Die drei bieten meines Wissen auch Prallschutz bis 7500 Joule.
Zu den DSU Scheiben hatte ich mal Kontakt mit Meyton, und da wurde mir gesagt das die nur Zentrische Scheiben können, aber keine mit Ovalem Ziel oder mehreren Zielen auf einer Scheibe.
1. Der erforderliche Aufprallschutz (bei dem allerdings von den meisten installierenden Nutzern der Splitterschutz zunächst vernachlässigt wird, was dann irgendwie mit einigem Aufwand und Ärger nachgerüstet werden muss) ist, worauf Califax schon hingewiesen hat, nicht ganz billig. Das liegt sowohl an den Material- wie an den Verarbeitungskosten. Hartstahl in entsprechender Menge hat seinen Preis. Die meisten Vereine verkennen dabei aber, dass es zur Zeit auf dem Stahlmarkt einen durchaus harten Preiskampf um Hartstähle gibt, und dass auch der etwas neuere Anbieter XAR (Thyssen-Krupp) mit entsprechenden Angeboten deutlich auf dem Markt um seine Anteile kämpft, gegenüber so eingeführten und fast sprichwörtlichen Herstellern wie Hardox (Markenname, aus Schweden). XAR hat übrigens seine Niederlassung in Görlitz, da könnte man durchaus einiges Geld lassen, statt es nach Skandinavien oder Lettland - ja, die mischen auch auf diesem Markt gurt mit - abfliessen zu lassen.
Den anfallenden erheblichen Ausschnitt zu entsorgen, für den man ja erst einmal bezahlt hat, ist ebenfalls eine weitere Herausforderung. Die Hälfte der Rohplatte, ja eher 2/3, entfallen nämlich (siehe unten Ziffer 2). Das müsste man dann wieder entsprechend zu Streifen kleinschneiden und für die schießstättenrechtlich notwendige (!) Beplankung von Hochblenden oder Pfeilern verwenden
Am Rande bemerkt werden sollte auch noch, dass die 400er-Härte für viele Anwendungen im Dauerbetrieb nicht mehr ausreicht. Insbesondere dort, wo im GK-Gewehrbereich mit einer Blendenbeaufschlagung im Kaliberbereich .223 (Selbstlader, Speed-Serien) häufig gerechnet werden muss, genügt das nicht und kratert schnell die Platten zu sehr auf, da sollte eher 500 gewählt werden. Für reinen KK-Betrieb oder einen Kurzwaffen-Betrieb genügt 400er-Hartstahl natürlich.
2. Einen nicht unbeträchtliche Kostenanteil stellt dann die spezialisierte Verarbeitungsleistung dar, denn aus den rechteckigen (häufig hoch-rechteckigen) Platten wird dann ja die große Aufnahmeöffnung für die eigentliche Scheibe noch einmal ausgeschnitten.
Sinnvollerweise nimmt man dafür keine spezialisierten Hartstahl-Fräs-oder-Schneidwerkzeuge, sondern einen Plasmaschneider, und den hat auch nicht jeder in der Garage. Wer allerdings Zugang zu einem Unternehmen hat, in welchem sich solche Plasmaschneider befinden, kann unter Umständen durch entsprechendes Arrangement oder als "Spende für den Verein" diesen beachtlichen Betrag einsparen.
Beim Plasmaschneiden sollte allerdings unbedingt darauf geachtet werden, dass rund um die Scheibenaufnahmeöffnung ein entsprechender Wulst als Splitterschutz aufgeschweißt oder gegebenenfalls als Leiste angeschweißt wird, so wie das auch bei Panzerscharten früher aus gutem Grunde der Fall war.
Wenn man das nämlich vernachlässigt, und es wird immer vernachlässigt, hat man sehr schnell massive Beschädigungen des jeweils auch ein paar Euro kostenden Scheibenöffnungskartons und der entsprechenden umlaufenden Gummibänder und Gummitücher, alles Verbrauchsmaterial, und das geht richtig ins Geld. Die dauernden Splitter und flüssigen Bleispritzer vom Blendenaufprall aller Geschosse, und zwar eben nicht nur vom genauen Kantenaufprall, gehen dann nämlich massiv zu Lasten nicht nur des Verbrauchsmaterials, sondern im unglücklichen Fall sogar der Mikrofone.
3. Dieselbe Antwort hatte ich auch von einem anderen Hersteller elektronischer Ziele erhalten. Diese Anführung ist aber in der vorliegenden Form unvollständig.
Es liegt vielmehr daran, dass insbesondere Meyton, welcher Zeit seines Bestehens die Gewinnmaximierung zur obersten Regel gemacht hatte (kaufe billig, verkaufe sehr teuer), nur die sehr einfache geometrische Trefferbestimmung aufgrund einer radial gemessenen Entfernung von den Mikrofonen mit einem ziemlich einfachen Algorithmus konstruiert und eingespeist hatte. Es lassen sich natürlich - mit einigen Rechenaufwand mehr für die Matrix - alle Arten von Scheiben, Ovalscheiben, Mehrfachziele ebenso wie asymmetrisch verlaufende Trefferzonen bei Wildscheiben, kalkulieren und entsprechend einprogrammieren, aber das ist eben ein nicht unerheblicher zusätzlicher Entwicklungsaufwand.
Möglich ist das aber allemal. Vielleicht sollte man das irgendwohin auslagern, wo die Entwicklung billiger ist. Iran zum Beispiel, die haben ja schon ein elektronisches schießsportliches Zielsystem, das sich bewährt hat (Ariosoren).
Carcano