Auf die Zielgenauigkeit hat vieles Einfluss, bei mir auch der wacklige Schütze :S
Die Irisblende ist ein optisches Hilfsmittel vergleichbar mit der Blendenöffnung eines Objektives an einem Fotoapparat.
Beim Fotografieren haben Blendenöffnung wie auch Brennweite Einfluss auf die Tiefe der Schärfe, die Schärfentiefe. Die Brennweite beim Schützen wäre das Linsensystem im Auge, die Dioptrinzahl als Brillenglas vor dem Auge und nur fürs Ziel und nicht Korn/Korntunnel dann auch die Dioptrinzahl als Adlerauge im Korntunnel.
Wenn man kurz vorm Alter der Lesebrille steht, dann versucht man z.B. seine eigene Irisblende durch Zusammenkneifen der Augen etwas zu schließen um die zu kurzen Arme beim Zeitungslesen auszugleichen.
Mit der Blende stellst Du die gewünschte Schärfentiefe ein, mit einem Filter begrenzt man den gewünschten Lichteinfall, könnte man auch mit der Blende machen aber unter Wegfall der Vorteile die man vorher durch die sie erzielt hat.
Die Möglichkeit mit einer längeren Belichtung mehr Licht aufs Bild zu bekommen, gibt´s beim Schießen leider nicht, also gibt es irgendwann den Punkt wo man bei wenig Licht einen Kompromiss zwischen einer höheren Schärfentiefe und hellem Zielbild eingehen muss.
Es ist es auch nicht vorteilhaft, die für einen maximal mögliche Schärfentiefe herauszuholen, in dem man die Irisblende recht weit schließt, da hier durch das Auge schneller ermüdet als mit offenerer Blende. Dürfte einem bei dieser Grafik hier auch einleuchten. Bei oben angesprochenen Problem mit den zu kurzen Armen beim Zeitungslesen entscheidet man sich ja auch über kurz oder lang für eine andere Brennweite als für die Korrektur mit der eigenen Irisblende.
Hier ist der gewünschte Effekt einer Irisblende am Beispiel einer Irisblende für Schießbrillen gut zu sehen. Beim Gewehr funktioniert es genauso, nur dass dort halt nicht die Priorität der Schärfe auf Kimme und Korn sondern auf dem Korntunnel liegt. Wie Königstiger schon erwähnt hat, bei Müller Manching wird es vertriebstechnisch positiver formuliert, ein gleichzeitiges Scharfsehen von Korn und Scheibe ist unmöglich, du vergrößerst den Schärfebereich nur. Beim Fotografieren sagt man, dass sich die Schärfe pi mal Daumen ein Drittel vor dem Objekt und zwei Drittel hinter dem Objekt ausbreitet. Da es beim Zielvorgang eigentlich egal ist ob der Korntunnel jetzt genau nach 1/3 der Schärfe sitzt, wird der Optiker sicherlich auch hier ansetzen um mit Dioptrinändernden gewünschten Effekt zu erzielen, die Schärfe weiter nach hinten zum Ziel zu verlagern, was bei auf ner Entfernung von 10m erfolgreicher ist als bei 25m, 50m oder gar 100m.
Wenn man sich ein wenig weg von den Programmautomatiken in der Fotografie entfernt hat versteht man auch, dass man durch einfaches Einschrauben eines Adlerauges in den Korntunnel nicht nur den positiven Effekt der Vergrößerung bekommt. Dreht man an der einen Stellschraube im otpischen System, dann muss man an einer andere Stellschraube entgegenwirken um wieder zum gleichen Ergebnis zu kommen, einem scharfen, gut belichtetem (Ziel-)Bild.