Beiträge von Califax

    Deshalb wird das oft auch im Training geübt. Biete sich natürlich nicht bei jeder Trainingsform an, aber zum Beispiel das Waffenauspacken passiert IMMER nur auf Kommando bzw. Handzeichen der Aufsicht. Wer ohne auspackt, packt auch direkt wieder ein! Auch laden wird GRUNDSÄTZLICH mit MAX. 5 Patronen geladen, auch wenn das Magazin mehr hergibt. Allerdings wird bei uns auch nur DSB-mäßig geschossen.

    Kläre mich bitte auf, was du unter Training verstehst.

    Wenn ich mit meinen Jugendlichen SpoPi-Training mache (oder eine andere Disziplin), dann läuft das exakt so ab, wie du beschrieben hast. Dann gibt es eine Trainingsgruppe, ein Ziel und einen Trainer. Da kann ich auch nur auf max. 5 Schützen aufpassen (bei Luft etwas mehr), idealerweise auf weniger. Das ist aber stets die Ausnahme, eigentlich nur im Kinder- und Jugendtraining (--> Leistungssport).

    Das "Freie Training" - also die sachkundigen und WBK-besitzenden Mitlieder (Breitensport) schießen auf dem Stand genau das, was sie heute für sich trainieren wollen - das läuft so ab:

    Es klingelt und die Aufsicht macht die Tür auf. Dem Schützen (m/w/d) wird ein Stand zugewiesen, je nach Waffenart, die er schießen will und was noch frei ist. Der Rest schießt. Holt sich selber seine Scheiben zurück, klebt diese ab etc. pp. Der neue Schütze trägt sich in die Kladde ein und belegt seinen Stand. Holt sich eine Scheibe je nachdem, was er schießen will und befestigt die am Scheibenträger. Packt sein Geraffel aus und schießt. Wer auf Fallscheibe schießen will, schießt auf Fallscheibe, sofern noch ein entsprechender Stand frei ist und muss sich mit seinem Nachbarn arrangieren. Es piept und fiept, wenn jemand dynamisch trainiert (nämlich die Timer).

    Ja, ich kenne auch Stände, in denen man zum Abkleben nach vorne gehen muss. Das ist IMHO ziemlicher Sackgang, da man immer nur dann abkleben kann, wenn die gesamte Rotte gerade mal "Sicherheit" haben möchte. Ich habe mir dann immer 4 Spiegel auf meinen Scheibenträger genagelt, keine ganze Scheibe, damit ich in Ruhe Schießen kann.

    So sieht es zumindest in meiner Welt aus, kann sein, dass es woanders anders aussieht.

    Zur Sache, dass viele Schützen den Ablauf eines Wettbewerbes nicht kennen:

    Das sollten sie zumindest bei den Vereinsmeisterschaften inhalieren.
    Da ist jeder selber verantwortlich - und als KaRi bin ich da auch nur sehr bedingt kompromissbereit: Lernen durch Schmerzen.

    Dann lasst uns doch mal darüber diskutieren - also Meinungen und Erfahrungen austauschen - wie man den aktuellen Zustand verbessern kann. Es geht nicht um das Niederschreien von unerwünschten Meinungen, sondern um konstruktive Vorschläge. Die müssen nicht immer direkt zielführend sein, sondern eher zuerst ein "Brainstorming" und erst danach Evaluation der Ergebnisse.

    Vielleicht bekommen wir ja mit Hilfe der Schwarmintelligenz in diesem Forum ein Konzept hin, das man dem DSB (und ggf. anderen Verbänden) zur Verfügung stellen kann. Denn hier im Forum sind auch Leute, die da ggf. etwas Einfluss haben könnten.

    Zum Brainstorming:

    Was mich (das müsst ihr nicht teilen!) an der aktuellen und offiziellen Trainerausbildung im DSB stört:

    - sie ist sehr theorielastig (ich hatte lesenden Zugang zur offiziellen und aktuellen Ausbildermappe)
    - extrem bürokratisch (dauernd muss man einen Erste-Hilfe-Kurs + Führungszeugnis vorlegen)
    (sicher, Können im 1-Hilfe-Breich schadet nie und ich persönlich werde beruflich alle 1-2 Jahre diesbezüglich zwangsgeschult; aber wer eine WBK hat, der wird doch sowieso alle Nasen lang auf seine Zuverlässigkeit geprüft, was soll das mit dem Führungszeugnis! Reine Schikane!)
    - Der "Schießsportleiter" als Einstiegsqualifikation UND C-Basis/Breitensport behandeln lt. Ausbildungskonzept ausschließlich Luftgewehr und Luftpistole, jeweils als 1.10 und 2.10 - fertig. Als ob DAS das Maß aller Dinge wäre.
    - C-Leistungssport - oh, es wird jetzt bei Pistole auch Duell gelehrt und beim Gewehr auch Dreistellungskampf! - Was ist mit Schnellfeuer? Erst ab B? (Ich habe zum Glück einen Kurs bei Detlef Glenz machen dürfen, gnädigerweise ohne B-Schein)

    Was ist mit all den anderen Disziplinen, die der DSB anbietet? Trap? Laufende Scheibe? Rollhase? Weiß der Kuckuck! - Und Licht erst recht (Das versuche ich in der JuBaLi-Ausbildung mit unterzubringen, obwohl vom Gesetzgeber gar nicht gefordert)

    - Die Lizenzverlängerung hängt ausschließlich an der Einreichung von entsprechenden Weiterbildungen, nicht an der praktischen Tätigkeit (im Gegensatz zum KaRi, der wie im Schießbuch seine Einsätze dokumentieren muss). Nicht, dass ich was gegen Weiterbildungen habe, aber Praxis ist IMHO durch Theorie nicht zu ersetzen.

    Was ich besser fände:

    - viel mehr Praxis - d.h. wie bei einer dualen Ausbildung Theorie im Kurs, aber Praxis bei anderen Trainern = Hospitation und Übernahme eigener Trainingseinheiten an realen Sportlern unter Aufsicht der Heimtrainer. Idealererweise in/an den Stützpunkten.

    - breite Vorstellung ALLER im jeweiligen LV praktizierten Disziplinen, muss man nicht beherrschen, aber zumindest kennen. Auch Bogen und Armbrust sollte ein Trainer zumindest mal in der Hand gehabt haben.

    - Verlängerung der LIZENZ (das Wissen kann man nicht wegnehmen!) nur bei dokumentierter Tätigkeit als Trainer, nicht (nur) durch Absolvierung von Sitz-Weiterbildungen - in welcher Intensität, da kann man drüber diskutieren. (Siehe die recht fruchtlose Diskussion hier im Forum zum Thema "Reicht ein Schuss für einen Eintrag im Schießbuch zur Dokumentation eines schießsportlichen Bedürfnisses?")

    Und ja, es ist mir bewusst, dass auch Sitz-Weiterbildungen Geld und Zeit des Teilnehmers verschlingen. Also auch ein gewisser Preis gezahlt wird (Zeit+Geld). Andererseits sind die meisten Lehrgänge der Schießsportverbände nicht kostendeckend. Also zahlt auch JEDES nicht betroffene Mitglied mit seinen Beiträgen zu mit bei, ohne direkt etwas davon zu haben.

    Zitat

    Eine Regierung muss sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. (Friedrich II v. Preußen)

    Vielleicht hilft ja die folgende Auskunft der Opera-KI hierzu ein wenig weiter:

    Erstens - nein, das KI-Bla-bla hilft hier nicht wirklich weiter, auch wenn es korrekt ist

    Zweitens - Ich habe "KI" vor kurzer Zeit versucht zu benutzen, mir ein juristisches Gutachten zu einem für meine Schüler interessanten Thema zu verfassen. Es kam nur Grütze bei raus. Ich habe der KI dann ihre juristischen Fehler mit §§ vorgehalten, plötzlich kam exakt das Gegenteil des ersten Gutachtens raus. Vergiss KI bei juristischen Fragen! Die KI kaut nur wider, was im Internet gepostet wird, und das ist häufig Müll.

    Das bezieht sich auf die kostenlosen und für alle zugänglichen KI. Ich kann mir schon vorstellen, dass es juristische Spezial-KIs gibt (natürlich nicht billig), die auf Knopfdruck halbwegs vernünftige und nachvollziehbare Gutachten schreiben. (Hatten wir im Studium, wie das geht)

    Zitat bitte.

    Er hat den user "Hypnodoc" auf Waffen-Online zitiert. Post vom 2. Dezember 2024.
    Eine wahrhaft seriöse Quelle. Grün finde ich gerade nicht.

    Btw: Um einen kompletten Durchgang SpoPi (30+30) durchzuschießen, brauche ich in der Regel um die 90 Minuten - das sind "2 {zwei} Übungseinheiten". (2x 3 min Vorbereitung, 14 x 1 min Ladezeit, 7x 5 min Präzision, 7x 1 min Duell, 28 min Warte- und Scheibenauswertezeit = exakt 90 min)

    Das als Mindeststandard anzusetzen halte ich für grobe Arroganz. Viele Stände werden nur stundenweise vermietet.

    Ich werde jetzt nicht philosophieren, was ich als Mindeststandard ansehe - einen Schuß eher auch nicht - aber gerade bei Großkaliber sollte man die Kirche im Dorf lassen.

    Woher nimmt man nur die Arroganz zu behaupten, dass grundsätzlich eine schlechte Trainerausbildung stattfindet

    Verstehendes Lesen ist nicht so deine Kernkompetenz?

    Und wenn man es so als kleiner Dorfverein in die Quali zum Aufstieg in die 1. BuLi geschafft hat,

    ... hat man (der/die Trainer) wahrscheinlich vieles richtig gemacht. Btw. braucht man dazu doch einen Trainer mindestens CL? (Zumindest auf dem Papier)

    Wer sich zu CL oder B weiterbildet, ist eh keiner, der CB nur wegen der Förderkohle absolviert hat. Das kostet nämlich nur Geld (und Zeit und Aufwand) und bringt in den meisten Fällen keins.

    Eine Unterschrift gibts, wenn mind. ein kompletter Durchgang (30 Schuß Wertung + evtl. 10 Probe) oder eine vergleichbare Anzahl Schüsse "außer Konkurrenz" (bspw. Waffe einschießen, Einweisung Neumitglieder) mitgeschossen wurde.

    Das ist ja richtig steil.

    Ich habe nur dann ein Problem, wenn Schützen anfangen es anderen Schütze unnötig schwer zu machen, in dem sie Regeln aufstellen, die schlichtweg nirgends vorgegeben sind.

    Und das ist die andere Sichtweise.

    Und es gibt keine gesetzliche Vorgabe, dass ich verpflichtet bin, so etwas abzustempeln oder zu unterschreiben.

    Da hats der Gesetzgeber mal wieder geschafft, die Gemeinde zu spalten.

    Ich verstehe JEDE dieser genannten Argumentationen - denn jede hat ein Stück Wirklichkeit in sich.

    Die bloße Schießsportausübung ist sicher niedrigschwelliger anzusehen als Schiessporttraining. ...

    Ich würde aber davon ausgehen, dass eine Ausübung erst dann anzuerkennen wäre, wenn eine gewisse Dauer überschritten ist. Wo das genau liegt? Gute Frage!

    Ich denke, wir sind uns einig bei: "Wer gar nicht schießt, bekommt keinen Eintrag ins Fleißbüchlein!" Denn das wäre Urkundenfälschung.

    Die Frage ist, AB WANN (Mindesterfordernis) soll die Schießaufsicht den begehrten Stempel + Unterschrift leisten?

    Als jemand, der qua Amt für die Wirtschaftlichkeit eines Schießstandes verantwortlich ist, neige ich zu der Meinung: "Wer wenig schießt, macht wenig kaputt!"

    Als Trainer sehe ich das wieder anders: Training oder betreutes Schießen? Wofür? Zum Spaß? Zum Erhalten des Bedürfnisses? Zur Leistungssteigerung? --> Viel hilft nicht viel, Qualität vor Quantität.

    "Sportschütze" ist ein wirklich weiter Begriff in einem Land, in dem Waffenbesitz ein gnädig dem braven Bürger gewährtes Privileg ist.
    Legalwaffenbesitzer (erlaubnispflichtiger Geräte) finde ich praktischer - hierbei sind natürlich Sammler & Jäger inkludiert.

    Je weniger LWB es gibt, um so einfacher wird es dem übergriffigen Staat, echte Schusswaffen zu reglementieren oder ganz zu verbieten. siehe GB mit dem Verbot von Kurzwaffen.

    Eine Unterschrift zu geben, die genau dem Gesetz genüge tut - aber nicht mehr - ist ein ganz kleiner Schritt, den aktuellen status quo zu festigen. Auch, wenn man es selber anders macht und es auch anders wünscht (ich schieße jedes Jahr mehrere Landesmeisterschaften in unterschiedlichen Disziplinen und bin 2-3x pro Woche auf dem Schießstand).

    Plattitüde.

    Der erste Kurs mit Waffen, bei dem ich WIRKLICH was RELEVANTES Neues diesbezüglich gelernt habe, war C-Leistung.
    Den habe ich damals beim inzwischen seligen Hans Bohne gemacht. Das war ein echter Lehrer!

    Auch von Jürgen Wiefel und Detlef Glenz habe ich mir eine Menge abschauen dürfen. Und natürlich von den vielen anderen erfolgreichen Pistolentrainern im SSB, z.B. Thomas Müller, Peter Frohberg ...

    Trainer wird man nicht durch Dasitzen und Konsumieren bei einem 120-Stunden-Kurs, sondern durch Tun, Tun und Tun - und von erfahrenen Kollegen abschauen, wie die es im realen Leben machen.

    Vielleicht ist bei dir das Verhältnis anders,aber fünf C-Trainer auf 50 vereine ist nicht viel.

    Als kleines Licht habe ich nicht die komplette Erleuchtung, wie viele ausgebildete CB Trainer mit gültiger oder abgelaufener Lizenz es genau gibt. Ich weiß nur, dass mindestens alke 2 Jahre ca. 15 in Sachsen ausgebildet werden. Das wären in 10 Jahren also etwa 150.

    Im SSB sind aktuell etwa 360 Vereine, also hätte rein rechnerisch fast die Hälfte alle 10 Jahre einen neuen ausgebildeten CB Trainer. Aber davon bekomme ich nichts mit. Wirklich sportlich aktiv über Vereinsebene sind von den 360 nur ein kleiner Bruchteil und eine Art von Leistungssport betreiben im SSB geschätzt 20 Vereine. Die haben natürlich ihre Trainer.

    Aus der Gruppe, in der ich damals die Ausbildung gemacht habe, sind noch 3 aktiv, meine Frau, ich und noch einer.

    Btw Es geht nicht nur um Kinder und Jugendliche, auch Erwachsene brauchen Trainer!

    welche davon tatsächlich aktiv sind...

    Vielleicht sollte man die Lizenzverlängerung - wie bei den KaRis - nicht (nur) an den absolvierten Pflichtfortbildungen festmachen, sondern am Nachweis der Tätigkeit? Wenn der Vereinsvorsitzenden regelmäßig bestätigen muss, dass Fritzchen Schulze regelmäßig die Männermannschaft trainiert, dann könnte der Schützenmeister ggf. auf den Trichter kommen, Fritzchen auch mal nett zu bitten, das auch real zu tun. Nur mal so als Anregung.

    - zu wenig ausgebildete Trainer

    Das ist meiner Meinung nach und Beobachtung falsch. Es GIBT ausreichend ausgebildete Trainer, die nur eben nicht als Trainer aktiv sind.
    (Vom Verein dazu verdonnert, um Fördergelder zu generieren). Wenn die alle eine Trainingsgruppe von sagen wir mal 3-6 Schützen unterschiedlichen Alters auch betreuen und coachen würden, wäre Deutschland ein Land der Sportschützen. Oder zumindest mein Bundesland.

    Es sollte nicht mehr jeder, der sich angemeldet hat, auch die Trainer C-Basis-Lizenz (hinterhergeworfen) bekommen.
    (Aber das haben wir ja bereits in einem anderen Thread besprochen)

    Kinder werden oft als störend wahrgenommen,

    ... und weil sie Kosten und Arbeit verursachen. Ich höre immer wieder, wenn auch meist hinter dem Rücken: "Ihr tut immer alles für die Kinder, NIE für uns Alten!"

    Wie kam denn das Lichtschießen deiner Meinung nach in die Welt? Wenn ich mich richtig erinnere wurde es vor gut 30 Jahren vom damaligen Bayerischen Landessportleiter Dieter Ohmayer eingeführt, um auch die jüngsten an den Schießsport heranzuführen.

    Noch viel früher. Die ersten IROSA-Anlagen stammen noch aus der DDR und wurden u:A: von der GST zur Ausbildung genutzt.

    Da bin ich bei dir - Lichtschießen muss das Schießen mit kalten und vor allem heißen Gasen ergänzen, aber nicht ersetzen.

    Ich bin ja auch nicht gegens Rollerfahren, weil ich Angst hätte, dass dafür alle Autos verboten werden.

    Obwohl ... Lastenrad, ick hör´ dir trapsen!