Jetzt mal mehr allgemein betrachtet, warum sollen die Leute die mit Begeisterung gute vierstellige Beträge für Waffen und Zubehör ausgeben, nicht auch noch eine Handvoll Hunnis für ein späteres Coaching übrig haben?
Dafür gibt es gute Gründe:
Eine schöne Luftpistole mit farbigem Schichtholzgriff und farblich passendem "Putter" kann man einfach so ohne weitere Anstrengung kaufen, streicheln, sich an ihr erfreuen und Fotos davon posten, die auch anderen Schützen Freude bereiten. Notfalls kann man die auch wieder werthaltig verkaufen. Das gibt Freude an der Technik, Ästhetik und am individuellen Erscheinungsbild. Man "hebt sich ab" und man "hat für das Geld was Greifbares in der Hand".
Im Gegensatz zur ansehnlichen Waffe eignet sich so ein Seminar NICHT als Stammtischgespräch. Eher wird man belächelt, weil man "zum Schießen einen Psychoonkel braucht". Man hat nichts zum Herzeigen.
Ein Coaching kann nur Sinn machen, wenn
- der Teilnehmer dafür offen ist,
- voll mitgeht und
- sich einbringt.
- Also weit raus aus der persönlichen Komfortzone.
Und auch beim besten Coach wird man nur das mitnehmen, was zu einem passt und was man aktiv für sich herausholen konnte. Das kann viel aber auch wenig bis nichts sein.
Ich hab so einen Mentalkurs speziell für Sportschützen mitgemacht und dabei hauptsächlich gelernt, mit welchen mentalen Herausforderungen andere Teilnehmer kämpfen und für die gab es auch passende Instant- Rezepte. Für mich leider nicht. Entsprechend tief enttäuscht war ich zuerst.
Ich hatte aber sehr viel gelernt und verstanden, worum es ging und erarbeitete mir in den Tagen nach dem Seminar im harten Alleingang, was für mich passte. Das war eine schonungslose Reise zu den wichtigsten eigenen Defiziten, sonst hätte es keinen Sinn gemacht. Ohne Selbsterkenntnis geht es nicht voran. Das ist jetzt lange her und erst unlängst habe ich das nochmals einen entscheidenden Baustein ergänzt. Und die Reise ist noch nicht zu Ende, hoffe ich.
Ich persönlich kenne nun nicht viele Schützen, die bereit sind, sich auf so eine Reise zu begeben und dafür auch noch zu bezahlen. Warum wird vielleicht klarer, wenn man die etwas länger geratene Beschreibung liest. Sich für ein paar Hunnies passiv berieseln zu lassen, bringt gar nichts.