertreter/innen des DSB. Von denen ist doch zu erwarten, dass Transparenz und Informationen für den DSB geschaffen werden.

    Wieder meine bescheidene Wahrnehmung: Der DSB hat da leider gar nichts zu melden. Das Reglement machen die Russen rund um Herrn Lissin. Die ganzen Ausschüsse und Komitees haben da nicht zu melden. Bei Flinte habe ich mir sagen lassen, grätscht Herr Lissin auch gerne live und in Echtzeit rein, wenn ihm was nicht passt. Der DSB hat sich aus Protest wegen des Verhaltens des Generalsekretärs der ISSF Herrn Ratner u.a. beim Junioren-Weltcup in Suhl aus allen Ämtern bei der ISSF zurückgezogen. Faktisch hat auf die Einflussnahme ohnehin keine Wirkung, weil der DSB dort ja wie erläutert nicht zu sagen hat. Ich habe dieses Jahr zig Varianten der Finals international erlebt. Die Abkehr von dem 4-3-2-1 Punktesystem, dass noch bei der Luftdruck-EM geschossen wurde, ist wohl nur dem massiven Druck des Athletenkomitees zu verdanken. Das in der Tat merkwürdige Race216 (Race to 16 Points) ist allerdings trotz anderslautender Wünsche der Athleten geblieben.

    Besserung sehe ich nur, wenn Herr Lissin abgewählt wird. Mal schauen, ob sich Herr Rossi im November durchsetzen kann.

  • Dieser Russe und sein Co. wurde ja durchaus mit Vorschusslorbeeren bedacht, auch hier.

    Scheint sich ja wohl nicht so richtig bewahrheitet zu haben, oder?


    Ein wenig sauer ist mir ja schon aufgestoßen, das die mehr oder weniger als erste 'Amtshandlung' gleich mal die ISSF News eingestampft haben, so ganz ohne Meldung oder Kündigung. Na ja, wenigstens haben sie auch keine Rechnungen mehr geschickt.


    Mit bestem Schützengruß

    Murmelchen

  • Carcano
    25. Januar 2019 um 15:35
  • Fast jeden Aufschlag des italienischen Interviewers retourniert er mit einem ungeheuer präzisen Volley, mit Wucht. Der Mann ist gut.
    Sehr gut.

    Btw. auf die Aussagen von Carcano kann man schon länger nichts mehr geben. Das dürfte langsam auch der Letzte verstanden haben.


    Wenn was zusätzlich aus ordentlichen Haushaltsmittel finanziert werden soll, ist das Führungspersonal im Regelfall nicht begeistert und sucht das zu vermeiden.

    Genau das ist z.B. ein Grund warum der DSB so unbeliebt ist. Ich schreibe nur "Führungspersonal".


    Ich gehe dabei davon aus, dass der DSB und andere nationalen Spitzenverbände an den Regeländerungen mitwirken, Abstimmungen erfolgen. Im Detail kenne ich jedoch nicht die Entstehung/Veränderung von ISSF-Regeln.

    In den drei Organisationsebenen des ISSF (A: Präsidenten (12), B ISSF-Mitglieder/Rat (28) und C Ausschussmitglieder (92)) sind in der aktuellen Auflistung 8 Vertreter/innen des DSB. Von denen ist doch zu erwarten, dass Transparenz und Informationen für den DSB geschaffen werden.

    Dann eine direkte Frage an Wilhelm. Wie kommst du auf solche Vermutungen? Ist mir schon öfters bei dir aufgefallen. In Zukunft bitte direkt mit Fakten untermauern. Das verbessert die Diskussion.

  • wen meinst du denn da Genau?
    Ich sehe da nicht unbedingt einen "Außenseiter" weit vorne, eher hätte ich z.B. Österreich oder Italien weiter Vorne erwartet.

    Ebenso no.limits: "Ja Italien ist nicht gut weggekommen,"

    Ihr habt beide damit recht, dass ich es ruhig in beide Richtungen hätte formulieren sollen: zum einen ist es unerwartet, dass Nationen wie Norwegen und die Schweiz (die ja jahrzehntelang schwach war) in der Medaillenwertung auf einmal scheinbar so weit vorne liegen.
    Andererseits haben andere Nationen, von denen aufgrund der Leistungen der letzten Jahre mehr erwartet worden war, nicht toll abgeschnitten, was ich auch hätte anmerken sollen. Erstaunlich z.B. das schlechte Abschneiden des Iran, einer der aktuell stark aufstrebenden und enorm leistungswilligen und -fähigen Schießsportnationen. Und auch von Lettland hätte ich mehr erwartet.

    Ich empfand es als merkwürdig, dass eine ganze Reihe von Schütz*Innen gar nicht erst angetreten sind, die man sonst häufig sieht. Als ob eine Kontinentalmeisterschaft oder ein normaler World Cup mehr "wert" wäre bzw. sich mehr "lohnen" würde, um es einmal so zu formulieren, als eine WM.

    Carcano

  • Andererseits haben andere Nationen, von denen aufgrund der Leistungen der letzten Jahre mehr erwartet worden war, nicht toll abgeschnitten,

    Es läuft nicht immer rund, ich meine das Vorletzte Mal bei OLYMPIA war bei uns sehr gut und darauffolgend der totale Einbruch. Jetzt sind wieder viel bessere Tendenzen sichtbar.

    Kann auch noch eine weiter zurück sein. ( Bin zu faul zum danach schauen)

    Man muss glaub auch unterscheiden ob es nur schlecht läuft bei einem sonst gut aufgestellten Team oder ob bei einer Nation die Leistungsträger abgebrochen sind und nichts oder wenig nachkommt.

    No.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • Es läuft nicht immer rund (...)

    Man muss glaub ich auch unterscheiden, ob es nur schlecht läuft bei einem sonst gut aufgestellten Team, oder ob bei einer Nation die Leistungsträger abgebrochen sind und nichts oder wenig nachkommt.

    Ja, die Schweiz hatte auch schon bei der unmittelbar vorangehenden Europameisterschaft ganz unerwartet gut abgeschnitten. Aber das ist ja nicht nur ein temporärer Glücksfall, sondern da haben anscheinend die jahrzehntelangen strukturellen Maßnahmen nun endlich gegriffen. Das Trainerkarussell der Schweizer Sportschützen hatte ja in der Vergangenheit teilweise die Geschwindigkeit einer Ultrazentrifuge erreicht.

    Generell würde ich sagen, dass Nationen mit einer starken und traditionell verwurzelten Schützenbasis im (scil. olympischen) Hochleistungsschießsport eher schlechter abschneiden als der naive Beobachter erwarten würde (Österreich, Schweiz, USA), wohingegen auf der grünen Wiese von Null aufwärts genügend Erfolge herbeigekarrt werden können (Indien, Iran, Malaysia), es ist dort ausschließlich eine Frage des Geldes.

    Auf eine Schwäche meiner Erwägung bist Du freundlicherweise gar nicht eingegangen. Und das ist der immer arbiträre Maßstab, "bis wohin" gezählt wird. In vielen Disziplinen ist das Leistungsniveau inzwischen so hoch und so eng aneinander angenähert, das es pures Glück, Tagesform oder der Zufall alberner Finalregeln ist, wer am Ende den ersten Platz und den, sagen wir mal, vierten Platz errungen hat. Deshalb gibt es in manchen Nationalverbänden ja auch die Faustregel, dass öffentliche Förderung bzw. gesponsorte Teilnahme nur jemand erhält, der nach dem bisherigen Leistungsdurchschnitt Aussicht auf einen Platz unter den ersten acht haben könnte.

    Spannend wäre es da, die vergleichende "Erfolgs"statistik statt an den ersten drei ("Medaillenwertung") an den ersten acht auszurichten. Ob sich dann viel verändern würde?

    Carcano

  • Warum wurde diese Unsägliche 15Minuten Probezeit eingeführt?

    Du gibst dir hier die Antwort schon selber. Du weißt es nur noch nicht.

    Beim 100m Lauf kommen ja auch alle zusammen ins Ziel und werden nicht auf halber Strecke schon aussortiert.

    Nein da starten alle gleich und werden auf der Strecke aussortiert.

    Ja Vorkämpfe gibt es in den unterschiedlichsten Sportarten. Der von dir genannte 100m Lauf (generell die Leichtathletik) oder der Schwimmsport usw. usf.

    Dort wird genau das gemacht (schon immer) was dich beim Schießen jetzt so stört. Dort kämpfen die Sportler nämlich dann gegeneinander und man erkennt wer wo liegt. Zumindest wurde mit der 15min Probezeit dies ein wenig an die allgemeine Sportlandschaft angepasst. Nach 8? Jahren sollte aber schon genug Wettkampfvorbereitung trainiert worden sein damit man weiß wie man mit den 15min umgehen sollte.

    Von daher ist die Umstellung auf 3x20 ja wirklich gut gelungen. Tut einem nach 7-8 Minuten Probeschießen der Fuß schon weh muss man ja mittlerweile wenigstens keine 40 Schuss mehr schießen...


    Warum wird man bei der Kreismeisterschaft verwarnt wenn die Augeblende zu breit oder zu weit auf der Stirn ist oder der Kopf Kontakt zum Diopter hat und dann sieht WM, EM oder Olympia wo das gerade die Chinesen alles missachten ohne das da eine Verwarnung ausgesprochen wird.

    Mittlerweile hat die Festlegung der Breite der Blende auch bereits eine Dekade überschritten. Sollte für den Schützen also nun wirklich kein Problem mehr sein.

    Als Kampfrichter ist das aber mit dem Kontakt zur Irisscheibe nicht einfach zu sehen. Von den Fotos die im Internet kursieren und auch von Spitzentrainern dieser Welt immer angezeigt werden ist kaum eine seriöse Aussage zu treffen. Man sieht es einfach nicht. Die Bilder von der Seite sind da nicht aussagekräftig. Hier wird es aber vermutlich zu einer klaren Regeländerung kommen müssen damit die Kampfrichter agieren können.

    Bei Visorkontakt am Diopter mache ich aber als Kampfrichter (nach ISSF) auch nichts. Was Schützen eben auch bei den höherwertigen Wettkämpfen machen muss mich in meiner Liga nicht aufregen. Das Problem besteht hier eher wenn ein offizieller Protest getätigt werden würde. Aber da ist die Schützenwelt immer zu geizig und regt sich dann jahrelang am Stammtisch drüber auf.


    Das aktuelle Finalformat z.B. im 3x20 bevorzugt den besseren Stehend Schützen.

    Nein es bevorzugt eigentlich den besten Kniend und Liegendschützen. Wenn du es da vergeigst bist du halt in der eigentlich schwereren Stehenddisziplin raus. Von Bevorzugung der Stehendschützen kann da also keine Rede mehr sein.


    Ich bin aber auch mit vielen Dingen innerhalb der ISSF nicht einverstanden. Die Regelseite auf der ISSF Homepage ist ja wirklich unter aller Sau. das war schon weitaus besser. Die Nordic Shooting Region z.B. hat dies hier in vielen Punkten (nicht allen) gut zusammengefasst.

    https://www.skyting.no/wp-content/upl…letter-2022.pdf

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

    Einmal editiert, zuletzt von wegi82 (5. November 2022 um 21:40)

  • Erstmal sollten wir uns darauf einigen von und über was wir hier diskutieren, geht es um eine Momentaufnahme WM, die bei der nächsten Veranstaltung schon wieder anders aussehen kann, oder sprechen wir von einer über einen Zeitraum der schon eine Entwicklung erkennen lässt?

    Generell würde ich sagen, dass Nationen mit einer starken und traditionell verwurzelten Schützenbasis im (scil. olympischen) Hochleistungsschießsport eher schlechter abschneiden als der naive Beobachter erwarten würde (Österreich, Schweiz, USA),

    Die Nationen leiden natürlich darunter dass das Teilnehmerfeld größer, wird Frauen aus anderen Kulturkreisen hatten wir überhaupt nicht auf dem Schirm.

    wohingegen auf der grünen Wiese von Null aufwärts genügend Erfolge herbeigekarrt werden können (Indien, Iran, Malaysia), es ist dort ausschließlich eine Frage des Geldes.

    Ist das wirklich nur eine Geldfrage, starten dort nur Söhne und Töchter aus der gehobenen Schicht, oder kann man mit sportlichen Erfolgen noch etwas erreichen?

    Auf eine Schwäche meiner Erwägung bist Du freundlicherweise gar nicht eingegangen. Und das ist der immer arbiträre Maßstab, "bis wohin" gezählt wird. In vielen Disziplinen ist das Leistungsniveau inzwischen so hoch und so eng aneinander angenähert, das es pures Glück, Tagesform oder der Zufall alberner Finalregeln ist,

    Ich würde jetzt das seit Jahrzehnten beim Sport in vielen Ländern übliche Verfahren der Bewertung jetzt nicht als Schwäche bezeichnen, auch wenn hier viele die optimale Lösung hätten, hat es sich doch halbwegs bewährt.

  • Die erstaunliche postive Entwicklung in einigen Ländern wird zum Teil verständlich, wenn man sich die Persönlichkeiten auf der Trainerbank ansieht. Hier nehmen häufig Trainer platz, die aus Ländern kommen, in denen der Schießsport sehr gut entwickelt ist. Insbesondere haben sich nach der Auflösung der Sowjetunion sehr erfahrene Trainer ihren Wirkungskreis im Ausland suchen müssen. Sie haben u.a. zum Aufbau von Strukturen zur Entwicklung von Athleten beigetragen.

    Das finanzielle Engagement einzelner wohlhabender Sponsoren spielt auch eine große Rolle. Diese sitzen bisweilen im Publikum der Events.

    Dazu kommt das bereits oben erwähnte Interesse aus dem Bereich der Eliten. Es wird bisweilen an der Kleidung, der Ausrüstung, den Sportgeräten und dem Verhalten der Athleten besonders sichtbar, die aus diesen Eliten stammen.

    Nichtzuletzt spielt die Erwartung der Staaten eine Rolle, an internationelem Ansehen zu gewinnen.

  • Hallo Hans,

    Nicht zuletzt spielt die Erwartung der Staaten eine Rolle,

    da hast du wohl Recht, im internationalen Fußball haben wir auch eine Entwicklung der man nachsagt das Heutzutage für die Internationalen Titel viel mehr Nationen in Frage kommen wie früher. Und da wird es auch immer enger vorne. Nationen die früher niemand auf der Rechnung hatte.

    no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • Wieder meine bescheidene Wahrnehmung: Der DSB hat da leider gar nichts zu melden. Das Reglement machen die Russen rund um Herrn Lissin. Die ganzen Ausschüsse und Komitees haben da nicht zu melden. Bei Flinte habe ich mir sagen lassen, grätscht Herr Lissin auch gerne live und in Echtzeit rein, wenn ihm was nicht passt. Der DSB hat sich aus Protest wegen des Verhaltens des Generalsekretärs der ISSF Herrn Ratner u.a. beim Junioren-Weltcup in Suhl aus allen Ämtern bei der ISSF zurückgezogen. Faktisch hat auf die Einflussnahme ohnehin keine Wirkung, weil der DSB dort ja wie erläutert nicht zu sagen hat. Ich habe dieses Jahr zig Varianten der Finals international erlebt. Die Abkehr von dem 4-3-2-1 Punktesystem, dass noch bei der Luftdruck-EM geschossen wurde, ist wohl nur dem massiven Druck des Athletenkomitees zu verdanken. Das in der Tat merkwürdige Race216 (Race to 16 Points) ist allerdings trotz anderslautender Wünsche der Athleten geblieben.

    Besserung sehe ich nur, wenn Herr Lissin abgewählt wird. Mal schauen, ob sich Herr Rossi im November durchsetzen kann.

    Hallo Lanfear

    Vielen Dank für deine Beschreibung der Wahrnehmung vom Innenleben und dem Verhältnis DSB und ISSF.

    Aus dem letzten Protokoll habe ich einen Protokoll-Auszug der Generalversammlung ISSF 30.11. - 1.12.2018, mit den letzten Ausführungen des von Herrn Ratner abgelösten ISSF-Generalsekretärs, Herrn Frank Schreiber, entnommen:

    "Mr. Schreiber then explained in his report that, as everybody knew, he would not stand for re-election as Secretary General and will fall back to the position as Executive Director. In this position, he will only be available for a transition period to provide the new leadership with information and to hand over. However, Mr. Schreiber stated that he had a wish and a dream which is that the strength of the shooting sport in the Olympic Movement should continue and the unity of the ISSF should come back. He therefore requested all to become united again. He also asked all to have only the sport on the agenda and leave the politics out. Mr. Schreiber closed his report with the statement “Only united, the shooting sport stays strong”. He thanked all delegates for their attention and wished all the best for the future of the ISSF and the shooting sport. The delegates applauded and the President thanked Mr. Schreiber for his report. Since there were no questions, the President continued with agenda item 4.3"

    Von welcher Uneinigkeit Herr Schreiber spricht (innerhalb des ISSF oder/und ISSF/DSB und andere nationalen Verbände) kann ich nicht bewerten.

    Das Abstimmungsergebnis zur ISSF-Präsidentenwahl von Vladimir Lisin war mit 148 gegenüber Rossi (144) relativ knapp. Lisin wird mit seinen Mitteln und der Unterstützung seines Landsmannes Ratner als Generalsekretär seine Stellung im ISSF sicherlich ausgebaut haben.

    Die nächste Generalversammlung findet statt als 70th ISSF General Assembly in Sharm el Sheikh, Ägypten am

    30 November 2022. Im Zeitraum vom 28.11. - 4.12.2022 findet auch der ISSF-Präsidenten-Cup statt. Wer da wohl die Siegerehrungen vornimmt?


    Informationen zur Wahl von Vladimir Lisin:

    https://www.issf-sports.org/news.ashx?newsid=3223

    https://www.dsb.de/aktuelles/arti…20(ITA)%20durch.

  • Dort wird genau das gemacht (schon immer) was dich beim Schießen jetzt so stört. Dort kämpfen die Sportler nämlich dann gegeneinander und man erkennt wer wo liegt. Zumindest wurde mit der 15min Probezeit dies ein wenig an die allgemeine Sportlandschaft angepasst. Nach 8? Jahren sollte aber schon genug Wettkampfvorbereitung trainiert worden sein damit man weiß wie man mit den 15min umgehen sollte.

    Von daher ist die Umstellung auf 3x20 ja wirklich gut gelungen. Tut einem nach 7-8 Minuten Probeschießen der Fuß schon weh muss man ja mittlerweile wenigstens keine 40 Schuss mehr schießen...

    Beim 100m Lauf gibt es Vorläufe das ist richtig, wie beim Schießen auch und am Ende laufen 8 Läufer ein Finale. Und da wird nicht mehr aussortiert, sondern sie kommen zusammen an, nur nicht Zeitgleich.
    Vor Allem Laufen die zwei Besten dann nicht noch mehrfach gegeneineander bis einer 8x gewonnen hat.


    Du hast Recht mit der Probezeit, man kann sich das antrainieren, aber wir sind zu meist keine Profis die jeden Tag auf dem Stand sind, sondern wir sind Hobby Schützen die ein oder zweimal in der Woche auf den Stand kommen und dann auch noch unterschiedliche Disziplinen trainieren. Zudem sind wir auch meist etwas Älter als die aktuellen Olmpia oder WM Teilnehmer und da tut der Fuß schonmal eher weh

    Mittlerweile hat die Festlegung der Breite der Blende auch bereits eine Dekade überschritten. Sollte für den Schützen also nun wirklich kein Problem mehr sein.

    Als Kampfrichter ist das aber mit dem Kontakt zur Irisscheibe nicht einfach zu sehen. Von den Fotos die im Internet kursieren und auch von Spitzentrainern dieser Welt immer angezeigt werden ist kaum eine seriöse Aussage zu treffen. Man sieht es einfach nicht. Die Bilder von der Seite sind da nicht aussagekräftig. Hier wird es aber vermutlich zu einer klaren Regeländerung kommen müssen damit die Kampfrichter agieren können.

    Bei Visorkontakt am Diopter mache ich aber als Kampfrichter (nach ISSF) auch nichts. Was Schützen eben auch bei den höherwertigen Wettkämpfen machen muss mich in meiner Liga nicht aufregen. Das Problem besteht hier eher wenn ein offizieller Protest getätigt werden würde. Aber da ist die Schützenwelt immer zu geizig und regt sich dann jahrelang am Stammtisch drüber auf.

    Es geht ja nicht darum das es nach X-Jahren irgendwann jeder begriffen haben sollte, sondern darum das es für das TV angepasst wurde. Es sind aber in ihrer Laufbahn die allerwenigsten von uns Hobbyschützen mal im TV, und wenn man dann tatsächlich mal TV Übertragungen sieht, dann machen gerade dort die Sportler Fehler die wir angekreidet bekommen.
    Ob man das als Kampfrichter sehen kann oder nicht ist mir persönlich egal, wenn ich es auf einem Wettkampf sehe, spreche ich den Sportler darauf hin an in der Hoffnung das er es dann auch richtig macht, auch ohne das ich Kampfrichter bin.
    Wenn ich manche Schützen auf dem Stand sehe dann frage ich mich echt ob die jemals eine Sportordnung gesehen haben, egal ob bei Kleidung, Waffen oder Zubehör.

    Nein es bevorzugt eigentlich den besten Kniend und Liegendschützen. Wenn du es da vergeigst bist du halt in der eigentlich schwereren Stehenddisziplin raus. Von Bevorzugung der Stehendschützen kann da also keine Rede mehr sein.

    Ich finde das es den guten stehend Schützen bevorzugt, weil er am Ende mehr Schüsse in seiner guten Disziplin machen kann, Kniend und Liegend schießen die sowieso fast auf dem gleichen Niveau.

  • aber wir sind zu meist keine Profis die jeden Tag auf dem Stand sind, sondern wir sind Hobby Schützen die ein oder zweimal in der Woche auf den Stand kommen und dann auch noch unterschiedliche Disziplinen trainieren. Zudem sind wir auch meist etwas Älter als die aktuellen Olmpia oder WM Teilnehmer und da tut der Fuß schonmal eher weh

    Finde den Fehler! Das Thema lautet WM und nicht die maximale Bespaßung der Hobbyschützen.

    Wenn wir darüber diskutieren wollen ob und wie weit nach unten wir nach internationalem Regelwerk und höchstentwickelter Technik Breitensport betreiben wollen wäre das sicher ein eigener Thread wert.

  • Ich würde jetzt das seit Jahrzehnten beim Sport in vielen Ländern übliche Verfahren der Bewertung jetzt nicht als Schwäche bezeichnen, auch wenn hier viele die optimale Lösung hätten, hat es sich doch halbwegs bewährt.

    Ja, das sehe und bewerte ich tatsächlich ein wenig anders. Aber vielleicht denken wir auch an unterschiedliche Perspektiven.

    Zum ersten: eine "Rangfolge der Nationen" nach der Anzahl allein der Goldmedaillen wäre sicherlich verfehlt. Klar hat olympisches Gold oder ein Weltmeistertitel emotional immer noch einen gewissen Reiz (ähnlich wie in der zu Recht berühmt gewordenen Bildzeitungs-Schlagzeile zur Wahl Benedikts XVI.: "Wir sind Papst !").
    Aber selbst die Medien schwenken mehr und mehr zu einer zumindest parallelen, wenn nicht alternativen Darstellung nach Gesamtmedaillen um. Es ist ja auch dem bescheidensten Geist verständlich, dass eine Nation, deren SportlerInnen 1 Goldmedaille, 15 Silbermedaillen und 3 Bronzemedaillen errungen haben, eine insgesamt höhere und beachtlichere sportliche Leistung auf einer Meisterschaft gezeigt hat, als eine andere Natiion mit nur 2 Goldmedaillen und sonst nichts.

    Zum zweiten: ins Spiel gebracht wurden drei unterschiedliche, wenngleich irgendwo verwandte Kriterien der EInstufung:

    - Das eine ist die innerstaatliche Einstufung, ab wann - also ab welchem bisher gezeigten und voraussichtlich zu erwartenden Leistungsniveau - einem Verband für eine bestimmte Sportart wieviele öffentliche Fördermittel zugewiesen werden; oder aus einer geschehenen Zuweisung vom Verband dann für einen konkreten Wettkampf vom Kuchen abgeschnitten und freigegeben werden.

    - Das nächste ist die Frage, nach welchem Kriterien oder Leistungserwartungen die einzelnen SportlerInnen ausgewählt werden, die auf Kosten anderer hinfliegen und teilnehmen "dürfen" und dann natürlich auch müssen (im Schießsport: i.d.R. auf Kosten der allgemeinen Öffentlichkeit, worauf Lanfear hingewiesen hat, denn eigene Verbandshaushaltsmittel aus Mitgliedsbeiträgen scheinen zumindest im DSB nur sehr restriktiv verwendet zu werden - was völlig falsch ist, aber das ist noch einmal ein anderer auch von ihm angeschnittener Kritikpunkt).
    Das sind also Qualifikationslimits (MQS) für eine Aufnahme in einen Kader und ggf. ein Nationalteam einerseits, und für eine konkrete Entsendung zu einem bestimmten Wettkampf andererseits. Die Frage, ob engagierte SportlerInnen daneben auch auf eigene Kosten als SupernumerarierInnen ;) mitreisen und antreten dürfen, ist dann noch einmal eine weitere und m.E. besondes wichtige. Die sollte vielleicht auch noch besonders ausgeführt werden.

    - Das dritte ist die Frage, wie eine Öffentlichkeit - also nicht die Sportler und Trainer selbst - ein Abschneiden bewertet oder kommentiert. Und zur Öffentlichkeit gehören neben den Medien auch die Parlamentarier im Sportausschuss und die Ministerialbeamten im IM, also diejenigen, an denen die Sportförderung hängt. Und da haben wir einerseits eine enorme (und, wie jeder weiß, dumme) Medaillenfixiertheit, die gerade angesichts neuer Finalregeln doppelt unsinnig geworden ist, und andererseits die Intransparenz der Ergebnisse für Laien, die ja erst einmal nicht wissen können, um wieviel "weniger" (oder gar mehr?) die Goldmedaille im Junioren-Mixed-Team Standardpistole auf dem World Cup in Ubangi-Schari wert ist ggü. einem sechsten Platz Juniorin Sportpistole auf der Europameisterschaft.

    - Das vierte Element ist dann die seltsame und, wie jeder hier weiß, letztlich törichte und unsachliche Unterscheidung im Schießsport zwischen olympischen und nichtolympischen Disziplinen. Der DSB insbesondere macht das so reflexmäßig und eingewurzelt, dass er aus dieser (emotionalen, nicht sachlichen) Schiene überhaupt nicht mehr herauskommt oder herauskommen will.
    Vor allem daher kommt dann das Heulen und Jaulen, wenn das IOC den KK-Liegendkampf und die Freie Pistole aus dem olympischen Programm streicht - und zwar aus durchaus guten, fairen und wohlerwogenen Gründen.

    Klar, auch ich hätte gerne noch die damaligen olympischen Wettkämpfe in Dienstrevolver, 300 m Freigewehr (1924: glorreiche Medaille für Haiti !), 600 m Liegendkampf und 100 m laufender Hirsch. Ach ja, und den Biathlon mit der 6,3x53 R.

    Ist aber nicht mehr und kommt wohl auch nicht mehr wieder. :sobbing:

    Carcano

  • - Das vierte Element ist dann die seltsame und, wie jeder hier weiß, letztlich törichte und unsachliche Unterscheidung im Schießsport zwischen olympischen und nichtolympischen Disziplinen.

    Du willst uns doch jetzt wirklich verklickern, dass du nicht weißt, wie die Spitzensportförderung des BMI funktioniert und wieviel Geld dabei rauskommt? Wenn du das weißt, kennst du auch einen wesentlichen Teil der Antwort auf deine Ausführungen.

  • - Das nächste ist die Frage, nach welchem Kriterien oder Leistungserwartungen die einzelnen SportlerInnen ausgewählt werden, die auf Kosten anderer hinfliegen und teilnehmen "dürfen" und dann natürlich auch müssen (im Schießsport: i.d.R. auf Kosten der allgemeinen Öffentlichkeit, worauf Lanfear hingewiesen hat, denn eigene Verbandshaushaltsmittel aus Mitgliedsbeiträgen scheinen zumindest im DSB nur sehr restriktiv verwendet zu werden - was völlig falsch ist, aber das ist noch einmal ein anderer auch von ihm angeschnittener Kritikpunkt).

    Ohne das zu bewerten ist das Vorgehen auch bei einer Reihe von anderen Sportverbanden übliche Praxis.

    Man muss sich auch fragen dürfen warum, gerade der Sportler der in weiteren Verbänden einen ein vielfaches des DSB Beitrags zahlen kann nicht in der Lage ist hier einen angemessenen Beitrag zu leisten.

    Das es nicht funktioniert hat ja die Vergangenheit gezeigt. Ich erinnere da an die Austritte und Neugründung im Norden vor einigen Jahren.

    Und zur Öffentlichkeit gehören neben den Medien auch die Parlamentarier im Sportausschuss und die Ministerialbeamten im IM, also diejenigen, an denen die Sportförderung hängt.

    Da hast Du uns in der Vergangenheit ja schon oft genug dargelegt dass sogar der Erzfeind der Waffenbesitzer (Grünen Politiker) in der Lage ist den Sachverhalt realistisch zu betrachten.

    Der Zeitungsleser wird weiterhin wie der Forenuser, sowieso jeden Vorgang so bewerten wie es ihm gerade passt und nicht wie er tatsächlich existiert.

    Die Frage, ob engagierte SportlerInnen daneben auch auf eigene Kosten als SupernumerarierInnen ;) mitreisen und antreten dürfen, ist dann noch einmal eine weitere und m.E. besondes wichtige. Die sollte vielleicht auch noch besonders ausgeführt werden.

    An welche Persönlichkeiten hast Du da gedacht? Sollen die dann bei int. Wettkämfen und Reisen in die reguläre Delegation eingebunden werden oder dürfen die sich dann frei entfalten?

    - Das vierte Element ist dann die seltsame und, wie jeder hier weiß, letztlich törichte und unsachliche Unterscheidung im Schießsport zwischen olympischen und nichtolympischen Disziplinen. Der DSB insbesondere macht das so reflexmäßig und eingewurzelt, dass er aus dieser (emotionalen, nicht sachlichen) Schiene überhaupt nicht mehr herauskommt oder herauskommen will.
    Vor allem daher kommt dann das Heulen und Jaulen, wenn das IOC den KK-Liegendkampf und die Freie Pistole aus dem olympischen Programm streicht - und zwar aus durchaus guten, fairen und wohlerwogenen Gründen.

    Volle Zustimmung, nur muss man wie in anderen Sportarten auch eine Reihung finden und da stehen nun mal die olympischen Sportarten vor dem nicht mehr olympischen Tauziehen.

    Ach ja, und den Biathlon mit der 6,3x53 R.

    Als hätte Schütze keine anderen Probleme, nein er muss sich noch um die anderen Verbände kümmern.