Beiträge von Carcano

    Also bei diesem Flyer stand ersichtlich der Gedanke im Vordergrund:

    "Wir haben ja schon eine schöne Website, so was muss ein Verein ja heutzutage auch haben, wir wollen ja mit der Zeit gehen (alle nicken eifrig, auch die Stammtischler) - aber warum haben wir eigentlich keinen Flyer? So einen Prospekt, den man Interessenten in die Hand drücken kann?"

    - Alle gucken erstaunt und verwundert; ja, stimmt eigentlich. wieso nicht? Klar, sollte man auch haben, natürlich.

    Also wird einer beauftragt, einen solchen zu gestalten. Eine gute Vorlage hat man ja schon, nämlich die Website selbst. Deren Inhalte (Sektion "Über uns") kann man einfach übernehmen, und genau das wird getan. Nur typographisch muss man das ganze etwas an die Wahrnehmungserwartungen der alten Welt des Buchdrucks und der Printmedien anpassen. Und das ist, wie man sehen kann, auch ganz gut gelungen. Der Text war weithin schon gegeben, und wenn man darin nur den Versuchungen des Deppenapostroph's und des Deppen Leer Zeichens standhaft widersagt (wie es Mathesar getan hat), dann ist die gefährlichste Klippe - die der öffentlichen Lächerlichkeit - schon gemieden.

    (Klar gibt es andererseits auch Webmaster, die den Verein zum Gespött der Schießsportwelt machen, und die dann zuerst rot, dann violett, dann tiefdunkelgrün anlaufen, wenn ihnen das hier im Forum klar gesagt wird. Hatten wir hier im Forum auch schon. Das einzige Mittel dagegen sind dann noch mehr virtuelle Ohrfeigen, und zwar solange bis die Botschaft schließlich durch die entstandenen Sprünge im Borniertheitspanzer durchgesickert ist.)

    Der somit entstandene Flyer ist nicht nur textlich okay, sondern auch optisch ansprechend. Ich bin Pistolenschütze, und trotzdem fiel mir das Fehlen eines entsprechenden Photos gar nicht auf. Einer hat das angemerkt; der war aufmerksamer (oder paritätsbewusster) als ich. Wenn das denn ergänzt bzw. ersetzt werden sollte (in der Tat ist eines der Gewehrphotos überflüssig, mal sehen, ob Mathesar von selbst erkennt welches),
    dann wäre weder ein langweiliges und auch stilistisch nicht passendes "Stillleben", noch ein .454 Casull bei Halbdunkel feuernd angemessen, sondern ein nettes Mädchen im Anschlag mit irgendeiner .22er, schräg von vorne aufgenommen. Nicht aus Sexismus, sondern aus zukunftsbewusstem Realismus.

    Carcano

    Inzwischen nennt man es, dem ISSF-Sprachgebrauch folgend, Schnellfeuer. In der Praxis auf deutschen Wettkämpfen, zumal der unteren Klassen, wird aber meistens noch Duell gesagt, auch um Verwechselungen mit der 2.30 (OSP) zu vermeiden.

    Nun ja, es sind eigentlich drei Fragen, die man sich vorher gestellt haben (und nach Möglichkeit auch vorher beantwortet haben) sollte.

    Vorher? Wovor vorher? -- VOR ALLEM ! Egal vor was.

    Und zwar die Fragen Was? Wie? Warum?

    Die Frage nach dem Was wurde schon mal beantwortet, ob gut oder schlecht, läst sich von außen ohne weitere Informationen über den Verein, seine Struktur, seine Ziele nicht sagen. Die Antwort lautete: wie wollen einen Falt-Flyer machen. Na gut. Das ist also die Vorgabe.

    Die zweite Frage nach dem Wie wurde hier im Thread beantwortet. Mit vielem Input, natürlich oft auch mit klein-klein, aber das ist ja völlig okay. Das Wie lebt unter anderem auch aus Details.

    Die Frage nach dem Warum hat man sich wieder mal kaum gestellt. Ersetzt man das Fragewort durch eine zweigliedrige Erweiterung, so wird es noch klarer: Warum und zu welchem Ende?
    Stattdessen wird unreflektiert einfach irgendwas gemacht. Das irgendwas ist dann auch ziemlich gut geraten. Der Flyer ist ansprechend, übersichtlich, informativ aus Sicht der Vereinsmitglieder. Er ist gewissermaßen das, was ein Nachschlagewilliger, der gerne etwas über den Oggersheimer Verein wissen möchte, übersichtlich zusammengefasst fände. Ein solcher Flyer wäre zum Beispiel erst einmal ein guter Platzhalter für eine Website.
    Die Frage ist, ob man genau DAS, genau so, eigentlich vorrangig will. Oder ob man - eine andere Zielrichtung - für den Verein werben will. Und zwar, genauer gefragt (auch so weit denkt hier kaum je einer), wofür werben, bei WEM? Will man den Gemeinderat überzeugen? Will man neue Sponsoren gewinnen, die Geld geben? Will man engagiert schießende Vereinswechsler anziehen, weil man soviel mehr zu bieten hat als die Mitbewerber, was sich aber noch nicht herumgesprochenhat? Oder will man ganz neue, außenstehende potentielle Interessenten für das Schießen interessieren, und wiederum, mit welcher Stoßrichtung: Breiten- und Freizeitsport, oder Leistungssport?

    Und diese Frage hat hier im Thread noch keiner gestellt, weil dazu müsste man ja aus dem eigenen Aquarium heraus, und oh Gott, da draußen ist ja kein Wasser.
    Califax hat's begriffen. Das gleiche Problem wie in Rogos Talentsuche-Thread.

    Schmidtchen, Du verstandest es deshalb nicht, weil Du es nicht verstehen wolltest. Das gilt aber für alle hier. Sie können nicht jenseits der Wände ihres eigenen Aquariums sehen, und schwimmen deshalb im Kreis.

    Ihr beurteilt den Text eines Werbeflyers für Außenstehende (!!!) danach ob IHR EUCH darin richtig wiedergegeben findet, und ob IHR alles korrekt und ausgewogen findet? Dysfunktionaler geht es wirklich nicht.

    Carcano

    Sauber gemacht, optisch ansprechend, farblich gedeckt (was ja okay ist) - und Text EXTREM langweilig.

    "und man kann praktisch täglich schießen"

    Von wegen. Der Text sagt laut und klar das GENAUE GEGENTEIL.

    Die große Mehrzahl der Teilnehmer (auch wenn die 99 %, die ein anderer Poster etwas prokant postete, vielleicht etwas hoch erscheinen mögen) fasst die Rundenwettkämpfe eben NICHT als ἀγών an, sondern einfach als einen willkommenen Zwang zu regelmäßigem Mindesttraining in einem nominell so arrangierten aber praktisch stark gelockerten "Wettkampfformat". Man muss auf den Stand (weil die anderen ja auf einen warten, sondern würde man's vielleicht sein lassen), man muss das ganze Programm oder zumindest Halbprogramm durchschießen (und kann nicht nach ein paar Schuss abbrehen, "weil's heute einfach nicht läuft"), man rostet nicht ein, und außerdem trifft man alte Bekannte und schwätzt ein wenig in fremden Schützenhäusern.

    Warum ist diese Hervorhebung so wichtig? Weil die Intention der Arbeit ja auf einen psychologischen Aspekt abzielt; die Umfrage soll ermitteln (unter braver Heranziehung von Wiederholungs- und Kontrollfragen, die freilich etwas arg häufig und arg durchsichtig sind), welche psychologischen und wahrnehmungsrezeptorischen (Ästhesie, Somatosensorik) Prädispositionen sich speziell in diesem Wettkampfsport antreffen lassen. Die Umfrage kann das Probandengut erweitern, denn vermutlich arbeitet sie bereits mit einigen Kaderschützen oder mit einem LLZ.
    Gerade dann ist es aber wichtig, zu unterscheiden zwischen Schützen, die den Zweikampf suchen und mögen (Ligamodus), und der großen Mehrzahl, die nur einfach in gewisser Regelmäßigkeit auf den Stand geht und in Gesellschaft "gegnerischen" Mannschaft ihr Programm durchschießt, um nicht einzurosten. Und natürlich und vor allem aus (erzwungenem) waffenrechtlichem Grund, nämlich um die regelmäßige Ausübung des Schießsports nachzuweisen.

    Carcano

    Geordnet von der niedrigsten Wettkampfklasse (bei uns wäre das „Gauklasse“ - wo anders wird die niedrigste aber als „Kreisklasse“ bezeichnet.) deswegen die verschiedenen Namen pro Auswahlmöglichkeit.

    Nein.
    Die hast du bewusst ausgelassen.
    Das kann man machen. Es gibt aber dann ein ganz anderes Bild, und ein völlig anderes Ergebnis.

    Im übrigen scheint dir nicht einmal bewusst zu sein, was der Unterschied zwischen einem normalen Rundenwettkampf und einem Ligawettkampf ist?
    Dabei ist der gerade für die psychologische Seite von zentraler Bedeutung. Die ganze Bewertung und Einordnung der Persönlichkeitsparameter hängt daran.