Hallo
@SteWies and all,
Und konkurrenzfähig bei älteren Luftgewehren würde ich nicht 1:1 auf KK ummünzen.
ich würde Dir ja sofort zustimmen, wenn Du es nicht genau gegenteilig meinen würdest.
Mit einem alten Luftgewehr ist man heutzutage ganz klar im Nachteil. Das liegt zum einen an der Technik, wobei in meinen Augen die deutlich langsamere Schußentwicklungszeit neben der Unruhe während der Schußabgabe hier das größte Problem darstellt. Aber auch die modernen Schäfte erleichtern heutzutage dem Schützen eine deutliche bessere Anpassung an den Anschlag.
Letzteres gilt sicher auch für die modernen KK-Gewehre. Aber da muss man auch und insbesondere auch im Hinblick auf ein Vereinsgewehr ein wenig differenzieren. Die modernen Schäfte spielen aus meiner Sicht ihre Vorteile insbesondere Stehend aus. Aber gerade Liegend und auch Kniend können sie auch und gerade am Anfang auch problematisch sein, denn falsch eingestellt zwingen sie den Schützen unweigerlich in eine Haltung, aus der kein vernünftiger Anschlagsaufbau möglich ist. Und wenn dann auch noch kein Betreuer oder Trainer mit dem richtigen Blick und Händchen da ist, der dann weiterhelfen kann, dann wird es für die Mehrzahl der Anfänger nahezu unmöglich, echte Fortschritte zu erreichen. Aus meiner Sicht kann man mit einen Standardschaft, sofern die Backe und Kappe gut einstellbar sind, Liegend und Kniend oft sogar einfacher die Grundlagen vermitteln und Stehend bieten dann der Austausch gegen eine moderne Handstütze bzw. Vorderschaftverstärkung nebst moderner (Haken)kappe) auch noch genügend Potential.
Aber technisch hat sich an den KK-Systemen seit den ersten Match 54 doch eher wenig verändert und spätestens ab der Übergangsreihe vom Match 54 zur 18er, also schon neues Schloss und neuer Abzug, sind zumindest die Systeme noch voll konkurrenzfähig, sofern der Lauf noch mitspielt. Und das kann man von den Luftgewehren aus der Zeit nun wirklich nicht mehr guten Gewissens behaupten. Da haben inzwischen doch schon deutliche Technologiesprünge stattgefunden während ich im KK-Bereich doch eher von einer sanften Evolution sprechen würde.
Hinzu kommt hier allerdings auch noch die Anschaffung als Vereinsgewehr, was die Sache noch komplizierter macht, zumal die Vereine ja oftmals auch noch recht unterschiedlich strukturiert sind. Daher auch meine Fragen an Reiner.
Zur eigentlichen Fragestellung:
Je nach erwünschter Anzahl der anzuschaffenden Gewehre könnte die von
@Karl ins Spiel gebrachte 1903 doch eine Option sein, auch wenn man da die Sackgasse bezüglich möglicher Aufrüstung im Hinterkopf behalten sollte und ich den 'Blechverschluss' generell nicht mag. Aber Liegend oder den Dreistellungskampf kann man damit auch heutzutage schon noch erlernen und treffen tut das Dingen in der Regel auch noch.
Die preislich nächsthöhere Alternative, wenn es um Neuanschaffungen geht, das 1907, ist keine Sackgasse und bietet zudem auch noch das deutlich höherwertige System, liegt aber auch gleich einen Tausender im Preis höher und das dürfte für die meisten Vereine doch auch eine Menge Kohle sein. Ob es sich lohnt, ist schwierig zu sagen.
Noch einen Tacken höher vom Preis liegen dann das Walther KK300 Blacktec oder das Tesro SBR100 Basic. Das sind beides dann schon richtig moderne KK-Gewehre mit vielfältigen Anpassmöglichkeiten. Aber diese Gewehre sind auch etwas filigraner ausgelegt und wie lange die wirklich halten, wenn da auch oft recht unbedarft dran rumgeschraubt wird, wie es bei Vereinsgewehren ja vorkommt, weiß ich nicht. Mir scheinen die älteren KK da in der Regel doch etwas robuster zu sein, zudem sich die Schrauberei ja dort auch in Regel in Grenzen hält.
Eine weitere Option wäre sicher der Gebrauchtmarkt. Und wenn man sich da zum Beispiel auf die 1807 und 1907 von Anschütz mit den Standardschäften konzentriert, enthält man nach und nach eine solide Basis an Gewehren für ein 1/4 bis ein 1/3 des heutigen Neupreises, welche man dann auch noch bei Bedarf und Anspruch nach und nach mit entweder modernen Einzelteilen wie Handstütze und Schaftkappe ausstatten kann oder gar durch den kompletten Tausch der Schäfte in komplett moderne Gewehre verwandeln kann.
Wie ich schon schrieb, alles keine ganz einfache Entscheidung.
Man muss halt als Verein abwägen, was man erreichen will, welches Potenzial schon vorhanden ist, und welche Möglichkeiten der Verein selbst hat. Es ist aber auch keineswegs so, dass man nicht auch mit einer 1903 im Standardschaft noch etwas reißen kann. Im Gegenteil, auch heutzutage kann man damit noch und gerade auch als Jugendlicher zur Deutschen kommen und nicht wenige der Schützen tun sich auch heutzutage sogar noch mit einem Standardschaft für den Einstieg leichter.
Mit bestem Schützengruß
Murmelchen