[Zu 1 und 2:]
Das ist ein ganz wichtiger Hinweis, und dazu möchte ich gerne auch noch etwas schreiben, und zwar gleich aus erster Hand, nämlich aus meinem Dachverband, nämlich der Deutschen Schießsport Union (DSU, zur Zeit um die 18.000 Mitglieder), wo ich zwar nicht Jugendbeauftragter bin (das sind dort die Eheleute Horn) aber ehrenamtlicher Justiziar, die Sache ganz ähnlich liegt.
In allen 3 Großkaliber-Schießsportverbänden ist die "Jugendarbeit" halt deshalb drin, weil das Waffengesetz sie verlangt (Vorschrift des §§ 15 Abs. 1 Nr. 4 b) WaffG). Unsere beiden Jugendbeauftragten geben sich seit Jahren Mühe, redlich und viel, aber der Zustrom von jugendlichen Mitgliedern ist unverändert sehr gering. Bei uns gibt es z.B. auch eine eigene Jugend-DM, an der regelmäßig eine niedrige 2-stellige Zahl von Jugendlichen teilnimmt; die hat sogar besondere Disziplinen im Anhang zur Sportordnung, die aber realistisch betrachtet ein Schattendasein führen. aber auf jede Delegiertenversammlung wird natürlich brav auch über die Jugend-DM und die Teilnahme zahlen berichtet.
Es gibt nämlich auch, und das ist eigentlich wichtiger und vielleicht auch für den/die eine/n oder andere/n Jungschützen und Jungschützin interessanter, die Möglichkeit, in der ganz normalen Deutschen Meisterschaft in der Jugendklasse ab 14 Jahren mitzuschießen. Da gibt es jedes Mal auch eine Reihe von Teilnehmern und Teilnehmerinnen, und die schießen die ganz normalen DSU-Disziplinen nach Herzenslust, nur eben in der ersten Kaliberklasse .22, die in den meisten, aber nicht allen DSU-Disziplinen auch eröffnet ist (dort mit der .22 lfB, wegen § 27 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2).
Und weil es nicht so viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der Jugendklasse gibt, ist die Chance hoch bis sehr hoch, bei den Deutschen Meisterschaften einen der ersten drei 3 Plätze und die entsprechende Medaille zu errringen, was wiederum die Chance deutlich erhöhen könnte, bei der Waffenbehörde eine ausdrückliche Altersausnahme auch unter 18 Jahren nach § 3 Abs. 3 WaffG zu erlangen. Du kennst ja das Procedere, um innerhalb des DSB und seiner Landesverbände für Kadermitglieder derartige Ausnahme-WBKs für Jugendliche zu bekommen, das geht also durchaus. In der DSU hatten wir solche Fälle allerdings bisher noch nicht, dass weiß ich deshalb, weil die mit Sicherheit auch über meinen Tisch gegangen wären. Aber wenn jemand mehrere Medaillen bei den DM vorweisen kann, wären die Chancen tatsächlich ziemlich gut, eine solche Waffenbesitzkarte auch für eine/n Jugendliche/n zu erhalten. Das also gewissermaßen als kleiner Ansporn für interessierte Kinder (ja, Luftdruckwaffen, die gibt es in der DSU auch) und Jugendliche, die vielleicht bei uns Mitglied werden wollten.
[Zu 3:]
Das sehe ich anders, und zwar ganz und gar anders. Und das glaube ich auch gut beurteilen zu können.
In der ganzen ISSF gibt es genügend Fälle, wo die absoluten Spitzenschützen und Spitzenschützinnen, zumal in den außereuropäischen Ländern, erst im Alter von 18-20 Jahren überhaupt mit dem Schießsport angefangen haben, und dann innerhalb relativ kurzer Zeit bis in die Weltspitze vorgestoßen sind. Das ist ohne weiteres machbar, mit entsprechend guter Trainerbetreuung, und den Olympischen MQS kann man in einer solchen Zeit von sagen wir einmal 2-3 Jahren durchaus auch ohne göttlichen Sonderbeistand erreichen.
Beste Grüße,
Carcano