Hallo Gobimann,
habe diese Diskussion leider etwas spät gesehen und da ich auch Baujahr 74 bin, sind wir hier ja fast unter uns 
Ich kann Dich zu 100% verstehen. Mir ging/geht es genau so. Training Ende 80zig bis Mitte 90zig. Wettkampf (insbesondere Mann-gegen-Mann) Anfangs unterirdischer Schnitt von Mitte 70zig.
Leider bin ich im Wettkampf nach wie vor noch nicht in dem Bereich, den ich mir vorstelle - 5 Ringe unter meinen Trainingsergebnissen wären für mich zufriedenstellend. Aber es ist in den letzten Jahren besser geworden: in der Verbandsliga immerhin einen Schnitt von Anfang 380.
So.
Was mir bei Dir ganz extrem auffällt: das ständige denken an die "8". Wie hier schon teilweise angeklungen: denke das nie wieder! Immer positiv denken. Denn wenn du denkst "bloß keine 8" hast du die 8 schon im Schädel und du wirst 100% demnächst eine 8 raushauen. Was mir enorm geholfen hat: ich habe mir von einer perfekten "10" den Spiegel ausgeschnitten und in mein aufgeklapptes Munitionsdöschen innen in den Deckel geklebt. So sehe ich bei jedem Kügelchen holen (und beim "Ausruhen") den perfekten Schuß vor mir und habe den dann im Kopf (der Mensch ist ein visuelles Wesen...!)
Kleiner Einschub: da gab es auch mal einen Schützen - der hier nicht namentlich erwähnt werden will - der auf seinem Rücken eine vergrößerte Scheibe mit einem Schußloch in der "8" hängen hatte. Sein Gegner, der hinter ihm stand, hatte also den ganzen Wettkampf die "8" vor Augen - dreimal darfst Du raten, wer gewonnen hat 
Nächster Punkt: Mann-gegen-Mann. Egal in welcher Liga du schießt: normalerweise kennst Du Deine Gegner ziemlich gut. Du weißt was er/sie "drauf hat". Mal ehrlich: du liest den Namen des Gegners und denkst schon: gegen den/die habe ich eh keine Chance - stimmts!? Vergiss es einfach - ich weiß, daß ist leichter gesagt als getan. Was mir geholfen hat: ICH schieße MEINEN Wettkampf - Punkt! Was der Gegner macht ist mir schnurz egal. Wenn er halt 400 schießt, was solls. ICH will für MICH einen guten Wettkampf absolvieren. Wenn ich danach mit MEINEM Ergebniss zufrieden bin und der Gegner war besser - was solls?!
Dieses Denken hat mir ungemein geholfen und - oh Wunder - manchmal sogar Gegner schlagen lassen, die ICH im Vorraus schon zum Sieger erklärt hatte.
Noch ein Punkt: Mannschaftsdruck. Kennst Du das vor einem Wettkampf: Wir schießen gegen Gegner XY. Position eins klare Sache für uns. An zwei wird es knapp, aber unsere Nummer 2 ist "nervenstark" und packt das. An vier und fünf haben wir keine Chance. Also wohl 2:2. Und an Drei? Da schieße ja ich. So was blödes aber auch, da kommt es ja auf mich an! Oje, wenn ich das (wieder?) vergurke, verliere nicht nur ICH den Punkt, sondern auch die MANNSCHAFT den ganzen Wettkampf...
Oder anders: Gegner YZ. Ganz klare Sache für uns, meine vier Kollegen haben ihre Gegner total im Griff. Und ich? Was, wenn ich meinen Kampf verliere? "nur" 4:1 Sieg? Und die anderen können mir (mal wieder?) auf die Schulter klopfen und sagen: "macht doch nichts, wir haben doch gewonnen, Kopf hoch, beim nächsten Mal klappt das bestimmt..."
Du erkennst Dich wieder? Ich auf jeden Fall! Davon musst du (und ich auch ab und an noch) wegkommen. Du hast sonst von vorneherein KEINE Chance.
Immer positiv denken!!! Und wenn der Gegner auf dem Papier noch so stark ist. Immer auf Dich schauen, auf Deine Technik achten, Dein Ding durchziehen - denn ein kleiner Trost: ich habe schon Pferde k*tzen sehen; der stärkste Gegner kann auch mal einen schlechten Tag haben. Kämpfen lohnt also immer.
Sicher wird dir das nicht ab sofort immer den Sieg und gute Ergebnisse bringen. Aber du wirst dich steigern!
Gruß Asterix