Ende Aus und Vorbei für einen Schützenverein?

  • Kogge, das ist schon richtig, ich meinte eher in der Konsequenz, ob es noch andere Sport oder Vereinsarten gibt die es so markant trifft.


    hat sich gerade überschnitten......

    Schau dir mal die Sportart Nr.1, den Fußball an. Früher hatten Dorfvereine bei uns 3.Herrenmannschaften. Heute gibt es kaum noch welche mit ner Zwoten. Die Zusammenarbeit in JSGn im Jugenbereich sind an der Tagesordnung.

    Beim Handball umfasst die Kreisliga nicht nur noch einen Landkreis um einen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.


    Und je weniger Aktive sich in unteren Ebenen hobbymäßig in den Vereinen tummeln, desto mehr Schwierigkeiten hat man Personen für einen Vorstand zu finden.


    In den kleinen Ortschaften gibt's oft auch schon Probleme mit Brandschutz, solch Artikel hab ich auch schon mehrfach gelesen. https://www.kreiszeitung.de/lo…rgermeister-91764241.html

    Dort rappelt man sich in der Regel aber wieder zusammen.

    Das hier geht auch wieder Richtung Tradition und Schießen https://www.kreiszeitung.de/lo…chaft-walle-91784308.html

  • Nur lösen sich im Normallfall die Fußballvereine nicht auf, sondern bleiben weiterhin bestehen und oftmals gründen sich dann wieder neue Mannschaften.

    Im Schützenverein ist es meiner Meinung nach etwas komplizierter, aber nicht was das Vereinsrecht als solches betrifft, sondern eher wegen dem Theme Waffenrecht.


    Was ein Verein machen könnte, wäre ggf. einen anderen Verein suchen, der den Verein mit seinen Mitgliedern und dem Vereinseigentum übernimmt.

    Wenn es z.B. ein SV ist mit Feuerwaffenständen, könnten ggf. auch Vereine der anderen Verbände in Frage kommen.


    Ich finde es immer sehr schade, wenn Vereine schließen und abgewickelt werden müssen, leider kommt das aber nicht von ungefähr, meist werden aber Warnsignale nicht rechtzeitig erkannt.


    Problem auch, wie schon mehrfach hier von verschiedenen angemerkt wurde, ist der Vorstandsnachwuchs, der zunehmend ausbleibt. Die Aufzucht der Vorstandsnachfolger durch die alten Vorstände haben keine Lust auf die Arbeit, und es ist nunmal Arbeit und das meist nervenaufreibend und zeitraubend. Es lässt sich immer weniger mit Beruf und Familie überein bringen.


    Allerdings muss den Mitgliedern auch klar sein, wenn sich kein Vorstand zur Wahl stellt und findet, dass der Verein dann der Liquidation unterliegen wird.

  • Wir haben aktuell mehr Aufnahmeanträge als Abgänge.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Wir haben aktuell mehr Aufnahmeanträge als Abgänge.

    Das mag sein, aber wie groß ist die Bereitschaft ein Amt bzw. Verantwortung zu übernehmen?


    Unser Verein wächst seit ein par Jahren auch wieder, und Spartenschießleiter zu bekommen ist auch noch irgendwie möglich, aber der OSM will demnächst nicht mehr kandidieren, und DA sieht es trüb aus, was die Nachfolge angeht.

    Keiner will sich den Schuh anziehen. Incl. mir, aber es sind halt noch ein paar Jahre bis zur Rente, und vorher habe ich nicht die Zeit das verantwortungsvoll auszufüllen.

    Bekennender DSB-Schütze
    ------------------------------
    FWR, FvLW, pro-legal
    ------------------------------
    Ceterum censeo IANSAm esse delendam
    (Internet-Fundstück)

  • Trifft aber eben nicht auf jeden Verein zu, egal welche Sportart.

    Es werden noch viele Vereine qualvoll verenden.

    Das hängt immer davon ab, ob und in welchem Ma0e man die Bedürfnisse der "Kundschaft" befriedigen kann.


    aber wie groß ist die Bereitschaft ein Amt bzw. Verantwortung zu übernehmen?

    Das ist allerdings die Achillesferse. Leider viel zu wenige - aber wir haben bereits 2 aus meiner ehemaligen Jugendgruppe im Erweiterten Vorstand, somit besteht Hoffnung. Das Prinzip "Vorbild" scheint doch immer noch zu wirken.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • diese Beschreibung trifft nur zu, wenn Emotionen im Spiel sind.
    Denn wer so denkt, hat sich schon lange vom rationalen Handeln, des Zusammenschlusses, verabschiedet

    Jain, es trifft zu, wenn die Vereine keinen ausreichenden Nachwuchs mehr bekommen und die Vereinsvorstände nichts mehr machen, um den Nachwuchs zu gewinnen.


    Wenn keiner findet, der die Verantwortung für einen Verein übernehmen kann und will, keine weiteren Posten besetzt werden, weil sich keiner findet, werden Vereine sterben, sukzessive.

    Das Ehrenamt im Verein stirbt somit sukzessive aus, und das ist unaufhaltsam.


    Gründe sind vielschichtig und unterschiedlich. Es fehlt aber am Willen des Nachwuchses die Verantwortung übernehmen zu wollen. Das mag auch eine regionale Thematik sein, aber es ist nun mal so.

    Nur weil manche einen florierenden Nachwuchszuwachs verzeichnen können, kann das keinesfalls auf alle Vereine im Land übertragen werden.

  • Sehr guter Punkt. Bei uns generieren wir den Nachwuchs auch aus der Sportsektion. Die "jüngeren" Leute haben einfach Bock auf Schießsport.

    Bier trinken, feiern und tanzen können sie auch woanders, dafür braucht es nicht exklusiv den Schützenverein.

    Noch niemals ist bei uns jemand eingetreten, der explizit und ausschließlich ins Traditionskorps wollte. Das Interesse daran kommt eher mit der Zeit, wenn sich die Neumitglieder im Verein eingelebt haben :)


    Leider haben das noch nicht alle Vereine begriffen. In den letzten 10 Jahren haben 2 Traditionsvereine in der Nachbarschaft aufgeben müssen.

  • Es sind aber auch viele selbst gemachte Leiden dabei. Wenn ein Verein gut durch organisiert ist und eine breite Palette anbietet, so wie Califax braucht man sich so schnell keine Sorgen zu machen. Aber wir hatten dieses Thema schon vor längerer Zeit, es gibt Vereine, die keinen Wert auf Nachwuchs legen. Da geht auf dem Trainingsabend das Skat spielen vor, Jugend ist zu anstrengend und es sind auch keine ausgebildeten Leute da, die das übernehmen könnten. Fazit kein Nachwuchs der Verein überaltert und ist weg. Dann unterscheidet man den reinen Sportschützen Verein, der mit der Tradition nichts am Hut hat. Dann der Verein, der beides anbietet, Sport und Tradition und die reine Tradition. Ich denke der Traditionsverein, hat es am schwersten Nachwuchs zu bekommen. Dann kommt wie gesagt noch dazu, dass keiner mehr Verantwortung übernehmen möchte. Das Freizeitangebot ist inzwischen so groß, dass man sich sehr anstrengen muss. Kleine Vereine haben es sehr schwer und es wird darauf hinauslaufen, dass man fusionieren muss, wenn man bestehen bleiben möchte.

  • Leider hast Du deinen Kommentar in das Zitat eingefügt….;-)

    Untergang des Abendlandes nicht, aber ein Meer aus Rosen ist es auch nicht.

    Ist richtig, es gibt viele neue Vorstände, jüngeren Semesters und das ist auch gut so. Ob sie es schaffen das Ruder wieder herumzureißen wird sich aber noch zeigen.


    Sehr guter Punkt. Bei uns generieren wir den Nachwuchs auch aus der Sportsektion. Die "jüngeren" Leute haben einfach Bock auf Schießsport.

    Bier trinken, feiern und tanzen können sie auch woanders, dafür braucht es nicht exklusiv den Schützenverein.

    Noch niemals ist bei uns jemand eingetreten, der explizit und ausschließlich ins Traditionskorps wollte. Das Interesse daran kommt eher mit der Zeit, wenn sich die Neumitglieder im Verein eingelebt haben :)


    Leider haben das noch nicht alle Vereine begriffen. In den letzten 10 Jahren haben 2 Traditionsvereine in der Nachbarschaft aufgeben müssen.


    Richtig, die junge Generation hat Boch auf Schießen. Die Tradition und Brauchtumspflege aber leidet.

    Das Ding ist, um Schießen zu können, braucht man keinen Verein. Das kann man auch auf gewerblichen Schießanlagen wie Schießkinos.

    Ich sehe das ja durchaus im Bereich der alternativen Verbände. Die dort angeschossenen Schießgruppen, mietensich irgendwo ein, treffen sich regelmäßig zum Schießen und gehen dann alle wieder ihren Weg. Da wird nicht mehr viel zusammengesessen und geschnackt.

  • Das Ehrenamt im Verein stirbt somit sukzessive aus, und das ist unaufhaltsam.

    Das ist Unfug. Es ist nur "unaufhaltsam", wenn man Nichtstun als "alternativlos" bezeichnet.

    Aber suhlt euch nur in Selbstmitleid, dann kann man auf seinen Untergang einen Dujardin trinken.


    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Das ist Unfug. Es ist nur "unaufhaltsam", wenn man Nichtstun als "alternativlos" bezeichnet.

    Aber suhlt euch nur in Selbstmitleid, dann kann man auf seinen Untergang einen Dujardin trinken.



    Ich wiederhole mich sehr gerne an dieser Stelle.

    Es kann auch eine regionale Thematik sein. Es gibt Bundesländer, da funktioniert das wunderbar und die Vereine leben und wachsen.

    Auch bei mir in der Region gibt es genug Vereine, die es verstehen und in der Lage sind neue Mitglieder zu gewinnen, neue Disziplinen aufnehmen und den Mitgliedern wie auch Gästen immer wieder etwas neuen bieten können.


    Es gibt aber auch unzählige Vereine, die eben sterben, weil die Vorstände es nicht geschafft haben, den Verein voran zu bringen.


    Ein weiterer Aspekt ist, viele Menschen haben weder privat noch beruflich die Zeit um sich ehrenamtlich einzubringen. Vielen haben schlicht keine Lust. Und viele lassen sich in Posten wählen, nur um einen Posten zu haben, machen aber nichts.

    Deutschland und seine Gesetze und Regularien macht es auch nicht wirklich leicht für das Ehrenamt im Verein, als Mitglied des Vorstandes. Alles viel zu kompliziert, zu viele Risiken, zu viel Stress, zu viel Arbeit, als das sich das jemand noch ans Bein binden möchte.

    Hier ticken die Menschen meist nicht mehr, wie es vor 20, 30, 40 Jahren oder mehr gewesen ist. Wo die Vereine, egal welche Sportart, quasi Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft gewesen sind.

    Diese Zeiten sind rum und das trifft eben das Ehrenamt hart, denn in allen Bereichen fehlt es, im Sport, bei den freiwilligen Feuerwehren, soziale Dienste, etc.


    Das Ehrenamt ist am aussterben. Nicht jetzt sofort, aber schleichend

  • Deutschland und seine Gesetze und Regularien macht es auch nicht wirklich leicht für das Ehrenamt im Verein, als Mitglied des Vorstandes. Alles viel zu kompliziert, zu viele Risiken, zu viel Stress, zu viel Arbeit, als das sich das jemand noch ans Bein binden möchte.

    Wo im Ausland wäre es besser, gibt es da Beispiele von einfach aufgebauten erfolgreichen Schützenvereinen?