Beiträge von Califax

    Beides sind normale Studenten, unabhängig deiner „bewaffneten Organe“.

    Meine Tochter stand als fertige Abiturientin vor der Wahl: Sportförderguppe und im Bundeskader bleiben ODER zivil Medizin studieren. Ist jetzt ca. 7 Jahre her. Ich bin sehr froh, dass sie sich nicht für die Bundeswehr entschieden hat.

    Wenn Du das sagst wird es so sein. mag sein

    Olympiakader Luftpistole / Sportpistole / Schnellfeuerpistole / Gewehr (Stand heute)

    Doreen Vennekamp - Sportsoldatin
    Christian Reitz - Polizeioberkommissar
    Maximilian Dallinger - Polizeiobermeister

    Und auch die meisten Perspektivkader geben als Beruf Sportsoldat oder Polizist an.

    Wer heute im Leistungssport - insbesondere im Schießsport - olympiareif sein will, ist Vollzeit-Profisportler mit einer Scheinanstellung bei einem der wie wir früher sagten "bewaffneten Organe".

    Rutschiger Boden, ... ein Alptraum. Das habe ich auch schon oft erlebt.

    Da meinte es der vorige Vorstand gut mit den Luftikussen, die sich etwas über den unebenen Betonfußboden beschwert hatten. Dann hat "man" einen Handwerker beauftragt, der auf den Beton Holzfaserplatten verlegte (jetzt schwingt der Boden beim Gehen) und darauf einen Bodenbelag, der sicher nicht billig war, aber keineswegs rutschhemmend ist.

    Ohne die Trainer zu fragen und mit einzubeziehen.

    Das Gegenteil von "gut" ist nicht "schlecht" oder "böse", sondern "gut gemeint".

    Naja, wir haben uns daran gewöhnt.

    Es geht hier um den Spagat zwischen

    a) ich sehe, dass was wirklich faul und gefährlich ist und hole mir Hilfe, ggf. auch on den Behörden

    und

    b) ich bin Blockwart und melde, was gemäß der aktuellen politischen Lage verdächtig ist.

    Und das Ganze eingebettet in ein "Schulungskonzept".
    Als ehemaliger Bürger des demokratischsten Deutschlands, dass je auf dem Papier existiert hat, habe ich da gewisse Bauchschmerzen, dank persönlicher Erinnerungen. Meine Klassenlehrerin der 10. Klasse riet mir sogar, "meinen Klassenstandpunkt und meine Weltanschauung zu überprüfen". Das tat ich zwar als braver Schüler, stellte aber bei dieser Überprüfung fest, dass ich da eigentlich nichts ändern wollte.

    Manche Menschen haben nämlich einen Horizont mit dem Radius Null und nennen das ihren Standpunkt.

    Btw: Schulung: Hatten wir regelmäßig. Nannten wir "Rotlichbestrahlung". Die Nase wurde trotzdem nicht freier.

    Freiheitlich demokratische Grundordnung bedeutet nämlich, dass durchaus unterschiedliche politische Meinungen vertreten werden dürfen, diese im fairen Wettstreit mit- und gegeneinander stehen - und der kritische Bürger vor dem übergriffigen Staat geschützt werden soll. Nicht andersrum, dass die, die sich als "Staat" sehen, vor dem kritischen Bürger geschützt werden müssten.

    Was aktuell hier als "demokratisch" verkauft wird, erinnert mich stark an Stalinismus / Faschismus im neuen Gewand.

    Ich erinnere daran: Es gab noch nie in der Geschichte der Menschheit einen einzigen Staat, der sich im Namen "demokratisch" nannte und dies wirklich (im Sinne und im Vergleich zum/des deutschen Grundgesetzes) war: DDR, KDVR, DR Kongo, ...


    Kurzgefasst: Gefährder dürfen definitiv keine Waffe bekommen. Aber eine Spitzelstruktur wird das nicht verhindern.

    Dass ein junger Mensch, der noch viel in seinem Leben hätte reißen können, starb, ist extrem tragisch und insbesondere für seine Familie und seine Freunde eine tiefe Zäsur. Auch von mir: HERZLICHES BEILEID!

    Ich glaube nicht, dass der Test "schuld" an seinem Tod ist - das kann nur eine Autopsie klären. Vielleicht ein unbekannter angeborener Herzfehler, vielleicht eine tragische Nebenwirkung auf eine nicht ganz ausgereifte medizinische Maßnahme - wir wissen es nicht.

    Auch unsere Kaderschützen müssen inzwischen den Athletiktest bestehen. Ich sehe das zwiegespalten. Auf der einen Seite ist es natürlich nicht falsch und dem Schießsport nicht abträglich, wenn eine gewisse Athletik vorhanden ist.

    Auf der anderen Seite ist gerade mein "bestes Pferd im Stall" nicht gerade ein Sport-Ass, sondern durchaus leicht moppelig. Wie die letztens gekämpft hat, beim Laufen und Schwimmen die norm für das Sportabzeichen zu erfüllen - Chapeau!. Das Mädel hält den Landesrekord mit der Luftpistole. Sollte sie wegen zu langsamen Rennes oder Schwimmens aus dem Kader fliegen - ich würde vom Glauben abfallen. Das wäre sportlicher Selbstmord des Verbandes.

    Als noch mein kleines Töchterlein, schlank und rank und sportlich normal begabt mit dem ernsthaften Scheßsport anfing, waren fast alle ihre Mannschaftskameradinnen eher von Rubens als von Zille. Ich nannte sie in meinem Kopf "Club der dicken Mädchen" - aber sie schossen alle recht gut. Denn sie hatten (endlich?) einen Sport gefunden, in dem sie auch als Rubensfiguren durchaus punkten konnten.

    Was ich schade finde, dass ein Sport, in dem man auch mit körperlichen Handicaps durchaus Spitze sein kann, sich von solchen "inselbegabten" Leistungsträgern trennen will.

    Meine Zusammenfassung: Ja, es ist gut, Athletik zu trainieren. Aber es ist schlecht, wenn das ein Ausschlusskriterium für Kader sein soll. Oder müssen jetzt auch die Schachsportler Ausdauerläufe vorweisen können?

    Ja, du hast mich sehr gut verstanden!

    Nur ist die 2.16 de facto tot, sie steht zwar noch in der SpO, aber es gibt auch in Sachsen dafür keine mir bekannten Wettbewerbe mehr.

    Das mit der sanften Heranführung an OSP sehe ich genau so, bin mit dieser Meinung allerdings recht einsam unter den Trainerkollegen. (hier wirklich männlich, da ich keine Frau kenne, die OSP trainiert.)

    Ich habe bezüglich dieser Disziplin auch als Trainer ein wenig Staub gewischt, dank der ausgiebigen Hilfe von Jürgen Wiefel (olymp. Silbermedaille) und einem Lehrgang bei Detlef Glenz. Praktische Erfahrungen mit meinem Sohn und bei Kaderlehrgängen des Landesverbandes. Leider habe ich aktuell im Verein keine Schützen, die die nötige Investition in Zeit und Geld wagen wollen.

    Btw: Unsere unterschiedliche Auffassung bezüglich Einstiegsalter:

    Vielleicht sind wir gar nicht so weit voneinander weg, haben aber eben unterschiedliche Perspektiven im Auge: Ich den jungen Schützen bis ca. 18, den ich möglichst (auch schnell) hochbringen möchte. Da ist ein früher einstieg in den Sport hilfreich, eben weil alle 2 Jahre die Klasse gewechselt wird. Außerdem sind Jugendliche ab ihrem letzten Schuljahr - egal, ob es die 10. bei Realschülern oder die 12. bei Gymnasiasten - meist in dieser Zeit nicht mehr für den leistungsorientierten Sport zu gebrauchen. Prüfungen gut bestehen, bewerben, Lehre oder Studium beginnen und dann noch das andere Geschlecht - da bricht es meist weg. (Und hier beginnt unser Spaßtraining Früchte zu tragen, nämlich wenn sie mit 18 eine WBK holen). Wenn man also diese Jugend nicht fest an den Verein bindet, dann it das ganze Jugendtraining "für die Katz".

    Zwei unserer ehemaligen Schießkinder sind jetzt im Vorstand - und richtig gut darin.

    Einfacher ist es natürlich, Erwachsene, die bereits im Leben ihren Platz gefunden haben, zu akquirieren und dann gut auszubilden. Das machen wir auf zwei weiteren Schienen. Das DSB-Erwachsenen-Training insbesondere mit der LP wurde wieder neu aktiviert und für die dynamischen Disziplinen gibt es auch ein paar, die andere anleiten, leider noch nicht so systematisch, wie ich es gerne hätte.

    Wenn man allerdings einen jungen Erwachsenen ohne Vorkenntnisse zum Bundeskader machen will, dann muss auch vieles stimmen und derjenige muss sicher sehr, sehr viel Zeit in sein neues Hobby stecken. Die DDR-Kader haben eigentlich Vollzeit trainiert, wenn ich den alten Geschichten glauben kann. Und ich habe gehört, wo die kistenweise KK-Munition verklappt haben wollen, weil ihnen einfach der Arm weh tat.

    Nein, ist es nicht - trotzdem schaffen es bundesweit nur ca. 110 - 120 Schülerinnen und Schüler, sh. Tabelle oben.Und von den ca. 120 Schülerinnen und Schülern wird mein kleiner Verein mit ziemlicher Sicherheit ca. 5% stellen. So, wie fast jedes Jahr.

    Es ist auch kein Hexenwerk, gute Pistolen-Lichtis zu haben - ich frage mich nur, warum das die anderen Vereine nicht auch schaffen und wir wegen zu guter Leistungen bestraft wurden.

    aber warum musst auch Du den anderen die mehr spaßorientierten Disziplinen empfehlen?

    Du hast vollkommen Recht, das scheint ein Widerspruch zu sein.

    Zum einen kritisiere ich, dass gerade die "spaßorientierten Disziplinen" nicht im Reglement des DSB sind bzw. dann nur maximal auf Landesebene Wettbewerbe gibt. Ohne entsprechende Wettbewerbe ist Training relativ nutzlos.

    Und wir bieten ja auch die "spaßorientierten" Trainings für die entsprechenden BDS-Wettkämpfe, die für Jugend geeignet sind, zusätzlich an. Ich würde mir da sehr viel mehr wünschen, aber nebenbei habe ich noch einen Brotjob, der das Geld ranbringt.

    Wir sind auch im BDS unseres Bundeslandes bezüglich Jugendarbeit eine Größe - und das seit vielen Jahren.

    Nach nur 4 Jahren qualifizierten die sich für DM

    Ach Gottchen ... wir schicken regelmäßig Kinder zur DM, die ohne Ausnahmegenehmigung gar nicht schießen dürften.

    4 Jahre sind eine Ewigkeit!

    Zum Carcano-Zitat:

    Ja, richtig - aber Erwachsene sind ganz anders als Kinder und Jugendliche. Sie setzen sich andere Ziele, die Hormone sind inzwischen wieder im Gleichgewicht, sind in der Regel noch nicht so handysüchtig ...

    Ich meine Landeskader.

    Ja? Unsere ganz jungen Schützen sind in der Regel nach einem Jahr LP in der Regel Landeskader. Allerdings die Späteinsteiger brauchen dafür - nach unserer Erfahrung - viel länger und dann kommen sie bereits in die höheren Altersklassen mit höheren Limits.

    Im Erwachsenbereich, wo nicht alle 2 Jahre eine Hochstufung erfolgt (sondern später sogar eine Herabstufung), ist das nicht so gravierend, wenn ausreichend Ehrgeiz vorhanden ist. Eine junge Mutti hat mit ihrer jetzt 12-jährigen Tochter angefangen LP zu schießen und bringt inzwischen hervorragende Ergebnisse zustande. Erwachsene und Kinder ticken ganz anders.

    - leider ziemlich einsames Starterfeld. Macht auch jemandem der Richtung 50 geht noch viel Spaß, auch wenn die Wartung der Anlage viel Arbeit ist.

    Ja, "ganz raus" ist es nicht. Aber wir müssen uns zwangsläufig auf die Disziplinen fokussieren, die Punkte bei der Geldvergabe von oben nach unten sind. Und das ist eben keine Disziplin, die bei der DM nicht geschossen wird. Trainingszeit ist ein echt knappes, sehr wertvolles Gut, mit dem wir sorgsam umgehen müssen.

    Wartung? Habt ihr solche mit Elektronik? Wir haben nur rein mechanische Blechkästen, da ist die "Wartung" einfach ein Nachbiegen des verbogenen Büchsenblechs.

    Fürs Jedemann-Preisschießen zu unserem Jahresfest haben wir kürzlich wieder eine aufgebaut - am Freitag lassen wir dann unsere Schützen zum Spaß Fallscheiben legen. Z.B. fetzig ist "ShotOff" - einer beginnt links, einer rechts - und wer zuerst die Mitte getroffen hat, hat gewonnen. (Gibt es im BDS auch als ernsthafte Disziplin, aber jeder 5 Scheiben und der entscheidende Schuss geht auf eine extra dreieckige Mittelplatte zwischen den beiden Fallscheibenanlagen, die so konstruiert ist, dass nachvollziehbar ist, wer von den beiden zuerst geschossen hat.)

    Der Haken ist aber, wie oben geschrieben, die knappe Ressource (Trainings-)Zeit. Aber das können andere als ich sowieso viel besser - wir müssen sie nur dazu motivieren, das Training zu übernehmen.