Beiträge von CoolMint

    Ihr da oben, wir da unten, so der Buchtitel von Günter Wallraff bezog sich auf gesellschaftliches war glaub ich in den 80igern.

    Aber so könnte man auch das Problem mancher Schützen bzw Vereine beschreiben.

    Wir hatten in Österreich mal eine Zeit mit sensationellen Tischtennis- Erfolgen nach einer Dauerflaute. Das kam davon, daß der Tischtennisverband damals finanziell gut ausgestattet war und man glänzen wollte. Nachwuchsförderung dauerte zu lange und so erfand man das Wort "Austro- Chinese" mit dem Namen --> Ding Yi. Es hagelte Siege und irgendwann zog der Mann weiter und aus war es mit den Siegen. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte dieser Kauf auf den Breitensport gar keine Auswirkung. Es gab auch Diskussionen zu diesem Vorgehen.

    Da stellt sich doch die Frage, mit welchem Ziel man einen Spitzensportler hereinholt? Wenn es darum geht, eine Mannschaft zu verstärken und die eigenen Schützen mit hochzuziehen, bin ich absolut dafür.

    Wenn es darum geht, Eitelkeiten der Vereinsführung zu bedienen, gefällt mir das weniger. Die sich erst hochgekämpft hatten und durch die Zukäufe aus der Mannschaft geflogen sind, werden sich schön bedanken und der Vorgang wird Kreise ziehen. Wie will man da noch Nachwuchssportler motivieren?

    Was ist ein "Verein"?

    • Die Vereinsführung?
    • Die Gesamtheit der Mitglieder?
    • Ein Vehikel für Öffentlichkeitsarbeit der Sponsoren?

    Wenn ich auch Deinen Ansatz mit der Verstärkung verstehe, so fällt es vielleicht nicht ganz leicht, sich "hochziehen" zu lassen, nachdem man "hinuntergedrückt" wurde.

    Da findet sich schon ab und an mal ein Grund. Auch wenn die GK Pistolen-Murmel ins Patronenlager flutscht solltest du wenigstens einmal testen ob die neue Kontruktion auch zuführt?

    Richtig. Das muß auch sein und ist sehr wichtig. Aber ein aussagekräftiges, sicheres Ergebnis gibt es dazu doch nur am Schießstand im scharfen Schuß. Und erst nach gut 200 störungsfreien Schüssen möglichst mit nicht so sauberer Waffe und fester bis total lockerer Handhaltung.

    Wenn man zu Hause probieren will, ob eine Patrone funktionieren kann, setzte man Geschosse in leere Hülsen ohne Pulver und ohne Zünder. Die sind von außen an der leeren Zündglocke erkennbar harmlos. Aber solche Tests erfordern höchste Wachsamkeit. Da geht nichts "nebenbei".

    Klingt vielleicht seltsam von einem GK- Schützen, der selbst in Stückzahlen lädt und mit Munition und Waffe entspannt aber sorgfältig und aufmerksam umgeht. Aber zu Hause halte ich Waffe und unverpackte Munition strengstens auseinander. Vor eine Waffe gereinigt oder zerlegt wird, muß sicher sein, daß nirgends auch nur eine einzige unverpackte Patrone im Raum ist. Und umgekehrt haben Waffen beim Wiederladen nichts verloren.

    Ich nehme alle Waffen äußerst ernst und versuche, konsequent zu handeln. Nachlässigkeit, Leichtsinn oder Unwissenheit können schwerste Folgen haben, wie im Eingangspost beschrieben. Wer will das schon auf sein Gewissen laden?

    Auch die Wiederladefraktion lässt ab und an mal was frisch gepreßtes ins Patronenlager gleiten.

    Bei einem Jagdrepetierer hätte das aber nicht so viel Sinn. Da müssen die Hülsen vor dem Zusammensetzen gemessen werden und auf die richtige Länge eingezogen sein. Auch die Patronenlänge über alles und an der Ogive lassen sich gut messen und mit Werksmunition vergleichen. Beim Einrepetieren könnte man höchstens feststellen, ob die Patrone zusammengeschoben wird. Aber dann ist schon sehr viel schief gelaufen. Und wenn man Pech hat, zieht es in so einem Fall das Geschosse aus der Hülse...

    Beim ausgebauten Lauf einer GK- Pistole sieht man da schon mehr und kann gut feststellen, ob es Problem gibt. Das ist aber auch total harmlos, weil der Lauf dann nichts Anderes ist, als eine Patronenlehre.

    Eigentlich gibt es dafür Patronenlehren zu kaufen, in die man die fertigen Produkte fallen läßt und sofort und gefahrlos feststellen kann, ob normgerecht gearbeitet wurde. Aber wie immer gäbe es diese Vorfälle nicht, wenn alle vernünftig wären.

    Ich schieße für mich. Und für niemand anderen!

    Das ist auch meine Einstellung.

    Ich schieße nicht "gegen Andere" sondern für mich. Auch auf Bewerben. Dort gehe ich hin, weil ich wissen will, wie gut ich unter den dortigen Bedingungen meine Leistung abrufen kann. Das ist eben noch mal was ganz Anderes als Training. Wenn ich dabei etwas Lametta abbekomme, ist das eine schöne Bestätigung für mich aber nicht gegen Andere.

    Man lernt bei jedem Bewerb etwas dazu, trifft interessante Leute und gehungert wird auch nicht.

    Sogar die Anreise kann schon ein Erlebnis sein...

    Mir ging es darum, flexibel auf meine Tagesform einstellen zu können, über die starren 0,25-Schritte hinaus.

    Dann bin ich noch gespannter.

    Sorgst Du für einen konstanten Tränenfilm am Auge? Vom Lidschlag bis zum Aufreißen des Tränenfilms durch Trocknung vergehen nur wenige Sekunden und dabei verändert sich die Brechkraft des Auges um (wenn ich mich richtig erinnere) um ca 1,5 Dioptrien, die der Tränenfilm beiträgt.

    In meinem Fall brauche ich leider immer noch zusätzlich die alte Glaslinse als Basis, weil die Variolens auf Zylinder-Fehlsichtigkeit keinen Einfluss hat; deshalb müssen beide Linsen übereinander montiert werden. Blöd beim Putzen. Mal sehen, ob's wirklich hilft.

    Zwei Linsen hintereinander ist interessant. Bin schon gespannt, wie es Dir mit der Bildqualität gehen wird. Das sind immerhin vier Glasflächen mit jeweils Lichtverlust und Spiegelung. Bitte weiter berichten.

    Früher war ich bei Brillen auch eher "Kostenoptimierer". Heute nehme ich bei der Schießbrille hochentspiegelten Gläser, obwohl die deutlich teurer sind. Meine Augen geben im Lauf der Jahre keine Reserven mehr her, um bei der Brille groß zu sparen. Die neuen Gläser in meiner Schießbrille haben jedenfalls diese Saison für mich gerettet.

    V2a ist doch ein Edelstahl. Da ist mir das Risiko der Kontaktkorosion zu groß. Edle Metalle (V2A) vertragen sich nicht mit, ich sag mal unedlen Metallen. Der Lauf besteht aus Stahl, der Kompensator aus einer ich glaub Alulegierung und dann V2A sind dann 3 verschiedene Metalle. Da soll die Feuchtigkeit in der Luft ausreichen das eine Korrosion(Kontaktkorosion) entsteht.

    Ich hab schon ein Adapter aus einem Präzisionrohr nahtlos E235 aus Stahl in Arbeit.

    Also elektrochemische Korrosion ist um so stärker, je weiter die Metalle in der Spannungsreihe auseinanderliegen. Kupfer und Stahl sind schon schlimm. Kupfer und Alu noch schlimmer. Die Frage ist, ob man davon ausgeht, daß im Spalt ein Elektrolyt vorhanden ist. Wenn die Teile leicht geölt montiert wurden, hätte ich da bei einer Sportwaffe nicht sehr viel Angst.

    Edelstahl ist eigentlich ein Material, das sehr schnell oberflächliche Oxide bildet. Er entsteht dabei aber kein brauner Rost, weil das im Edelstahl einlegierte Chrom zuerst korrodiert und eine durchsichtige chemisch beständige und dichte Oxidhaut bildet. Bei kleinen Schäden schließt sich diese Oxidschicht wieder.

    Edelstahl (eigentlich technisch richtiger "rostträger Stahl") beginnt aber selbst zu rosten, wenn er in Kontakt mit Eisenrost und Elektrolyt kommt. Dabei wird die schützenden Chromoxidschicht zerstört und kann sich nicht dauerhaft neu bilden. Der Stahl darunter rostet dann völlig ungeschützt und löst sich dadurch auf, daß sich in seinem Inneren zwischen den Legierungselementen Eisen, Chrom und Nickel Spannungen aufbauen, die den Stahl von innen zerlegen. Darum muß rostträger Stahl normalerweise poliert und geätzt werden, damit eine glatte Oberfläche vorhanden ist, die vollständig durch Chromoxid geschützt wird.

    Dieser kleine Ausflug in die Materialkunde sei. mir bitte verziehen.

    Das ist, als ob man einen LuPi-Schützen nach GK fragt.
    Ich kenne keinen Bogensportler, der sich intensiv mit Armbrust beschäftigt.

    Sorry, würde gern weiterhelfen. :)

    Ich hab mir gedacht, daß es doch gut sein kann, daß ein Bogenschütze auf einem Parcours im Wald einen Armbrustschützen mit so einem Gerät trifft und daß die vielleicht ins Fachsimpeln kommen. Bin halt ein Optimist.

    Danke jedenfalls für Eure Rückmeldungen.

    Das Thema Kompensator lässt mich nicht los.

    (...) auf der anderen Seite höre ich positive Berichte.

    (...) Auf den Test am Freitag bin ich mehr als gespannt...

    Das alte Schützenthema: "Wenn Du glaubst, es hilft, dann hilft es."

    Wenn man den Kompensator nicht als getrennten Bauteil am Laufende anbringt sondern wie bei z.B. Glock als Teil des Laufes ausführt, wird der Hochschlag tatsächlich gemildert, falls das Gas großteils nach oben abgeleitet wird und falls genug Gas mit hohem Druck vorhanden ist.

    https://gungamers.wordpress.com/2015/10/01/the…-ported-barrel/

    In dem Beitrag sieht man ein hübsches Foto mit den aufsteigenden Feuersäulen beim Abschuss.

    Seltsamerweise habe ich solche Bohrungen auch bei meiner FWB LP 40. Dort sind sie weit vor dem Laufende angebracht und sollen den Lauf unten halten. Du könntest ja besonders mutig sein und Dir so was in deinen FP- Lauf einerodierten lassen. Das gäbe Stammtischthemen ohne Ende.

    Hallo Daniel,

    würde es sich denn nicht anbieten die Elektronik der MG2 zu verbauen. Die ist ultra klein und sehr zu verlässig? Die Batterie ist sehr klein, billig und sehr langlebig.

    no.limits

    Das wird nicht reichen, weil die MG2 einen mechanisch gespannten Hahn hat, der nur durch den Magnet ausgelöst wird. Bei der Walther treibt die Spule das Schlagstück direkt und muß darum viel mehr Leistung aufnehmen. Aber vielleicht mit einer Verstärkerschaltung dazwischen.

    Ich hatte vor 35 Jahren zwei Kollegen, die ständig aus Computerzeitung Schaltungen nachbauten. Die belichteten sie aufgrund von Vordrucken aus der Zeitung. Die schienen tief schwarz und porenfrei. Trotzdem gelangen die Schaltungen selten richtig. Irgendwann gingen sie dazu über, die von den Zeitungen als Service angebotenen fertig belichteten und entwickelten Filme für die Belichtung der Platine zu nutzen. Insbesondere Ausdrucke mit Laserdrucker, die ich als tiefschwarz empfand, waren anscheinend porös. Und so porös waren dann auch die Leiterbahnen. Ich bin jetzt echt gespannt wie es hier läuft.

    Gutes Gelingen jedenfalls!

    Das verstehe ich nicht. Im Prinzip geht es doch darum den Gasvolumenstrom durch die Bohrungen/Öffnungen im Kompensator nach oben abzuleiten. Was hat die Lauflänge damit zutun?

    Am Ende eines längeren Laufes ist das Gas schon weiter expandiert und hat mehr Druck und Temperatur abgebaut. Die Gasmasse bleibt wohl konstant. Es fehlt ihr aber Energie (Enthalpie) Der Kompensator ist einfach nur eine mit Gas beaufschlagte Strömungsmaschine, die ein Enthalpiegefälle abarbeitet.

    Kenne ich,

    und mittlerweile freue ich mich auf diesen "Herzrasen"-Moment, wenn man das erste Wertungs-Geschoss/Patrone einlegt.

    Das hat was von Vorfreude. Das ist schön zu lesen, weil es einen Hauch der Begeisterung nachfühlen läßt. Gratuliere. Es hilft zwar nicht unbedingt beim Treffen, aber wenn der Bewerb halbwegs läuft, wird es zu einem Teil der schönen Erinnerung. Man kann den Bewerb "nachfühlen". Ein genußreiches Vorrecht des noch nicht ganz so routinierten Schützen.

    Aber auch das ändert sich. Von der EAV gibt es ein Lied mit dem Kehrreim:

    Kalt und immer kälter, ich werd abgebrüht und älter

    Wenn man nach einem Bewerb von zwei etwa Dreißigjährigen verwundert gefragt wird, wie lange man denn schon schießt, weil man den Bewerb so eiskalt und völlig ohne irgendeine erkennbare Gefühlsregung abspult, dann ist das schon ein Grund, um innezuhalten und nachzudenken, was aus einem geworden ist. Eine Art RansomRest auf zwei Beinen vielleicht.

    Einen Mentaltrainer besuchen.

    10,9

    Als erstes ist es wichtig, sich auf den Wettkampf zu freuen. Den Wettkampf nicht als Pflicht wahrnehmen, sondern als dein Hobby, das dir unwahrscheinlich viel Freude macht.

    Ein guter Weg! Ein sehr guter sogar. Dummerweise wird irgendwann der Erwartungsdruck rundherum mit den Ergebnissen immer höher. Man erwartet eine weitere Steigerung, oder den Niedergang. Beides unterhält das Publikum. Bewunderer und Neider sind nicht so weit auseinander...

    Mein zweiter Tipp wäre: Versuche 30 technisch saubere Schüsse abzugeben. Ergebnis ist egal. Man muss sich vom reinen Ziel lösen. Fokus sollte nur auf der Technik liegen

    10,9

    Ich mach das seit jahren nach der Ventil langsam öffnen und bei erreichtem Druck wieder schließen Methode.

    Der Regulator macht im Prinzip nix anderes.

    Der macht es nur etwas schneller

    Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Und es kann sehr lange gut gehen.

    Aber bitte nicht in meiner Nähe oder der von anderen Personen. Das ist für mich ähnlich wie mit bestimmten Wiederladern: Da ist mir auch lieber, wenn die am Stand nicht neben mir stehen. Die sind auch total cool, bis sie das Muster der Griffschalen in der Handfläche wiederfinden und in der UH eine Bremsspur.