Das ist doch genau das Ziel, das dieses Pack verfolgt.
wer das bis heute nicht begriffen hat, dem ist nicht mehr zu helfen.
Ganze schützenvereine werden an so einer Regelung zugrunde gehen, weil eben auch die vereine nicht ausgenommen werden, sondern nur Jäger, Polizisten und sonstige Berufswaffenträger.
Den Vereinen werden Scharenweise die Mitglieder weglaufen!
So ist es. Es geht um den Schießsport insgesamt. Da paßt es ins Bild, daß es die Bremer SPD war, die im vergangenen Jahr gegen die "Lichtzielgeräte" agitiert hat:
"Streit um Lichtpunktgewehre" - Waffenrecht - Meisterschützen
Zitat
SPD Bürgerschaftsfraktion Land Bremen
Landtag (Kleine Anfrage): Steuerliche Privilegien von Schützenvereinen für das Schießen mit großkalibrigen Waffen
[...]
3. In welchem quantitativen Umfang (Anzahl der aktiven Mitglieder) wird in den gemeinnützigen Vereinen Schießsport in nicht olympischen Disziplinen betrieben? Um welche Disziplinen handelt es sich? Wie ist das quantitative Verhältnis zu den olympischen Disziplinen?
[...]
Dieses Passus der Kleinen Anfrage finde ich fast schon pervers, zeigt er doch in schonungsloser Offenheit, was die hoplophoben Politiker der Bremer SPD von uns denken. Die Schießdisziplinen, die zufällig (aufgrund einer Laune des IOC?) noch im olympischen Programm verblieben sind, werden gerade noch so hingenommen. Alle anderen Disziplinen, auch die nicht-olympischen der ISSF (z.B. Laufende Scheibe, Standardpistole, SpoPi für Herren, Zentralfeuerpistole, 300-m-Gewehr), sollen geschädigt und möglichst beseitigt werden. Um so mehr trifft dies auf die eher nationalen GK-Disziplinen des DSB wie etwa Gebrauchspistole und Ordonnanzgewehr zu. Übrigens: Auch das Vorderladerschießen ist nicht olympisch und somit ebenfalls bedroht.
Damit hat die Bremer SPD verdeutlicht, wie sie sich die Zukunft des deutschen Schießsports vorstellt. Waffenbesitz und Schießen sind nur noch einer kleinen, begüterten Elite vorbehalten. Einzig die wenigen olympischen Disziplinen werden noch hingenommen, man will sich schließlich nicht die Medaillen und das damit verbundene internationale Prestige verbauen. Das ist eine exakte Kopie des Schießsports in der DDR. Doch gab es in Ostdeutschland immerhin eine gezielte staatliche Talenförderung von Kindern und Jugendlichen. Diese entfällt in Bremen natürlich.
Nebenbei: Die Frage 3 ist in der Sache wertlos, weil sie von der Landesregierung schlicht nicht beantwortet werden kann. Die DSB-Vereine führen m.W. keine Listen, aus denen hervorgeht, welche Mitglieder nur "gute" olympische Disziplinen und welche nur die "bösen" nicht-olympischen betreiben. Nur bei den Mitgliedern der anderen Schießsportverbände könnte man das als Regelfall unterstellen. (Die einzige Antwortmöglichkeit wäre, daß in Bremen die Vereine von Spitzeln durchsetzt sind, deren Berichte der Innenbehörde eine annähernde Quantifizierung ermöglichen. Dies halte ich jedoch für unwahrscheinlich.)
Aber täusche ich mich oder fallen die Reaktionen auf den neuen Steuerversuch dieses Mal schon deutlich verhaltener aus als noch bei Stuttgart?
Du täuschst Dich nicht. Das Problem ist, daß Bremen als Stadtstaat entsprechende Gesetze erlassen kann, während es in Stuttgart und anderenorts bisher nur um kommunale Satzungen ging. Hinzu kommt, daß Bremen klein ist und es wohl nur wenige Juristen gibt, die sich mit den Besonderheiten des dortigen Staatsrechts gut auskennen. Deshalb werden sachkundige Reaktionen womöglich noch eine Weile auf sich warten lassen.