Beiträge von Zebo

    Vorab: Wir hatten die neue VwV hier schon erörtert:

    Verwaltungsvorschriften Waffenrecht wurden im Bundesrat zugestimmt - Waffenrecht - Meisterschützen


    ... oder der Austritt ist vom VEREIN bei der Waffenbehörde anzuzeigen usw.

    Das ist allerdings schon seit 2003 Gesetz (§ 15 V WaffG) und keine Erfindung der Verwaltungsvorschrift.


    Die Regelung der Jugendlichen hinunter bis 8 Jahre ist weiterhin möglich und soll sogar etwas erleichtert werden. Schikanen fallen weg bei Tag der offenen Tür usw.

    Sehe ich nicht so (siehe den oben verlinkten Thread).


    Interessant ist der Absatz, das Biathleten (Winter oder Sommer) bis 25 Jahren bei erwerb einer Waffe (steht nicht LG oder KK) ein Gutachten benötigen??????? Was das für die bestehenden Waffen heisst weiss ich nicht kann aber unter Umständen zur Verwirrung führen.

    Wo soll das stehen? ?( Ein Gutachten benötigen i.d.R. nur Personen, die älter als 21 Jahre sind, aber das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ausgenommen von der Gutachtenpflicht sind jedoch KK-Waffen und einschüssige Flinten bis Kaliber 12. Das ergibt sich aus § 6 III WaffG in Verbindung mit § 14. Die soeben genannten Waffen sind weiterhin ab 18 mit WBK erhältlich; LG und LP natürlich WBK-frei ab 18. Aber auch diese Regelung besteht bereits seit 2003. Nichts neues also.

    @ Dan More:

    Für mich stellt sich diese Frage derzeit nicht. Noch nicht. Aber ein Kollege hatte dort gefragt.

    Zur Sache: Warum sollten ausländische Schießtermine nicht anerkannt werden? Sind denn die Kaderschützen des DSB, wenn sie im Ausland starten, irrelevant?
    Das BMI ist übrigens bemüht, bei diesem Problem den WBK-Inhabern entgegenzukommen (siehe obiger Link).

    @ BBF:

    Vorab: Nein, ich habe Deine Löschung nicht gefordert.

    Aber Du gehst nicht nur mir gewaltig auf die Nerven. Das hat weniger mit den Inhalten Deiner Beiträge als vielmehr mit ihrer Art, ihrem Stil zu tun. Daß Du dies selbst so siehst, zeigt die von Dir gewählte Überschrift dieses Strangs: "Wie aggressiv darf man seine LWB-Interessen vertreten?"

    Wenn man in einem Diskussionsforum mit anderen Schützen ins Gespräch kommen will, dann darf man seine Interessen natürlich sehr engagiert vertreten, aber eben nicht aggressiv! Damit verärgert man die anderen Nutzer und stößt seine Gesprächspartner vor den Kopf. Zwischen Engagement und Aggressivität besteht ein wichtiger Unterschied. Bei ersterem respektiert man sein Gegenüber, bei letzterem bleibt ggf. nichts als verbrannte Erde zurück. Darüber solltest Du einmal nachdenken.

    Im Nachbarforum wird gerade darüber diskutiert, was ein Sportschütze mit erlaubnispflichtigen Waffen beachten muß, wenn er (aus beruflichen Gründen) längere Zeit ins Ausland geht. Das Thema wird immer wichtiger; ich kenne fast niemandem aus meinem Freundeskreis, der nicht schon Studien- oder Arbeitsaufenthalte außerhalb Teutonistans hinter sich hätte.

    ==> WBK und längerer Auslandsaufenthalt? - Offtopic - Erlaubnispflichtige Waffen - CO2air.de

    Kritisch wird derjenige meine obige Aussage beäugen, der tatsächlich Medikamente einnehmen muss - um überhaupt noch sportlich aktiv sein zu können. Aber muss man da evtl. alles aufs gesundheitliche Spiel setzen, nur um ein- oder zwei Mal ganz oben zu stehen?

    Hallo Red Gecko, :)

    ich sehe Deine Einlassungen kritisch. ;) Bis vor wenigen Monaten habe ich auch ganz naiv gedacht, daß "Doping" im Sport nichts zu suchen habe. Doch dann ergab sich im engsten Familienkreis ein Krankheitsfall: Herzfehler, plötzlich und ohne Vorwarnung. Der Patient muß nun, neben anderen Medikamenten, auch Beta-Blocker einnehmen. Aber nicht, um "auf dem Treppchen zu stehen", sondern um einfach weiter ein halbwegs normales Leben führen zu können.
    Herzerkrankungen scheinen in Deutschland zuzunehmen, besonders bei älteren Menschen. Sollten wir solche Schützen von der weiteren Ausübung ihres Sportes ausschließen? Klar, daß man solche Kandidaten nicht unbedingt zur Olympiade schicken muß, aber warum sollten sie nicht mehr an Kreis- oder Landesmeisterschaften teilnehmen dürfen? Insoweit ist auch zu bedenken, daß es im DSB immer mehr ältere zahlende (!) Mitglieder und somit auch immer mehr potentielle Herzerkrankte gibt.


    Des weiteren ist mir das gesamte, derzeit geltende System der Dopingkontrolle höchst suspekt. Die Nationale Anti-Doping-Agentur tritt zwar in der Öffentlichkeit wie eine amtliche Stelle, die "Ermittler" und "Task Forces" aussendet, auf. De jure handelt es sich bei der NADA aber lediglich um eine Stiftung privaten Rechts. (Auch die WADA, die immer wieder beschwörend ins Feld geführt wird, ist nur eine Privatorganisation und keine Behörde.)
    Auch das Gebaren der NADA ist aus juristischer Sicht zweifelhaft, z.T. wahrscheinlich sogar illegal. Darauf wurde in den letzten Jahren mehrfach hingewiesen, doch die NADA hat es bisher durch lautstarke Äußerungen immer wieder verstanden, ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Zugleich ist die NADA-Spitze peinlich darum bemüht, daß sie und ihre Praktiken nicht zum Gegenstand eines ordentlichen Gerichtsverfahrens werden. Vermutlich ahnen sie, daß dies zum GAU für ihr eigenartiges Konstrukt werden könnte.

    Hallo! :)

    Seit ich vor einem Jahr einem Verein beigetreten bin, habe ich festgestellen dürfen, daß sich auch zahlreiche andere Juristen dem Schießsport verbunden fühlen. Allerdings praktizieren alle, die ich bisher kennengelernt habe, zuvörderst das Schießen mit Kurzwaffen. Das trifft auch für mindestens zwei Nutzer dieses Forums zu (Carcano und meine Wenigkeit). Kann jemand dieses Phänomen erklären? Sind das Einzelerscheinungen oder gibt es tatsächlich keine Rechtsverdreher, die primär dem Gewehrschießen frönen? ?(8)

    Komme aus Bayern. Es gibt auch bei uns in der Gegend teurere Vereine, aber wir können uns auch mit diesem Beitrag refinanzieren, weil die Beiträge nicht unsere Haupteinnahmequelle. Zudem möchten wir den Schießsport allen ermöglichen und keine potentiellen Schützen mit zu hohen Beiträgen bereits im Vorfeld abschrecken.

    Das, was Dingo und Du berichten ist zwar sehr schön und es freut mich, wenn das Schießen bei Euch ein weitverbreiteter Volkssport ist. :) Dennoch solltet Ihr nicht den Fehler begehen, von Euch auf andere Teile Deutschlands zu schließen. Der Schießsport findet gerade hier in Ostdeutschland nur wenig Resonanz, weil er sehr kostenintensiv ist. Selbst bisher aktive Schützen geben bisweilen aus finanziellen Gründen ihren Sport auf. Die Vereinsbeiträge sind hier generell sehr hoch. Nur Vereine ohne eigenen Schießstand sind meist billiger, nur wer will dort schon eintreten.

    Noch ein Beispiel aus der Bundeshauptstadt vom Schützenclub Berlin-Mitte. Laut dessen Beitragsordnung werden folgende Beträge fällig: Mitgliedsbeitrag für Erwachsene: 360,00 € pro Jahr, hinzu kommen die Beiträge für die Dachverbände (14,50 € - DSB bzw. 22,00 € - BDS). Außerdem müssen Neumitglieder eine einmalige Aufnahmegebühr i.H.v. 180,00 € entrichten. Und dieser Verein ist, glaubhaften Berichten zufolge, bei weitem nicht der teuerste in Berlin! Doch was bekommen die Mitglieder dafür? Vier 25 m-Bahnen und zwei 10 m-Bahnen.

    Schießen ist schon jetzt ein teurer Sport und die Politik arbeitet daran, ihn noch mehr zu einem Luxussport zu machen, den sich nur wenige Begüterte leisten können. Da helfen auch gute Ratschläge ("such dir einen besseren Verein") nicht weiter, hier liegen generelle Probleme vor, die ein einzelner Verein oder gar einzelne Mitglieder nicht lösen können. Auch mit Sponsoring sieht es bei der Mehrzahl der Vereine eher mau aus, so daß sie auf die Mitgliedsbeiträge angewiesen sind.

    @ Geronimo:

    Du hast gut reden. Mein Verein ist - vergleichsweise und unter Abwägung aller relevanten Faktoren - schon der beste, den ich finden konnte. Wir haben hier im Land einfach strukturelle Probleme*. Außerdem kann ich als Saupreiß doch nicht nach Bayern ziehen, nur um weniger Mitgliedsbeitrag bezahlen zu müssen. ;)


    * Diese sind u.a.: Es gibt immer weniger Mitglieder, deshalb steigen die Beiträge, um die Kosten (Schießstand etc.) decken zu können. Das wiederum führt dazu, daß noch mehr Schützen die Vereine verlassen, weil sie sich ihr Hobby nicht mehr leisten können. Eine Spirale ...

    Trainingsanleitung,

    Kein Trainer in meinem Verein. Ich bin Autodidakt, der auf die gelegentlichen Tips von Kameraden angewiesen ist.


    Mannschaftsgefühl,

    Wie soll bei 1 bis 3 Schützen, die regelmäßig in unterschiedlichen Disziplinen an Wettkämpfen teilnehmen, ein Mannschaftsgefühl aufkommen?


    Wettkampfangebote,

    Okay, Wettkämpfe sind für mich wichtig. Aber nicht für jeden. Und ob diese Option allein 150 € pro Jahr wert ist? Zumal der Wettkampfkalender in meiner Region ohnehin in den letzten zwei Jahren sehr dünn geworden ist.

    Vereinsleben, ...

    Ich habe auch Freunde außerhalb des vereins, mit denen ich Bier trinken kann.


    Ein attraktives Gesamtpaket.

    Nein, leider nicht.


    Ich weiß nicht in welchem Verein du bist, dass du 150 EUR Jahresbeitrag zahlen musst. Aus meiner Sicht machst du da was verkehrt. Bei uns im Verein beträgt der Jahresbeitrag 38 EUR und du kannst neben Luftdruck auch KK 50 M und auf 25 Meter alle Kurzwaffenkaliber inklusive Vorderlader schießen.

    Jahresbeiträge zwischen 100 und 150 € sind hier in Sachsen-Anhalt die Regel, egal ob der Verein nur über einen 10-m-Stand oder auch über 25- und 50-m-Stände verfügt. Damit sind wir noch billig, denn DSB-Vereine in den benachbarten Ländern Berlin und Brandenburg verlangen z.T. 300 bis 700 € p.a. von ihren Mitgliedern!
    Wo lebst Du denn, daß man nur 38 € zahlen muß? ?(

    HA's gehören genau zum Schießsport wie LUPI, KK, GK, Klappscheiben, IPSC, Vorderlader. etc !

    Richtig! :)


    Es gibt bei uns genügend reine LD-Vereine die guten Erfolg haben, ganz ohne GK.

    Da Ihr weiter oben über Geldbeträge debattiert habt, erlaube ich mir eine Nachfrage. Warum sollte ein Sportschütze pro Jahr 150 € Mitgliedsbeitrag für seinen Verein ausgeben, wenn er nur Luftdisziplinen schießen darf und nicht auch in den Genuß von Feuerwaffen kommt? Weshalb sollte ein rational agierender Mensch dies tun, wo er doch dank der Ausnahmeregelung in § 12 WaffG mit seiner Druckluftwaffe auch zuhause schießen darf und keinen abgenommenen Schießstand benötigt? Glaubst Du, der Wettkampfgedanke allein rechtfertigt derart hohe Aufwendungen? ?(

    Zitat von Carcano

    Einfaches Herumschießen heiße ich gut, kompliziertes noch mehr. Wer damit andere gefährdet, handelt verantwortungslos; wer eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat begeht (der Sperber unterliegt dem Jagdrecht, wiewohl ganzjährig geschont: daher Vergehen der Wilderei) wird sanktioniert.
    Und wer nicht realisiert, dass die Dummheit hier - der arme Sperber kann einem im übrigen leid tun - ein ganz jugendtypisches Handeln ist, und dass Jungs schon vor 100 Jahren mit der Zwille oder dem Tesching (und später mit dem Knicklauf-Luftgewehr) Vögelchen geschossen haben, dem fehlt vor lauter heuchlerischer Selbstgerechtigkeit jeder Realitätsbezug. Was für ein Getue. Sind wir hier im Veganerzirkelchen? *Kopfschüttel*

    Volle Zustimmung! :) Dieser Strang zeigt - zu meinem Erschrecken -, wieweit die absurden Vorstellungen der heutigen BRD-Gesellschaft (die damit im europäischen Vergleich eher einen Sonderweg beschreitet) auch in die Kreise der Waffenbesitzer vorgedrungen sind. Anstatt auf die ohnehin vorhanden gesetzlichen Regelungen (StGB, Tierschutzgesetz usw.) zu verweisen, wird vorsorglich eine (realitätsfremde) Erlaubnispflicht für Luftgewehre gefordert. :cursing: Der gesunde Menschenverstand wurde ausgeschaltet, statt dessen wird in die allgemeine Verbotshysterie mit eingestimmt. Und zur Not scheut man sich nicht, auf die Tränendrüse zu drücken und andere Druckluftwaffenbesitzer zu diskreditieren, nur weil sie es sich wagen, dem Waffen- und Schießhobby außerhalb der alleinseligmachenden Vereine nachzugehen.

    Damit haben sich Teile der Schützenschaft in vorauseilendem Gehorsam an den linksgrünen Zeitgeist angepaßt. Verblüffend ist, daß das eit 150 Jahren funktioniert. Ende des 19. Jahrhunderts war man kaisertreu und im Dritten Reich hatten es viele Schützen eilig, sich an den neuen Zeitgeist anzupassen (Stichwort Arierparagraph - wir haben vor kurzem darüber diskutiert). Heute stimmt man eben dem neuen Konsens bereitwillig zu, auch wenn die ihn tragenden Überzeugungen genauso absonderlich sind wie einstmals die Rassentheorie der Nazis.

    Mittlerweile halte ich diese Flexibilität, diese Bereitschaft, sich ohne echten Zwang an einen gefühlten gesellschaftlichen Konsens anzupassen, um "mit der Zeit zu gehen", für einen der größten Fehler im deutschen Schützenwesen, namentlich im DSB. Wir leben doch angeblich im freiesten Staat der deutschen Geschichte, warum fällt es uns dann so verdammt schwer, das Haupt zu erheben und "Bürgerstolz vor Fürstenthronen" zu demonstrieren? ?( Warum kuschen so viele Schützen lieber? ?( Vor allem: Warum kuschen sie vor einer Partei wie den Grünen, die bundesweit auf lediglich 58.000 Mitglieder kommt?

    Das ist doch genau das Ziel, das dieses Pack verfolgt.
    wer das bis heute nicht begriffen hat, dem ist nicht mehr zu helfen.
    Ganze schützenvereine werden an so einer Regelung zugrunde gehen, weil eben auch die vereine nicht ausgenommen werden, sondern nur Jäger, Polizisten und sonstige Berufswaffenträger.
    Den Vereinen werden Scharenweise die Mitglieder weglaufen!

    So ist es. Es geht um den Schießsport insgesamt. Da paßt es ins Bild, daß es die Bremer SPD war, die im vergangenen Jahr gegen die "Lichtzielgeräte" agitiert hat:

    "Streit um Lichtpunktgewehre" - Waffenrecht - Meisterschützen


    Zitat

    SPD Bürgerschaftsfraktion Land Bremen

    Landtag (Kleine Anfrage): Steuerliche Privilegien von Schützenvereinen für das Schießen mit großkalibrigen Waffen

    [...]

    3. In welchem quantitativen Umfang (Anzahl der aktiven Mitglieder) wird in den gemeinnützigen Vereinen Schießsport in nicht olympischen Disziplinen betrieben? Um welche Disziplinen handelt es sich? Wie ist das quantitative Verhältnis zu den olympischen Disziplinen?

    [...]

    Dieses Passus der Kleinen Anfrage finde ich fast schon pervers, zeigt er doch in schonungsloser Offenheit, was die hoplophoben Politiker der Bremer SPD von uns denken. Die Schießdisziplinen, die zufällig (aufgrund einer Laune des IOC?) noch im olympischen Programm verblieben sind, werden gerade noch so hingenommen. Alle anderen Disziplinen, auch die nicht-olympischen der ISSF (z.B. Laufende Scheibe, Standardpistole, SpoPi für Herren, Zentralfeuerpistole, 300-m-Gewehr), sollen geschädigt und möglichst beseitigt werden. Um so mehr trifft dies auf die eher nationalen GK-Disziplinen des DSB wie etwa Gebrauchspistole und Ordonnanzgewehr zu. Übrigens: Auch das Vorderladerschießen ist nicht olympisch und somit ebenfalls bedroht.

    Damit hat die Bremer SPD verdeutlicht, wie sie sich die Zukunft des deutschen Schießsports vorstellt. Waffenbesitz und Schießen sind nur noch einer kleinen, begüterten Elite vorbehalten. Einzig die wenigen olympischen Disziplinen werden noch hingenommen, man will sich schließlich nicht die Medaillen und das damit verbundene internationale Prestige verbauen. Das ist eine exakte Kopie des Schießsports in der DDR. Doch gab es in Ostdeutschland immerhin eine gezielte staatliche Talenförderung von Kindern und Jugendlichen. Diese entfällt in Bremen natürlich.

    Nebenbei: Die Frage 3 ist in der Sache wertlos, weil sie von der Landesregierung schlicht nicht beantwortet werden kann. Die DSB-Vereine führen m.W. keine Listen, aus denen hervorgeht, welche Mitglieder nur "gute" olympische Disziplinen und welche nur die "bösen" nicht-olympischen betreiben. Nur bei den Mitgliedern der anderen Schießsportverbände könnte man das als Regelfall unterstellen. (Die einzige Antwortmöglichkeit wäre, daß in Bremen die Vereine von Spitzeln durchsetzt sind, deren Berichte der Innenbehörde eine annähernde Quantifizierung ermöglichen. Dies halte ich jedoch für unwahrscheinlich.)


    Aber täusche ich mich oder fallen die Reaktionen auf den neuen Steuerversuch dieses Mal schon deutlich verhaltener aus als noch bei Stuttgart?

    Du täuschst Dich nicht. Das Problem ist, daß Bremen als Stadtstaat entsprechende Gesetze erlassen kann, während es in Stuttgart und anderenorts bisher nur um kommunale Satzungen ging. Hinzu kommt, daß Bremen klein ist und es wohl nur wenige Juristen gibt, die sich mit den Besonderheiten des dortigen Staatsrechts gut auskennen. Deshalb werden sachkundige Reaktionen womöglich noch eine Weile auf sich warten lassen.

    Für mich ist Gegenwehr, wenn ich angegriffen werde.

    Der Mann wurde angegriffen. Oder, eingedenk des Urteils besser formuliert: Er mußte davon ausgehen, daß ein Angriff auf ihn bereits im Gange war. Wenn die Polizei kommt wie ein Dieb und Meuchelmörder in der Nacht (und nicht als stolzer Hoheitsträger), dann darf sie sich nicht darüber wundern, wenn der Bürger ihnen auch so begegnet. Deshalb hoffe ich auf eine gewisse Ausstrahlungskraft des BGH-Urteils, denn die deutschen Sicherheitsbehörden bedienen sich seit Jahren zunehmend ähnlicher Methoden wie die Kriminellen. Zum Teil dürfen sie das auch, entsprechende Rechtsgrundlagen sind vorhanden. Die Brisanz von V-Leuten/verdeckten Ermittlern - um bei einem Beispiel zu bleiben - wird ja nicht erst durch den jetzt aufgedeckten "Nationalsozialistischen Untergrund" verdeutlicht.

    Und der von Zebo kritisierte "Grundsatz" steht seit dem 1.4.2003 wörtlich in § 2 Abs. 1 WaffG als lex generalis. Ist halt so.


    :D

    Carcano, mir ist schon klar, daß dieser Grundsatz vor acht Jahren in Gestalt von § 3 I WaffG Gesetzesrang erlangt hat. Da aber weder Du noch ich daran glauben, daß dieses Gesetz auf demselben Weg vom Himmel gekommen ist wie einstmals die Gesetzestafeln auf dem Berge Sinai, gilt es, die Motivation des Gesetzgebers für seine Formulierung zu erforschen. Und ich kann dafür keine andere erkennen als die oben von mir benannte. Diffuse Hoplophobie eben, wonach die "armen Kinder" von den "pösen Waffen" ferngehalten werden müssen. Dem Grunde nach war schon immer da, was jetzt durch die Formulierung "besondere Belange des Kinder- und Jugendschutzes" auch dem dümmsten Beamten eingebleut wird: Für viele Politiker (fast aller Parteien!) rangieren Schützenvereine in derselben Kategorie wie Prostitution, übermäßige Gewaltdarstellungen, Alkohol und Drogen - alles Dinge, vor denen Kinder und Jugendliche ebenfalls geschützt werden sollen.

    Des weiteren darf nicht übersehen werden, daß zwischen dem Inkrafttreten des WaffG und den Erlaß der VwV acht Jahre liegen - eine Periode, in der die Behörden das WaffG eher uneinheitlich angewendet haben. Dem Vernehmen nach war zumindest einigen Ländern der Umgang von Jugendlichen mit Waffen zu "lax", sprich: die Ausnahmegenehmigungen wurden aus ihrer Sicht zu leicht erteilt. Diese Kritik ist nun in die VwV eingeflossen. Daß das BMI zu den Altersgrenzen im WaffR eine ganz andere Auffassung hat(-te), ist ja wohlbekannt.