Das sind interessante Argumente von Schmidtchen und ich bedanke mich erst einmal für den gut überlegten Widerspruch bzw. die anderen Sichtweisen. Im einzelnen möchte ich gerne darauf näher eingehen, oder es zumindest versuchen:
Sorry, wenn ich da widerspreche, aber aus meiner Sicht hat die ISSF nur zu retten versucht, was sie letztlich selber zu verantworten hatte. Dass sich die Olympische Uhr weiter gedreht hat und es sehr auf Kommerz und Vermarktbarkeit ankommt, ist eine Tendenz, die schon in den 90ern mit der Aufnahme von Beachvolleyball, Mountainbike und Triathlon zu erkennen war.
Da hast Du sicher recht. Aber es war halt sehr lange Zeit weder in der ISSF noch in den nationalen Verbänden (oder gar in den bis in die 2000er Jahre sehr schwach aufgestellten Kontinental-Konföderationen, erst die ESC unter Lisin hat das dann geändert) irgendeine Bereitschaft vorhanden, die Außenwirkung des Schießsports auch mal unter dem Gesichtspunkt der Vermarktbarkeit und Darstellbarkeit kritisch zu überdenken und gg. geheiligte Kühe zu schlachten.
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Einzige Reaktion der ISSF war, an den regulären Wettkampf noch ein Finale anzuhängen, damit DIESES wenigstens interessant ist. Aber auch das ist aus meiner Sicht in die Hose gegangen
Da hast Du wohl leider recht. Interessierte Leistungsschützen schauen sich ein Finale gern an. Aber auch nur die.
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Wir werden zunehmend Probleme bekommen, diesen Disziplinenkanon tatsächlich bei Olympia zu halten. Aus meiner Einschätzung heraus wird man zumindest die Patronenwaffen innerhalb der nächsten 2-3 olympischen Zyklen heraus nehmen, da die entsprechenden Veranstaltungshallen mit den 50m-Bahnen sehr aufwendig sind und hinterher nicht mehr gebraucht werden.
Ich weiß nicht... denkst Du da z.B. an as Lord Roberts Centre in Bisley? Das ist zugegebenermaßen ein Negativbeispiel - ein weißer Elefant und unternutzter Kostenfresser, dessen Vermietung für Hochzeitsgesellschaften etc. immer mehr zurückgeht. Doch 50-m-Finalstände als Hallen kann man durchaus mehrfach nutzbar bauen. Ich glaube, da siehst Du zu stark auf die früheren (teuren) 300-m-Anlagen.
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In diesem Zusammenhang muss man sich aber davon lösen, dass man alles, was man an der Spitze macht, bis an die breitensportliche Basis tragen muss. Hier kann man das Ganze in vielen Bereichen durchaus so lassen oder anders verändern.
Ja. Es ist eine (zu) unreflektierte Praxis der DSB, alles, was die ISSF macht und immer mal wieder ändert, unbedingt getreulich 1:1 in die nationale Sportordnung übernehmen zu wollen. Dabei wäre das überhaupt nicht nötig, und erst recht nicht unterhalb der DM.
Carcano