Beiträge von Carcano

    Auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass der Lauf in Ordnung ist, weil unter den vielen verschiedenen Mustern die ich auf dem Einschießblock vom Verein ausprobiert habe, keine einzige Sorte dabei war die auch nur annähernd O.K. war.

    Aber gut - dann wissen wir es genauer und dann kann ich ja immer noch den Lauf tauschen lassen. Eine andere vernünftige Alternative sehe ich nicht.

    Noch ergänzend kurz zum Problembild und zum Lauf:

    Ältere Anschütz-54er aus den 1960er-1970er Jahren mit einfachem nicht verstellbarem Liegendschaft (Holz) kriegst Du überall nachgeschmissen, je nach Zustand des Holzes zwischen 100 und 200 Euro. Gegebenenfalls kann man dann deren Lauf isoliert umsetzen lassen, wenn der noch gut ist, was bei reinen Privatwaffen sehr oft der Fall ist.

    Deine Beschreibung der eigenen Waffen deutet sehr auf Laufprobleme hin. Zur Reinigung und zum in diesem seltenen Fall einmal angebrachten Reinigungsmittel- und Bürsteneinsatz siehe hier ausführlich:
    Reinigung von KK- Match- Pistolen

    Sodann mal rasch 20-25 Schuss durchjagen. Erst danach einen etwaigen Munitionstest. Aber erwarte Dir von letzterem nicht zuviel.

    Carcano

    Es ist richtig, dass heute (manche) Läufe gehämmert werden, anderen knopfgedrückt, wieder andere immer noch spanabhebend gezogen. Anschützläufe werden inzwischen m.W. knopfgedrückt, Lothar-Walther-Läufe auch.

    Hämmern lohnt sich aus naheliegenden Gründen (Hämmerdorne !) erst bei wirklich großen Mengen. Sportwaffenläufe sind daher selten gehämmert.

    Die Boresnake ist für recht wenig geeignet, außer zur Selbsttäuschung. Dafür ist sie aber fantastisch begabt. :)

    Zur Klarstellung für die willentlich Unbelehrbaren: natürlich gibt es eine legitime Anwendungsnische für ein kleines, flexibles Putzzeug. Das ist zunächst die klassische militärische Reinigungsschnur. Oder ihr Nachfolger, nämlich ein flexibles ummanteltes Stahlkabel bzw. Nylonkabel (etwa von Otis, ebenfalls von Dewey). Oder gar die alte militärische Reinigungskette (gut brauchbar, wenn richtig und sorgfältig angewendet; waffenmündungsschädigend bei Unachtsamkeit).
    Diese Nische ist die unmittelbare Reinigung im Felde nach dem Verschuss von korrosiver Munition. Auch der Jäger, der auf einem längeren Jagdtrip ist, kann ein solches kleines Set nützlich mitführen.
    Der Sportschütze transportiert sein Gewehr in der Regel in einem Gewehrkoffer. Da passt ein Putzstock ohne weiteres hinein, und ist in der Anwendung sogar einfacher und schneller als ein Feldputzset.
    Die Boresnake hat viele Nachteile und keine Vorteile ggü. der Putzschnur bzw. (deutsche Vorschriftensprache in der Alten Armee) dem Putzseil. Bei Verwdnung korrosiver Surplusmunition würde sie für zuverlässiges Rosten sorgen. Ansonsten bringt sie weniger als jede lege artis durchgeführte Kurzreinigung mit vernünftigem Material.

    Auch eine mistige Messingbürste hat immerhin noch irgendwie eine gewisse mechanische Reinigungswirkung. Aber einer der (wenigen) unangefochtenen Konsense beim Reinigen - wo es ja oft quasireligiös verfestigte Auffassungen gibt - ist es, dass Metallbürsten aus Phosphorbronze sein müssen. Das ist allgemein akzeptiert, ebenso wie der einteilige Putzstock.

    ich kann Dir aus Erfahrung sagen, das die schon auch zu Schachzügen gezwungen werden durch feindliche Lager und deren Aktionen von denen Du gar keine Ahnung hast. Oder meinst Du das die FP im Olypischen Programm aus jux und dollerei elemeniert wurde.

    Game of Thrones in der ISSF.
    Jetzt vor dem Internationalen Sportgerichtshof.

    Von Lisin und seinem zukünftigen Einfluss auf die ISSF habe ich übrigens eine SEHR positive Meinung. Ohne dafür Putinist sein zu müssen. ;)

    Ich putze mir nachher die Schuhe. Vielleicht auch das Spülbecken in der Küche, das hat schon wieder ein paar Wasserflecken.
    Zur Waffenreinigung Kleinkaliber habe ich hier schon sehr ausführlich und zusammenhängend geschrieben. Ist noch nicht lange her. Dass DIR das entgangen ist, wundert mich kein bisschen.

    Warum gerade Dewey ? Gibt's die auch für KK Gewehre ? Hatte die bisher nur für größer 6mm gesehen.

    HÄH ??!!

    Zitat:

    "The easiest way to determine what rod you have is by measuring the outside diameter of the rod. The material diameters are as follows for coated rods:

    .17 caliber – .156/.160 inches

    .20 caliber – .185/.190 inches

    .22 caliber – .205/.210 inches

    .27 & up (.30 cal.) – .260/.265 inches

    .35 & up (including .50 cal.) – .330/.335 inches

    Stainless Steel Rods have a slightly different outside diameter and are as follows:

    .17 caliber – .156 inches

    .22 caliber – .203 inches

    .30 caliber – .250 inches"

    So alle 1000 Schuß schiebe ich beim KK solange Patches durch bis diese sauber sind und 1x im Jahr gehe ich mit der Bronzebürste durch den Lauf.

    Klingt irgendwie vernunftgeleitet. Ein Lichtblick in diesem Thread. Danke.

    Cakifax hat - mehr indirekt - einen wichtigen Punkt angesprochen, den ich gerne herausarbeiten möchte, In seinem Posting ist er noch etwas verdeckt.

    Die Doppelmitgliedschaften DSB + anderer Verband spielen sicher auch eine Rolle, dürften aber im statistischen Rauschen fast untergehen. Nur gefühlt sind das viele, da diese Teilmenge sportlich und medial (Foren) überdurchschnittlich aktiv ist.

    Zahlenmäßig hast Du völlig recht. Stellt man einander gegenüber die Mitgliederzahlen der Landesschützenverbände im DSB einerseits , und die Mitgliederzahlen der anderen anerkannten Verbände mit schießsportlichem Schwerpunkt, dann ergibt sich ein Verhältnis von 1.354.870 Mitgliedern zu sagen wir mal 71.000 plus 30.000 plus 17.000 plus noch ein paar.
    Jedoch blendet diese Betrachtungsweise einen Aspekt aus: nämlich denjenigen der DSB-Vereine mit integrierten BDS, BDMP- und DSU-Gruppen. Das sind nämlich häufig die breitensportlich besonders aktiven, und die haben auch den stärksten Mitgliederzuwachs.

    Carcano

    Der RSB will nicht - was nachvollziehbar ist - dass ihm Vereine durch Befehl von oben "weggenommen" werden. Schon erst recht nicht solche, die im RSB und mit dem RSB zufrieden sind und dort bleiben möchten. Das ist auch völlig legitim.

    Umgekehrt will der rheinland-pfälzische schießsportliche Landesverband (der jetzige sich so neu benannt habende RPSSB), dass er Vereine innerhalb des gesamten teilstaatlichen Landesgebiets haben und aufnehmen kann. Auch das ist legitim; vor allem aber ist es sehr sinnvoll. Denn die Preußische Rheinprovinz gibt es seit dem Allierten Kontrollratsgesetz Nr. 46, also seit dem 15. Februar 1947 nicht mehr (na ja, außer vielleicht für Reichsbürger ;) ).

    Die Lösung ist einfach:
    - Für alle bestehenden Vereine bleibt der Status Quo erst einmal so erhalten (zum Ende des definierten "Normaljahrs" oder zu sonst einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt), also keine "Zwangsumsiedelung", keine "Wegnahme" in die eine oder andere Richtung.
    - Neu gegründete Vereine darf der nunmehr für das gesamte Land zuständige (aber eben NICHT ausschließliche) rheinland-pfälzische Landesschießsportverband nur noch aus dem Gebiet des Landes Rheinland-Pfalz aufnehmen, AUßER mit ausdrücklichem Einverständnis des betroffenen anderen Landesverbandes (egal ob dieser in den Bundesländern Saarland, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg läge). Anders herum gilt das gleiche.
    - Wechsel von Vereinen in der Zukunft aus dem staatlichen Bundesland heraus oder von außen in das Bundesland herein ebenfalls nur mit Zustimmung des jeweils aufnehmenden Verbandes (das ist klar, es gibt keinen Aufnahmezwang) und des jeweils abgebenden Verbandes (Grund: keine feindliche Abwerbung über die Bundesländergrenzen hinweg). Der Wechsel innerhalb des gleichen Bundeslandes bleibt auch in Zukunft frei möglich, nach autonomer Wahl des Vereins (das ist der entscheidende Unterschied zu beispielsweise Baden-Württemberg).

    Carcano

    no.limits:

    Ich behandle die ironisch gestellte Frage (was völlig legitim ist und mich nicht ärgert) mal, als ob sie ganz ernst gemeint wäre. Manchmal kann so eine Reaktion ganz hilfreich sein.

    a) Ich gehöre keinem der beiden Verbände an, und weder ich persönlich noch mein "anderer" Verband hätte irgendeinen greifbaren Vorteil oder Nachteil aus der Angelegenheit (na ja, mal abgesehen von einem guten Mediationshonorar... :P ).

    b) Ich bin nicht generell und a priori gegen mehrere Verbände in einem Bundesland; das zeigt ja schon das Beispiel des eigenen Bundeslandes von mir und no.limits. Bei uns klappt das mit den drei Sportverbänden (entsprechend den alten Besatzungszonen und den drei Ursprungsländern des Südweststaates vor 1952) ganz gut. Also _muss_ man auch nichts ändern, nur um eines "Prinzips" willen.

    c) Ich habe keine großen persönlichen Präferenzen für oder Differenzen mit den Protagonisten dort (anders als viele der Diskutanten hier).

    d) Ich verstehe ein bisschen etwas vom Sportrecht, vom Staatsrecht, und vom Schießsport. Auch von der Verbandsarbeit in der Innenansicht. Und ich bin Historiker.


    e) Ich habe mich allerdings klar - zu klar - positioniert. Dazu stehe ich auch. Ein Mediator, der sehr klare eigene Präferenzen gezeigt hat und weiterhin zeigt, hätte nicht die neutral-desinteressierte Distanz, die oft von ihm erwartet wird.

    Carcano

    Die Lösung ist doch ganz GANZ einfach.

    Ein (neu umrissener) rheinland-pfälzischer schießsportlicher Landesverband für alle neu interessierten Vereine des Bundeslandes, die ihm beitreten wollen.

    Sowie für die bereits bestehenden Vereine eine Besitzstandswahrung: kein Verein soll gezwungen (!) werden, den Verband zu wechseln. Wer also gegenwärtig in Rheinland-Pfalz noch Mitglied des RSB wäre (Preußische Rheinprovinz anno 1815 oder ammo 1945!), oder Mitglied des Oldenburger Schützenbundes (Fürstentum Birkenfeld!!) oder des Hessischen Schützenverbandes (Wetzlar!!!), der soll dann halt dort verbleiben dürfen wie bisher, wenn der Verein das will. So werden alle bisherigen Verhältnisse und Rechte respektiert, und niemandem geschieht Unrecht.

    Optimale Lösung unter den Verhältnissen.

    Carcano

    Der Deutsche Schützenbund hatte sich in der "Verbandsfrage" am Anfang auch falsch aufgestellt und nicht mit Ruhm bekleckert. Zudem vertrat er einige völlig falsche Rechtsauffassungen (in anderen Aspekten dagegen mag er durchaus recht gehabt haben). Er bemühte sich damals nicht um faire Mediation, sodern um massive Unterdrückung des Dissenses.
    Das war ein großer Fehler, und das begreift der DSB jetzt irgendwie auch. Da er aber nach wie vor einseitig Partei nimmt, wird er auch nicht als neutraler Mittler zwischen den beiden Landesverbänden akzeptiert.

    Hier und da gibt es eine gewisse Tendenz zum Neubau von LLZs, statt einer Aufwertung oder Aufhübschung alter Anlagen. Siehe Bassum für den NWDSB, siehe Ruit beim WSV1850 (kein "förmliches" LLZ, das ist weiterhin Pforzheim für alle drei Landesteile, sondern ein nicht-förmliches "Schulungszentrum" - aber das mit Karacho und viel Geld !).

    Wenn man schon neu baut, dann schlüge ich Weißenthurm vor, und zwar direkt neben dem Sitz der DSU, Das große angrenzende Gelände dort ist weitestgehend ungenutzt, kann auch 100-m-Bahnen aufnehmen, und liegt sehr verkehrsgünstig. Und wird hätten dann das erste "verbandsübergreifende" LLZ, das wäre doch mal was !

    Carcamo