Beiträge von Lanfear

    Was für ein herrlicher Blödsinn

    Die Forenmitglieder stehen Dir bestimmt hilfreich zur Seite. Für etwaige Empfehlungen wäre es hilfreich, wenn Du uns Deine Grundausrichtung (Bogen, Gewehr, Flinte, Pistole, Armbrust etc.) vorgibst. Je konkreter Du Deine Disziplinen benennst, umso genau werdend die Empfehlungen.

    Praktische Weiterbildung ist nicht so einfach. Normalerweise im eigenen Verein mit dem Trainer vor Ort. Ansonsten evtl. im Nachbarverein. Der Deutsche Schützenbund bietet Jedermannlehrgänge an. Mancher Landesverband wohl auch.

    Der Schütze heißt Julian Justus. Im Gewehrbereich scheinen die Verantwortlichen doch einiges richtig gemacht zu haben, wenn alle möglichen Quotenplätze auch geholt worden sind.

    Bei Pistole haben nur die Schnellfeuerschützen die beiden möglichen Quotenplätze geholt. Weder die Damen mit Luftpistole/Sportpistole noch die Herren mit Luftpistole/Freie Pistole haben einen Quotenplatz geholt. Nun mag man bei den Herren LP/FP international schon länger hinterherhinken, bei den Damen allerdings hätte ich das nicht erwartet. Besonders bitter: Monika Karsch erreicht mit 378 Ringen als beste deutsche Dame nicht mal das Ergebnis der besten deutschen Juniorin Theresa Gross mit 379 Ringen.

    Es ergäbe sich für die Pistoleros noch die Möglichkeit im Gewehrbereich überzählige Quotenplätze nutzen zu können. Eine solche Konstellation kann sich ergeben, wenn im Gewehrbereich bisher durch verschiedene Sportler gewonnene Plätze tatsächlich nur durch einen Sportler in Rio wahrgenommen werden.

    @kurvekratzer
    Ich würde den SAM-Funktrainer nicht kaufen. Gründe dafür: Siehe oben.

    Ich würde stattdessen auf den de facto Industriestandard SCATT setzen. Wenn es unbedingt ein kabelloses System sein muss, ist SCATT wireless eine denkbare Lösung. Das System ist aber definitiv nur bis 10m einsetzbar. Wenn ich heute ein System neu kaufen würde, würde ich das SCATT MX02 nehmen. Das bietet die meisten Anwendungsoptionen.

    8m bekommen alle SCATT-Systeme hin. Kritischer wird es unter 5m.

    Der ImmerWieder ist der einzige LP-Schütze, den ich kenne, der auf 50m-KK-Einsteckscheiben schießt. Das er richtige LP-Scheiben kennt, zeigt ja sein Avatarbild. Ich glaube er verscheißert uns hier ganz ordentlich.

    JoHannes.22: Das Zielbild ist nicht mehr ganz Stand der Technik. Heute lässt man oberhalb des Korns deutlich mehr Kontrollweiß (2-3 Ringbreiten) und das Korn sollte etwa so breit wie die schwarze Scheibenmitte sein. Die Lichthöfe sollten nicht größer als das Kontrollweiß sein. Walther hat dazu eine ganz passable Darstellung auf seiner Webseite.

    Zustimmung für 006Chris. Wenn die Waffe nicht defekt ist, dann spricht einiges für Zielfehler. 10 Klicks sind etwa 10-12mm bei einer Luftpistole. Das ist bei immer gleich gewählten Halteraum mehr als unterschiedliche Lichtverhältnisse und Tagesform bedingen sollten.

    Zielfehler lassen sich gut am SCATT erkennen. Ein paar Hinweise zum Zielen hat 006Chris ja schon gegeben. Die sind beachtenswert.

    Spontan habe ich nicht gefunden, was das verhindern würde. Ob ein solches System im Wettkampf hilfreich ist, bezweifle ich allerdings.

    Ansonsten wäre ein praktikables System zur Druckverlaufsmessung für das Training eine tolle Sache. Im Nationalkader wird RASS eingesetzt. Ist alt, funktioniert aber. Nützt dem Amateur aber wenig, da keine Zugriffsmöglichkeit besteht.

    Christian Reitz und Sandra Hornung vertreiben das Product TRICS. Ich konnte mich angesichts des Preises bisher nicht zu einer Anschaffung durchringen. Das System arbeitet aber wie auch RASS mit Foliendrucksensoren. Für SCATT gibt es auch so einen Druckverlaufssensor. Der ist allerdings fest in ein Austauschzüngel eingebaut. Habe ich getestet. Sowohl der Züngel als auch die Anzeige in SCATT fand ich eher bescheiden und untauglich.

    Nun meine Frage: inwieweit ist es aus Eurer Sicht als Trainer sinnvoll - unter Berücksichtigung des Umstandes, dass Trainingszeit immer begrenzt ist, und das Sportler unglaublicherweise sogar ein Leben außerhalb des Sportes haben - derartige Elemente zu vereinheitlichen? Man kann natürlich den Ablauf auf eine ganz bestimmte Disziplin hin individuell optimieren. Man kann aber auch ein Grundmodul für alle entwickeln und isoliert einüben.


    Effektives Training ist vor begrenzten Ressourcen generell ein wichtiges Thema. Eine Grundtechnik zu erlernen und dann für unterschiedlichen Bereiche weiterzuentwicklen/zu adaptieren gehört für mich dazu.

    Anderes Bespiel: wenn ich den ersten Schuß in der 8-Sekunden-OSP-Serie gut beherrsche(n würde), warum sollte ich dann nicht genau denselben eingeschliffenen Ablauf auch in der Duellsequenz der Sportpistole anwenden, einfach transponieren? Dann schieße ich eben etwas schneller als die anderen.

    Unterschreibe ich sofort und habe ich im Prinzip ja oben auch schon angedeutet. Dass das funktioniert, kann man eindrucksvoll bei den Schnellfeuerschützen sehen. Die schießen alle herausragend Duell. Das deren Schießzeiten etwa auf dem Level des 8s-Anschusses liegt überrascht wenig. Der Einstieg soll aber der Duellschuss sein. Erst dann findet die Weiterentwicklung zum 8s-Anschuss statt.

    Konkretes Beispiel: in Standardpistole schieße ich öfters in der 20-Sekunden-Serie besser als in der 150-Sekunden-Serie. Ist es nicht vielleicht sinnvoller, dann BEIDE Teile mit dem 20-Sekunden-Ablauf zu traiieren und zu schießen? Auch die Ergebnisse zeigen ja, dass die SportlerInnen in den Meisterschaften in 150 Sek oft nicht mehr oder besser schießen.

    Hier fällt meine Einschätzung eher anders aus. Die Adaption vom Präzisionsschuss Sportpistole oder auch Luftpistole auf die verkürzte Zeit 150s erscheint mir einfacher als die Übernahme der 20s-Lösung. Für die 10s bietet sich die Transponierung der 10s Militärisch Schnellfeuer an. Die 20s sind eine eigene Baustelle. Auch die Adaption an die 20s bei den DSB-GK-Disziplinen und die BDS 20s sind schwierig. Die 20s wollen richtig erarbeitet und trainiert werden. Wer das auf sich nimmt, sollte den Übertrag auf die 150s zumindest in Betracht ziehen.

    Das aber nur, wenn die Trainer nicht das richtige Technikleitbild vermitteln.Das aktuelle gibt es von Ralf Schumann.
    Und ja, der Ablauf ist koordinativ eine Herausforderung. Wenn Schießen einfach wäre, hieße unser Sport "Fußball".

    Es gibt kein Technikleitbild für die MLP. Das letzte mir vorliegende Technikmodell SFP ist vom 29.01.2015. Möglicherweise gibt es schon wieder eine Aktualisierung. Da ist Ralf Schuhmann oft abgebildet. Ob es aus seiner Feder stammt, vermag ich nicht zu sagen. In den Dateieigenschaften steht jedenfalls nicht Schuhmann als Verfasser, sondern Glenz. Scheint mir auch logisch, da es ihm als Bundestrainer obliegt, das Technikmodell zu verantworten.

    Für eine Adaption des Technikmodells auf MLP gibt es gute Gründe. Die Disziplinen ähneln sich in ihren Abläufen unverkennbar. MLP lässt sich aber erfolgreich auch ohne eine exakte Adaption des SFP-Technikmodells schießen. Der Zeitfaktor von 10 Sekunden erlaubt eine größere Toleranz als die 8, 6 und 4s bei SFP. Für einen Treffer reicht eine 7,8 anstelle mindestens einer 9 oder 10 mit SFP. Ein wesentlicher weiterer Unterschied ist der zu vernachlässigende Rückstoß bei MLP. Das Abzugsgewicht ist niedriger. In Summe doch einige Unterschiede in den beiden Disziplinen.

    Zumindest wäre eine genaue Adaption sinnvoll, damit sich keine Fehler einschleichen, die später mühsam bei SFP wieder ausgeglichen werden müssen. Da genau sehe ich aber das Problem. Machbar wäre das vielleicht schon, der Aufwand wäre aber immens groß. Wenn ich mir die SFP in eine kleine methodische Reihe zerlege, könnte die zum Einstieg etwa so aussehen: Duell (Zeiten 2,7-2,9s), Anschuss 2,2-2,6s, Militärisch Schnellfeuer 8s, Anschuss/Übergang 8s, Serien 8s.

    Ohne das jemand das Technikmodell Duell umsetzen kann, macht es keinen Sinn mit dem Rest weiterzumachen. Einem Schüler das bereits für die Disziplin MLP anzutrainieren, ist mir zu aufwändig und auch nicht zwingend, damit er bei MLP trotzdem was trifft. Den ganzen Rest will ich mir gar nicht ausmalen. Die Schüler sollen die Basics mit der LP lernen. Die MLP ohne großen Aufwand als Zweitdiszplin für die DM. Das passt schon. Für das Technikmodell Duell ist die Sportpistole besser geeignet. Dafür ist das erste Jugendjahr ein guter Einstieg. Die hier gelernte Technik darf und soll natürlich dann auch bei der MLP zum Einsatz kommen.

    Im zweiten Jugendjahr können unter guten Bedingungen bereits 8 und 6s trainiert werden. Erst ab der AK16 dürfen die Jungs ohne 4s-Serien an der Rangliste teilnehmen. Der Grund könnte in der möglichen Überforderung liegen? Ab dem ersten Juniorenjahr kommen dann frühestens die 4s dazu. Deswegen ist es auch wenig sinnvoll seine Jugendlichen Schnellfeuerpistole bei Meisterschaften schießen zu lassen.

    Sorry Califax, obwohl ich Dein Urteil ja sonst schätze, überzeugt mich Dein Ansatz in diesem Fall nicht. Das richtige Technikmodell für SFP zu kennen, ist da nicht alles.

    Die geringen Starterzahlen bei MLP sind IMHO darauf zurückzuführen, daß es für die jungen Schützen keine Perspektive bietet. Schüler und Jugend - und bereits die Junioren können ihre MLP wieder abgeben. Das ist nur begrenzt lustig.

    Dabei ist MLP ja die ideale Disziplin, um sich auf OSP vorzubereiten.

    Warum kann man nicht einfach 2 oder gar 3 Disziplinen mit der MLP anbieten? Neben klassischer MLP auf 5 Klappscheiben in 10 Sekunden auch noch Kombinationen aus Präzision, Duell und Zeitserie(n)? (Also LP wie SpoPi, wie StaPi oder wie BDS 25m Kombi). Dann würde es sich eher lohnen, entsprechend tief in die Tasche zu greifen.

    Zu Absatz 1:
    Die MLP als zweite Disziplin für Schüler und als dritte Disziplin für Jugend ist ok. Natürlich liegen die Starterzahlen bei MLP nochmal deutlich unter denen mit LP. Man braucht ja eine extra Waffe und auch eine Klappanlage. Extra eine solche Pistole anschaffen, macht kaum ein Verein. Lohnt sich nicht, da die Waffen parallel nur schlecht als Präziwaffen für LP eingesetzt werden können. Die Umstellerei des Halteraums ist einfach zu nervig und unpraktisch. Wir haben 3 MLP. Damit haben wir in den vergangenen Jahren fast alles abbilden können. Die Waffen werden aber nur für MLP eingesetzt. Eine hatten wir noch aus der Zeit als es MLP noch für die Erwachsenen gab. Eine haben wir gebraucht gekauft und eine ist eine Leihgabe.

    Zu Absatz 2:
    Dass die Junioren kein MLP mehr schießen, kann ich nachvollziehen. Die Junioren sollen lieber Schnellfeuer schießen oder auch Freie Pistole schießen. Dass die MLP eine gute Vorbereitung für Schnellfeuer ist, würde ich so nicht sagen. Der Bewegungsablauf ist sich zwar sehr ähnlich, aber es ist kein Vorteil MLP geschossen zu haben, um bei Schnellfeuer gut zu Rande zu kommen. Der Bewegungsablauf ist koordinativ sehr anspruchsvoll. Meistens sieht das nicht so toll aus, was da bei MLP abgeliefert wird. Also durchaus verständlich, dass die Schüler und auch die Jugendlichen da eher falsche Abläufe für Schnellfeuer antrainieren.

    Zu Absatz 3:
    Mehrere Disziplinen mit der MLP anzubieten, würde wohl die Anschaffung einer MLP wohl attraktiver machen. Mir fehlt allein der Glaube, wann das denn alles geschossen werden soll. 2 Disziplinen für Schüler ist völlig ausreichend. Wir kommen ja mit dem Training für LP gerade so hinterher. In der Jugendklasse muss die Heranführung an die Sportpistole im Fokus sein. Das Duellschießen zu erlernen, ist da meines Erachtens viel wichtiger als MLP.
    Wir trainieren MLP fast gar nicht. LP und Spopi Duell verlangen uns da einfach zu viel ab. Die MLP fällt dabei nebenbei mit ab. Das einzige was wir da vorher noch ein bisschen einüben ist der Ablauf. Dazu jetzt noch mehr Disziplinen? Wir bekämen das wohl nicht hin.

    Wie kann man aus Ziffer 4.4 WaffVwV rauslesen, dass man im Grundkontingent nicht mehr regelmäßig/aktiv schießen muss, um sein Bedürfnis aufrecht zu erhalten?

    Von Grundkontingent steht da doch gar nichts drin? Ausdrücklich ist zu lesen, dass der Sportschütze weiterhin schießsportlich aktiv sein muss. Lediglich liegen die Maßstäbe nicht so hoch wie bei Ersterteilung. Also reichen auch weniger als mind. 1x im Monat oder 18x unter Beachtung der Regelmäßigkeit.

    Wer als Sportschütze sein Bedürfnis erhalten möchte, der muss auch Schießen gehen. Wo genau die Untergrenze an ausreichenden bedürfniserhaltenden Aktivitäten liegt, ist nicht einfach zu sagen. In meinem Verein wird eine Aktivitätsbescheinigung ausgestellt, wenn der Schütze in den letzten 12 Monaten mind. 6x Schießen war. Ansonsten gibt es nur eine reine Mitgliedschaftsbescheinigung.

    Da ist was dran: Sportler der Jugendklasse dürfen in den Disziplinen Schnellfeuerpistole und Freie Pistole in der Klasse Junioren B antreten. Ich habe dazu eine Bestätigung von unserem Landessportleiter Otmar Martin, der auch zeitgleich Bundessportleiter Sportschießen ist.

    Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Bundestrainer dazu nicht angehört worden sind. Zumindest von Schnellfeuer weiß ich, dass der Bundestrainer wenig davon angetan ist, Jugendliche bei Schnellfeuer starten zu lassen. Nicht ohne Grund dürfen bei der Rangliste nur Jugendliche aus der AK16 mitschießen und dann auch nur 8 und 6 Sekunden.
    Wir lassen unseren Jugendlichen bei Freie Pistole starten, nicht aber bei Schnellfeuer. Da sollen/dürfen die Junioren ran.

    Als offizielle Quelle kann das Ausschreibungsheft des DSB für 2016 dienen. Dort steht bei Jugend ein Verweis auf den Start in der Juniorenklasse B im Einzel und Junioren A in der Mannschaft.

    Bei mir wird Fairness und sportliches Verhalten sehr großgeschrieben! Meine Mitmenschen würden dies bestätigen, aber irgendwo muss man die Kirche im Dorf lassen. Wenn die Turnierleitung drei Meter entfernt steht und nicht merkt wenn man vorbeischießt auch wenn der Kugelfang wie verrückt wackelt... dann tut mir das Leid. Aber den das noch auf die Nase zu binden, mache ich nicht. Mit meinem moralischen Bruch bin ich aber nicht der einzige, wenn ich mir überlegen, dass Jahr für Jahr fast dieselben Leute vorschießen und natürlich entsprechend super Ergebnisse schießen, oder die Leute die meinen bei einem Turnier ihre Mitmenschen mit belanglosem Zeug beschäftigen zu müssen...

    Was für eine scheinheilige Doppelmoral ist das denn? Ein Betrüger ist ein Betrüger. Wenn man schon willens ist, sich selbst und die anderen Sportler zu betrügen, dann sollte man auch dazu stehen. Es passt nicht zusammen, ein fairer Sportsmann zu sein und zeitgleich den eigenen Betrug in Kauf zu nehmen. Die scheinbare Rechtfertigung darin zu suchen, dass die Aufsicht und die Wettkampfleitung ja selbst schuld sind, wenn sie das Offensichtliche nicht merken, zeugt von einem seltsamen Verständnis von Fairplay.

    Nur weil die anderen betrügen, darf ich das dann auch? Was nicht mal juristisch haltbar ist, kann wohl kaum als das Verhalten eines ehrenhaften und fairen Sportsmanns angesehen werden.

    Ich habe Verständnis für Frustration im Umgang mit Wettkampffunktionären. Trotzdem fair zu bleiben ist die Herausforderung. Daran gelegentlich zu scheitern ist menschlich.

    Homofabers Einstellung bleibt für mich absolut inakzeptabel.

    Ich würde gerne mal das Technikleitbild zum Druckverlauf vom LLZ BW diskutieren.

    Warum ist es sinnvoll den Druck beim Absenken in den Halteraum zu erhöhen?

    Aus eigener Praxis kann ich folgendes sagen. Bis vor kurzem habe ich es wie oben exakt so nachgemacht. Das Ergebnis war, dass ich beim Traininung UND in einem Wettkampf eine Fahrkarte hatte, weil mir durch den kontrollierten Absenkvorgang die Konzentration für den Druckpunkt fehlte. Bei dem Turnier war es besonders ärgerlich, weil der Diabolo den Scheibenrand ankratzte. Ich habe dann meine Technik umgestellt, d.h. ich senke bis zum Scheibenrand ab, bleibe dort stehen (Atme nochmal ein => Doppelatmung) nehmen dann etwa 60-70% des Druckpunkts(!) und senke dann ab in meinen Halteraum. Die Vorteile für mich sind:
    1. sollte ich mich mit dem Druckpunkt verschätzen geht der Diabolo komplett daneben (und keiner merkt etwas);)
    2. ich kann mich besser auf den Abzug konzentrieren

    Das Erhöhen des Drucks in der Arbeitsphase entspricht dem DSB-Technikleitbild. Ziel dieser Druckerhöhung ist es, mit möglichst wenig noch zu überwindenden Kraftaufwand im Halteraum den Schuss zu lösen. Da das Zeitfenster in der Auslösephase relativ knapp ist, soll die zur Verfügung stehende Zeit optimal für die Schussauslösung genutzt werden. Wenn der Schütze jetzt aber noch gut 150-200g ziehen muss, weil er nicht aktiv erhöht hat, steigt das Risiko eines Zielfehlers wegen zu langen Haltens und/oder das Risiko eines Abzugsfehlers wegen zu schnellem Überwinden des Auslösegewichts (Verreißen). Deswegen soll das Druckpunktgewicht in der Arbeitsphase auf ein optimales Auslösegewicht reduziert werden.

    Ich habe weiter oben empfohlen, die aktive Druckerhöhung kontinuierlich vorzunehmen. Das können einige Schützen nicht umsetzen. Etwas einfacher ist es nach meiner Erfahrung, wenn man sich die Arbeitsphase gedanklich in zwei Teilphasen unterteilt. Eine langsame erste Teilphase bis etwa zur Scheibenmitte oder etwas darunter. Vor der nun nochmals deutlich langsameren 2. Teilphase wird der Druck um eine Stufe auf etwa die Hälfte des Druckpunktgewichts reduziert. Egal welche Variante der aktiven Druckerhöhung angestrebt wird: Der Schlüssel ist die Absenkgeschwindigkeit in der Arbeitsphase. Wer hier zu schnell in den Halteraum geht, wird Schwierigkeiten haben, die Druckerhöhung hinzubekommen.

    Vor der Integration der Druckerhöhung in das individuelle Technikmodell sollte die Basis mit dem wirklich langsamen Erreichen des Halteraums klappen. Wer öfters noch mal durch den Halteraum nach unten Richtung Scheibenrand durchfällt, sollte sich zuerst dieses Themas annehmen. Klingt durchaus so, als wären hier noch Reserven, wenn Du selbst schreibst, dass Deine Konzentration nicht für langsames Absenken und Druckerhöhen reicht. Das langsame Absenken kann automatisiert werden.

    Die Notlösung bereits zu Beginn der Arbeitsphase den Druckauf 60-70% des Druckpunktgewichts zu erhöhen, birgt ebenfalls Risiken. 60-70% bei einem Druckpunktgewicht aktiv zu erhöhen, ist ja ein guter Ansatz. Nur an der Stelle zu früh. Und dann auch höhenmäßig am Scheibenrand. Das erhöhte Gewicht muss jetzt über eine lange Strecke vom Scheibenrand bis in den Halteraum gehalten werden. Das scheint mir schwieriger als die von mir gemachte Alternative. Zu der von Matze1965 angewendeten Gewichtsverteilung hatte ich mich ja schon mal kritisch geäußert. Da hat sich an meiner Empfehlung dazu nichts geändert. Der allerdings dahinter stehende Ansatz die aktive Druckerhöhung durch ein höheres Vorzugsgewicht vorwegzunehmen, ist dann allerdings gar nicht so abwegig, wenn man nicht gerade auf 460g geht. Aus meiner Sicht besser als Homofabers Lösungsansatz.

    Warum das dennoch nicht zu empfehlen ist? Die Vorwegnahme der Druckerhöhung mit Vorzugsgewicht bietet wenig Reserven, wenn der Finger tagesform- oder adrenalinbedingt einen Teil seiner Feinmotorik einbüsst. Dann werden Schüsse bereits gelöst, die noch gar nicht raussollten. Also genau das Problem was homofaber jetzt schon hat. Die aktive Druckerhöhung hat hier bessere Reserven, da sie variiert werden kann. Ist der Finger mal etwas grobmotorisch, dann halte ich mich mit der Druckerhöhung eben etwas zurück.

    Die im übrigen von Homofaber angedeutete Methode, einen ausgelösten Schuss im Wettkampf, der nicht auf der Scheibe ist, zu wiederholen, weil's keiner gemerkt hat, ist völlig inakzeptabel und mit meinem Verständnis von Fairplay nicht vereinbar.

    Der Koffer soll schön handlich sein, d.h. am liebsten aus Kunststoff und von der größe her gerade so passen für Waffe + evtl. Zusatzmagazin.

    Munition muss ja sowieso getrennt transportiert werden.

    Der Koffer darf ruhig so groß sein, dass auch Deine Munitionsschachteln mit hineinpassen.
    Da spricht rechtlich nichts dagegen. Die Waffe muss beim Transport nach § 12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit befördert werden. Nach der gesetzlichen Definition aus Anlage 1 Abschnitt Nr. 12 WaffG ist eine Waffe schussbereit, wenn sie geladen ist. Bei Pistolen reicht es aus, dass sich im eingeführten Magazin Patronen befinden. Im Umkehrschluss darf gefolgert werden, dass das bloße Vorhandensein von Munition und Waffe im gleichen Transportbehälter nicht zu einer geladenen Waffe führt und damit für Transportzwecke gestattet ist.

    Und wie verhält es sich dann mit den Erziehungsberechtigten ohne weitere Ausbildung?

    Wie schmidtchen bereits ausgeführt hatte, sind es ja genaugenommen die Sorgeberechtigen, die hier ebenfalls die Obhut für ihre eigenen Kinder ausüben dürfen. Diese Option war wie von schmidtchen ebenfalls erwähnt in der ersten Fassung nicht enthalten, wurde dann aber zum 01.04.2008 eingefügt.
    Ich habe in meinem Widerspruch durch die drei Punkte ... die Auslassung des Sorgeberechtigten gekennzeichnet. Für Sorgeberechtigte würde § 27 Abs. 3 Satz 1 WaffG dann zu Beginn lauten: "Unter Obhut des zur Aufsichtsführung berechtigen Sorgeberechtigen darf ..."

    Sorgeberechtigte ohne Ausbildung (weder besondere Obhut noch Aufsicht) dürfen ihre Kinder nicht beim Schießen beaufsichtigen. Sorgeberechtigte mit Berechtigung zur Aufsicht dürfen ihre eigenen Kinder beaufsichtigen, nicht aber andere Kinder.

    Heisst, die zur besonderen Obhut befähigte Person muss nicht auch sachkundig für die verantwortliche Aufsicht sein, wenn denn eine andere Person diese Aufsicht auf dem Stand ausübt.

    Dieser Aussage ich widerspreche ich.

    Hier hilft der Wortlaut aus § 27 Abs. 3 Satz 1 WaffG:
    "Unter Obhut ... verantwortlicher und zur Kinder- und Jugendarbeit für das Schießen geeigneter Aufsichtspersonen darf ..." Das ganze wird in Satz 4 bekräftigt: "Die verantwortliche Aufsichtsperson hat die Geeignetheit zur Kinder- und Jugendarbeit glaubhaft zu machen."

    Noch deutlicher wird das bei Betrachtung von §10 Abs. 5 AWaffV. Selbst wenn man den im Eingangssatz verwendeten Begriff Aufsichtsperson noch falsch verstehen könnte, wird es in Nr. 2 eindeutig. Die Aufsichtsperson mit Befugnis zur besonderen Obhut ist weisungsbefugt ggü. der Aufsicht beim Schützen und berechtigt die Aufsicht beim Schützen selbst zu übernehmen. Das ist ohne eigene Befähigung als verantwortliche Aufsichtsperson nicht denkbar. Damit muss die Person auch sachkundig für die Ausübung als verantwortliche Aufsicht sein.

    Aus § 10 Abs. 5 AWaffV wird auch die Trennung der beiden Funktionen deutlich. Das bedeutet aber wie oben ausgeführt nicht, dass eine Befähigung zur besonderen Obhut losgelöst von der Befähigung als verantwortliche Aufsicht waffenrechtlich vorstellbar wäre.

    Das besondere Obhut und Aufsicht zwei verschiedene Dinge sind, könnte den Trugschluss zulassen, dass jemand zur besonderen Obhut befugt ist, ohne zur Aufsichtsführung befugt zu sein. Das ist meines Erachtens nicht denkbar. Es ist jedoch zutreffend, dass die besondere Obhut und die Aufsicht nicht zwangsläufig von einer Person ausgeübt werden muss.
    Es gibt sozusagen die "Premium-Aufsicht" mit der entprechendes Zusatzbefugnis 'Besondere Obhut' und die "Basis-Aufsicht" ohne diese Befugnis.

    Der Erziehungsberechtige nimmt dabei eine merkwürdige Sonderstellung ein. Paradoxerweise darf der Erziehungsberechtige, der nur zur einfachen (Basis-)Aufsichtsführung befugt ist, sein eigenes Kind beim Schießen beaufsichtigen, da man ihm kraft seiner Eigenschaft als Erziehungsberechtigter die Qualifikation zur besonderen Obhut zuspricht. Dies gilt aber nur für's eigene Kind. Für das danebenstehende Kind reicht das allerdings nicht aus, wenn sonst niemand mit der Befugnis zur besonderen Obhut anwesend ist.