Ja, ein Thema ist insbesondere der Umweltaspekt bei der Übernahme behördlicher und/oder militärischer Anlagen.
Ich sprach aber weniger von einer Übernahme solcher Stände, wobei das im Fall des BDMP in zwei Fällen erfolgt ist. Im Fall von Trügleben aber, mit erheblichen Nacharbeiten verbunden. ich sprach tatsächlich eher von der Mitnutzung militärischer und/oder behördlicher Anlagen, gegen entsprechendes Entgeld.
Soweit mir bekannt, unterliegen gerade auch die polizeilichen Schießanlagen genauso den Schießanlagen, wie zivil genutzte.
In meinen Augen ist es aber politisch nicht gewünscht, dass Zivilisten auf behördlichen Anlagen trainieren. Umgekehrt hingegen aber schon. Wie erwähnt, in Bad Soden Neuenhain, Alsfeld (BDMP Anlage), RSA Heusenstamm, Butzbach, uvm. werden die Stände an Polizei, Zoll und teilweise an Sondereinheiten vermietet.
Ein bisschen OT, aber ich möchte hier ein paar Punkte erläutern.
Um einen politisch veranlasste Versagung der Mitnutzung geht es da gar nicht. Die Bw hat im Zuge ihrer Stationierungsentscheidungen 2010/2011 einen großen Teil ihrer Stände aufgegeben ohne ihren echten Bedarf zu kennen. Der hat in dieser Zeit des totalen Friedens aber auch niemanden i teressiert. Ich hole erst mal etwas aus und bitte den Exkurs zu entschuldigen.
Da damals nur noch Einsatzarmee, war schießen nur noch für die Einsatzvorbereitung und Ableisten der jährlich erforderlichen Mindestvorgaben erforderlich. Kampftruppe und die Unterstützungsteile, die erhöhten Bedarf hatten, haben das aufgrund der erweiterten Möglichkeiten eh auf dem Truppenübungsplatz durchgeführt. Insofern stehen in Summe nun wesentlich weniger Stände für das dienstliche Schießen zur Verfügung als zu der Zeit, als nahezu jeder Standort seine Anlage hatte, ich kurz beim Schießbahnwärter ein freies Zeitfenster erfragt hatte und zwei Tage später gemütlich mit meinem Zug zu Fuß zum Schießen marschiert bin. Mittlerweile läuft die Schießplanung in vielen Standorten ein Jahr im voraus und Anmarschstrecken von 100 km + sind nicht selten.
Nach Einführung des nSAK hat sich die Schießausbildung insgesamt vom gewohnten 0815 Schulschießen in eine mehr taktisch orientierte Schießausbildung gewandelt. Diese Anforderungen erfüllen die üblichen, alten A- und D-Stände eh schon schwerlich da schon die Schusszahlen der Übungen ein altes Schulschießen deutlich übersteigen. Die Geschossfänge auf den Ständen sind meist Sandfänge, die Umstellung auf Kunststoffgranulat geht schleppend, da (zumindest bis vor ein paar Jahren noch) nur zwei Hersteller entsprechend zertifiziert sind. Teuer ist es eh.
Aufgrund der Vollauslastung (oder auch Überlastung) der Anlagen durch die eigenen Teile, Vorgabe von Gesamtjahresschusszahlen aus dem Lärmschutz und allem was daraus folgt, ist es schlicht und ergreifend nicht umsetzbar zusätzlich noch private Vereine auf den Anlagen schießen zu lassen. Dies würdemzu einer Reduzierung der eigenen möglichen Schießen führen. Zudem hier gern auch Kaliber Anwendung finden die über die üblichen mil Kaliber deutlich hinausgehen und durch die durch das sportliche Schießen erhöhte Verdichtung im Sandgeschossfang muss dieser auch öfter gelockert und ausgetauscht werden. Das führte zum entsprechenden Erlass der zivile Mitnutzer ausschließt. In den Anfangszeiten des Erlasses wurde sogar anderen Behörden die Mitnutzung verwehrt.
Perversion des umzusetzenden Lärmschutzes ist es, dass 300m Stände aus Gründen des Schallschutzes teilweise mit Kassettendecken versehen wurden, welche dann nachträglich mit einer Belüftung versehen werden mussten, da der ganze Dunst unter der Decke stehen blieb und teilweise wieder zum Schützen zurück gewandert ist. Teuer ohne Ende, unpraktikabel und als Lehrgeld abzuschreiben.
Kosten Sandtausch Geschossfang einen A-Stand ca. 50k (Stand 2018) . Sanierungskosten eines in die Jahre gekommenen und abgenutzen A-Standes ca. 1,5 - 2 Mio. Erforderliche Sanierungskosten (und Sanierungsbedürftig sind die meisten) für eine komplette Standortschießanlage je nach Größe und Ausprägung zw 20 und 40 Mio. Die Planungen über Hallenschießanlagen laufen seit fast 10 Jahren ohne merklichen Fortschritt. Die Pilotanlage Bad Reichenhall läuft kostentechnisch komplett aus dem Ruder und man muss sehen wo die Reise hingeht.
Ich hoffe, das erklärt ein wenig warum die Mitnutzung - zumindest von Bw-Anlagen - deutlich eingestampft wurde.